Eine „draghische“ Woche fürs Geld

6. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Der DAX hatte sich extra aufgebretzelt für den Auftritt von DJ Draghi, dem Chef der EZB-Geldmixer. An den Börsen roch es nach frischem Geld und bunten Pillen, die den DAX verrückt machen, Experten wirr und die Sparer zornig…

Das Problem: Angeblich fallende Preise und ein zu hoher Euro trotz der oft zitierten „Eurokrise“. DJ Draghi feat. The Money Printers & the OMT Brothers lieferten nichts, gar nichts, auch keine Zinssenkung.

DJ Draghi wäre aber kein Star, hätte er nicht doch etwas in seinem Plattenkoffer mitgebracht. Dann fiel das Zauberwort: „Quantitative Easing“- also die Absicht, Schuldenpapiere der Banken aufzukaufen und wahrscheinlich später auch gebrauchte Fahrräder, Socken und Kompost. Sollten Sie etwas Müll herum liegen haben, Draghi kauft ihn mit frischem Geld.

Einen Tag später meldete die FAZ, es gäbe schon Berechnungen in der EZB, dass eine Billion frische Euros die Teuerung um 0,2 bis zu 0,8 Prozent treiben würde. Dem Euro wurde regelrecht schlecht. Herrlich! Wenn er doch schwach wäre. Dann könnte man die heiß geliebte Inflation importieren. Noch ist nicht aller Abende Nacht.

Die Börsen lieben die Zeichen für Inflation. Ganz einfach: Wenn sich die Menge der Euronen verdoppelt und damit ihre Kaufkraft halbiert, verdoppelt sich der DAX ganz ohne Anstrengung auf 20.000 Punkte. Dann kostet er eben die doppelte Menge der entwerteten Euronen.

Geldentwertung ist eine politische Strategie, schrieb Ludwig von Mises. Derzeit scheint sie ein kleines Problem zu haben. Oder man schafft ein Alibi, um etwas tun zu können, um die Gläubiger von ihrem Müll zu befreien und ihnen dafür frisches Gedrucktes zu geben? Was machen sie damit? Die Preise für andere Dinge nach oben treiben? Herrlich!

Apropos… Inzwischen notieren die 5-jährigen Anleihen der Spanier mit 1,70 Prozent etwas unter den US-amerikanischen Anleihen. Ein Wunder! DJ Draghi hat es drauf!

Nein, sind Notenbanken keine Währungshüter. Sie zerstören diese Verrechnungseinheiten, auch wenn es anders aussieht und es anders lautet. Offiziell sprechen sie von stabilem Geld, wenn sie die Kaufkraft jährlich um zwei Prozent schreddern.

Geld taugt damit nur noch kurzfristig als Wertspeicher. Es hat keinen Wert, nur einen Preis, dem man ihm zubilligt. Weg damit! Ausgeben! Es tauschen in Krempel oder etwas Beständiges wie Aktien, Immobilien oder Gold, statt es unverzinst auf dem Konto vergammeln zu lassen. Der Trend ist intakt. Die nächste Party wartet schon und das Aufbretzeln an den Börsen geht weiter.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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Ein Kommentar auf "Eine „draghische“ Woche fürs Geld"

  1. FDominicus sagt:

    Dragisch und tragisch reimt sich ….

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