Dringend: Blinde Leser gesucht…

25. Juni 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Realitätsleugnung und nackte Existenzangst geistern durch die Medienlandschaft. Die Jubiläumsausgabe von BILD zeigt das sehr eindrucksvoll…

Ist in Ihrem Briefkasten in dieser Woche auch die Jubiläums-Ausgabe der BILD-Zeitung gelandet? Zum 65jährigen konnten es sich die Macher offenbar nicht verkneifen, wieder einmal festzustellen, wie toll es doch in Deutschland läuft. Die Sonderausgabe hatte der Axel Springer Verlag zum Jubiläum deshalb an 41 Millionen deutsche Haushalte verschenkt.

Schon das Titelblatt ist so vielsagend, dass man auf den Rest eigentlich verzichten kann: Deutschland ist so supertoll, dass die ganze Welt neidisch wird. Das findet auch die Kanzlerin, die gleich auf Seite zwei mit einem lustigen Alphabet für Kleinkinder „unser Land“ buchstabieren darf. Unter dem Buchstaben „R“ beispielsweise verortet die Regierungschefin beim Blick auf Deutschland „Recht und Gesetz“. Ah ja…

Ich hatte das Pamphlet zunächst ungelesen ins Altpapier befördert, wo es meiner Ansicht nach am besten aufgehoben ist, dann aber doch ein wenig darin geblättert und mich dann entschieden, die Jubiläumsschrift zu archivieren.

Vielleicht, so die Überlegung, könnten spätere Generationen einmal etwas lernen, wenn sie rückblickend nachlesen, wie es um den Geisteszustand der Deutschen und insbesondere um das bedeutendste Presseorgan des Landes in Zeiten weltweit sich zuspitzender Krisenherde bestellt war – damals, im Sommer 2017…

Dabei sind die Krisenherde längst nicht nur anderswo in der Welt zu finden. Sie klopfen mit geradezu ohrenbetäubender Hartnäckigkeit auch an die Türen von Axel Springers wichtigster Publikation. Die seit Jahren konstant einbrechenden Auflagenzahlen machen das deutlich:

Quelle: www.statista.com

Eines muss man den Kollegen allerdings lassen: Das Interview mit fünf ehemaligen Fußball-Bundestrainern auf Seite 22 ist wirklich eine seltene Meisterleistung: Denn wer bringt schon Franz Beckenbauer, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, Berti Vogts und Joachim Löw zu einem Spitzentreffen in der Frankfurter Commerzbank-Arena zusammen?

Ob dies und die neue „Fußball-BILD“ (Seite 10) das Blatt noch einmal retten werden, darf allerdings bezweifelt werden. Neben den üblichen leicht bekleideten Titelmädchen, bleibt sich BILD nämlich auch in seiner Geburtstagsausgabe treu und huldigt einem „wunderbaren Deutschland“, das es längst nicht mehr gibt. Womöglich in der Hoffnung, die immer kleiner werdende Leserschaft möge nicht bemerken, dass die Realität längst vollkommen anders aussieht…?!

Dass die Kassen bei Springer immer knapper werden, zeigen auch die auffallend vielen ganzseitigen Werbeanzeigen in der „Geburtstags-BILD“. Man möchte gar nicht wissen, was sich die Firmen Samsung, Deutsche Telekom, Toyota, Kaufland oder Media Markt den Spaß haben kosten lassen, beim 65. Geburtstag der Springer-Postille ordentlich mitzumischen.

Und natürlich Volkswagen. In einer Kooperation mit BILD werben die Wolfsburger für ihre Elektrofahrzeuge.

Elektrofahrzeuge? Offenbar hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass es sich auch bei der gefeierten E-Mobilität um eine Art Massenverdummung handelt, mit der die Menschen von den wirklich bedeutenden Dingen abgelenkt werden sollen.

Auf dem Bundesparteitag der Grünen (!) waren dazu kürzlich interessante Statements zu hören. Freilich waren das „inoffizielle“ Einlassungen, die genau aus diesem Grund natürlich besonders interessant sind. Beispielsweise das folgende Tischgespräch mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann…

Was sagt der Mann da? „Ihr habt keine Ahnung!“ Womit der grüne Vorzeigepolitiker die Pläne der Ökopartei meint, E-Mobilität flächendeckend auszubauen. Vermutlich ist Kretschmann mit dieser Einschätzung sehr viel näher an der Realität als die bedauernswerten Anleger, die sich in diesen Tagen in blinder Gier auf Tesla-Aktien stürzen.

Denen, und nur denen, kann man die aktuelle Geburtstagsausgabe von BILD nur wärmstens empfehlen, denn wer solche Aktien kauft, der ist sicherlich auch anderen Luftschlössern nicht abgeneigt…

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

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13 Kommentare auf "Dringend: Blinde Leser gesucht…"

  1. bluestar sagt:

    „Elektrofahrzeuge? Offenbar hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass es sich auch bei der gefeierten E-Mobilität um eine Art Massenverdummung handelt, mit der die Menschen von den wirklich bedeutenden Dingen abgelenkt werden sollen.“
    BRAVO !!! Ablenkung vielleicht von der Bargeldabschaffung, Flächenüberwachung und zunehmendem Militarismus ?
    Noam Chomsky: 10 Strategien zur Manipulation der Massen: 1. Kehre die Aufmerksamkeit um, 2. Erzeuge Probleme und liefere die Lösung, 9. Wandle Widerstand in das Gefühl schlechten Gewissens um.
    Das ist was ganz tolles für Gutmenschen, Ideologen und Diktatoren diese E-Mobilität.
    Ich jedenfalls fahre weiter mit der Bahn oder 6 Zylindern.
    Happy WE an alle.

  2. samy sagt:

    Zum E-Mobilität, hier geht es nicht nur um alltagstaugliche Machbarkeit, sondern auch knallhart um globale Markt in einer deutschen Schlüsselindustrie. Würde man die Forschung in der Herstellung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe (Umweltverträglich, ggf. sogar rohstoffunabhängig) voran treiben, dann könnte die deutsche Industrie auf überaus ausgereiftes Wissen in der Technologie der Verbrennungsmotoren zurückgreifen. Aber bei den E-Cars? Pustekuchen! Zudem die Energiebilanz von Elektroautos ja sooooooo umweltfreundlich gar nicht ist. Googelt mal nach einer schewedischen Studie zu dem Thema.

    Und „R“ wie Recht und Gesetz, hier ist der Bürger wieder sehr, sehr unbemerkt einen kleinen Schritt Richtung Polizeistaat/Überwachungsstaat gewandert. Vielleicht nicht brisant für das Verhältnis Staat zum Bürger in der Gegenwart, aber wer kennt schon die Zukunft, daher durchaus lesenswert:

    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2017/06/23/schoene-neue-zeugenwelt/

    VG

    • Skyjumper sagt:

      @bluestar
      @samy,

      bevor man die E-Mobilität als Massenverdummung abstempelt und/oder ihr die Alltagstauglichkeit generell abspricht, sollte man das vielleicht etwas tiefergehend drüber betrachten. Dabei dann bitte die Nebelkerzen von Industrie (Subventitionsbettelei und Besitzstandswahrungsversuche) und missionarisch tätiger Klimaveränderungsskeptiker getrost ignorieren.

      1.) Unabhängig von Klimaänderung ja/nein/Gummischuh und zugehöriger CO² Diskussion ist der Verbrennungsmotor nun wahrlich nicht das Gelbe vom Ei. Die E-Mobilität ist vom Grundsatz her ganz ohne jede Ideologie deutlich zu bevorzugen.
      2) Ein Fahrzeug mit E-Motor ist grundsätzlich weniger komplex, und deshalb weniger anfällig und deutlich preiswerter. Überlegen Sie einmal wieviele Komponenten eines klassischen Fahrzeugs schlicht und ergreifend überflüssig (Kupplung, Getriebe, Einspritzanlage etc.) sind. Alles heutige Teilkomponenten eines Autos die teuer sind und für den Großteil der Störungen/Ausfälle verantwortlich sind. Das die Industrie uns diese Vorteile nicht weitergeben WILL hat bei einer objektiven Beurteilung erst einmal nichts zu suchen.
      3) Der weitaus größte Anteil der PKW-Nutzung liegt unbestreitbar im Nah- und Mittelverkehr. Ich kenne im Bekanntenkreis eine große Anzahl an Zweitwagen die quasi niemals mehr als 50 km am Stück fahren. Das sind sicherlich nicht 100 % der in DE zugelassenen PKW, und auch nicht 50 od. 40%. Aber selbst wenn man nur von 20% ausgeht sprechen wir hier über knapp 10 Millionen PKW die in ihrer Alltagstauglichkeit durch die Reichweitenbeschränkung nicht im mindesten beeinträchtigt wären.

      Es führt zu nichts wenn man Klimafetischisten und Politiker kopiert. Nur weil die uns etwas aufoktroyieren wollen muss es nicht grundsätzlich schlecht sein. Das gilt im übrigen nicht nur für die E-Mobilität, sondern z.B. auch für regenerative Energien die für Teile der Bürger enorme Vorteile bieten könnten.

      Hauptforschungsgebiet, durchaus auch mit staatlicher Grundlagenforschung, sollte m.E.n. derzeit eine effizientere und preiswertere Produktion von Akkus sein. Sowie weitere alternative Speichermöglichkeiten. Da ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Man denke nur mal an die technische und preisliche Entwicklung normaler Akkubatterien die heute auch nur noch 10-20 % des früheren Preises kosten und dabei noch wesentlich mehr leisten.

      • samy sagt:

        Hallo Skyjumper,

        1. Alltagstauglichkeit und mein Kommentar bezieht sich auf das Jahr 2030. Die Machbarkeit zieht Kretschmann in Frage, ich denke er hat Recht.
        2. Somit habe ich eigentlich keinen generellen Zweifel. Mag sein, das wir im Jahr 2100 alle E-Cars fahren. Vielleicht fliegen wir dann aber alle mit Raketenrucksäcken oder wir fahren wieder Pferdekutschen … Aber im Jahr 2030 nun einmal imho kein E-Car möglich.
        3. „Klimaveränderungsskeptiker“ bezieht sich nicht auf mich, oder? Es gibt nämlich nur Klimaveränderung und es gab nie über eine nenneswerte Periode ein stabiles Klima. Das sogar ganz ohne Menschen. Von Skepsis keine Spur. Wissen Sie das wir derzeit per Definition in einer Eiszeit leben, was klimahistorisch die Ausnahme ist? Und wir hatten und werden wieder gaaaaaaanz lange Wärmezeiten und Warmklimas haben. Und richtig, ich bin im Zweifel darüber, ob das Klima menschengemacht ist. Ich mag aber wie Sie keine fosillen Brennstoffe (SMOG, Geostrategie …). Hiervon sollten wir uns frei machen. Wir haben geminsame Ziele, gehen aber verschiedene Wege.
        4. Zurück zum Jahr 2030. Der Automobilbau ist eine deutsche Schlüsselindustrie. Autobauer und Zulieferer sind Jobmotoren. Der Umstieg auf E-Cars muss äußerst behutsam geschehen, und zwar ohne das die Marktführerschaft gefährdet ist. Können Sie garantieren, dass das bis 2030 klappt? Warum das Risiko eingehen Marktanteile abzugeben? Warum nicht weiter an alternativen umweltfreundlicherern Treibstoffen wie Wasserstoff usw. forschen (bitte nicht mit der Feuergefahr kommen. Schon mal ein Akku zerstört? Bitte nur im Freien probieren. Auch ein Tesla brennt im Zweifel wie Zunder) ? Was nutz mir die Tatsache das E-Motoren simpler im Aufbau sind, wenn die E-Autos deswegen im Ausland vom Fliessband rollen?
        5. Und @bluestar bringt ein wichtiges Argument. Lasst doch den Käufer entscheiden was er will. Sind E-Cars erst einmal konkurrenzfähig, dann braucht es doch keine Politiker mehr.
        6. Und ja, irgendwie erinnert mich das an die Solarindustrie. Wurde auch gepuscht wie verrückt. Und wo werden heute die Solarmodule unschlagbar günstig gefertigt? Richtig! Nicht mehr in Deutschland.

        Nichts für ungut.

        VG

      • Skyjumper sagt:

        Guten Morgen @samy,

        zunächst vorab: Ein Klimaveränderungsskeptiker ist bei MIR nicht negativ konotiert, und ich wollte Ihnen damit auch nicht auf die Füsse treten.

        Letztlich haben Sie jedoch, wie auch @bluestar nicht den Kern meiner Aussage verstanden. Es geht mir darum, wie schon so oft, auf die negativen Folgen von Schwarz-Weiß Beurteilungen hinzuweisen. Ich stimme völlig mit Ihnen und Bluestar darin überein, dass staatlicher Zwang in nahezu jeder Erscheinungsform abzulehnen ist.

        Nun gibt es diesen Zwang aber. Und das führt bei vielen Menschen zu geradezu absurden Reaktionen die an „die Feinde meines Feindes sind meine Freunde“ erinnern. Staat und Politik weisen heute zunehmend die Verhaltensmuster mittelalterlicher Kirchenvertreter auf: Da wird missioniert (Zwang ausgeübt) bis der Arzt kommt. Und willst du nicht meiner Meinung sein bist du XXX (setzen Sie hier nach Belieben Nazi, Klimaleugner, Putinfreund oder ähnliche Schlagtodbegriffe ein).
        In Reaktion darauf lehnt ein kleiner Teil die solcherart protegierten Veränderungen mit gleicher Vehemenz und Pauschalität ab wie die anderen sie un aufzwingen wollen. Das zeigt sich dann an der Begriffswahl wie „Massenverdummung“, der „Alltagsuntauglich“.

        Weitaus klüger wäre es jede Veränderung unter den ganz eigenen persönlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Nutzt es MIR? Und daraus dann für SICH seine individuellen Handlungsentscheidungen abzuleiten. Völlig losgelöst von Industrie oder Staat.

        E-Autos haben bereits heute für eine Menge Anwendungsbereiche Alltagstauglichkeit. Das muss nicht auf Sie zutreffen. Ich will mich auch nicht darüber streiten ob das nun auf 1, 5 od. 10 Millionen Bestandsautos zutrifft.
        Eine Geothermiebohrung, eine Photovoltaikanlage, ein Wasserrad, what ever: Das ist nichts für jeden, nicht mal was für die Mehrheit. Aber wenn ICH mich damit ein wenig autarker aufstellen kann, dann könnte es was für mich sein. Nicht weil der Staat das will, nicht weil Ökofaschisten das wollen, sondern obwohl die mir das aufzwingen wollen. Weil es für MICH gut ist.

        Ich sprach auch bewußt von staatlich geförderter Grundlagenforschung, und nicht von staatlicher Subvention. Letzteres ist fast immer von Übel und geht gründlich schief, da sind wie einer Meinung.

        Was Ihren Hinweis auf die deutsche Schlüsselindustrie „Automobilbau“ betrifft, verweise ich auf den gerade veröffentlichten Beitrag von @Bankhaus Rott „Seitwärts immer, vorwärts nimmer“. Die Tage des klassischen Verbrennungsmotors sind gezählt. Ich weiß so wenig wie Sie was ihn letztlich tatsächlich mal ablösen wird. E-Motor? Wasserstoffmotor? Was ganz anderes? Es geht darum das eine deutsche Schlüsselindustrie rechtzeitig vom toten Pferd absteigt und selbst die Weiterentwicklung prägt um vielleicht Marktführer zu bleiben. Sonst könnte BMW schneller das nächste Kodak, und VW schneller das nächste Nokia sein, als uns das lieb sein kann.

        • samy sagt:

          Hallo Skyjumper,

          hups, das wird nun länger.

          “ … In Reaktion darauf lehnt ein kleiner Teil die solcherart protegierten Veränderungen mit gleicher Vehemenz und Pauschalität ab wie die anderen sie un aufzwingen wollen. Das zeigt sich dann an der Begriffswahl wie „Massenverdummung“, der „Alltagsuntauglich“. …“

          Na ja, tue ich weder pauschal noch vehement. Ehrlich gesagt habe ich noch nicht einmal einen Führerschein. Also Keine Spur von Vehemenz, weil mir das Autofahren schnuppe ist. Und blindes Vertrauen in die sog. alternativen Medien habe ich nicht. Gibt auch dort genug Spinner. Ich darf also an das Jahr 2030 erinnern, das nicht machbar ist.

          Das Bankhaus-Rott schreibt im Folgeartikel : „… Dann hat man in der Regel keine Chance mehr zu reagieren sondern kann die Kuh nur noch melken bis sie umfällt, was dann meistens flott passiert. Mal sehen, wie die Kursverläufe der deutschen Autobauer in zehn Jahren aussehen. …“.

          Flapsig will ich fragen, ob das gesetzlich verlangte Schlachten einer gesunden Kuh im Jahr 2030 dann sinnvoller ist?

          Zu den Größenordnungen der Forderungen der Grünen.

          Folgende Quellen habe ich benutzt, wenn es um konkrete Zahlen oder wenn es um Aussagen der Grünen geht:
          https://www.gruene.de/themen/klima-schuetzen/sauber-autofahren-ab-2030.html
          https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Neuzulassungen/n_jahresbilanz.html
          https://www.elektronik-zeit.de/mobilitaet-der-zukunft/elektromobilitaet/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland-2016/

          Die Grünen: „Der Programm-Parteitag hat entschieden: Ab dem Jahr 2030 wollen wir nur noch abgasfreie Neuwagen zulassen. “

          Ich: Im Jahr 2016 waren in der BRD 25.502 E-Cars zugelassen. Wir reden nicht von Neuzulassungen, sondern der gesamten Zahl! Im Jahr 2016 wurden 3,4 Millionen KFZ neu(!)zugelassen. Betrachten wir zum Spaß ein 5-Jahreszeitraum von 2030-2035. (Dabei wird ausgeblendet, dass die Zahl der Zulassungen steigen könnte.) Im Jahr 2035 Zeit muss die Infrastruktur stehen um 17 Millionen KFZ aufladen zu können. Im Jahr 2017 steht die Infrastruktur für die o.g. ca. 0,025 Mio. KFZ zu versorgen. Das ist 1/680’stel. Kosten?

          Die Grünen:“Fraglich ist, wie viele öffentliche Ladepunkte tatsächlich benötigt werden – denn die meisten E-Autofahrer werden ihr Fahrzeug zu Hause laden und ihr Fahrprofil an die neue Antriebstechnologie anpassen.“

          Ich: Mal ehrlich, die Mobilität nimmt ab, es sei denn man sorgt bis 2035 dafür, dass das öffentliche Verkehrsnetz massiv ausgebaut wird. Kosten?

          Die Grünen: „In Deutschland fällt die staatliche Prämie mit 4.000 Euro zu gering aus, um einen Umstieg auf E-Autos zu bewirken…“

          Was wollen wir annehmen? 6500€ als Anreiz (Inflation bis zum Jahr 2030 einmal außen vor)? Zwischen 2030 und 2035 müssen somit 17 Mio Autos mit 6500€ gefördert werden. Kosten? Ca. 110 Mrd. € nach heutiger Kaufkraft.

          Die Grünen: „… mit den Vorschlägen können wir die deutsche Autoindustrie retten, die zu lange auf Benziner und Dieselantriebe gesetzt hat. Für Deutschland, seine Wirtschaft und die Autoindustrie bieten sich riesige Chancen. Noch können wir Vorreiter für die ökologische Modernisierung werden, intelligente Technologien nutzen und damit die modernsten Autos der Welt bauen. Aber Deutschland liegt zurück. In Norwegen und den Niederlanden, in China und den USA bauen und kaufen sie neue Elektroautos.“

          Riesige Chancen? Nein, nein und noch einmal nein. Wenn die genannten Länder die neue Technologie besser beheerschen? Weil eben -wie Sie sagen E-Cars einfacher konstruiert sind (Elektromotoren seien simpler als Verbrenner) – steht das in den Sternen. Simplere Produktionsweisen/Technologien dürften ohnehin aus dem lohnintensiven High-Tech-Standort Deutschland auswandern, weil der Produktionsfaktor Arbeit im Ausland billiger ist und Facharbeiter schneller angelernt werden. Die Grünen haben nichts aus dem Solaranlagendesaster gelernt. Zuerst führend in der Technologie, dann billig im Ausland kopiert, weil Technik zu simpel. Dann bedeutungslos. Riesige Chancen UND riesige Risiken! So ist es richtig.

          Ich stoppe hier mal.

          Fazit: 2030 brüllen und alles klatscht – das ist dann vielleicht doch Massenverblödung.
          Nur werden wir hier aus o.g. Gründen vielleicht gar nicht mehr Produktionsstandort No. 1 sein. Da freut sich das Ausland auf die gesetzlich erzwungenen subventions- und steuerfinanzierten Aufträge.

          Zum Schluss mein Interesse, sie fragten danach: Sozialer Frieden. Menschen in Lohn und Brot. Maximale Pflege der Cash-Cow.

          VG

          Samy

  3. Argonautiker sagt:

    Um die Deutungshoheit auch über die Lesenden und nicht nur die Schauenden zu erhalten, könnte ich mir durchaus vorstellen, daß wir demnächst Fusionen von den Beiden erleben werden. Also daß die Öffentlich Rechtlichen, die „wichtigen“ Teile der Printmedien schlucken, und die Geschluckten auf diese Weise dann durch die Zwangsbeiträge mitfinanziert werden. Unmöglich? Ich hoffe!

    Ich hoffe weiterhin, daß ich nun auf Ideen gebracht habe, was ich aber nicht glaube, denn wer Zensur an die Privatwirtschaft auslagert, um das Verbot der Zensur durch die Regierung pro Forma zu wahren, während man es umgeht, der dürfte auch selbst über genügend entsprechender Energie verfügen, auch solche Wege als „rechtens“ in Betracht zu ziehen.

    Das Schlimmste ist, es ist leider zur Normalität geworden, daß man in einer Welt voller Menschen lebt, die solch eine System, welches mit Machtpositionen ausgestattet ist, die solches ermöglichen, mit ihrer Wahl immer wieder bestätigen.

    Wo sonst würde man denjenigen, den man damit beauftragt seine Interessen zu wahren, solch ein Verhalten durchgehen lassen? Putzfrauen, die es als rechtens empfinden Wanzen in ihren Privaträumen anzubringen. Klempner, die Kameras in Ihre Dusche anbringen. natürlich nur, um im Falle eines Rohrbruches sofort zur Stelle sein zu können. Metzger, die sie dazu zwingen, sie zu bezahlen, ob sie dort nun einkaufen oder nicht, mit der Begründung, weil sie ja dort einkaufen könnten. Einen Arzt, der Ihnen Rechnungen schreibt, weil er jemanden, den Sie gar nicht kennen behandelt hat. All das würden sie für sich zu recht verbieten.

    Ihren Politikern, die einen Eid geschworen haben ihnen zu dienen, erlauben Sie das. Bravo! Weiter so!

    Schöne Grüße aus Bremen

    • Argonautiker sagt:

      Ups, es muß natürlich heißen:

      Ich hoffe weiterhin, daß ich nun NICHT auf Ideen gebracht habe…

    • Skyjumper sagt:

      „Putzfrauen, die es als rechtens empfinden Wanzen in ihren Privaträumen anzubringen. Klempner, die Kameras in Ihre Dusche anbringen. natürlich nur, um im Falle eines Rohrbruches sofort zur Stelle sein zu können. Metzger, die sie dazu zwingen, sie zu bezahlen, ob sie dort nun einkaufen oder nicht, mit der Begründung, weil sie ja dort einkaufen könnten………………All das würden sie für sich zu recht verbieten.“

      Ist das so @Argonautiker? Was bitte unterscheidet „Siri“ oder „Alexa“ von der Wanze der Putzfrau? Sind die rapide zunehmenden WebCams in Wohnungen, Gärten, Treppenhäusern etc., oder die Millionen von Selfies und Youtube-Blogger wirklich was anderes als die Kamera ihres Klempners? Ist der Beitrag im Fitnesstudio (ob sie hingehen oder nicht) so unterschiedlich vom Metzger?

      Letztlich machen wir (nicht alle, aber immer mehr) sehr viel eben doch bereits freiwillig. Das darf und soll man gerne in Frage stellen. Gegen den versuchten Zwang sich so zu verhalten muss man sich wehren. Aber man schafft sich nur seinen eigenen wenig hilfreichen Elfenbeinturm wenn man ignoriert wie viele genau diese Überwachung wollen.

      • Argonautiker sagt:

        Hallo Skyjumper, schön mal wieder etwas von Ihnen zu hören.

        Ihre Vergleiche zu meinen Vergleichen finde ich dann doch etwas zu weit hergeholt, denn es ist definitiv etwas anderes, ob sie sich selbst der Öffentlichkeit Preisgeben, sei es nun aus Dummheit, Unbekümmertheit, Exhibitionismus, oder ob da jemand in etwas eindringt, was sie eben nicht freiwillig öffentlich gemacht haben. Und ein Fitness Center zahlen Sie auch immer noch freiwillig. Rundfunkgebühren, Steuern, Sozialversicherungen aber nicht, und es wird immer mehr was man angeblich zahlen muß und immer weniger was einem zur freien Verfügung bleibt.

        Wie schon mal erwähnt, wir sind mit Durchschnittlich 2/3 Abgaben (23% Steuer, 20+20% Sozialversicherungen,…) wesentlich mehr Fremd- als Eigenbestimmt, und man versucht immer noch, immer mehr Zahlungen zur Gesetzlichen Pflicht zu machen. Da ist es aller höchste Eisenbahn doch noch mal daran zu erinnern, daß alle Macht und Gesetz vom Volke auszugehen hat, und wenn die Politik nicht mehr dient, man ihnen die Befugnisse entzieht. Befugnisse erteilt man mit der Wahl. Befugnisse entzieht man mit Nichtwahl.

        Schöne Grüße

        • Skyjumper sagt:

          Moin @Argonautiker,

          selbstverständlich haben Sie Recht wenn Sie feststellen dass Freiwilligkeit oder Zwang einen ganz erheblichen Unterschied ausmachen. Deswegen ja auch mein vorletzter Satz im Text.

          Aber ich, oder Sie, oder ein x-beliebiger anderer Schreiberling, wir haben meist unterschwellig den Gedanken nicht nur für uns, sondern für viele, vielleicht sogar die Mehrheit zu sprechen. Das stimmt mal mehr, und mal weniger.

          Im Falle des zitierten Satzes von Ihnen fürchte ich, dass das sehr viel weniger stimmt als es gut wäre. Ständige Ansprechbarkeit der Putzfrau? Wasserrohrbruchüberwachung per Cam? Ich fürchte das finden mehr Leute toll als Sie glauben. Viele denken gar nicht daran so etwas verbieten zu wollen, die fänden das super.

  4. bluestar sagt:

    @Skyjumper
    Sicherlich hat die E-Mobilität im innerstädtischen Verkehr einige Vorteile, da bin ich bei Ihnen.
    Dann sollen die betreffenden Nutzer sich doch bitteschön von den Vorteilen überzeugen und diese Dinger kaufen. Wie wäre es denn wenn wir den Markt entscheiden lassen, anstatt mit Subventionen (Steuergeldern) und sozialistischen Planvorgaben inkl. Zeitangaben bestimmte Bereiche zu füttern. Natürlich sind auch Fahrverbote toll, schließlich müssen dann neue Autos gekauft werden. Wird eigentlich die umweltgerechte Entsorgung von Batterien diskutiert ?
    Oder die Klimabilanz bei Urlaubsflügen ?
    Das Problem Auto wird niemals mit dem Auto gelöst. Wie wäre es mit Schaffung wirklich attraktiver Nahverkehrsangebote und deutlichen Verbesserung der Bahn anstatt mit E-Autos auf Autobahnen im Stau oder an Tankstellen zu stehen ??? Klar, dass hört die Lobby und damit die Politik nicht so gern.

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