Edelmetalle mit ersten Lebenszeichen

12. Dezember 2013 | Kategorie: Gäste

vom Smart Investor

Kummer gewohnt… Goldinvestoren hatten im sich zu Ende neigenden Jahr 2013 wenig Anlass zur Freude…

Nachdem sie rund zwölf Jahre (1999 bis 2011) von steigenden Kursen verwöhnt wurden, setzte eine ausgedehnte und zermürbende Korrektur ein. War der Goldpreis in der Haussebewegung zu weit gelaufen, oder hat sich das Umfeld in den letzten beiden Jahren so sehr gegen das Edelmetall verändert, dass ein Preiseinbruch von 1.921,18 USD (6.9.2011) bis auf 1.180,71 USD (28.6.2013) gerechtfertigt war?

Zwischen diesen beiden Extremwerten liegt auf USD-Basis immerhin ein Minus von 38,5%. Realistischer Weise werden hier beide Effekte eine Rolle gespielt haben, wobei der wesentlichere Einfluss vom vorangegangenen Überschießen des Kurses ausgegangen sein dürfte.

Das fundamentale Umfeld für Gold ist dagegen weiter intakt, auch wenn Aktien von den Marktteilnehmern zwischenzeitlich als attraktiver eingeschätzt wurden. In Zeiten des Quantitative Easings, wie das Gelddrucken heute vornehm genannt wird, und der Finanziellen Repression liefert der niedrige bzw. negative Realzins weiter Rückenwind für Sachwertanlagen. Zudem ist die Krise der großen Fiat-Money-Systeme zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, aber weit davon entfernt gelöst worden zu sein.

Der aktuelle Hype um die „Kryptogelder“ Bitcoin & Co. ist auch ein Hinweis darauf, dass es einen immensen Bedarf für alternative, vom Regime der Notenbanken unabhängige Geldformen gibt. Es spricht Bände, dass alleine der Bitcoin inzwischen eine Marktkapitalisierung von knapp 11 Mrd. USD erreicht hat, obwohl hinter ihm nichts und niemand steht.

Taditionelles Geld

Während die Kryptogelder Modernität verströmen, setzten die Edelmetalle in den vergangenen zwei Jahren sichtbar etwas Patina an. Für einen kurzen Augenblick lag das Austauschverhältnis zwischen einer Feinunze Gold und einem Bitcoin sogar bei ziemlich genau eins zu eins. In solchen Momenten lohnt es sich einen Schritt zurückzutreten und kühlen Kopf zu bewahren. Wenn schon eine Alternative zu EUR, USD und JPY, warum dann eigentlich nicht Gold und Silber?

Einige Bitcoin-Inhaber hatten wohl ähnliche Überlegungen, denn in der letzten Kursspitze sollen Bitcoins für mehrere hunderttausend Euro in Gold getauscht worden sein. Dennoch sind solche Schlussfolgerungen nicht zwingend, denn mit dem gleichen guten Argument hätte man seine Bitcoins auch schon einmal gegen Silber tauschen können, als dort die Parität zur Feinunze erreicht wurde.

Viel entscheidender sind die Trends und die zeigten für den Bitcoin in den letzten Monaten steil nach oben, während Gold teilweise deutlich zurückfiel.

2013-12-11_Gold_relativ

Anzeichen einer Trendwende?

Nun haben wir trotz der Kursrücksetzer beim Gold nur in den niedrigeren Zeitfenstern einen Abwärtstrend. Verglichen mit der vorangegangenen, zwölfjährigen Aufwärtsbewegung haben die Abschläge der beiden letzten Jahre noch immer Korrekturcharakter. Auch wurde der langfristige Aufwärtstrend bislang nicht gebroche. Welche Indizien gibt es also für ein mögliches Ende des Abwärtsgangs? (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , ,

3 Kommentare auf "Edelmetalle mit ersten Lebenszeichen"

  1. Skyjumper sagt:

    „Unter verschärfte Beobachtung gehören Gold & Co. jetzt allemal.“

    Selbstverständlich ein jeder wie er will 🙂

    Aber ich werd nun ganz bestimmt nicht dauernd hinrennen, und nachsehen ob die Unzen noch 31,1 gr. wiegen. Wer Gold gegen die jeweiligen Papierwährungen beobachtet um nicht die richtigen Ein-, respektive Ausstiegszeitpunkte zu verpassen, der sollte kein Gold kaufen, sondern Papiergold.
    Wer richtiges Gold sein eigen nennt, sollte sich davon lösen es ständig gegen eine Papierwährung aufzurechnen. Gold ist zwar selbst eine Währung, und eine sehr liquide noch dazu, aber es ist mühselig zu tauschen, was unter anderem auch bedeutet, dass für das tauschen hohe Gebühren anfallen. Mit physischen Gold hat man sich für eine langfristige Anlage entschieden. Und so lange es nicht zu gravierenden Änderungen kommt, sollte man sich auch nicht durch beständiges Beobachten kirre machen.

    Der Vergleich von Gold und Bitcoins irritiert mich darüber hinaus jedesmal wenn ich ihn lese. Beide Währungen verbinden eigentlich (zumindest angeblich) nur zwei Sachen; Die Unabhängigkeit von einer Zentralinstanz, du das fehlende Counterpartrisiko. Beides könnte man argumentativ in Frage stellen.
    Aber sonst?

    „Wenn schon eine Alternative zu EUR, USD und JPY, warum dann eigentlich nicht Gold und Silber? “
    EINE sehr simple Antwort ist z.B. die Teilbarkeit. Würde man die aktuellen Geldmengen M3 für Yen, $ und € durch Gold und Silber ersetzen wollen, würden sich aufgrund der beschränkten Menge an Edelmetallen obskure Preise ergeben. Im Ergebnis würde man kein Brötchen mehr kaufen können, weil bereits eine grad noch praktikable Einheit von 1/10 Unze dafür reichen würde die Bäckerei zu kaufen (okay, das ist jetzt übertrieben).
    Bitcoins dagegen sind zwar auch limitiert (zumindest DER Bitcoin), aber schlauerweise hat der Erfinder den max. 21 Mio. Bitcoins extrem viele Stelle hinterm Komma verpasst. Selbst wenn 1 Bitcoin mal mit einem 10.000.000,- € Preisschild versehen sein sollte, können sie mit dieser Währung immer noch ein Brötchen kaufen. Es kostet dann eben 1/100.000.000 Teil eines Bitcoins.

  2. FDominicus sagt:

    So kann es auch gehen, wenn es pressiert und wenn man keine Zeit hat.
    http://www.finanzen.net/nachricht/fonds/The-Wall-Street-Journal-Gold-Liebe-stuerzt-Fondsmanager-Sprott-ins-Verderben-2938678

    Man sollte es wirklich so halten wie das Bankhaus Rott & Meyer empfiehlt. Kaufen und nicht wieder anfassen. Kommt man in die Lage das wieder in „Geld“ umwandeln zu müssen, kann es fatal werden. Ich glaube insgesamt ist es im Bereich Geldanlage sehr schwierig Erfolgt zu haben wenn man „muß“. Ich denke, die angeblichen „Gurus“ werden meist überschätzt. Rein von der Statistik her MUSS es einzelne „Profis“ geben die auch lange Erfolg haben, die meisten dürften aber Strohfeuer sein. Kurzzeitig ganz heiß und übrig bleibt dann nur Asche.

  3. Avantgarde sagt:

    Es fällt und fällt und fällt……

    Leute – ich sag euch: Wir werden die 1000er Marke beim Gold noch sehen.
    Die psychologische Anziehungskraft einer Tauserndermarke ist einfach übermächtig.

    Als Panikreaktion dann gleich noch mal 50 Dollar an einem Tag tiefer – vielleicht war es das dann.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.