Eine Keil-Warnung für Gold!

24. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Wollte ich etwas über Gold schreiben? Nein! Um Himmels Willen. Erstens ist das Thema sowas von out und zweitens ist Gold schon so teuer geworden. Okay, bliebe ja Silber. Aber das kann man in der Not auch nicht essen. Wie dem auch sei, der Tag der Abrechnung kommt näher – spätestens am 30. September. Bitte? 

Ja klar. Die Entscheidung steht doch längst in den Charts. Rechnischerisch irgendwann zwischen dem 29. und 30. September sollte die Entscheidung allerspätestens gefallen sein. Auch wenn es Ihnen nicht gefällt. Vermutlich wird früher etwas passieren. Keiner weiß, was es sein wird. Vielleicht ein unbedachtes Wort? Ein Unfall? Ein Zinsereignis? Der große Keil ruft nach Auflösung. Das wird eine Keilerei! Herrlich! Nur die Richtung ist noch unklar. Aber es wird Opfer geben. Entweder wird Gold auf die Schlachtbank geführt und das Papiergeld wertet gegenüber ihm auf  – oder umgekehrt…

Deshalb habe ich heute 23 Analysten angerufen und mir 46 Meinungen eingeholt. Die Hälfte der Meinungen ging in Richtung „Runter!“. Die andere Hälfte tendierte in Richtung „Rauf“. Wofür soll man sich entscheiden? Fragen Sie keinen Goldbug. Für ihn steigen die Preise immer, auch wenn sie das nicht tun. Fragen Sie auch keinen Anlageberater. Er sieht nur fallende Preise, denn an Gold und Silber verdient er nichts, wenn er überhaupt schon mal eine Unze in der Hand gehalten hat. Notfalls bietet er schnell sich selbst an Knock-Out-schwellen selbst-zerstörende Zertifikate an oder anderen Anlagekram in Papierform.

Und so bleiben ein paar weitere Tage, an denen die Preise im großen Keil eingeklemmt bleiben, bis sie sich losreißen und eine große Keilerei beginnt. Charts lügen bekanntlich nie. Und schon gar nicht meine eigenen.

P.S. Wissen Sie, was das Lustigste nach der Auflösung des Keils sein wird? Meine 23 befragten Analysten werden sagen: „Wie ich immer schon gesagt habe…“



 

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22 Kommentare auf "Eine Keil-Warnung für Gold!"

  1. samy sagt:

    N’abend,

    Keil-Warnung und Rethfeld meint ein Hindenburg-Omen zu erkennen? Ich erinnere mich noch an das letzte H.O.. Viel Lärm um nichts.

    In den letzten 2-3 Tagen mehren sich die Stimmen derer, die die Aktienmärkte abrauschen sehen. Wir bekommen die bestmögliche Expertenmeinungsführerschaft von 22 zu 23 Stimmen, bei einer entschlossenen Enthaltung. (Jein, also ein entschiedenes … vielleicht … enthalte ich mich). Immerhin!

    Bis zum 30 September? Am 12 September spricht Vosskuhle sein Urteil, um 10 Uhr..

    Mein Bauch sagt „Shorte den Dow, shorte den Dax, kaufe reale EM zum absichern“.

    Aber waren US-Präsidentenwahljahre nicht immer gute Börsenjahre?

    Ach, was!

    VG

    • Avantgarde sagt:

      „Mein Bauch sagt “Shorte den Dow, shorte den Dax, kaufe reale EM zum absichern”.“

      Das würde ich aber nicht empfehlen!

      Eher Pulver troken halten und zunächst zuschauen was passiert.
      Denn der Spruch, daß dieses mal alles anders ist hat schon andere regelmäßig eine Menge Geld gekostet.
      🙂

      • Frank Meyer sagt:

        YES! – was Papiertrades angeht

        • Avantgarde sagt:

          Bei Papier u-n-b-e-d-i-n-g-t !!

          Aber selbst bei physischem Metall dürfte eine noch sehr viel bessere Gelegenheit kommen.
          Das soll aber nicht heissen, daß die Leuts ihr Metall nun wegschmeissen sollen.
          Hin und her macht Taschen leer.
          Das gilt für physisch ganz besonders und ist auch nicht Sinn der Sache.

          Ich warte jedenfalls mal bis die wirklich Zittrigen wegwerfen weil sie nun Monate beständig auf irgendwelche Phantasiezahlen im EM-Bereich warten und irgendwann enttäuscht sein werden.
          Ich hab Zeit.
          🙂

          • Frank Meyer sagt:

            Würdest Du auch bei 1.530 die Stopps wegschießen?

          • samy sagt:

            Gib mir ein paar Tage in Folge, in denen die Börsen scharf fallen, das Geld in Anleihen wandert, der Dollar steigt und Gold nicht (!) fällt.
            Das wäre ein starkes Signal. dann würde ich wieder physisch kaufen. Solange warte ich, ähnlich wie du, ab.

            Physisch wird sowieso nix verkauft, verkaufe ja auch nicht meine Raviolidosen …

  2. Frank Meyer sagt:

    Dann hast Du Rethfeld nicht richtig gelesen oder verstanden. Schau mal das Wahljahr zur 2. Amtszeit Bush. Da war im Mai klar, dass er es nicht wieder wird. Übrigens zuvor eine Zeit der Hindenburg-Omen wie die Tornados im Mittleren Westen. Das passt schon.

    Aktienmärkte abrauschen? Ha! Warum nicht? Die Optionen für den DAX geben das zumindest her. Die spielen voll auf Vola.

    • samy sagt:

      Ja, du spielst mit Bush auf ein H.O. an, dass es um 2007/2008 gab, gelle? Da hat es gepasst. Ich meine das H.O., dass so um 2010 ausgerufen wurde. Da haben sich diverse Blogs rauf gestürzt und nix war. Ein Omen halt, nicht mehr und nicht weniger.

      Übrigens Wahljahr, manchmal frage ich mich, wie tief verwurzelt der Rassismus in den USA noch ist. Das frage ich mich, weil die Wall-Street wohl eher traditionell „WASP-dominiert“ ist. Dann der erste farbige Präsident der USA, ob die ihm Knüppel zwischen die Beine werfen werden?

      Es sind so viele die nun fragen, wo ist denn die Erholung? Roubini, Rogers … dann dürfte in den USA bald wieder die Schuldendeckeldiskussion los gehen, vor den Wahlen glaube ich. China schwächelt … Wer brauch da noch die Eurokrise usw…?

      Ach ja, es gibt noch eine Regel, soweit ich weiss wurde nie ein Präsident abgewählt, der einen „frischen“ Krieg führen musste. Aber jetzt stocher ich gewaltig im Nebel herum.

      @Avantgarde

      es gibt kein risikoloses Handeln. Du willst im Cash bleiben? Okay, fragt sich nur wie weit der Euro noch fällt. Oder zerbricht der Euro?
      Welchen Wechselkurs wird es dann geben? 1 Nordeuro = 2 Südeuro? Usw…. Bankguthaben?

      Oder rennt alles wieder in den Dollar, wenn es heiß wird. Oder ist die Norwegische Krone nicht die beste Lösung, mein Favorit übrigens (frag nicht, Bauchgefühl 🙂

      Wenn es kracht, dann könnte man mit Shortpositionen Geld machen, wobei EM ein wenig Sicherheit geben, falls es so richtig übel kracht, also Banken über die Wupper gehen, samt „Papiertrades“.
      Wandert das Geld hingegen in Sachwerte wie Aktien, so sollten auch die EM steigen. Dann hält sich der Verlust mit den Papiertrades in Grenzen.

      VG

      • Avantgarde sagt:

        Du kannst nicht voraussehen wie die weitere Entwicklung abläuft.
        Der Rest-Euro, eine neue DM könnte auch extrem aufwerten falls einige Länder austreten – und Du bekämst dafür vielleicht mehr EMs als zuvor.
        Emittenten können wie Lehman pleite gehen.
        Keiner weiß wie hoch die Schwankungsbreite im Markt sein wird wenn die BigBoys rein – und raus gehen.
        Nach einem starken Fall kann es auch zu ebenso starken Coutertrendrallys in allen Märkten kommen.

        Wilde Extremszenarien können kommen – müssen aber nicht.
        Auch zähe Verläufe sind möglich.
        Und bitte: Schau dir mal den Verschuldungsgrad von Eon, Telekom oder anderen Aktien an – und erzähl mir nix von Sachwerten.

        Auch der Preis der EMs wird letztlich von der Kreditgeldmenge bestimmt – also Vorsicht mit der angeblichen Sicherheit.

        Ist halt nicht so wie wenn man eben mal ne Nachttischlampe ausknipst.

        Klar kannst du spielen und ein paar hunderter auf rot oder schwarz setzen – und vielleicht klappt das auch.
        Aber das ist kein Investment sondern ein Zock.

        Bricht die Kreditgeldmenge empfindlich ein so wird der US-Dollar in physischer Form noch ziemlich an Wert zulegen können.
        Aber dann keine Fremdwährungskonten sondern wirklich Scheine.

        • Frank Meyer sagt:

          EOA, RWE, DTE – Sachwerte? Ich liebe KGV`s und noch lieber SKV (Schulden pro ASktie) Volle Zustimmung!

          Sag mal, würden die Notenbanken zuschauen, dass sie sich selbst abschaffen, wenn sie die Füße ruhig halten und dem Markt das überlassen würden? Die kämpfen doch bis zum letzten. Und wenn sie die Wirtschaftssubjekte für 0% Zinsen direkt finanzieren. Eine kleine Änderung in den Verträgen und Aufgaben… dann….

          • Avantgarde sagt:

            Freilich werden die Notenbanken kämpfen – das ist schließlich auch ihre Aufgabe!
            Auch die EZB wird irgendwann wohl nicht umhinkommen die Staaten direkt zu finanzieren – auf dem Weg dahin werden bisher ohnehin nur die Banken gemästet.

            An dieser Stelle aber mal eine Lanze für die Zentralbanken.
            Sie sind nicht für die richtige oder falsche Wirtschaftspolitik eines Landes zuständig – das soll und muß doch bitte die Politik entscheiden.

            Ob sie alles aufkaufen?
            Interessante Frage 🙂
            Was h-a-t denn die Fed gekauft?
            Private Schulden?-Nein.
            Munibonds-Nein.
            Ausschließlich Staatsanleihen bei denen die Wahrscheinlichkeit des Ausfalls am geringsten ist.

            Der größte Block in USA wie auch in Euroland sind aber die privaten Schulden.
            Und ich wette die werden die ZBs sicher nicht übernehmen.

            Meine Antwort zu den 1530 haste vermutlich weiter unten gefunden.

          • samy sagt:

            Guten Morgen,

            warum selbst abschaffen? Die würden dann eine neue Währung drucken lassen müssen und das Spiel geht von vorne los.

            Übrigens, die Meisten rechnen damit, dass die Preise fallen, wenn Banken Kredite nicht mehr (so üppig) vergeben. Die Schuldner müssten dann alles zu Geld machen, um Schulden zu tilgen (War for Liquidity) usw..
            Was ist, wenn das Gegenteil geschieht, die Unternehmen die laufenden Kosten und die Vorfinanzierung für die zukünftig zu erzeugenden Güter nun komplett auf den Preis schlagen, also samt den Krediten, die dann nicht vergeben würden. Es müssten nur genug Arbeitgeberverbände dazu aufrufen. Als nächster Schritt würde es zu Arbeitskämpfen und Lohnsteigerungen kommen. Eine Preis-Lohn-Spirale entsteht.
            Ich suche immer noch den Mechanismus, der zu Preisteigerungen führt.

            (Es fällt ja schon auf, dass die Banken die Zinsen nicht senken, lieber Geld bei der EZB einlagern oder damit zocken.)

            VG

  3. Avantgarde sagt:

    @Frank

    Ja!

    Ich denke der Goldpreis kann fraktioniert durchaus bis 1200 Dollar oder deutlich tiefer fallen – und frag nicht nach Silber.
    Die Sache mit der Deflation ist mir durchaus ernst – ganz ehrlich.
    Setzen die realen Forderungsverluste ein wird irgendwann der Punkt für die physischen EMs kommen.

    Und das wird für uns alle kein Spaß – und ich wünsche mir auch ganz ausdrücklich nicht, daß da irgend ein „System“ untergeht.
    Ich wünsche mir sogar, daß meine schlimmsten Befürchtungen nicht eintreten.

  4. Johannes sagt:

    Nun, so viele Meinungen, da darf meine nicht fehlen. 😉

    Gold in USD wird mittelfristig (bis Ende 2012) zumindest an die alten Hochs hochschnellen, auch, wenn es zuvor einen Fake- Ausbruch nach unten geben sollte, bis ca 1450 Usd, oder in dieser Größenordnung.

    Gold in Euro aber, wird in den nächsten Monaten fallen, so auf 1180 Euro, auch hier Fake- Ausbruch davor auf alte Hochs möglich.

    Warum? Weil ich entgegen aller Unkenrufe den Stand Eur/ Usd bis Ende des Jahres auf 1,80 sehe.
    Auch hier davor noch ein Absinken bis auf 1,10 möglich, bevor dieser outpeformt.

    Grund? noch keine Ahnung, evt. GR- Ausstieg und folgende Pleite. Oder es hat einfach der Geab recht und die USA bekommt Probleme mit ihrem „Scheinvermögen“, wie die das nennen.

    Der Euro wird meiner Meinung nach Gold in den nächsten Monaten outperformen.

    Komplett konträr zur allg. Meinung, aber alles andere wäre ja nicht ich. 😉

  5. gilga sagt:

    Na dann will ich auch mal meine Laienmeinung abgeben:
    Zunächst mal: besagten Keil sehen wir insbesondere beim Silber auch schon sehr lange. Ich habe ihn dort eher „gesehen“ (und das ist schon lange her) als bei Gold und dies hat u.a. dazu geführt das ich zum Jahreswechsel nichts nachgeschoben hatte…

    Der Euro befindet sich momentan im Abwärtstrend… und gegeben der Probleme in Spanien (aktuell schöner Artikel auf Querschüsse; sehr zu empfehlen) die sich in den nächsten Wochen maximal Monaten weiter verschärfen werden sehe ich da auch kaum eine Möglichkeit für eine Abkehr von diesem Trend. Zumal die Rating-Agenturen die Frequenz des Trommelfeuers auf Europa momentan (eigentlich mal wieder viel zu spät; kleinere wie Egan Jones ausgenommen) erhöhen.

    Da wir alle in der Regel in Euro Gold & Silber kaufen dürften uns Kursrückschläge in Dollar also leider vor allem für Gold kaum veränderte Kaufpreise bescheren, insofern wir auf die nächsten Unterstützungslinien einbrechen. Ehrlich gesagt habe ich da nur bei Silber wirklich „Angst“ bzw. sehe neue Kaufchancen, denn da ist sehr lange einfach nur Luft im Chart und als Industriemetall würde es, dem aktuellen eher deflationären Trend folgend, ohnehin stärker leiden als Gold. Langfristig sehe ich bei der aktuellen Bewertung (Gold/Silber Ratio; Industriemetall; irgendwann in den nächsten zwei Jahrzehnten wird es knapper werden usw.) aber auch schon wieder Chancen. Die zentrale Frage ist für mich wo eine faire Bewertung liegt. Selbst wenn wir nicht die Tiefstpreise von um 2000 als Maßstab herannehmen… hatten wir wirklich eine Preisteigerung (bzw. Verlust der Kaufkraft) auf z.B. das vierfache Niveau beim Dollar (Gold von ca. 400 auf ca. 1.600) in den letzten Jahren? Dagegenhalten kann man Öl, welches ich für einen sehr „ehrlichen“ Rohstoff halte, welches sich nicht komplett unähnlich verhält… dennoch bleibt das eine schwierige Frage.

    Was ich spannend erwarte ist das die Schwäche des Euro in den Massenmedien mal breiter thematisiert wird. Spätestens bei neuen Höchstpreisen (so um die 2€) an der Zapfsäule trotz dagegensprechender Saisonalität und Preisen in Dollar an den Weltmärkten könnte das interessant werden. Man muss sich mal vor Augen führen, dass wir einen Einbruch von ca. 20% zum Dollar in wenigen Monaten hatten! Das „hilft“ den vielen Arbeitslosen (bzw. von fixen Renten, Sozialhilfen oder den Ersparnissen Lebenden) in den südlichen Ländern sicher ungemein in ihrer aktuellen Situation. Warten wir mal den Winter (Heizkosten) ab.. auch in Deutschland… und dann ist ja bald Wahlkampf in Dtl. wo sich das prima instrumentalisieren lässt. Vor allem wenn unsere Wirtschaft dann vielleicht auch für die Allgemeinheit offensichtlich nicht mehr brummt, die Preise für extern gekaufte Rohstoffe (sprich primär: Energie) aber nicht oder nur kaum einbrechen.

    Was ich nicht sehe ist für den Moment(!) eine massive Teuerungsrate abseits extern eingekaufter Rohstoffe und Waren in Europa oder speziell Deutschland. Warum? Das Geld kommt nicht unter die Leute (Roland Gehrt hatte das mal schön als zwei Kreisläufe bezeichnet die getrennt agieren) und dort wo dies noch der Fall ist bzw. kein Einbruch zu verzeichnen ist (Deutschland) sind die Angstkäufe (Häuser, Autos, …) inzwischen weitestgehend durch und die Assetpreise gehen nur noch in einigen Nischen wo internationale Spieler aktiv sind nach oben (u.a. Immomarkt in Großstädten).

    Erst wenn es zu massiven Lohnerhöhungen auf der Breite über Jahre hinweg kommt werden wir da Änderungen beobachten können. Das schaue ich mir ehrlich gesagt lieber noch ein Weilchen an als Dumm der Masse (die sagen unser Geld verliert an Wert; deshalb verschulde ich mich jetzt mal und baue ein Haus mit 100% Finanzierung) hinterherzulaufen.

    Mein Rat in der aktuellen Situation: Wer sich noch versichern will/muss sollte Gold/Silber physisch kaufen (und wenn sehr konservativ vielleicht so 10-20% absichern) und wird auf lange Zeiträume gesehen nichts falsch machen. Ansonsten sollte man sich von Schulden fernhalten und sein Leben so gestalten das man auch einige Jahre mit 30% weniger (Netto)Einkommen zurechtkommt. Das halte ich für viel vernünftiger als sich zu verschulden und seine Assets dann „abgenommen“ zu bekommen.

    Wer, warum auch immer, relativ große Bestände hat kann überlegen sich zumindest teilweise nach unten abzusichern (Optionen usw.; Dirk Müller erwähnt das ja immer wieder; ich mache es nicht da ich mit Durststrecken auch über Jahre keine Probleme habe). Wer dazukaufen möchte (mir juckt es momentan auch immer mal wieder in den Fingern; besonders wenn ich die Gold/Silber Ratio anschaue) sollte dies langsam tun und auch etwas Pulver trocken halten (gilt meiner Ansicht nach für alle Rohstoffe, wo wir ohnehin mit ordentlich Vola rechnen dürfen und gewohnt sein sollten).

    Wie einige Vorredner schon schrieben ist Cash momentan auch nicht die schlechteste Wahl (würde ich zumindest gegenüber nicht äußerst sorgfältig ausgewählten Aktien sogar leicht bevorzugen), vor allem als Deutscher Staatsbürger im Bereich unter 100.000€ bei Banken in einem der dt. Einlagensicherungsfonds in Form von Tagesgeld (so das man es schnell umschichten kann) gehalten. Einige der Szenarien (DM2, Nord-Euro; kleinerer Euro; erneuter deflatorischer Schock) egal für wie wahrscheinlich man die alle hält; keiner weiß was passiert und Absicherung heißt alle Eventualitäten berücksichtigen und Risikogewichtung) führen dazu das Cash eine ordentliche „Rendite“ ggü. Sachwerten einfährt und man sollte diese Form des Haltens von Vermögen nicht vernachlässigen. Die Politik in Dtl. wird die Vermögen in irgendeiner Form schützen müssen, will sie sich halten. Und Deutschland bleibt, auch weil woanders viel zusammenbricht und Organisationstrukturen + Know-How verloren gehen, vorerst interessant. Erst wenn wir hier langsam eine Entwicklung zim Gegenteil beobachten wird es Zeit zu Handeln.

    Bei Aktien habe ich keine sehr gute Meinung. Ich stehe dem Thema allgemein recht kritisch gegenüber. Rohstoffe sind mir, trotz Volatilität, lieber da ehrlicher. Was weiß ich ob die Zahlen eines Unternehmens wirklich stimmen und was diese wirklich über die Zukunft aussagen? Unternehmen können Pleite gehen, verstaatlicht werden bzw. unterliegen ggf. einem hohen Maß an staatlichem Einfluss (siehe aktuell Frankreich oder Solarindustrie) und können trotz Marktführerschaft binnen weniger Jahre vom Markt gefegt bzw. was die Rendite betrifft unbedeutend werden (siehe Nokia). Da halte ich lieber etwas physisch in der Hand, auch wenn ich da vielleicht mal einige Jahre warten muss (ohnehin glaube ich daran das Rohstoffe auch für die nächsten Jahrzehnte der Trend sind; auch ganz ohne Euro- oder Dollarkrise). Ganz wertlos werden Rohstoffe wohl nie…

    Aktien aktuell sehen auch nicht wirklich gut aus… wenn wir oben feststellen dass das Geld nicht unter die Leute kommt wir aber eine Rekordarbeistlosigkeit in Europa (und auf die letzen Jahre gesehen auch für die USA) verzeichnen… nun wo soll da in der Breite Gewinn herkommen außer aus nominellen Effekten (die ich dann auch bei Rohstoffen habe)? Wie können wir da anderer Meinung sein als das hier eher Risiken als Chancen bestehen?

    Übrigens: Absicherung vor steigenden Energiepreisen halte ich momentan noch für eine gute Form der „Vorbereitung“. Da diese, wie oben mehrfach geschrieben, primär von außerhalb der Eurozone bezogen werden besteht hier m.E. nach, neben einem allgemeinen Trend, noch eine weitere „Gefahr“ für Preissteigerungen. Wer den alten Kühlschrank noch weiter laufen lässt weil er ja noch funktioniert und ein Wechsel sich knapp nicht rechnet kann hier evtl. noch sinnvoll eine Langfristinvestition (das Gerät wird dann ja hoffentlich auch sehr lange laufen und muss nicht in 1-2 Jahren ersetzt werden) tätigen. Gleiches gilt für alles was im täglichen Leben so Energie verbraucht bzw. als Ersatz (z.B. zum Auto o.ä.) genutzt werden kann. Das dürfte in jedem Fall besser sein als die 100% Finanzierung für ein Haus… und im schlimmsten Fall hat man nur sehr wenig minus gemacht.

    • Johannes sagt:

      Hi gilga,

      schön wieder mal was von Dir zu lesen. 🙂

      Bezüglich EUR/ USD bin ich mir nicht sicher. Habe begonnen, mich etwas mit den wolfe waves etwas auseinander zu setzen. Im Urlaub lese ich evt. mal ein Buch darüber. 😉 Meine Kenntnisse sind also noch sehr bescheiden.

      Aber wenn ich mir den chart ansehe und nach den wolfe waves „zähle“, wird der EUR spätestens 2013 gewaltig performen. Keine Ahnung warum, ist aber so. 😉

      Hoffe, das mit dem Bild hochladen klappt:

      http://www.bilder-hochladen.net/files/js8x-1-c4ca.jpg

      So, wie mein chart aussieht, sind auch meine Kenntnisse darüber, eher mangelhaft.

      Ansonsten kann ich Deinen Ausführungen wie immer zustimmen, sehe das derzeit ähnlich, wie Du.

      • gilga sagt:

        Hallo Johannes,

        ja ich hatte in letzter Zeit ein wenig zu tun und habe mich etwas rar gemacht… Ist hin und wieder auch mal gut sowas als Gelegenheit zu nehmen um etwas Abstand zu gewinnen. Manchmal verändert sich das Bild dann plötzlich oder man erkennt ganz neue Aspekte. 😉

        Was die Chartechnik etc. betrifft: Schon die „einfache“ Charttechnik mit Wiederstandszonen, Trendlinien etc. ist für mich nur ein „Hilfsmittel“, da ich nachvollziehen kann das man damit zum Teil sowohl fundamentale als auch psychologische Aspekte in den Märkten erfassen kann. Zudem arbeiten die „Robotrader“ zu einem großen Teil auf dieser Basis (und die schauen sich tausende Charts/Ratios etc. in hunderten Analysearten an), weshalb Punkte an denen es dann mal rasch bergab oder bergauf gehen kann(!) tatsächlich Bedeutung haben. Frank sagt dann gern: „Die handeln sowas“. Und da hat er recht und man möchte ergänzen „Das und noch mehr von dem wir gar nichts wissen (wollen).“.

        Bei den verschiedenen „Wellen“-theorien fällt es mir schon schwerer das nachzuvollziehen bzw. damit eine Logik zu verbinden die einfach genug ist um schlüssig zu sein. Aber ich habe dazu auch noch kein Buch gelesen… 😉

        Ich schaue mir das eigentlich nur an weil da kurzfristige Entwicklungen, Wendepunkte oder, wie hier im Artikel beschrieben, Punkte zu denen es (auch aufgrund der Robotrader) zu Übertreibungen (in jede Richtung) oder zumindest interessanten/überraschenden Entwicklungen kommen kann(!) erkennbar sind.

        Aber das schlägt keine Fundamentaldaten und -entwicklungen. Und gerade beim Euro fuschen so viele Spieler/Aspekte am Kurs rum als das ich an Signale aus bzw. eine steuernde, ausschlaggebende Rolle der Chartechnik, insbesondere was mittel- bis langfristige Entwicklungen betrifft, glauben möchte.

        Ich denke die Fundamentaldaten über welche z.B. auf Querschüsse zu den Ländern der Eurozone berichtet wird sind hier „wichtigere“ Faktoren, genauso wie unsere Kameraden aus Brüssel und von der EZB; zumindest in der nächsten Zeit haben die sicher noch viele Dinge in Petto an die wir momentan noch nicht mal denken wollen/können. Man kann den Leuten dort (oder auch bei der FED etc.) viel vorwerfen, aber kreativ sind sie…

        Und was wir da sehen ist ein „Crash in Zeitlupe“ der Wirtschaft und der Glaubwürdigkeit was die Bedienung von Schulden sowohl der privaten als auch der öffentlichen Hand betrifft. Anders kann man die harten Zahlen und auch die Indikatoren kaum auslegen. Ähnlich wie bei den Crash-Videos ala NCAP/ADAC Auto gegen Mauer entzieht sich das ganze nicht einer gewissen morbiden Faszination, aber das Ergebnis kann wohl kaum noch aufgehalten werden. Eine massive Aufwertung des Euro zu anderen Währungen ist zumindest für mich in dem Szenario nicht wirklich glaubwürdig/drin. Ich denke aber auch das das Potential nach unten nicht ausgeschöpft aber auch nicht extrem groß ist. Sonst können die USA bei uns nichts mehr verkaufen bzw. mit z.B. der deutschen Exportmaschine konkurrieren oder Europa wird als Absatzmarkt für die Welt immer kleiner, da sich die Menschen aufgrund steigender Kosten für externe Ressourcen (wie gesagt zumeist mit Bezug zu Energie) die im allg. Leben benötigt werden nicht mehr viel anderes werden Leisten können. Und dann setzt daher ein Ausgleich bei den Währungen dieser Wirtschaftszonen ein. Nur der Druck im Kessel Europa steigt dann natürlich ebenfalls noch weiter, da noch mehr Ungleichheit zwischen dem „starken“ Norden und dem „schwachen“ Süden erzeugt wird.

        Aber das ist nur meine (unbedeutende) Meinung zur momentanen Situation.

        • Johannes sagt:

          Hi gilga,

          grundsätzlich bin ich auch eher Fundamentalist, denn Charttechniker.

          Weiß nicht mehr wie, aber ich bin auf die wolfe- waves gestossen und habe da ein bisschen rumgespielt und nun auch mal versucht, ein Muster zu erkennen und das einzuzeichnen.

          Beim EUR/ USD habe ich das für mich einfachste Muster gefunden.

          Im Grunde fällt der EURO seit 2008 stufenweise gegenüber dem USD, auch schön fundamental begründbar.

          Irgendwann wird die Panik einsetzen, wenn er weiter so fällt, oder gar Spanien gefährdet ist und knapp vor der Pleite steht. Sieht ja gerade laut querschüsse.de nicht sonderlich gut aus dort. Vor GR rede ich gar nicht mehr.

          Dh. irgendetwas wird in näherer Zukunft passieren müssen, eine Entscheidung wird fallen.

          Es könnte die EZB sein, was der Herzog im Gelben schön beschrieben hat:

          http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=260706&page=0&category=0&order=last_answer

          Grundaussage: EURO steigt beim Gelddrucken, wie z.B. in England der Pfund.

          oder es treten wirklich einfach ein paar Länder vom Euro aus, wie z.B. GR oder Spanien.

          http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=22438

          Ich kann es Dir nicht sagen, aber möglich wäre ein solches Szenario durchaus und somit ein gewaltiger Anstieg des Euros.

          In meinem Chart würde es jedenfalls so stehen. 😉

          Für mich ist das auch eher ein Anhaltspunkt für Überlegungen, handeln danach kommt für mich noch nicht in Frage.

          Ich bleibe erstmals weiterhin auf der Seitenlinie und harre der Dinge, die da noch kommen mögen.

          Im übrigen sind Deine Kommentar für mich immer absolut lesenswert, da steckt viel an Gedanken und Überlegungen drinnen.

          Wären wir auf Facebook, Du hättest ein „gefällt mir“ von mir. 🙂

  6. […] & Meyer: Eine Keil-Warnung für Gold! Ähnliche Artikel:Kleine Presseschau vom 24. Juli 2012Kleine Presseschau vom 23. Juli […]

  7. samy sagt:

    Hm?

    Hat einer der hier versammelten illustren Gäste eine Idee, wieso die Anleihen der sicheren Häfen derart in die Höhe schiessen? 10Y US-Anleihen so +10%. BRD, UK und auch die Schwizer deutlich nach oben…

    VG

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