Drogenausgabe jetzt dauerhaft geöffnet!

7. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten, sagte Albert Einstein. So hat die EZB den Leitzins noch weiter gesenkt bzw. ihn fast ausgerottet. Was bringt es?

Wir wissen es nicht. Die Zentralbank führt einen „Kampf gegen die Deflation“, heißt es. „Kampf gegen..“ wird heute gern und oft benutz. Sie kämpft also dafür, dass die Geldmengen weiter wachsen. Dass sie bis heute bis zum Mond angewachsen sind, ist das Ergebnis der Zentralbanker. Nun muss man zum Mars und später noch weiter. Anders gesagt: Sie führt einen Kampf darum, den Kettenbrief, der sich Geldsystem nennt, zu verlängern. Denn eigentlich besteht die Gefahr im Auge der sogenannten Geldhüter, dass sie mit ihrem System scheitern, wenn Kredite nicht genommen werden. Und auch nicht vergeben. Also springt die Zentralbank selbst ein – mangels genügend solventer Schuldnern und der Unwilligkeit derer mit Guthaben, Geld zu borgen. Das Ziel ist offiziell eine höhere Teuerung. Ich weiß nicht, was daran gut sein soll.

Nun wissen wir, dass die „Währungshüter“ für milliardenweise Wertpapiere aus dem Markt kaufen, deren Wert zweifelhaft ist. Durch die Ankündigung der EZB wird sich die Nachfrage nach ihnen, selbst nach den schlechter Qualität erhöhen und damit der Preis steigen. Das entlastet die Bilanz der Halter dieser ABS-Papiere und der Pfandbriefe. Gleichzeitig kommt durch diesen Aufkaufvorgang neues Geld in die Welt, mit der die einstigen Halter von allerlei darbendem Müll frisch einkaufen können, was die Preise der Anlagegüter nach oben schiebt. Gleichzeitig wird die EZB zu Europas größter Mülldeponie, wobei sich der Preis des Mülls jetzt auch erhöht. Nett! Oder?

Der Euro war aufgrund der weiteren und dauerhaften Zinslosigkeit schockiert und verlor weiter an Boden gegenüber dem US-Dollar. Auch das war gewollt. Die Botschaft heißt: Es wird Zeit, seine noch vorhandene Kaufkraft zu nutzen und ihn in etwas Besseres zu tauschen. Zinsen auf Erspartes sind passé und die restliche Kaufkraft wird wohl die Inflation fressen, hört man. Wer heute Höherprozentiges sucht, muss zu Alkohol greifen.

Das Geldsystem auf der Basis von Krediten erinnert an Drogenabhängige. Kreditbasierte Geldsysteme benötigt ständig mehr davon wie Abhängige von Crystal Meth. Die Bilder der Auswirkungen kennt man ja, bzw. das Vorher und Nachher. Vergleichen Sie mal, sofern Sie können, die Welt von vor zehn Jahren mit der heutigen. Offenbar, uns so ist es bei Drogen generell, auch die Gelddroge wirkt nur kurz. Ständig muss die Dosis erhöht werden, bis diese Sucht irgendwann ihr finales Ende findet. Zynisch ist die ohnehin wie jede Sucht.

Die Leute werden wohl ihre Ersparnisse stärker zu tauschen in… Aber in was? Die meisten sagen, sie geben das Geld aus. Gut für die Geldumlaufgeschwindigkeit. Andere werden ihre Sparanstrengungen verringern. Und wer nichts hat, der schaut zu, wie die Preise für Anlagegüter, aber auch die des täglichen Lebens keine Chance haben zu sinken bzw. weiter steigen, auch wenn es dann heißen wird, wir hätten Preisstabilität. Man muss es nur oft genug zu besten Sendezeiten verkünden, dann wird es geglaubt. Manchmal sind die Leute aufgrund medialer Beeinflussung geneigt zu glauben, ein Krieg gegen… wäre ihre Lösung.

Den „Stoff“ aus der EZB werden nur diejenigen, die am dichtesten an der Ausgabestelle sitzen, also die Banken. Wer reich ist, wird immer reicher. Später werden die Finanzbuden vermutlich auch ihre Mülleimer bei der EZB gegen Geld entsorgen, während Erspartes auf Konten nichts bringt. Man kann es auch unters Kopfkissen legen, wo es unter Umständen sogar noch sicherer ist als bei einer Bank.

Ich empfehle weiterhin den Tausch in zinsloses Gold. Es wird dann noch da sein, wenn das heute fast zinslose Geld soweit verdünnt ist und man es als „weg“ bezeichnen könnte. Und wenn die Zentralbanker scheitern? Dann löschen sind Guthaben und Schulden aus. Das Gold ist ebenfalls noch da. Gold wird meist überschätzt, jedoch in seiner eigentlichen Funktion unterschätzt, denn es steht außerhalb dieses Finanzsystems. Zudem ist es auch noch draghi- und schäublesicher.

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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Ein Kommentar auf "Drogenausgabe jetzt dauerhaft geöffnet!"

  1. FDominicus sagt:

    Sie sind nicht ganz allein ;-(. Leider aber nützt denjenigen die Ihre Meinung teilen das auch nichts. Das Buffet ist offen und die Schweine rennen zum Trog, wer weiß was morgen sein wird….

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