Edward mit den leeren Händen

8. Juni 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Goldförderung ist ein kapitalintensives Geschäft. Der stetige Bedarf an neuem Kapital kann von vielen Firmen nur über die ständige Ausgabe neuer Aktien gedeckt werden, was zu einer teils massiven Verwässerung des Kapitals führt. Einer der Gründe für die von vielen Aktienbesitzern beklagte Performance ihrer Anteilsscheine zeigt sich bei einem Vergleich der Entwicklung von Marktkapitalisierung und Kurs der Aktien…

Die Entertainer der Finanzbranche leben oft von einfachen Bildern. Vielen genügt eigenen Aussagen ein Blick auf den Chart, der ihnen vermeintlich „alles sagt“.

Nun sind die historischen Kursverläufe oft durchaus hilfreich, allerdings kann eine Untersuchung der Hintergründe nicht schaden, wenn man einige für so manchen unverständliche Entwicklungen ins rechte Licht rücken will. Oft ist nicht die manchmal aus Hilflosigkeit zitierte „Manipulation der Kurse“ der Grund für ein trostloses Dahindümpeln der Preise, sondern ein ahnungs- oder verantwortungsloses Management, dass sich zu oft unter den Zapfhahn an der Kapitaltheke hängt.

Firmen haben verschiedene Möglichkeiten, an Kapital zu kommen. Zu den angenehmen gehört die Einbehaltung von Gewinnen.

Zu den für den Anteilseigner unangenehmen zählt die häufige umfangreiche Ausgabe neuer Aktien. Durch eine wachsende Zahl ausstehender Aktien wird das bestehende Aktienkapital verwässert, durch die der einzelne Anteilsschein einen geringeren Anteil am Unternehmen verbrieft.

cap raises  

Wichtig bei der Beurteilung von Kapitalmaßnahmen sind der Zeitpunkt und die vorliegende Bewertung des Unternehmens. Hält eine Firma die eigenen Aktien für überbewertet, so kann es langfristig überaus profitabel sein, mit neu emittierten Aktien als „Übernahmewährung“ die Übernahme günstiger Firmen zu finanzieren. Langfristig können fähige Manager so überaus bemerkenswerte Ergebnissteigerungen pro Aktie erzielen.

Gleiches gilt für den Rückkauf eigener Aktien, wenn diese unterbewertet sind. Dummerweise ist diese Fähigkeit offenbar nur wenigen Firmenlenkern gegeben. Das ist kein „neoliberales Hexenwerk“, wie man oft aus unbedarftem Politikermunde hört. Das ist schlichtweg die effiziente Allokation von Kapital.

Nicht in diese Kategorie fällt unter anderem die Ausgabe neuer Aktien um Dividenden auszuschütten, die der generierte Cash Flow nicht hergibt. Auch die Ausgabe von Aktien zur regelmäßigen Finanzierung von Explorationsprojekten, die sich im Nachhinein als Katastrophe herausstellen und zu niedrigen oder gar keinen Erträgen führen, gehört nicht  zu den operativen Glanzleistungen der Manager. Gerade letzteres ist jedoch vor allem im Minensektor leider nicht weniger weit verbreitet als im Bankensektor… (Seite 2)

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