Dunkle Wolken über dem Paradies. Cui Bono?

9. November 2017 | Kategorie: RottMeyer

vom Smart Investor

Reiche Sportstars, große Konzerne und Politiker – all ihnen wird mit der Veröffentlichung der sogenannten „Paradise Papers“ kräftig eingeheizt. Schließlich belegen mehr als 13 Mio. Dokumente, dass jede Menge „Reiche“ sogenannte Offshore-Firmen für ihre Zwecke nutzten. Damit hat es sich allerdings auch schon mit den konkreten Vorwürfen…

Der Rest ist im Großen und Ganzen Voyeurismus in der Privatsphäre der Betroffenen. Denn konkrete Straftaten können die Journalisten in den wenigsten Fällen nachweisen. Was sie allerdings nicht daran hindert, ihre Enthüllungen – basierend auf gestohlenen Unterlagen – als Beleg für eine weit verbreitete Unmoral bei „denen da oben“ sowie den internationalen Großkonzernen zu verwenden. Aber sind diese tatsächlich unmoralischer als der „kleine Mann auf der Straße“?

Da wird z.B. Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton in einem eigenen Artikel der SZ als notorischer Steuervermeider hingestellt.

Im Jahr 2013 habe er mit seinem neu erworbenen Privatflieger ganz bewusst einen Zwischenstopp auf der Isle of Man eingelegt, um von den dortigen Steuergesetzen zu profitieren. Im Resultat habe sich Hamilton durch ein Geflecht an Offshore-Firmen die Mehrwertsteuer auf das Flugzeug gespart – bei einem Wert von 20,3 Mio. EUR immerhin eine Summe von 4 Mio. EUR.

Nun besitzen nicht alle einen Privatflieger, mit dem sich solche Regelungen in Anspruch nehmen lassen. Allerdings hat vermutlich fast jeder einmal am Flughafen in einem Duty-Free-Laden eine Stange Zigaretten oder eine Flasche Parfüm gekauft und von der dortigen Mehrwertsteuerbefreiung profitiert. Ohne schlechtes Gewissen, darf man annehmen.

Anderes Beispiel: Der Apple Konzern wird von den Enthüllungsjournalisten der SZ kritisiert, weil er seine irischen Steuersparmodelle aufgrund einer dortigen Rechtsänderung mit einer neuen Offshore-Gesellschaft in einer nicht näher bekannten Steueroase absichern wollte.

Als die Kanzlei Baker McKenzie für Apple mögliche Standorte auf deren Geeignetheit abklopft, stellen die Anwälte durchaus nachvollziehbare Fragen. Ist die dortige Steuerbefreiung von den Behörden bestätigt worden, welche Informationen sind öffentlich einsehbar und gibt es eine Opposition im jeweiligen Land, die die geltenden Regelungen kippen könnte? Klar ist, dass hier einer der wertvollsten Konzerne der Welt die geltenden Regelungen bis zur äußersten Grenze zu seinen Gunsten nutzt. Eine Straftat können die „Paradise Papers“-Journalisten jedoch auch Apple nicht im Ansatz nachweisen. Zwar beschäftigt nicht jeder ein findiges Beraterheer wie Apple, aber auch die Mehrheit der deutschen Steuerzahler dürften jedoch bereits bei einem Steuerberater gesessen haben, um sich über mögliche Gestaltungsmöglichkeiten beraten zu lassen.

Altruismus oder Agenda

Die wirklich interessante Frage ist also, wer hinter den „Paradise Papers“ steckt und wem diese Veröffentlichung nützt. Wie bereits bei den 2016 veröffentlichten „Panama-Papers“ sollen auch diesmal die Unterlagen der Süddeutschen Zeitung zugespielt worden sein. Diese habe die Millionen an Dokumenten schließlich gemeinsam mit International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) in Washington ausgewertet.

Dieses „internationale Recherchenetzwerk“ soll eine gemeinnützige US-Organisation sein, die auch durch Spenden finanziert wird. Zu den Spendern zählten in den letzten Jahren Stiftungen aus Australien, Großbritannien, den Niederlanden und den USA, u.a. die Ford Foundation und die von George Soros gegründete Open Society Foundation. Daneben sind auch öffentlich-rechtliche Sender wie der NDR oder der WDR in die Recherche eingebunden – auf Kosten der Zwangs-Beitragszahler der ehemaligen GEZ.

Nun ist es schwierig zu vermuten, wer hier welche Interessen vertritt. Klar ist aber, dass es sich um das Gegenteil von unabhängigem Journalismus handelt. Dubios ist daneben der ganze Ablauf des Leaks. Wie bereits bei den „Panama-Papers“ habe der Informant von der Süddeutschen kein Geld bekommen. Womit er sich deutlich von nahezu allen Informanten unterscheidet, die in der Vergangenheit für Millionenbeträge sogenannte „Steuer-CDs“ an die Finanzbehörden verkauften. Ob Altruismus oder vielleicht doch eine bestimmte Agenda dahinter steckt, lässt sich schwer beurteilen.

Der Klimazirkus ist in der Stadt

Es ist wieder einmal so weit, der Klimazirkus ist in der Stadt. Diesmal hat es Bonn erwischt. Nicht etwa, weil die Bundesrepublik oder Bonn turnusgemäß mit der Austragung dieses Events an der Reihe gewesen wären, sondern weil sich der derzeitige Vorsitz, die Republik Fidschi, außer Stande sah, eine solche Konferenz auszurichten. Deutschland ist daher „Technischer Gastgeber“ – und wir dürfen vermuten, auch „wirtschaftlicher“, also jene Nation, deren Bürger das Stelldichein im Wesentlichen finanziert.

Während viele Unternehmen die traditionellen Reisebudgets ihrer Mitarbeiter zusammengeschmolzen haben, schöpfen die rund 25.000 Klimabewegten im Bonner COP23-Biotop weiter aus dem Vollen. Den fetten CO2-Fußabdruck für solche Eitelkeiten auf großer Bühne finanzieren direkt und indirekt die Steuerzahler. Es ist schon ein wenig dreist, sich unter solchen Voraussetzungen als „Klimaretter“ zu inszenieren. Wäre da nicht noch die Möglichkeit in vertraulichen Gesprächen am Rande der Konferenz den einen oder anderen Scheck anzufordern, eine schlichte Videokonferenz hätte es wohl getan. Denn echte Tagesordnungspunkte sind kaum auszumachen.

Dem Vernehmen nach will man sich vergewissern, dass auch nach dem Ausstieg der USA noch immer der gute Klimageist von Paris wehe. Im Jahr 2015 wurde beim Pariser Gipfel bekanntlich noch mit Ach und Krach jenes Dokument verabschiedet, dessen wesentliche Aufgabe darin bestand, nicht mit leeren Händen auseinander gehen zu müssen. Die bereits abgewählte SPD-Noch-Umweltministerin Hendricks „schockte“ die Öffentlichkeit mit der Aussage, dass keine deutsche Regierung in den letzten 20 Jahren genug für die Klimaziele getan habe – für die letzten vier Jahre dieser Spanne zeichnet sie übrigens selbst verantwortlich.

Ihr bloßes Übergangsmandat hinderte sie freilich nicht daran, noch etwas Scheckbuch-Politik zu betrieben. Weitere 50 Mio. EUR Steuerzahlergeld dürfen es diesmal sein – für den sogenannten Anpassungsfonds der Vereinten Nationen. Ausgabentitel: „Deutschland steht den Menschen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, solidarisch bei.“ Auf gut deutsch: „Ich mache auf Solidarität, Ihr zahlt.“ Man darf gespannt sein, wieviel von diesem Geld seinen Weg tatsächlich zu Menschen außerhalb des Klimaklüngels finden wird. Und noch gespannter darf man sein, in welcher Funktion uns Frau Hendricks künftig noch begegnen wird.

Nachlese Edelmetallmesse

Ende vergangener Woche fand in München zum dreizehnten Mal die Internationale Edelmetall- & Rohstoffmesse statt. Smart Investor war wiederum mit einem eigenen Stand vor Ort. Viele Leser und Interessenten nutzten die Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit unseren Redakteuren. Die Stimmung für Edelmetalle war allerdings eher mau. Selbst langjährige Edelmetallfans gaben sich zurückhaltend. Durchhalteparolen, die am Anfang der Abwärtsbewegung in den Jahren 2012 und 2013 noch gang und gäbe waren, suchte man vergebens. Auf der Metaebene ist diese Form der Resignation fast schon ein positives Signal. Was dagegen die Gemüter erhitzte, war der Bitcoin und seine mittlerweile mehr als 1.000 Krypto-Brüder und -Schwestern. Wer sich in dieses Thema einlesen möchte, dem sei unsere Beilage „Gold vs. Bitcoin“ im aktuellen Smart Investor 11/2017 empfohlen.

„Uffpasse!“

Beim DAX gab es gestern den ersten negativen Handelstag seit Wochen. Wir sehen ein sogenanntes „Bearish Engulfing Pattern“ (vgl. Abb., rote Markierung).

Der Handelsverlauf dieses Tages umhüllte nicht nur die Kursspanne des Vortages, sondern die von insgesamt drei Tagen. Der Kursschluss in der Nähe des Tagestiefs unterstrich das negative Bild. Das soll nun nicht bedeuten, dass der Markt unmittelbar kollabieren muss. Aber es ist eben auch eine deutliche Erinnerung daran, dass Aktien keine Einbahnstraße sind. Insofern sehen wir hier ein Stück Normalität, die lediglich etwas in Vergessenheit geraten war. Der DAX kann durchaus noch etwas weiter fallen, zumal auf dem Weg nach oben zwei markante Gaps (vgl. grüne Rechtecke) aufgemacht wurden, von denen zumindest das obere wahrscheinlich geschlossen werden dürfte.

Erst die daran anschließende Kursentwicklung wird dann Aufschluss über die weitere Richtung liefern, insbesondere das Kursverhalten bei einer möglichen erneuten Annäherung an das bisherige Allzeithoch. Einzig wenn es nun zeitnah zu einem Gap nach unten käme, würde eine sehr negative Inselumkehr im Kursbild entstehen, der dann weitere Kursverluste folgen sollten. Seinem saisonalen Muster, das haben schon die Monate September und Oktober gezeigt, folgte der DAX bislang jedenfalls nicht. Vielleicht sollte man von daher auch nicht allzu viel von einer Jahresendrally erwarten.

Fazit

Die „Paradise Papers“ sollen unmoralisches Verhalten anprangern – und betreiben doch nur Voyeurismus auf hohem Niveau. Die Reichen und Mächtigen werden vorgeführt, ohne dass klar ist, vor wessen Karren sich die Journaille spannen lässt.
© Christoph Karl, Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

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5 Kommentare auf "Dunkle Wolken über dem Paradies. Cui Bono?"

  1. Michael sagt:

    Es ist nicht zulässig auf der einen Seite das Konzept des Stars über Dekaden zu propagieren und auf der anderen sich das Geld zurückholen wollen, während man selbst in Jobs verweilt für die halt ein Massenkommen wird bemüht. Ein erfolgsabhängiges Individualeinkommen ist höher. Das sind eben die Einkommen welche gemeinhin als Hosi-Lulu betrachtet werden.

    Je mehr Lulu im Hosi desto höher die Position in der Hierarchie. Dann glaubt irgendsowein Lullibär er hätte was zu melden.

    Es braucht keiner bei Apple kaufen, Fußball schauen oder U2 zu hören und es braucht auch keiner sich ein Smartphone bspw. zuzulegen. Wenn eine Gesellschaft glaubt, dass ‚alles‘ eines haben müssen … Müssen tut keiner irgendetwas.

    Allein die ‚Depperten‘ die sich einreden lassen etwas zu müssen rufen am Ende nach einer Gerechtigkeit die sie sich selbst im Vorfeld verwehren. Sie ruinieren jenen die ein Produkt brauchen noch dazu das Produkt.

    Noch dazu liefert Apple in Summe halbwegs preiswert btw. Mir ist auch egal, ob Kaffeehäuser zusperren. Wenn keiner hingeht. Man kann den U.S. Konzern viel vorwerfen, aber dass sie billig um jeden Preis wären – das bestimmt nicht. Aber die Deutschen und Lohndrückerei …

    Dann muss der Staat jene Güter kaufen oder andere für die im Rahmen der Konstanten Geldmenge im Konsumenten keine Platz mehr ist. D.h. die Leute wollen Güter geschenkt am Ende.

    Schreiberlinge vertreten eine verwirrte Weltsicht die sie aus einer verwirrten Perspektive beschreiben. Die kann man getrost ignorieren.

  2. Marktbegleiter sagt:

    DER EIGENTLICHE SKANDAL IST:

    1. Das es überhaupt möglich ist solche Konstrukte steuerlich fahren bzw. in Anwendung bringen zu dürfen – weltweit.
    2. Das es vornehmlich sehr reiche Menschen sind, welche der Öffentlichkeit Moral vorwerfen. Gute, bessere Ansätze vorgaukeln und enorme Vermögen verwalten (verdient oder nicht, vollkommen dahingestellt, da relativ). Mehr Vermögen als man als solidarisch auch nur im Ansatz einer Verbiegung, einer moralischen Normalverteilung gut heißen kann. Sehr wohl muss dies diskutiert werden – bei uns allen, in einer völlig neuen Selbstreflexion. Jedoch, je höher man in der pyramidalen Ordnung steht, desto bedeckter hält man sich – purer Selbstnutzen. Das Beispiel BONO oder Hamilton steht hier rein nur als Platzhalter für die „Elite“. Für die Verkommenheit dieser pyramidalen Ordnung, welche sich weiter und weiter ausdehnt. Ziel Mond – es kann nie genug sein.

    Der eigentliche Skandal ist:

    3. das Großkonzerne die nötigen Mittel nutzen dürfen um sich weiter und weiter die Nasen zu vergolden – dies dem normalen Handwerksbetrieb, dem mittelständischen Unternehmen komplett verwehrt bleibt. Dies weil solche Konstrukte einfach Auslandsableger im Unterhalt brauchen (= Kosten). Weil diese Konstukte sehr versierte Stuerfachmänner brauchen, ganze Bataillone an solchen versierten Beratern, wo keiner unter 500 Euro / Dollar, was weiß ich die Stunde arbeitet. Dies wohl wissend das es der Mittelstand ist, welcher 80 % der Hauptlast der Steuern der Arbeitnehmer in einem Staat stellt – (gerne dürfen diese Zahlen entsprechend minimal korrigiert werden) – geschenkt.

    4. das Politiker sämtlicher Nationen – einschließlich sämtlicher -ISMEN, einschließlich der politischen Farbenirrlehre von rot nach schwarz, nach gelb, nach grün es zulassen das Konzerne bzw. deren Kanzleien die Gesetze schreiben. ALLE wissen das und alle machen mit. Alle. Notfalls mit Fraktionszwang. Global. Ohne Ausnahme, denn durch diese Aktionen profitieren die Volks-ver-treter eben während und insbesondere nach ihrer politischen Karriere. Ein Musterbeispiel dafür und auch hier nur als symptomatisch, bildlicher Platzhalter Herr Joschka Fischer als Speerspitze. Angefangen voller Tatendrang, revolutionär, dann glattgebügelt mit plötzlich auftretender Rolex Sub und Maßanzug. Heute Consulting, einer der 17.000 Herren hier im Land welcher wohl die Einkunftsgrenze von 1 Mio. pa. brutto lässig überschritten hat. Weiter gen der restlichen Republik, gen Frankreich, Italien, der gesamten EU und weit darüber hinaus. Bis zur Edelsozialistenfraktion in China. Mehr Heuchelei, Selbstbetrug und tiefem Morast geht wohl fast nicht mehr.

    DAFÜR stehen diese Paradise Paper.

    Der moralische Kompass der Gesellschaft, insbesondere der angeblichen mittleren bis oberen Elite ist dermaßen kaputt und verroht, dass es mich wundert dass all diese Damen und Herren morgen überhaupt noch ihr Auto in ihrer Garage finden. Dafür stehen diese Paradise Paper und sie sind nur die oberste Spitze in der Zustandbeschreibung der Weltgesellschaft in ihren Lügen und all den Heucheleien.

    Wenn ich als Mittelständler mit 60 Jahren Referenz an Arbeitsplatzstellung, in zweiter Generation nur einen Fehler mache bei meinen Steuern, erfahre ich umgehend die Macht des Staates und habe ernsthafte Probleme.

    Wenn ich als privater Fahrzeugführer einfache Ordnungswidrigkeiten mit einer Geschwindigkeitsübertretung eingehe, verfolgt mich die Staatsmacht mit einer Vehemenz wie ein mittlerer Schwerverbrecher. Wenn ich mich weigere die GEZ Gebühren zu begleichen geht das noch 2 Gänge rauf.

    Fazit Herr Karl, Herr Malisch – hier ist schon lange nichts mehr im Ansatz in Ordnung. Nur aus der Ohnmacht und der Bequemlichkeit heraus hat dieser immer wilder werdende Verteilungskampf ARM versus Reich noch nicht zu einer Palastrevolution im Staat geführt. So meine Vorhersage – macht nur weiter liebe Eliten. Es kommt ein Punkt wo die Gesellschaft dies einfach nicht mehr tragen will und wird. Das wird dann mit Sicherheit nicht lustig und bequem ablaufen.

    • Skyjumper sagt:

      „……..dieser immer wilder werdende Verteilungskampf ARM versus Reich………..“

      Das hier ist nicht so ganz richtig. Es ist ein Verteilungskampf von Dumm vs. Schlau. Anders ist es nicht zu erklären dass die 90% Knechte immer wieder die gleichen politischen Unterdrücker wählen. Und: Ihnen auch kaum was anderes übrig bleibt. Denn all die von Ihnen recht nachdrücklich beschriebenen Konstrukte und Entwicklungen sind (auf die eine oder andere indirekte Weise) das Ergebnis des lautstark geforderten Umverteilungsstaates.

      Der Versuch Solidarität und Sozialverhalten zu erzwingen führte schon immer dazu dass die Mehrheit derer die es vorher freiwillig taten, sich dezent zurückziehen.

      „Es kommt ein Punkt wo die Gesellschaft dies einfach nicht mehr tragen will und wird.“

      Und auch das ist falsch. Denn „die Gesellschaft“ gibt es nicht (mehr). Die staatliche Einordnung in immer kleiner werdene Schublädchen hat aus „der Gesellschaft“ ein Sammelsurium von Grüppchen gemacht von denen jede einzelne sorgsam auf ihre Partikularinteressen achtet und den nächsten nicht das schwarze unter den Fingernägeln gönnt. Divide et impera.

      • Marktbegleiter sagt:

        Hallo @skyjumper

        1. Thema Gesellschaft gibt´s nicht mehr. Das ist einfach Unsinn. Zitat: Eine „Gesellschaft bezeichnet in der Soziologie allgemein eine durch unterschiedliche Merkmale zusammengefasste und abgegrenzte Anzahl von Personen, die als sozial Handelnde (Akteure) miteinander verknüpft leben und direkt oder indirekt sozial interagieren.“ Wir sind hier nach wie vor mitten drin im Terminus Gesellschaft – aber dies ist meines Erachtens eh komplett am Thema vorbei und im Grunde komplett unwichtig.

        2. Erzwingen, bzw. dumm versus schlau. Selbstverständlich ist solch eine Betrachtung nicht konträr zu dem was ich ausdrücken wollte. WIR alle wählen jeden Tag diesen Zustand den wir dann auch verdienen. So gesehen sind wir auf eine gewisse Art und Weise „dumm“, besser naiv. Wir geben unsere Stimmen nicht umsonst ab.

        Symbolisch in der Betrachtung BEGRABEN wir unsere Stimme in einer Wahl – URNE.

        Und genau, wenn man diesen Weg der Stimmabgabe an eine Partei, besser, von Partei wahren und nehmen, einer Interessengruppe, unternimmt kommt man aus dieser Thematik mit der Zeit nicht mehr so einfach heraus. Klar, denn in erster Linie ist diese Partei für ihren eigenen Machterhalt UND Ausbau zuständig.

        Auf der anderen Seite hat eben jede Entscheidung ihren Preis. WAS wäre die Alternative zum System an sich in der heutigen Form – ein wesentlich mehr an Eigenverantwortung. Diese wird wie ein subtiles Master Control Programm schon in der Schulbildung torpediert. Dies selbstverständlich von Staaten und Parteien vorgeschlagen UND beschlossen, umgesetzt. Hier beginnt das ganze Selbstbetrugsprogramm ja schon. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut. Dies in allen Lebensbereichen.

        UND genau darum kann die Öffentlichkeit gar nicht genug Informationen über Panama und Paradies Papers erhalten. Das diese Veröffentlichung von Hintergrundgruppen lanciert wurde und werden wird, steht außer Frage. Auch in einer Machtpyramide kämpfen Gruppierungen um diese Macht. Aber in den großen Fragen sind sich die Macht- Staats- und Politblöcke von rot nach schwarz, nach grün nach gelb – sämtlicher -ISMEN vollkommen gleich. Es kann nicht genug sein.

        Und entgegen des Artikels der Herren Karl und Malisch bin ich sehr wohl der Auffassung, dass hier etwas gehörig aus dem Ruder gelaufen ist. Warum müssen angestellte CEO´s der Welt bis zu hunderten von Millionen Geldeinheiten erhalten, im Gegensatz zu IHREM TEAM… die in den Büros und Fabrikhallen, ohne die es mit Sicherheit nicht geht? Warum gibt es überhaupt fast unlimitierte Vermögensvererbungen…. nicht im Normallfall von Marktbegleiter und Skyjumper, nein im Fall großer Clanfamilien, welche ihre Megamilliarden um den Globus jagen dürfen über Stiftungen, über Konstrukte? Politisch nie richtig angegangen, weil die Politik exakt von diesen Marionettenspielern bestimmt wurde und weiter wird. Wann ist genug genug, wann?

        Und selbstverständlich sind wir alle Täter UND Opfer in diesem System – wir sind das System. Keiner ist hier irgendwie verpflichtet ein überteuertes Smartphone zu kaufen mit Möglichkeiten welche man in seltensten Fälle auch nur im Ansatz nutzen kann. Oder dieses Jahr um Jahr – weil schicker und adretter, mehr Selbsterhebungsgefühl durch andere – austauscht, obwohl das „alte“ noch vollkommen gut ist. Warum lässt der Gesetzgeber geplante Obsoleszens überhaupt zu? Warum lässt man überhaupt die Entstehung von „to big to fail“ zu… nichts, aber auch gar nicht in der heutigen Welt wird nicht gesteuert. Darum. Es besteht ein fundamentales, enorm diskussionswürdiges Vakuum des Schweigens zu all diesen Themen. Darum.

        Man stelle sich einmal vor, was würden wir alle den tun mit viel mehr freier Zeit… dann wenn Arbeit = Geld + Selbstwerterhebung nicht mehr der Mittelpunkt unserer Interessen in der Gesellschaft wären. Dabei lasse ich die 3-4 Milliarden Menschen ja schon weg die mit 1 Dollar Einkommen am Tag auskommen müssen und nur noch das Hintergrundrauschen im Bild für die „ELITE“ darstellen darf. Gerechtigkeit ist eine Illusion werter Skyjumper, dies sollte unstrittig sein, aber diese enorme Verzerrung in der Gesellschaft sind nun einmal der Preis für dieses System, welches wir alle, mehr oder weniger, bewusst oder unbewusster mit zu verantworten haben. Wohl aber müssen wir alle zuerst viel verlieren um dies zu verstehen. Ohne eine Neujustierung in unseren Köpfen – eine vollkommene Neujustierung – kann das niemals was werden. Wir reden zwar darüber – das kleine wir – aber handeln tun im Grunde nur die Marionettenspieler, welche eine Medaille in ihren Händen für uns haben. Zwei Seiten, hegelsche Dialektik in Reinkultur… zwei vermeintlich große Wahlmöglichkeiten, welche im Grunde keine sind.

  3. bluestar sagt:

    @Skyjumper
    Sehe ich ähnlich. Und damit die Dummen schön brav die Dummen bleiben, existiert eine nahezu perfekt funktionierte Verblödungsindustrie, die freiwillig, bequem und dauerhaft von den Dummen konsumiert wird. Mit der Folge, dass selbst nach rechtswidriger Öffnung von Grenzen und faktischer Kriegserklärung an das eigene Volk („schon länger hier Lebenden“) die sedierte Masse den Tätern zujubelt. Irre wie das Stockholm-Syndrom.
    Allerdings hat jeder Mitteleuropäer die Möglichkeit seine selbst verschuldete Unmündigkeit zu beenden. Da dies anstrengend und unbequem ist, unterwirft sich die Masse lieber dem Betreuten Denken des Staates und der sogenannten Elite, deren interessengesteuerte Meinung stets die in der Öffentlichkeit herrschende Meinung ist.
    Der Ball für Veränderungen liegt also nicht bei den Politikern und Eliten sondern bei der Masse,
    deren Haltung die gesellschaftlichen Verhältnisse letztendlich bestimmen.

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