Ein Markt voller Hochstapler

6. Mai 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Google… Apple… was muss man mehr wissen? Blah, blah blah…. Denken Sie nicht, dass sie Ihre Zeit verschwenden?“ Eine bisher sympathische Freundin, musste ihre komplette Gesichtsmuskulatur anstrengen, dass der mitleidige Blick nicht in den Ausdruck völliger Verachtung abrutscht…Nachdem ich so viel Zeit mit realen Dingen, wie Steinen, Dreck, Zement, Vieh und Reben verbracht habe, muss ich zugeben, dass mir das Schreiben über Wirtschaft und Finanzen ein wenig leicht vorkommt, als wäre dabei nichts real…

Ich meine, du hast Dinge gebaut, die Landschaft verändert und das Leben von Menschen verbessert. Wasser in ihr Haus gebracht, Stauseen ausgehoben, Solarstromanlagen errichtet.“ Das stimmt schon. Da gibt es diese Welt der realen Dinge, reale Arbeit mit realen Ergebnissen. Und da gibt es diese ganze verfälschte Welt der Volkswirte, Kommentatoren, Spekulanten, Angebern, Gauner und Betrüger, Narren und Schelmen. Wall Street und seine Opfer.

Unglaubliche Dreistigkeit

Doch während die reale Welt befriedigender ist, bringt uns diese Scheinwelt zum Lachen. So sollte es nicht verwunderlich sein, dass die Insider, die die Krise“ verursacht haben, ihren eignen Nutzen daraus ziehen. Doch das Ausmaß dieser Abzocke, diese Dreistigkeit und Raffinesse, sind atemberaubend.

Ja, es macht wirklich Spaß solchen Clowns bei der Arbeit zuzusehen. Und das sind die, die das US-Finanzsystem managen und zu den Besten gehören.

Vor etwa einem Jahr, als unser Büro noch in den Slums von Baltimore war, klopfte es an unserer Tür. Es war bereits nach 19 Uhr, doch saß ich immer noch am Schreibtisch. In der Tür stand ein schlanker, weißer Mann in blauer Arbeitskleidung. Er sah wie ein Mechaniker oder Handwerker aus.

„Es tut mir leid, Sie zu stören“, sagte er mit einem leichten Akzent aber sah Licht bei euch brennen… und „ich wusste nicht, was ich sonst tun soll.“ Also ich bin ein Nachbar, ich arbeite bei Dunbar’s (eine Firma für Klimaanlagen), die Straße herunter.“

Ich hasse es, Sie zu belästigen, das ist mir wirklich peinlich. Nun ja, sehen sie, ich habe auch bis spät noch gearbeitet, alle anderen sind bereits gegangen. Ich hab gemerkt, dass ich der Letzte im Laden bin. Ich bin dann raus und zog die Tür hinter mir zu. Ich denke ich war ein wenig in Eile. Und so kam es, dass ich meine eigenen Autoschlüssel und meine Brieftasche im Laden vergessen habe.“

Ich würde ja einen Arbeitskollegen anrufen, aber ich bin der einzige der die Schlüssel hat, außer meinem Chef und der ist in Ocean City. Also wusste ich nicht recht, was ich nun tun soll.“

Das ist echt Mist, es ist mir wirklich peinlich, Sie damit zu belästigen. Aber das Problem ist meine Frau. Sie ist gehörlos. Also kann ich sie nicht anrufen um zu sagen, dass ich heute nicht nach Hause komme. Ich muss also nach Hause, oder sie wird verrückt werden vor Sorge.“

Ich könnte den Bus nehmen, ich lebe oben in Pennsylvania, nicht weit weg von der Buslinie. Aber ich habe ja meine Brieftasche eingeschlossen. Also kann ich kein Ticket kaufen. …“ Er fuhr fort zu erklären, dass er es hasste, sich Geld zu leihen. Dass er das noch niemals zuvor in seinem Leben Geld geliehen habe.

Ihr Autor hatte kein Geld bei sich und ging also, um eine Mitarbeiterin zu fragen. „Klingt ziemlich unglaubwürdig“, sagte sie, während sie einen 20 Dollar-Schein aus ihrer Brieftasche zog. Oh nein, er wirkt sehr aufrichtig“, gab ich zurück.

Bester Apfelstrudel der Region

Ich gab dem Mann also das Geld. Er fügte noch hinzu, dass seine Frau den besten Apfelstrudel in Pennsylvania mache und versprach feierlich am nächsten Morgen mit sowohl dem Geld als auch Kuchen wiederzukommen.

Am nächsten Morgen beobachtete ich die Uhr. 8 Uhr.. noch nicht zu sehen. 9 Uhr… hm er wird wohl warten bis er eine Pause machen kann. 10 Uhr… wahrscheinlich kommt er in der Mittagspause rüber. Um 12 Uhr 30 gab ich es auf.

Ich gab der Mitarbeiterin ihr Geld aus meiner Tasche zurück. Sie lachte nur und sagte: „Ich hab es dir gesagt.“

„Ja, das hast du. Aber weißt du was, das war es wert.“

Ein Gentleman muss sich von Zeit zu Zeit auch mal austricksen lassen. Misstrauen und Zynismus sind wenig schmeichelhaft. Außerdem würde er die 20 Dollar für ein Mittagessen ausgeben und es umgehend vergessen. Eine gute Abzocke jedoch bleibt im Gedächtnis. Und ein guter Schwindel ist selten und elegant.

Bewunderung für die Schwindler

Und so betrachten wir auch die FED, das Finanzministerium und ihre Komplizen der Wall Street mit Bewunderung. Sie haben eine ganze Nation beschwindelt. Fast 100 Millionen Haushalte in Amerika. Und nicht mal einer von 1000 hat überhaupt eine Ahnung, was da vor sich geht.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Ein Markt voller Hochstapler (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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