Ei…Ei…Ei…!

6. April 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(Glosse von Frank Meyer) War das was? Das Klingeln der Kassen zum Ostergeschäft. Alle Jahre wieder. Süßer die Hasen nie hoppeln und ähnliche Schlagzeilen malträtieren Augen und Ohren. Es ist Ostern. Hochsaison für GesundbeterEI und Verbr-EI-tung des jährlich wiederkehrenden Gerüchts, der Ei-zell-handel frohlockt. Ei..ei..ei…

Der Hase läuft – die Kasse klingelt. Jedes Jahr findet das umsatzstärkste Osterfest der Gegenwart und Zukunft statt. Laut einer Forsa-Umfrage will jeder Dritte in diesem Jahr mehr ins Nest legen als nur grinsende Schokohasen und schrillbunte Eier, wahlweise auch mit Dioxin. Die Innenstädte sind derzeit so voll wie zu Weihnachten oder während einer Revolution, heißt es. Doch was ist das schon im Vergleich zu den Osterinseln? Dort spielen sich das ganze Jahr über dramatische Szenen ab.

Je nach Wetterbericht wird viel Sonne in die Berichte aus dem Einzelhandel gestrahlt. Bei schlechtem Wetter heißt es: „Jetzt erst recht!“ Kein Argument wird ausgelassen, um den Leuten den Griff in die Geldböse zu erleichtern. Die Deutschen waren schon immer shoppingfreudig. Und sonst glauben sie auch alles. Nach einer Umfrage unseres Blogs glauben 83 Prozent an Osterhasen und immerhin 65 Prozent an Klapperstörche, weit mehr Leute als an Frau Merkel. Das sollte uns zu denken geben.

Ostern wird immer wichtiger. Gleiche Feststellung von Experten betreffen auch Nikolaus, Halloween, Valentinstag, Silvester, Weihnachten und das örtliche Stadtfest. Kein Fest wird ausgelassen und sei es noch so klein, gefolgt von Enttäuschungen in der Ladenkasse. Nur der Optimismus bleibt. Gerade jetzt!

Wäre da nicht der Skandal um gestiegene Ostereierpreise. Vier Cents das Stück wurden sie teurer, und das auch nur deshalb, weil Hühner in den Konzentrationslagern der Eierproduktion jetzt auf anderthalb DIN-A-4-Seiten Platz ihr Geschäft verrichten dürfen. Welches Geschäft eigentlich? Eins für Hühner? Ha! Denn ihre Eier werden von Osterhasen geraubt, die das Diebesgut schnell umlackieren. Dabei soll mancher Hase beim Eierlegen am Press-Kollaps verstorben sein.

Woher stammt eigentlich das Wort Ostern? Aus Osterreich? Oder aus Osterlohe? Ist etwa damit gemeint, dass seit 22 Jahren der Westen ge-OST-ert wird? Richtig, aber falsch. Shopper-Ei, Kaufer-Ei und Ei-Pad stehen da schon im engeren Zusammenhang mit diesem Fest.

Jetzt, da die Eurokrise abklingt, sagt ein Experte, der aus Furcht vor Rache ungenannt bleiben möchte, schaut der Konsument wieder optimistisch in die Zukunft. Er hätte das Ostergras nicht rauchen sollen. Ei-nkaufen, was das Zeug hält. S-ei-en Sie dab-ei, auch wenn man jeden Euro nur ei-nmal ausgeben kann. Bislang jedenfalls. Wer sich in Sachen Geschenken ganz beliebt machen möchte, rohe Eier ins Nest und oder verstecke diese unter den Sitzkissen. Man kann so auch mit Kleinigkeiten viel Spaß haben.


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