Draghi: Wie es unser Auftrag verlangt

5. Dezember 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Mack & Weise

Ende Oktober läutete der japanische Notenbankchef und beggar-thy-neighbour-Spezialist Kuroda mit der Ankündigung, die ohnehin schon beispiellosen Gelddruckaktivitäten der Bank of Japan noch weiter intensivieren zu wollen, eine weitere Runde im globalen Abwertungswettlauf ein…

Nachdem dann der Yen in nur drei Wochen allein gegenüber dem Euro fünf Prozent einbüßte, trat EZB-Chef Draghi vor die Mikrofone, um zu verkünden, dem erst im September beschlossenen Ein-Billion-Euro-Gelddruckprogramm (inkl. Negativzinsen) weitere Euro-Entwertungstaten folgen zu lassen. Das Deflationsgespenst an die Wand malend, versprach er…

„das zu tun, was wir tun müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich zu erhöhen, wie es unser Auftrag verlangt!“

Ohne überhaupt die Auswirkungen der zuletzt beschlossenen unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen abzuwarten, werden die Märkte nun auf noch »unkonventionellere« Maßnahmen eingestimmt, was letztendlich auf die (verbotene) Finanzierung der Staatshaushalte per Druckerpresse via Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB hinausläuft!

Frankreich_Neue_Normalitaet

Diese Einladung, sich weiter ungehemmt zu den von der EZB garantierten historischen Niedrigzinsen verschulden zu können, werden gerade die reformunfähigen Club Med-Länder dankbar annehmen, so dass man gespannt sein darf, wer den Kampf um die wertloseste Währung der Welt am Ende für sich entscheiden wird.

In Japan, das bereits seit Jahrzehnten erfolglos versucht, seine strukturellen Probleme mit einer zunehmend per Druckerpresse finanzierten Staatsverschuldung lösen zu wollen, sieht die Lage dabei zweifellos am prekärsten aus.

Selbst das größte Papiergeldmanöver der jüngsten Zeit, die brachiale Bilanzexpansion der japanischen Notenbank um über 80% seit Ende 2012, bringt dort inzwischen keine positiven ökonomischen Effekte mehr – trotz eines drastisch abwertenden Yen! Im Gegenteil, dieser unter dem Fachbegriff „Abenomics“ laufende geldpolitische Amoklauf konnte weder das Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt verhindern (Q3: -1,6% p. a.), noch sorgte die Weichwährung – die Theorie der Währungskrieger widerlegend – für einen deutlichen Nachfrageschub nach japanischen Produkten.

Japan_Handelsbilanz

Mit einer Staatsverschuldung von nunmehr bereits 1,039 Billiarden Yen (Q3: 2014) bleibt Japan im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung das unangefochten am höchsten verschuldete Land der Welt, und das mit einer Bevölkerung, die auch noch am schnellsten vergreist!

Letztendlich steuert das Land trotz bzw. wegen des Einsatzes der Druckerpresse immer stärker Richtung monetärer Apokalypse, die ein 2014er Staatshaushalt, der zu 43% (!) aus geborgtem Geld besteht, klar ankündigt… (Seite 2)



Mit der Aussicht auf billige japanische und europäische Liquidität sorgten die Investoren im November dafür, dass die Aktien- und Anleihenrallye trotz der enormen Risiken ihre Fortsetzung erfuhr. Der einzige Gegner der auftragsgemäß von den Notenbanken entwertet werdenden Schwundwährungen geriet angesichts der »guten« Nachrichten hingegen einmal mehr ins Visier der Comex-Hochgeschwindigkeitscomputerprogramme…

Goldpreisnan

Verkaufsorders über insgesamt 236.500 Unzen »Papiergold« sorgten am 31.10. dafür, dass der Goldpreis die wichtige Unterstützung bei 1.180 USD locker und leicht – in weniger als einer halben Sekunde! – durchbrechen konnte. Damit war der »Weg frei«, der den Goldpreis anschließend auf ein 4½-Jahrestief (1.132 USD) führte.

Doch obwohl der Bevölkerung vor dem Hintergrund des in der Schweiz anstehenden Goldreferendums weltweit täglich die Nutzlosigkeit des gelben Metalls von Notenbankern und Papiergeldexperten vor Augen geführt wurde, konnte der Goldpreis die 1.180-USD-Marke im Monatsverlauf wieder überwinden.

Zwar fiel der Goldpreis am Vorabend des (abgelehnten) Referendums bezeichnenderweise nochmals deutlich, doch unabhängig davon, wohin die »interessierten Kreise« den Goldpreis in naher Zukunft noch bewegen werden, bleibt Gold d i e Antwort auf den weltweit verfolgten geldpolitischen Wahnsinn, der offen die Ersparnisse und Altersvorsorgepläne der Bevölkerung ruiniert und die letzten marktwirtschaftlichen Reste unseres Wirtschaftssystems zerstört!

©Mack & Weise – Homepage



 

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