Ein Wunder! Alles wie gehabt.

4. Juli 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow, Zeitlos

von Bankhaus Rott

Nun ist es vollbracht. Griechenland hat noch so viele Schulden wie vergangene Woche.  So sieht eine „Rettung“  im Jahre 2011 aus. Wie man aus der steuerfinanzierten Stützung von Gläubigerbanken und Versicherungen eine „Rettung“ des Schuldners Griechenlands konstruiert hat, ist ein weiterer  Meilenstein im Niedergang der deutschsprachigen Medienlandschaft…

Wer trotz vermutlich körperlicher Schmerzen in den letzten Tagen noch dazu in der Lage war, die teils unfassbaren Kommentare zahlreicher „Experten“ bis zum Schluss zu konsumieren, dem war so einiges an neuer Weisheit beschieden. So wurde die Freiwilligkeit der Banken gelobt, gewiss, sie sei gering, aber es sei schon ein starkes Zeichen. Ein starkes Zeichen? Wofür?

Ein Gläubiger vergibt einen Kredit – niemand hat ihn dazu gezwungen – und vereinnahmt dafür Risikoprämien. Kann der Schuldner nicht zahlen,  dann erfährt der Gläubiger einen Verlust. Das Prinzip ist ebenso alt wie einfach und kommt – an vielen Moderatoren ist diese Tatsache scheinbar vorbeigezogen – relativ häufig vor. Der Kreditausfall gehört zur Kreditvergabe wie der Wind zum Wetter. Das Schlimme ist, dass diese Freiwilligkeit von den Medien munter aufgenommen wird anstatt diese Farce zu hinterfragen. Selbst so genannte Nachrichtenkanäle und Radiosender spielen munter dieses Lied.

Wenn es nicht so unbequem wäre, müsste man vermutlich den halben Tag demütig und dankbar im Staub liegen. „Etwas spät“ käme das Hilfspaket der Regierung, so lautete der Kommentar des Chefs der Deutschen Bank, einem Geldhaus, das mit etwas über €50 Mrd. Eigenkapital eine Bilanz der Größenordnung von ca. €1900 Mrd. vor sich her schiebt und sicherlich recht dankbar für die Flexibilität der Bilanzierungsregeln ist. Worte über Reste der verbliebenen Großbankenlandschaft der BRD zu verlieren, verbietet sich an dieser Stelle, auch wenn der eine oder andere Dienststellenleiter offenbar selbst eine Teilverstaatlichung in die Kategorie Unternehmenserfolg einordnet.

Eine schöne Anekdote am Rande: Einer der Radioexperten äußerte seinen Wunsch, das „Geld möge nicht in Anleihen, sondern in die Wirtschaft fließen“. Mensch, na klaro! Wir refinanzieren nicht die alten Kredite, wir nehmen einfach nur das Geld. Das ist so ziemlich der offenkundigste Blödsinn, der es  im Rahmen der Schuldenkrise durch den Äther geschafft hat, was angesichts des diesbezüglich scharfen Wettbewerbs eine stramme Leistung ist… (Seite 2)

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