Drucken ohne Limit

16. September 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Endlich ist es soweit! Willkommen im Zinssozialismus! Alles ist möglich wie Jahrmärkte im Himmel, auf denen es ständig nach Schwefel riecht. Diese Woche brachte Klarheit. Die FED zieht der EZB nach. Probleme mit Schulden werden mit noch mehr Schulden bekämpft. Nehmt! Wir geben gerne…

Notenbanken drucken Geld ohne Limit und nennen es Rettung. Sie wollen Märkte stützen und schalten sie aus. Die Börse feiert die Drogenlieferung und selbst die Schrottpapiere aus dem Anleihebereich bekommen Flüge und leben wieder auf, was die Banken freut. Und überhaupt… Alles steigt, sogar der Euro. Also muss es doch gut sein, sagte der junge Moderator im Radio. Er weiß nicht, dass Fehler die Börsen und Preise anheizen.

Für Sparer gibt es nur noch Minizinsen, dafür aber steigende Preise im Alltag. Rettungen kosten eben. Was mit seinem Geld tun in einer Zeit, in der es nur noch zinslose Risiken aber keine risikolosen Anlagen gibt? Vielleicht hier etwas mehr und dort etwas weniger Risiko in Zeiten, in denen sogar Sparbücher gefährlich sind. Ich halte mich weiter an Gold. Je schwächer Währungen, desto glänzender das Metall. Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar gestiegen, gegenüber Gold aber weiter gefallen. Wirtschaftsminister Rösler sagt, der Euro werde die stärkste Währung der Welt, wenn man sich an die Rettungsabsprachen hält. Wirklich?

Alles steigt: Aktien, Immobilien, Grund, Boden, Forst, Rohstoffe, Edelmetalle… Es sind wohl die bösen Spekulanten. Die Gefährlichsten davon sitzen in den Notenbanken. Es sind verrückte Zeiten, in denen Wirtschaftsminister stabiles Geld und ewige Aufschwünge erwarten, Finanzminister Schulden abbauen wollen und gleichzeitig neue Schulden machen, die Justiz im Namen des Volkes urteilt, ohne dass es befragt wurde, und kritische Stimmen Quertreiber genannt werden. Und am Ende ist Familie Ahnunglos fassungslos.

©Frank Meyer, Kolumne (Langfassung) aus den Lübecker Nachrichten


Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , ,

3 Kommentare auf "Drucken ohne Limit"

  1. cubus53 sagt:

    „Am Ende ist Familie Ahnungslos wieder mal fassungslos.“

    Spätestens dann, wenn sie feststellen, dass von der Versicherungsbranche heute versprochenen Villa in der Toskana mit dem Oldtimer vor der Tür nur Trümmer übrig geblieben sind.

    Trotzdem mache ich mir wenig Sorgen. Im Wegräumen von Trümmern nach einer Phase der Ahnungslosigkeit sind wir Deutschen schliesslich Weltklasse.

  2. samy sagt:

    Eben im Gelben aufgelesen. Weidmann sucht Hilfe beim Urdeutschen, weil Merkel versagt. Schön zu lesen. In der Krise zeigen einige Charakter. Charakter den Axel Weber nie zeigte?

    Quelle:
    http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_09_18_weidmann_begruessungsrede.html

    Hieraus:

    „Die zentrale These Binswangers lautet, dass Goethe die moderne Wirtschaft mit ihrer Papiergeldschöpfung als eine Fortsetzung der Alchemie mit anderen Mitteln darstelle. Während die klassischen Alchemisten versuchten, aus Blei Gold zu machen, werde in der modernen Wirtschaft Papier zu Geld gemacht.“

    VG

  3. GoldeneRegel sagt:

    Das Finanzkartell. Eine notwendige allgemeinverständliche Erklärung der Weltwirtschaftskrise und ihrer Folgen:
    http://www.freitum.de/2012/09/das-finanzkartell.html

    Viele Grüße, GoldeneRegel

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.