Ein weiterer Sieg für die oberen „ein Prozent“

6. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Laut einem neuen Bericht der US-Notenbank besitzen Amerikas top ein Prozent jetzt 38,6 % des Reichtums der Nation. Ein historischer Höchststand.

Der Anteil des oberen Prozents stieg von 36,3 % im Jahr 2013 auf 38,6 % im Jahr 2016.

Die nächsten neun Prozent haben leicht verloren, und der Anteil am Reichtum der unteren 90 % der Amerikaner fällt seit 25 Jahren kontinuierlich. Von 33,2 % in 1989 auf 22,8 % im Jahr 2016.

Augenblick mal… Wie viel Einkommen müssen Sie denn haben, um zu den oberen 1 % der Lohnempfänger in Amerika zu gehören?

Wir haben nachgeschaut. Wenn Sie und Ihr Ehepartner 343.927 Dollar oder mehr verdienen, sind Sie dabei.

Ausgesaugt

Ja, liebe Leserinnen und Leser, wir geben es zu… Unverschuldet, eigentlich trotz unserer Bemühungen, es zu vermeiden – sind wir ein Mitglied der „ein Prozent“… der Reichen… der Kapitalisten, die alle anderen ausnutzen, so dass sie ein Leben von Luxus und Maßlosigkeit genießen können.

Wir sind unschuldig, natürlich. Es ist einfach so passiert. Wir haben 1979 angefangen, in der Finanzbranche zu arbeiten – nur acht Jahre, nachdem Präsident Nixon die letzten Verbindungen zwischen Dollar und Gold durchtrennt hatte.

Wie hätten wir wissen sollten, dass die Regierung uns reich machen würde?

Aber das hat sie getan. Seit dem Beginn der 1970er Jahre hat sie etwa 35 Billionen Dollar an zusätzlichen Krediten begünstigt – mit ihrem Fake-Geld-System (das auch sie selbst nicht verstanden hat).

Irgendwann bekam der „Deep State“ Kontrolle über das System. Die Verschuldung ging hoch. Steuersätze wurden gekürzt. Und die BIP-Wachstumsraten und realen Lohnerhöhungen nahmen ab.

Ende des 20. Jahrhunderts waren Schulden ein großes Problem geworden. Die Verbraucher waren ausgesaugt.

Es war Zeit für eine Korrektur…

Die Regierung „rettet“

Und ja, zweimal in den nächsten zehn Jahren – im Jahr 2000, nach den Dotcom-Exzessen, und wieder im Jahr 2008 – versuchten die Märkte eine Korrektur.

Und zweimal hat die Regierung es verhindert. Jedes Mal wurden die Zinsen gesenkt, um bestehende Schulden zu stützen.

2.4-Billionen-Plan

Und heute?

Heute bietet die Regierung eine Steuersenkung für den Mittelstand an. Nicht für uns reichen Jungs. Auf keinen Fall!

Unter Team Trumps Steuerplan würden unsere Einkünfte aus Gewerbebetrieb, derzeit mit 35 % besteuert, mit 20 % besteuert werden.

Hey, das sind gute Nachrichten für uns. Aber wie hilft das der Mittelschicht?

Wird es nicht.

“The Tax Policy Center”, ein überparteilicher Think-Tank, hat berechnet, dass der Plan in den nächsten zehn Jahren 2,4 Billionen Dollar zu den Staatsschulden hinzufügen könnte, und dass hauptsächlich Unternehmen und die reichsten Amerikaner davon profitieren werden.

Man fand sogar heraus, dass etwa einer von drei Mittelklasse-Amerikanern mehr Steuern aufgrund der vorgeschlagenen Änderungen zahlen müsse.

Hey, ein weiterer Sieg für uns, die „ein-Prozent“. Ist das nicht toll?

Nochmals vielen Dank!

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Ein weiterer Sieg für die oberen „ein Prozent“"

  1. bluestar sagt:

    Reichtum und Macht sehen anders aus als 343.927 Dollar Jahreseinkommen. Interessant und spannend wären einmal die Vermögen der 0,001%. Also die echte Regierung. Die allseits bekannte Veröffentlichungen von Forbes muss man aber wohl als Nebelkerze einstufen, da immer wieder die bekannten Gesichter auftauchen und einige Vertreter der Finanzoligarchie durch permanente Abwesenheit glänzen.

    • Skyjumper sagt:

      „Reichtum und Macht sehen anders aus als 343.927 Dollar Jahreseinkommen. “

      Darf ich widersprechen? Wenn auch mit einer ein klein wenig anderen Deutung von Reichtum und Macht als handelsüblich.
      Reichtum fängt dort an, wo man anhand seiner finanziellen Verhältnisse die Macht hat sein Leben auch ohne das Hamsterrad zu gestalten und zu leben. Wenn man nicht gezwungen ist von der Hand in den Mund zu Leben, die zeitlichen und finanziellen Freiräume hat darüber nachzudenken was man möchte, wie man es erreichen kann, und dies auch umzusetzen.

      Das alles ist bereits mit 340T$ (ja sogar mit der Hälfte wenn man vernünftig bleibt) möglich. Macht beginnt damit die Macht über sich selbst zu bekommen.

  2. markus45 sagt:

    Erstmal Danke für den ehrlichen Post. Ich finde, es wird in der Berufswelt viel zu wenig über Geld (Einkommen) geredet. Davon profitieren die Arbeitgeber und auch diejenigen die höhere Einkommen haben. Zweitens würde ich gerne anmerken, dass ich ca. 344 k$ Einkommen schon ganz üppig finde. Als Einzelperson müsste man in D da schon im oberen Management eines Konzerns sein, denke ich (ich kenne mich da nicht so gut aus, vielleicht reicht ja auch schon oberes mittleres Management?). Und auch DINKs bekommen das zusammen als Arbeitnehmer selten hin, denke ich. Aber: wie schon im Kommentar von bluestar erwähnt: richtig interessant wären die _richtig_ Reichen, die top 0.001% oder so. Und auch deren Einfluss auf die Politik.

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