Ein Knallfrosch auf der Wies`n…

16. September 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Gehen Sie in diesem Jahr aufs Münchner Oktoberfest? Eigentlich sollte man das ja tun, denn bei all der Angst, Sorge, fast Panik, die da im Vorfeld verbreitet wurde, müsste man konsequenterweise eine Gegenposition einnehmen und sich sagen: Jetzt erst recht!

Gerade als Kontra-Anleger könnte man so argumentieren. Schließlich sollten wir alle doch ein „Zeichen setzen“, wie Medien und Politik das in diesen Tagen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit so gerne einfordern. Setzen wir also ein Zeichen und marschieren wir in den kommenden zwei Wochen hinüber zur Bavaria auf die Theresienwiese!

Letztenendes geht es dabei ja auch um die weltbewegende Frage, wer denn das „ganze Bier saufen soll, wenn niemand mehr auf die Wies´n geht“.

Ich höre sie schon jubeln, all die Bessermenschen, denen es noch immer nicht bunt und aufregend genug ist in unserem Land, und die meinen, mit einem solchen „Zeichen“ würde man an der Lage irgendetwas verändern.

Dabei wird genau anders herum ein Schuh daraus:

Als Kontra-Anleger, der Massenpaniken jeglicher Couleur abscheulich findet, sollte man nie vergessen, wie kopflos eine Herde Menschen werden kann, wenn auch nur der geringste Anlass zu Panik besteht.

An der Börse lassen sich solche Perioden alle paar Jahre bewundern. In Kürze beginnt der berüchtigte Oktober, der in diesem Jahr aus zahlreichen Gründen mit ganz besonderem „Überraschungspotenzial“ aufwartet. Aber das ist ein anderes Kapitel…

Was die Wies´n angeht, muss man gar nicht weiter ausführen, warum dort in diesem Jahr viele Besucher die Flöhe werden husten hören. Dabei müssen wir uns hier nicht einmal um Themen kümmern, die manchen Korangläubigen zur Weißglut bringen dürften.

Nach Lage der Dinge könnten auf der Wies´n 2016 schon weitaus nichtigere Anlässe ein „Feuerwerk“ entzünden:

Man mag sich gar nicht ausdenken, was in den prallgefüllten Bierzelten los wäre, sollten irgendwo beispielsweise ein paar Knallfrösche explodieren, die „jemand“ von außen über die „Sicherheits“-Absperrung wirft. Rucksackverbote oder Überwachungskameras werden das kaum verhindern.

Und dieser „Jemand“ müsste nicht einmal ein IS-Terrorist sein. Ein durchgeknallter „Trittbrettfahrer“, der sich das völlige Chaos in der bayerischen Landeshauptstadt nach dem Amoklauf eines Einzeltäters vom Juli dieses Jahres zum „Vorbild“ nimmt, würde völlig genügen, um nicht nur das Oktoberfest, sondern gleich die ganze Stadt lahmzulegen.

Und weil sich mit einer solchen „Kleinigkeit“, wie einem Knallfrosch in diesem Jahr auf der Wies´n binnen kürzester Zeit eine Massenpanik inszenieren ließe, die problemlos mehr Todesopfer fordern könnte, als der „professionelle“ Anschlag eines Selbstmordattentäters, würde ich persönlich von einem Wies´n-Besuch in diesem Jahr abraten.

Denn um explosive Lagen und kopflose Hammelherden macht man tunlichst einen großen Bogen.

Das gilt an der Börse ganz genauso wie im richtigen Leben…

© Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

 

Ein Kommentar auf "Ein Knallfrosch auf der Wies`n…"

  1. cubus53 sagt:

    In diesem Jahr erwarten mich wieder die Bilder von Politikern und Promis samt Ehefrau, die in Lederhose und Dirndl auf dem Fest erscheinen, mit dem Wort „völkisch“ aber ein Problem haben. Komisch …
    Es ist lange her, da war das Oktoberfest noch ein echtes Volks-Fest. Ich bin Münchner und ginge gerne hin. Das ist lange vorbei. Ab diesem Jahr ist dieses Fest für mich völlig passe, denn es kann nur noch stattfinden, indem man es einzäunt und so vor unliebsamen Besuchern schützt.
    Wer sind denn diese unliebsamen Besucher? Nennen wir sie doch einfach mal Terroristen. Das macht den Sachverhalt einfacher verständlich. Sollte einer von diesen den Zaun überwinden, darf man ihn dann auch legal eliminieren und gleich danach weiter „Ein Prosit auf die Gemütlichkeit“ singen.
    „Bayerische Gemütlichkeit“, mit einem Affenkäfig und 600 Polizisten geschützt, nein danke, ich werde einen weiten Bogen darum machen.

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