Commerzbank: Ein Aktionär gibt nicht auf!

9. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott – Aus nachvollziehbaren Gründen beantragten verschiedene Aktionäre der Commerzbank in den vergangenen Jahren, dem Vorstandsvorsitzenden im Rahmen der Hauptversammlung auch formal das Vertrauen zu entziehen. Das Jahr 2013 ist keine Ausnahme, denn weiterhin geben nicht alle Aktionäre klein bei sondern leisten Widerstand…

Lesenswerte Anträge, Martin Blessing formal das Vertrauen zu entziehen, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem von der Riebeck-Brauerei gestellt. So desolat die Ergebnisse und der Gesamtzustand der Bank sind, so wundervoll fielen die Abstimmungsergebnisse aus, die dazu führten, dass den Verantwortlichen das Vertrauen nicht entzogen wurde.

Die Werte lagen stets zwischen 95% und 100% womit sie entfernt an die Ergebnisse der Stimmauszählung bei Volkskammerwahlen bis ins Jahr 1986 erinnern.

In diesem Falle müssen sich die Aktionäre mehrheitlich an die eigene Nase fassen.

Man darf sich fragen, warum Fondsgesellschaften die Verantwortung zahlreicher Stimmrechte offensichtlich über Jahre hinweg sehr merkwürdig interpretieren. Auch ein Geldverwalter sollte ein Interesse daran haben, möglichst fähige Menschen in der Führung der Unternehmen zu wissen. Nicht nur aus diesem Grund sollten sich alle Aktionäre bemühen, die mit Ihren Anteilen verbundenen Stimmrechte selbst auszuüben und nicht zu übertragen. Anderslautende Vollmachten lassen sich ohne große Mühen streichen.

Verschenken Sie nicht ihr Stimmrecht, Sie bezahlen es beim Kauf jeder Stammaktie mit.

Liest man sich die jeweiligen Ergänzungsanträge zu den Hauptversammlungen durch, so fällt vor allem der reichhaltige Fundus an Ausreden der Bankvertreter auf, mit dem die in den Anträgen genannten Zahlen kommentiert werden. Die Begründung mit der den Aktionären vom Entzug des Vertrauens abgeraten wurde, ist eine übliche Absicherungsklausel.

Auf diesen obligatorischen Satz folgen stets einige mehr oder minder mitleiderregende Hinweise der Bank auf ein wahlweise schwieriges Marktumfeld, die Regulierung, das Nichtkerngeschäft und vermeintliche „Einmaleffekte“ die in den letzten Jahren offenbar zu gehäuftem Auftreten neigen…(Seite 2)

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