Edelmetall Sudoku

10. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Wenn man auf die Gold – und Silberpreise schaut, fühlt sich das so an wie nach dem sechsten Glühwein. Ich weiß, wovon ich rede, schließlich habe ich aus statistischen Gründen die Märkte besucht und Preise verglichen. Den Glühwein-Index liefere ich pünktlich  nach dem Fest der Liebe nach. Oder wird es ein Fest der Hiebe?

Die EZB senkt die Zinsen. Geld auf den Konten liegt dort fast zinsfrei herum. Der ach so stressige Stresstest für Banken ergibt einen Kapitalbedarf von 115 Milliarden Euro. Halleluja und Gott in der Höh! Auch sonst scheint es nicht so ganz rund zu laufen an den Märkten. Dem DAX wird zwischendurch immer wieder schlecht.

Wer hat denn da Schultern und Köpfe in die Charts beim Silber gemalt? Auf der Metallwoche.de hatte Michael, der „Düsseldorfer“ einen Chart für Silber gezeichnet, der Ungemach andeutet. (zum Vergrößern anklicken)

Und die hirntoten Handelscomputer sehen das auch. Greifen sie an mit dieser Vorlage? Könnte sein. Muss nicht sein. Was ändert es? Die Preise. Mehr nicht…

Es ist seltsam. Der den Silberpreis dominierende Papiermarkt und seine angeschlossenen Computer und Interessengruppen schaukeln sich durch die Kurse – bis die auf die Preismauer stoßen, an der physisch die Nachfrage kommt. Doch woran orientieren sich die meisten Betrachter der ganzen Angelegenheit? An dem, welche Kurse ihnen der Papiermarkt liefert. Witzig. (Seite 2)

 

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14 Kommentare auf "Edelmetall Sudoku"

  1. holger sagt:

    Moinsen…

    verstehe ich nicht ganz. Die Grafik XAG/USD. Mystische Dinge gehen vor sich. Während der ganz recht Kopf auf Anflug steht, steht der links daneben auf Abflug. Das steckt doch bestimmt wieder was dahinter.

  2. Marcus W. sagt:

    Guten Morgen zusammen!

    Die Analysen von Herr Meyer (auch in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer) schätze ich sowohl von fachlicher als auch künstlerischer Seite sehr.
    Lediglich die „Chartmalerei“ entzieht sich meinem Verständnis. Fakt ist: Jede Formation in dem Silberchart hat in der Vergangenheit Auf- und Abwärtsbewegungen getriggert. Und auch ohne solche Indikatoren gab es drastische Bewegungen (Einbruch April), weshalb ich derzeit keine weiteren geeigneten Einstiegschancen erwarte.
    Bleiben wir bei den Fundamentaldaten, sehe ich, dass vor allem die Commercial-Shorts auf einem bemerkenswert niedrigen Stand sind, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass vor allem eins besteht: Aufwärtspotential!
    Auch aus fundamentaler Sicht bin ich sowohl bei Gold als auch Silber davon überzeugt, dass erhebliches Aufwärtspotential besteht, da weltweit mehr und mehr Inflation gespielt und Anlegervertrauen verspielt wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Manipulationen der Märkte auf kurz oder lang zusammenbrechen. MF-Global ist da (m)ein Hoffnungsträger!

    Einen schönen Tag wünscht,

    Marcus W.

  3. crunchy sagt:

    Die Charts gefallen mir: der aus Düsseldorf etwas weniger als der aus der Meyerei. Erster trägt die Handschrift des marktnahen Technikers, der Zweite ist distanzierter. Vor Jahrzehnten habe ich Charts gerne mal gespiegelt und kam sehr oft (> 80%) auf die richtige Prognose.
    Hier meine ich auch einen klaren Blick zu haben: Der aktuelle Trend wird sich auf etwas höherem Niveau in einer Untertasse verlaufen, danach werden neue Tiefs erreicht werden. Der US-Dollar Chart zeigt mögliche Ziele: 24? auf. In Euro erwarte ich einen Silberpreis von ca. 19,- also unter dem Januartief. Danach werden wir im Jahresverlauf neue Höchstkurse sehen. Alles hängt am Dollar. Der wird von den Märkten erstmal stärker gesehen bzw. fester gehandelt werden. Im DollarIndex sind da 87 Punkte erreichbar bevor er dann regelrecht in die Grütze gehen wird. Das alles wird von einem Marktsentiment begleitet, das extrem bullisch für Edelmetalle sein wird. Hat der Dollar seine Tops erreicht, tritt die FED das nächste QE los, da sie was gegen die Wirtschaftsschwäche unternehmen muss (u.a. Wahlen!).
    Die Edelmetalle werden fliegen. Das Wirtschaftswachstum kommt erkennbar in´s laufen: Was bedeutet das gerade für Silber ?!!!!!
    Persönlich spekuliere ich auf einen erneuten Verkauf einer halben Position bei ca. 90,- USD. Sollten wir dort aber ohne Euphorie hingelangen, warte ich auf Höheres. Also nicht bange machen lassen, wer Silber kauft, kann das ab! Wer noch keins hat, kann schon mal anfangen in die fallenden Kurse zu kaufen.

    • Avantgarde sagt:

      So wie du daherredest fällt es mir schwer zu glauben, daß du auch nur eine Unze Silber physisch besitzt…

      Und falls doch wäre es wohl besser mit Papierversprechungen zu spielen – der physische Weg ist ungleich teurer.

      Ich finde die Lage gar nicht so schlecht.
      Werde vermutlich eine Wette gewinnen 🙂
      Und auch endlich bald mal wieder zum Nachkaufen kommen – physisch 🙂

      • crunchy sagt:

        Na, sei versichert, dass ich ausschliesslich physich bin. Und ich habe noch 50 % meines in den Jahren 2009- 28.1.11 (letzter Kauf) aufgebauten Bestandes. Im April habe ich bei knapp 42,- die Hälfte verkauft (steuerfrei und -ehrlich!), bin anschliessend innen Urlaub.
        Diese Hälfte habe ich noch immer nicht zurückgekauft. Und ich bin überzeugt, dass mir das in den nächsten 4 – 6 Wochen gelingen wird.
        Was die Kosten angeht, ist das nur dann richtig, wenn du nicht zockst: Rein und raus, bloss nicht mittel- oder langfristig investieren.
        Und eben: PAPIERversprechen. Was die Lage angeht, sei mal nicht so sicher. Ein attraktiver COT-Bericht macht noch keinen Frühling. Er zeigt nur erst mal Desinteresse.
        Viel Glück weiterhin!

        • Avantgarde sagt:

          Ist vielleicht Einstellungssache – aber ich verkaufe NICHTS physisches.
          Da warte ich lieber auf die richtige Gelegenheit zum Nachkaufen, übernehme mich nicht, bleibe liquide und übe mich in Geduld bis das Ding wie jetzt wieder runter kommt.
          Zum Spielen vielleicht mal ein kleines Scheinchen – das war es dann aber auch.

          Silber wird über einen längeren Zeitraum betrachtet mal noch ein gutes Investment sein.
          Nur eben leider ein enger Markt in dem viele Papiertiger ihr Unwesen treiben und die Kurse pushen und fallen lassen.

          • crunchy sagt:

            Und ich mache keine papiernen Spielchen mehr. Als exProfi, da u.a. auf Nostro Aktien, Futures etc. handelte, will ich mit Banken nichts mehr zu tun haben. Desweiteren ist der physische Markt das ursprünglichste und letzte Refugium, echtes Investment eben. Den Anspruch auf (Steuer-)erhlichkeit habe ich noch obendrauf, auch, wenn keiner solche Geschäfte jemals überprüfen sollte. Ich weiss, ich bin da, sagen wir mal, ganz speziell. Ehrlichkeit ist für mich Verlässlichkeit. Ohne begründetes Vertrauen, sollte man keine Geschäfte machen. Und wie man sieht: Alles andere kollabiert. Meine Strategie, nur die Hälfte meiner Position zu verkaufen, beruht auf einer Erfahrung, die ich gerne mitgeben möchte: Zu Zeiten des Japanbooms tradede ich Optionsscheine, gerne auch auf einen Papierwert. Dieser hatte das Zeug zur Bombe zu werden, wenn der Kaiser die Erde verlassen würde, da dann neue Kalender gedruckt werden mussten. Nun: Rein, Gewinn: raus! X-mal.
            Der Rest: Na, lach´ nur weiter!

  4. Avantgarde sagt:

    @crunchy

    Ja – die Banken sind die Verkäufer der Schaufeln.
    Aber das kann man tatsächlich erst verstehen wenn man selbst – na du weißt es ja.

    Wenn es hart auf hart kommt nutzen all die Versprechen auf Papier null und gar nichts mehr – und zwar gleichgültig ob man richtig oder falsch lag.
    MF-Global war die aller letzte „Warnung“.
    Die wenigsten Zocker dürfen meines Erachtens den Emissionsprospekt des jeweiligen Produktes gelesen haben.

    Ich plädiere keineswegs dafür irgendwelche KO-Scheinchen zu kaufen.
    Man kann so etwas machen – aber niemals so, daß es einem richtig weh tut – ansonsten stehen vor allem bei Anfängern schnell Haus und Hof auf dem Spiel.

    Ich sage aber auch immer wieder und wieder, daß sich jeder irren kann und niemals alles auf eine Karte setzen darf – was bei sehr vielen EM-Freaks durchaus angebracht ist… 🙂
    Und den Recht-Habern sei gesagt, daß ein Markt länger irrational bleiben kann als man selbst liquide ist!
    Und dann ist aus die Maus – Hinterher nutzt das „Recht“ dann auch nix mehr.

  5. MARKT sagt:

    daß ein Markt länger irrational bleiben kann als man selbst liquide ist!

    richtig,und viele werden sich noch wundern was für Preise und Kurse wir die nächsten vier Jahre noch bekommen.

    Viel werden sich wünschen dann noch Papiergeld zu besitzen um es tauschen zu können.

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