Eine andere Welt

3. Oktober 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie ein Land zerstören können: Entweder Sie ruinieren das Geldwesen des Landes oder bauen das Militär auf. Normalerweise geht beides Hand in Hand …

…eine Hand ruiniert den wirtschaftlichen Körper, die andere greift die Seele an…

Ein anderer Kandidat?

„Ich würde für Trump stimmen.“

Diese Bemerkung kam neulich von unerwarteter Seite.

Die französische Presse behandelt Trump wie einen Clown oder einen Betrüger. Wir hatten bis dato noch keinen einzigen Franzosen mit einer guten Meinung über den republikanischen Kandidaten getroffen. Wir lehnen uns dann in der Regel in unseren Stuhl zurück, wenn das Gespräch um die US-Politik geht.

„Stimmen Sie für Hillary?“, fragen viele in der sicheren Annahme, dass wir ja antworten würden.

„Nein“, sagen wir.

Darauf „ernten“ wir einen Blick tiefen Argwohns.

„Werden Sie wirklich für Trump stimmen?“

„Auch nicht“, antworten wir.

Dann haben wir einiges zu tun, um das zu erklären.

„Ich will sie sicher nicht entmutigen,“ fangen wir meist an. Das Gespräch geht dann in der Regel bergab. Aber jüngst hatte unser Companion einiges zu erklären. Für uns zwar nicht wirklich, aber für die anderen Gäste, die mit offenem Mund lauschten.

„Trump ist ein Mann, der Karriere in der realen Welt gemacht hat. Er weiß etwas darüber, wie eine Volkswirtschaft tatsächlich funktioniert. Ja, natürlich, erscheint er vulgär und unwissend. Aber das liegt daran, weil er versteht, wie die Presse tatsächlich funktioniert.

„Er hat eine öffentliche Person aufgebaut, um die Aufmerksamkeit der Medien zu bekommen. Es war der einzige Weg, wie er als Außenseiter die Nominierung gewinnen konnte. Im Privaten ist er ein ganz anderer Mensch. Er ist nachdenklich und intelligent. Zumindest habe ich das so gelesen.“

„Hillary ist wie der französische Präsident François Hollande und fast wie die gesamte politische Klasse Europas. Sie sind Profis und nur auf eines aus: im Amt und an der Macht zu bleiben.“

„Sie haben keine Ahnung, wie die reale Welt funktioniert. Sie haben noch nie einen Job gehabt. Oder ein Unternehmen geführt. Oder einen echten Kontakt mit der Welt, in der die meisten von uns leben. Also, richten sie unweigerlich ein Chaos an; unbeachtlich, an welchem Projekt Sie sich auch immer beteiligen.“

„Von einem gescheiterten Projekt in ein anderes … ein unerfülltes Versprechen nach dem anderen … wie auch eine Katastrophe nach der anderen.“

„Trump ist anders. Er könnte in der Tat erfolgreich sein.“

Eine andere Welt

Politiker sind anders als der Rest von uns. Wir müssen Wohlstand zu schaffen (auch wenn er noch so bescheiden ist), um zu überleben. Für die meisten Menschen ist die Arbeit nicht ein Hobby. Wir sind nicht Dilettanten, die sich von einem verlustbringenden Projekt zum nächsten hangeln.

Wir müssen etwas tun, wofür andere Menschen bereit sind, uns zu bezahlen. Wir müssen erfolgreich sein, um unsere Rechnungen zu bezahlen. Scheitern ist bei uns einfach keine leichte Option. Unser Leben hängt davon ab. Politiker und ihre Kumpanen leben in einer anderen Welt.

Was? QE hat nicht funktioniert, sagen Sie? Was? Der Krieg gegen die Drogen hat den Drogenkonsum nicht reduziert? Der Krieg gegen die Armut hat die Armut nicht verringert? Der Krieg gegen den Terror hat noch mehr Terroristen geschaffen?

Am Ende werden die Politiker noch mehr von unserem Geld ausgeben.

Was? Unser Staatshaushalt ist eine halbe Billion in den Miesen?

Wir werden einfach uns mehr Geld leihen; außerdem wird das auch noch die Wirtschaft stimulieren. So die „Denke“ der Politiker.

Die Parasitokratie schafft keinen Wohlstand; stattdessen lebt sie vom Wohlstand der anderen. Und sie lebt – leider – gut davon!

Die Partei des Krieges
von Bill Bonner

Die Gegend um Washington DC weist jetzt sogar die höchsten Immobilienpreise in den USA aus. Laut USA Today ist die US-Hauptstadt die drittreichste Stadt der USA; nur noch San Francisco und San Jose sind reicher. Moneywatch zufolge muss man 3.100 Dollar monatlich aufbringen, um eine durchschnittliche Zwei-Zimmer-Wohnung dort zu mieten. Das sind sogar $ 500 pro Monat mehr als in LA.

Aber innerhalb des Großraums Washington können sich die Menschen diese horrenden Mieten leisten. Bundesangestellte verdienen 78% mehr als vergleichbare Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft. Breitbart schreibt wie folgt:

„Laut einer Studie des Cato-Institutes, basierend auf Daten aus dem Bureau of Economic Analysis, sind die Löhne und Gehälter für Beschäftigte des Bundes in den USA um durchschnittlich 78% höher als in der Privatwirtschaft.

Der Cato-Analyse zufolge hatten Bundeszivilarbeiter einen durchschnittlichen Lohn von $ 84.153 im Jahr 2014. Der Durchschnitt im privaten Sektor lag bei $ 56.350.

Der Bundes-Vorteil mit Blick auf die Gesamtvergütung (Löhne und Nebenleistungen) ist sogar noch größer. Die Gesamtvergütung von Bundes-Beschäftigten lag bei durchschnittlich 119.934 $ im Jahr 2014. Das liegt um 78% höher, als der Durchschnitt des privaten Sektors. Hier lagen wir bei 67.246 Dollar.“

Mit anderen Worten: Anderen Menschen etwas abzuknöpfen, ist besser bezahlt als etwas zu produzieren. Menschen, die für die Feds arbeiten, verdienen mehr als diejenigen, die wahren Reichtum produzieren.

Partei des Kriegs

Aber es ist nicht nur die Bedrohung für den eigenen Geldbeutel, die derzeit in den USA eine ungewöhnliche Unterstützung für „The Donald“ auslöst. Adam Walinsky, ein waschechter Demokrat und ehemaliger Redenschreiber für Robert Kennedy, sagt uns, warum er für Trump ist:

„Die heutigen Demokraten sind zur Partei des Krieges geworden: sie sind Heimat für Waffenhändler, Söldner, akademische Kriegsplaner, Lobbyisten für jede ausländische Militärintervention, Promoter von farbigen Revolutionen, gescheiterte Generäle, Ausbeuter von natürlichen Ressourcen von korrupten Regierungen.

Wir haben amerikanische Militärbasen in 80 Ländern; und wir haben amerikanischen Soldaten in etwa 130 Ländern. Das ist eine bemerkenswerte Leistung, da es nur 192 anerkannte Länder auf der Erde gibt.

Generäle und Admirale verkünden unsere nationale Politik. Theater-Kommandeure sind unsere wichtigsten Botschafter. Unsere erste Antwort auf Probleme oder Opposition jeglicher Art scheint immer nur eine militärische Reaktion oder Handlung zu sein.“

Walinsky glaubt, dass Trump den Fuß vom Gas nehmen und die Kriegsmaschine verlangsamen wird. Er schreibt weiter:

„Trump stellt sich als Mann mit einzigartigem politischen Mut dar. Er ist bereit, der Hysterie der Kriegsfalken Washingtons, des Establishments und der Mainstream-Medien zu trotzen. Gerade diese Medien sind es, die ihn fast täglich als anti-amerikanisch bezeichnen. Sie verurteilen seine gewagten Ideen und Meinungen, die ganz im Widerspruch zur allgemeinen mainstream-Hingabe zum Krieg stehen.“

Trump: Kluger Geschäftsmann, der das Establishment herausfordert? Oder ein gaunerhafter Winkeladvokat ohne Plan? Sie haben die Wahl!
Eine andere Welt...(von Bill Bonner)
Die Partei des Krieges(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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