Edelmetalle schützen vor der Entwertung von Währungen

5. Januar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek)

Der Goldpreis ist am Freitag kurzfristig zum Spielball einer geschickt eingefädelten Manipulation geworden. Ich betone: Kurzfristig, denn fundamental und damit auf Sicht der nächsten Jahre hat sich nichts daran geändert, dass Gold – und mit ihm die anderen Edelmetalle wie auch die meisten Rohstoffe – von der Überschuldung der westlichen Welt und schließlich von der Aufweichung der Währungen profitieren wird…

Insofern war die Erholung des Goldpreises im späten New Yorker Handel am Freitag ein positives Signal.

Warum Manipulation? Weil das Protokoll einer kontroversen Diskussion im Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed zu dessen Sitzung Mitte Dezember von den Medien aufgebauscht wurde. Aus dem Protokoll ging nämlich hervor, dass einige Mitglieder des Ausschusses gegen weitere massive Anleihenkäufe durch die Fed und damit gegen die Fortsetzung von deren stark expansiver Geldpolitik waren.

Ja sie plauderten sogar über das Ende der Anleihenkäufe noch in diesem Jahr munter drauflos. Dann einigten sie sich jedoch auf die Formel, wonach die Geldpolitik so lange expansiv bleiben dürfe, wie der flaue Arbeitsmarkt dies erfordere. Alles in allem also ein Sturm im Wasserglas.

Aber warum? Die Suche nach der Antwort fällt nicht schwer: Schon wer die Märkte nur oberflächlich beobachtete, sah den Dollar gegenüber dem Euro und anderen Währungen für kurze Zeit etwa im selben Tempo nach oben schießen, wie der Goldpreis fiel.

Oder ähnlich argumentiert: Der Dollar ging für einen Tag als Gewinner und das Gold für ebenso kurze Zeit als Verlierer aus einer Episode hervor, deren Ursprung ein von den Medien missinterpretiertes und aufgebauschtes Fed-Protokoll war. Das tat besonders den in der Fed, aber auch in der US-Regierung vertretenen Verfechtern eines starken Dollars gut. Doch sie befinden sich bis auf Weiteres in einer aussichtslosen Position.

Wieder drängt sich die Frage nach dem Warum auf, und auch dieses Mal ist sie leicht zu beantworten: Diejenigen Kräfte in der Fed, aber vor allem auch in der US-Regierung, die sich einen starken Dollar wünschen, wollen vermeiden, dass ihre Valuta als international dominierende Handelswährung abgelöst wird. Dazu ist ihnen fast jedes Mittel recht. Etwa auch, dass der Goldpreis in Schach zu halten sei, notfalls mithilfe der Manipulation. Sie gehört ebenso wie fundamentale oder kurstechnische Faktoren zu den Kräften, von denen Angebot und Nachfrage beeinflusst werden.

Allerdings kann sie dauerhaft nichts ausrichten. Das wird an einem einfachen Beispiel deutlich, das ich ganz bewusst einem britischen Medium entnehme, „The Economist“. Diese Zeitschrift ist dank ihrer scharfen Analysen erfolgreich. Auf dem Titelbild ihrer neuen Ausgabe prangt US-Präsident Barack Obama mit Baskenmütze; sein Gegenüber trägt eine Lederhose. Dann die – hier übersetzte – Schlagzeile: Amerika wird europäisch. Und die Unterzeile: Ein brüchiges System, ein lausiger Deal und kein Ende in Sicht. Der jüngste Dollar-Anstieg passt dazu wahrlich wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, der Goldpreisrückgang für einen Tag ebenfalls…. (Seite 2)

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