Dr. Habenichts kommt nach Hause

27. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Bildung ist das halbe Leben. Die zweite Hälfte verbringt so mancher Akademiker in den Vereinigten Staaten mit dem Abstottern seines Studienkredits…

Laut Forbes finden mehr als Hälfte der US-Absolventen nach dem Studium keinen Job, der ihrer Ausbildung entspricht. Nicht jeder hat natürlich einen Job, der seinem Werdegang und seinen Qualifikationen entspricht. Um das zu erfahren genügt der Blick in den deutschen Bundestag, aber für die Akademiker stellt sich der Sachverhalt natürlich andersherum dar.

Zudem sieht es abseits finanziell abgesicherter Parlamentssitze für so manchen Absolventen wenig rosig aus. Vor allem die enorme Ausweitung der Verschuldung, die viele im Laufe ihrer Ausbildung ansammeln, macht die Frage welchen Job man findet eher zu einer existenziellen als zu einer schöngeistigen Fragestellung.

In den vergangenen 20 Jahren stieg der Anteil der Studenten in den USA, die einen Studienkredit in Anspruch nahmen, von 40% auf über 70%. Die mittlere Verschuldung der jungen Akademiker hat sich in diesem Zeitraum auch inflationsbereinigt verdoppelt. Die Studienkredite (student loans) sind allein verantwortlich für das Wachstum der Haushaltsverschuldung, wenn man die Immobilienfinanzierungen außen vor lässt.

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So lange auch die Verdienstmöglichkeiten entsprechend wachsen, ist eine solche Entwicklung vielleicht nicht schön, aber nicht dramatisch. Es zeigt sich jedoch eine gegenläufige Tendenz. Die Menschen nehmen mehr Kredite auf um einen Abschluss zu erlangen und verdienen später weniger als früher.

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Wer sich mehr Geld leiht und dann mit einem niedriger als erwarteten Einkommen aufwacht, der bekommt rasch ein Problem. Im Mittel wirkt die Schuldenlast von 34.000 Dollar pro Person zwar wenig erschreckend, aber bei der Kreditvergabe ist entscheidend, was sich am unteren Rand der Verteilung tut. Und hier entspricht das Wachstum der notleidenden Kredite dem, was man erwarten sollte. Die Ränder fransen finanziell aus. Eine wachsende Zahl der Schuldner kann ihre Kredite nicht mehr bedienen.

Interessant ist auch die Entwicklung der Master-Abschlüsse in verschiedenen Fachrichtungen im Wandel der Zeit. In den vergangenen 40 Jahren hat sich einiges getan.

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Nun wissen wir wenigstens, woher der Begriff „Wirtschafts-Standort“ stammt. Während sich der Anteil der MBAs mehr als verdoppelt hat schrumpfte das Segment der Naturwissenschaftler und Mathematiker deutlich. Das geringe Wachstum bei den Informatikern und Ingenieuren ist ebenfalls aufschlussreich, wenn man sich die technologische Entwicklung im Beobachtungszeitraum vergegenwärtigt. Aber wer Telefone für ein paar Kröten in Asien zusammenlöten lassen kann muss sich halt nicht selber mit der lästigen Technologie herumschlagen. Auch bei den Bachelors gibt es bemerkenswerte Zahlen. Wer hätte schon vermutet, dass jeder 18te Absolvent Psychologie studiert hat?

Die folgende Grafik zeigt den Anteil notleidender Kredite in verschiedenen Segmenten. Einen Psychologen braucht angesichts dieser Zahlen neben einigen Schuldnern vermutlich auch so langsam der eine oder andere Kreditgeber. Vermutlich hofft man jedoch auf die verbliebenen Tropfen des staatlichen Bail-out-Baldrians.

Neben der steigenden Verzugsquote ist das deutliche gewachsene ausstehende Volumen von Bedeutung. Im Jahr 2004 waren 6% der Kredite des damaligen Volumens von 250 Milliarden Dollar notleidend. Heute sind es mehr als 11% von 1.000 Milliarden.

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So wird es für viele Absolventen nach dem Abschluss weder mit der gutbezahlten Karriere noch mit dem oft erträumten eigenen Hausstand etwas. In den Staaten ist wenig überraschend eine Tendenz zum Rückzug vom Campus ins Elternhaus zu erkennen… (Seite 2)


 

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18 Kommentare auf "Dr. Habenichts kommt nach Hause"

  1. Sandra sagt:

    Bildung ist das halbe Leben.
    Unbeachtet des Sektors wurde ein makelloser Verlauf und Hintergrund bisher an sich schon als Erfolgsgarantie angesehen. Für diesen Fakt allein wird sehr viel in Kauf genommen bzw. auf sich genommen.

    Was ist die Zukunftsprognose/ Ertragsaussicht?
    Fragt die Wirtschaft.

    Was sagt diese?
    Wer Neues schaffen kann, wer uns dient und helfen kann (i.S. von Fortschritt/ Weiterentwicklung), ist mit dabei. Naja, oder so ähnlich. Flexibilität vs. Stocksteif

  2. Sandra sagt:

    Leider hat sich die wirtschaftliche Nachfragesituation noch nicht voll auf Zukunftsfähigkeit ausgerichtet, u.a. da Entscheider den Typ bevorzugen, den sie selbst darstellen. Ohne entsprechende Nachfragesituation ändert sich daher an der Angebotssituation nichts bzw. wenig. Eine gemeinsame Abhängigkeit/ Verbindung besteht ja immer, bei der Orientierung bzw. im Falle einer notwendigen Umorientierung tut man sich gerne schwer.

  3. Sandra sagt:

    Das A und O – Entscheidungskriterien

  4. Sandra sagt:

    Lieber Frank,
    Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, kein Computer zu sein. Bei mir ist es so, dass erst ein Gedanke ausgedrückt zum nächsten führt. Wenn du dies unverhältnismäßig findest, dann ist dies dein Problem. Das kann gelöst werden, indem du keinen Raum dafür gibst oder einfach Unpassendes löschst – das machen alle so.

  5. MH sagt:

    Was ist eigentlich aus dem ganzen Giftmüll von einst geworden? Ab in die Bad Bank und gut ist? Irgendwie habe ich mir immer vorgestellt, dass man davon nochmal was hört. Schließlich hieß es doch immer, dass man das Ausmaß der Kreditausfälle nicht abschätzen konnte – damals. Heute, nach immerhin sechs Jahren, müsste doch darüber mehr Klarheit herrschen. Oder???? Bin ich die Einzige, die sich wundert? Ist das Thema abgehakt?

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo MH,

      zu dem alten „Giftmüll“ gesellt sich Jahr für Jahr neuer. Über den Umfang weiß man einiges, über die Auswirkungen wird wenig gesprochen. Derzeit ist der Subprime Markt wieder in voller Blüte, diesmal nicht bei den Hypotheken sondern am Automarkt. Autos sind natürlich, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, als Kreditsicherheiten nicht sonderlich attraktiv. Das stört niemanden. Offenbar glaubt man, im Fall der Fälle wie bei den Hypotheken vorgehen zu können. Papiere mit Immobilienbezug machen sich seit 2008 in der Fed-Bilanz breit. Seit August des Jahres 2008 wuchs die von der Zentralbank erworbene Summe von 0 auf derzeit 1775 Milliarden US-Dollar. Zur Einordnung, die langfristigen Staatsanleihenkäufe bringen nur 311 Milliarden mehr auf die Waage.

      Bei den Gewerbeimmobilien stehen die großen Fälligkeiten in den kommenden drei Jahren an. Warten wir ab, was noch alles dazu kommt.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rot

      • MH sagt:

        Knapp 2 Billionen Schulden – man, man, man, das sind ja schon wieder Zahlen. Das kann ja nur mit einem Knall enden. Ich wünsche mir nur den Tag X so weit wie möglich weg.

        Vielen Dank für die Antwort!

        Gruß MH

        • Wurbuerger1 sagt:

          Nur 2 Billionen? Direkt bescheiden gegen das hier: die EIB. Was da wohl alles „Subprime“ ist, von den satten über 10 Billionen (deutsche, keine amerikanische), ohne parlamentarische Kontrolle. Rott, übernehmen Sie.
          http://www.finanzen.net/anleihen/European-Investment-Bank-EIB-Anleihen

          • Bankhaus Rott sagt:

            Hallo Wurbuerger1,

            die ausstehenden Anleihen der EIB zeigen die andere Seite der Bilanz. In der Tat wäre es interessant sich die Qualität der Assets, sprich der vergebenen Kredit anzusehen. Das gilt auch für die KfW, mittlerweile die drittgrößte Bank der Republik mit einer Bilanzsumme von knapp 500 Milliarden Euro.

            Beste Grüße
            Bankhaus Rott

          • Wutbuerger1 sagt:

            Danke für die Antwort, Bankhaus Rott. Um die ungeheure Dimension zu sehen wäre noch nachzutragen: auf Euroland bezogen hätte die EIB eine Verschuldung von ca. 100% vom BIP, also wieder mal „weit über Maastricht“, auch wenn das nur für Staaten gedacht war…
            (Wurbuerger1 war Tippfehler: bin Wutbuerger1).

  6. blub sagt:

    In der Bankbranche kenne ich mich nicht aus, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dort viel wegrationalisiert werden kann (schliesslich ist Geld heutzutage eigentlich nur noch eine Abfolge von Einsern und Nullen). Aber auch in anderen Branchen in Deutschland gibt es (und oft schon seit Laengerem) den Trend, das juengere Kollege (die das gleiche verrichten und gleiche Verantwortung tragen) weniger verdienen als die alten. Momentan halten noch grosse Laender wie China gegen diesen Trend. Sobald aber der Grossteil der Jobs in einem Grossteil der Laender diesem Muster folgt, wird es langfristig schwer werden mit dem Wachstum der Weltwirtschaft…

    • Michael sagt:

      Man könnte vereinfacht sagen. Geld wurde von Kaufkraft in Richtung des Ausweises von substanzlosem Tauschpotential weiterentwickelt. Die Theorie besagt, dass der Mensch wertloseres Gut gegen wertvolleres tauscht. In dem Sinne wäre gewährleistet, dass dieses Tauschmittel hurtig wieder weitergegeben wird. Wie mit vielen Theorien bleibt vor einem selbst heute verschlossen warum sie mal als schlüssig wurde angesehen. Geld existiert damit nicht mehr auf der Ebene der Bevölkerung sonderen als Rechtskonstrukt in der Gesellschaft. Als verwaister Handle verbleib die Banknote – Zentralbankgeld.

      Was sie feststellen ist ein anderer Effekt. Geld wird in in zwei Märkte gespielt
      a) Asset Märkte und Assetbewirtschaftung
      b) Wirtschaft im engeren Sinne

      Es gibt klarerweise eine Verbindung. Unternehmensfinanzierung. Das Unternehmen ist der Betrieb aus der Sicht des Rechtskonstrukts Geld. Die Verbindung findet statt über die Bewertung. Als einer der wenigen verhandelbaren Parameter verblieb die Entlohnung.

      The Good
      Das hat seinen Ursprung in der Loslösung von die Begrenzung beeinflussende Kriterien bereitgestellten Tauschmittels. Die Ausweitung von bereitgestelltem Tauschmittel ist im Prinzip der Zins. Der wird zwar geächtet aber zu ächten ist das damit verbundene Umlageverfahren. Wer sich mit Umlageverfahren beschäftigt weiß, dass allein die mit häschenhaften Maße Verwendung kann den Schaden begrenzen. In den 70ern bis 80ern wurde der Zins der Wirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes untergejubelt – respektive die Auswirkung wurde mehr denn je offensichtlicher. Das hat dazu geführt, dass auf einem Leistung die direkt wurden dem Produkt zugeschrieben über Umlage wurden abgebildet. Die Kompetenz des Arbeiters ist ersetzt worden durch Ingenieuerskunst und Maschinen. Damit hat sich eigentlich die Prophezeiung der Finanzierungsform erfüllt. Alle Erwerbstätigen in der Industrie wurden zu Verwaltungsbeamten aus Sicht der Finanzierung. Damit ist der Weg zum niedrigen Lohn geebnet.

      The Bad
      Zu Beginn dieser Bewegung war der Staat der einzige der mit Umlageverfahren Erfahrung hat gehabt, besonders wenn Mittel knapp waren. Jetzt haben sie das Problem geerbt, dass die Werksküche in der Werksküche die Meisten Kredit hat aufgenommen.

      Aus Sicht einer Kostenrechnung wurde die Produktionsstätten zu Werkssküchen und der Staat zur Werksküche in der Werksküche. Ein bekanntermaßen heiß umfehdetes Terrain.

      The Ugly
      In der Vergangenheit als es noch Unternehmer gab die im Wirtschaftsraum eine maßgebliche Rolle einnahmen, da war bekannt aus der Erfahrung, dass insbesondere Finanzvermögen nicht unbedingt stabil sind. Es wurde abgewogen zwischen Investition ins eigene Unternehmen und die Zuführung von Mitteln zum eigenen Vermögen. Das hat auch nicht ganz so funktioniert. Das unangenehme war, dass mit einer Bankenpleite das Investitionskapital verschwunden ist. Jetzt wurde vom Staat an sich die Bankenrettung bemüht. Allein die Ankündigung der Rettung hat schon viel Stabilität beigetragen. Das war schon immer so. Damit wurden Finanzvermögen mitstabilisiert. Damit wurde es an sich eher attraktiv Finanzvermögen zu bilden und damit kam der Ruf nach Rendite. Durch die Bereitstellung von Investitionskapital an nicht Mittelstandbanken wurde gesucht nach einem Weg die Änderung des Preisniveaus auszuperformen. Damit man sich nicht die Substanz schneidet, hat man die Substanz der Zulieferer ausgeschüttet als Finanzierungskosten.

      Jetzt drücken The Good, The Bad and The Ugly volles Programm auf die Arbeitskosten und damit aufs Netto.

      Jetzt wird halt der Preis nachgestellt über Ächtung im gesellschaftlichen Rahmen. In den 80ern hat der Müllmann auf der Deponie 40k Schillinge verdient und der Akademiker 22k Schillinge. Man hat einfach gewürdigt den Gestank in dem der Mensch hat gearbeitet. Informatiker geht es heute noch immer ähnlich. Arbeiter auf der Informationsmülldeponie – Berater mit Umsetzungskompetenz.

      Es hat sich bewährt abseits der hypen Themen mit moderaten Preisen eher unter 100 EUR die Stunde manchmal bis 70 – 75 bei alten Systemen ein Support zu machen. Das hat Vorteile. Es gibt ein klares Angebot quantitativ und qualitativ. Der Gestank der Arbeit verscheucht die Leute sowieso gerne. Man weiß was da ist und wie es realisiert ist. Es gibt ein zwar überschaubare aber Nachfrage. Karriere machen sie damit nicht aber Geld. Der Jungakademiker strebt in der Regel eher nach Neuem, der hat ja noch Ambitionen kommt aber mit seinen Ideen nicht wirklich durch. Er ist gefangen im Umfeld der Unsicherheit von Investitionen in die Zukunft und damit Darlehensrückzahlung. Zum Zeitpunkt der Investition weiß man eben noch nicht, ob sich der zusätzliche Tauschmittelzufluss (Cash Flow) einstellt.

      Es gibt viele Kriterien die im Moment wirken. Das kann sich ändern. Wenn die Leut mal klar wird, dass Stahl schon seit Ewigkeiten gibt und auch in der zeitnahen Ewigkeit wird sein, dann werden sich die möglw. überlegen eher wieder ihr Talent in der Wirtschaft können anwenden, das könnte mithelfen den Paradigmenwechsel einzuläuten.

  7. Michael sagt:

    Der Vergleich des ‚Akademiker‘ über Landesgrenzen hinweg ist problematisch, ob der unterschiedlichen Philosophien und Zielsetzungen und die angestrebte Innovationsfreude unter Berücksichtigung der vorherrschenden Definition von Innovation.

    https://www.youtube.com/watch?v=Mtjatz9r-Vc

    In den U.S. ist ein Studium Berufsausbildung. Eine HTL gepaart mit ein wenig Auffassungsgaben und Offenheit für neues hat schon mehr Sinn als jetzt Qualifikation bereitzustellen die nach dem ersten Konsolidierungsprozess in Produktform wird abgegossen.

    Zumal Arbeit nicht Geld schafft ist höhere Bildung nicht unbedingt mit einem höheren Preis gleichzusetzen. Geld bekommt durch akademische Ausbildung und Qualifikation nicht mehr Kaufkraft. Warum soll ein Akademiker mehr tauschen im Leben als jeder andere auch. Zumeist sammelt sich mehr Finanzvermögen an und das ist doch ein Zeichen von verhaltenerer Verwendungsfreude. Beamte und deren Entlohnung wird auch begründet, dass ihre Arbeit indirekt zu höherem Wachstum beiträgt. Egal wie man das sieht, Bepreisung geht heute stärker denn je über gesellschaftliche Akzeptanz und deren Formung. Die Preisbildung heute beschreibt nicht den Prozess des Herausbildens eines Preises. Heute wird über die Abbildung entlang von gesellschaftlicher Akzeptanz durch Anpassung der Argumentation.

    Wenn jetzt jemand sagt, ‚Mich interessiert Chemie‘, dann kann die Bevölkerung die Ausbildung eh schultern. Manche Jobs stellen halt einen anderes Anforderungsprofil. Warum soll jemand ein Darlehen aufnehmen? Das ist Unsinn. Die NEOS in Österreich haben ja so geniale Ideen wie eine höhere Studiengebühr (eine ordentlich hohe) auf Darlehen und die Studiengebühr richtet sich nach der Nachfrage der Qualifikation in der Industrie. Wenn man das mal konsequent durchdenkt … hingebastelte Argumentation.

    Es kann schon der Erwerbstätige als Konsument nicht investieren so wirklich. Der Erwerbslose als Konsument noch weniger. Bildung ist Konsum. Eine Investition zeichnet sich ja dadurch aus, dass zusätzlicher Cashflow Zufluss kann erwirtschaftet werden und zwischenzeitlich ein halbwegs passende Bewertung kann stattfinden. Aus Sicht der Volkswirtschaft ist ja die Knappheit an Qualifikation ja nicht gelöst durch die Preiserhöhung, es wird ja die Menge nicht gedeckt allein da der Einzelne den Job wechselt. Man kann sagen, sein Geist wirkt nach im verlassen Unternehmen, aber es hat sich bewährt die Geister der Vergangenheit eher ruhen zu lassen. Am Ende wäre es Hingabe zum Anhängen an Thunk Cost.

    Ausbildung und eben die Einbettung der Entlohnungshöhe insbesondere in Mitteleuropa in die planwirtschaftliche Organisation des Sozialsystems – das ist der Pferdefuß in Europa. In dem Punkt kommt es doch zu einer massiven Verschwendung von Talent.

    Höre man sich die Aussage, ‚Jetzt hat er studiert und wurde am Ende Tischler‘. Was soll dran schlecht sein? Das ist eher Aussage die leidet unter dem Eindruck des Handwerkerbashings zum Zwecke der Befeuerung der Akademikerschwemme und eben einer seltsam verschobenen Wahrnehmung von Arbeit, Sauberkeit selbiger im Stile der höfischen Manier der Habsburger sprich der Aristokratie. Wer sich waschen muss nach der Arbeit und nicht das Geld für Puder hat ist nicht Teil der sog. Herrschaft der Guten. (nachzulesen bei Popper)

    Vorhandene Strukturen werden konsolidiert – Industrialisierung. Die Kombination theoretischer Background und fachliches Wirken insbesondere über längere Zeit wird in spezialisierten Unternehmen konsolidiert. Im Markt kann schlicht und einfach das selbe Talent auf mannigfaltigere Art und Weise angewendet werden. Zumal Unternehmen keine rekursive Struktur sind treten eben Abteilungen aus verschiedenen Motiven aus. Das kann einfach sinnvoll sein, da diese Qualifikation einer breiteren Kundenbasis wird angeboten. In dem Punkt ist allein Vorsicht geboten – ist der organisatorische Spaßbremse oder wird selbiger nur als solche wahrgenommen und/oder stehen ganz andere Motive hinter der Entscheidung Teile eines Geschäfts anders zu organisieren und wird der organisatorische Rahmen als Argument besonders hervorzukehren.

    Die Frage die sich stellt, klopft der Paradigmenwechsel an die Hintertür oder marschiert er bereits durch die geöffnete Vordertür rein. In dem Punkt unterscheiden sich Naturwissenschaften von anderen Zweigen ganz massiv. Ein Physiker hat ein breites Spektrum, der baut sich auch Werkzeuge selbst. Das ist ein Klassiker. Es gibt in anderen Richtungen auch welche die so agieren, aber einen Zwang und Bedarf nach solcher Fähigkeit ist nicht die Standardanforderung. Ob ein Akademiker schneller umsattelt hängt eher ab von den Persönlichkeit und eben gewissen Instrumenten die ihm mit auf den Weg gegeben wurden Wandel zu begegnen. Es ist nicht Hammer schuld, wenn sich der Ausführende am Finger haut – das ist amtlich.

    Seit dem sich offenbart, dass Wirtschaft und Geldmenge nicht zusammenhängen zumindest nicht schlüssig – unser ‚Geld‘ ist alles andere als ein Garant. Wirtschaft folgt anderen Gesetzen als unser ‚Geld‘ im Moment auf jeden Fall. Wirtschaft ist nicht nur Tausch. Wenn Wirtschaft Betten hervorbringt die 100 Jahre halten oder länger, dann ist das ein Fortschritt. Die halten überall 100 Jahre.

    Bei all dieses Krediten und Darlehen im Rahmen von sog. Investitionen in eine Zukunft handelt es sich eher um Aktivitäten Darlehen an den Mann zu bringen. Vor dem soll man sich hüten.

    • Michael sagt:

      – ist der organisatorische Rahmen die Spaßbremse

    • Bankhaus Rott sagt:

      Servus Michael,

      „‘Jetzt hat er studiert und wurde am Ende Tischler’. Was soll dran schlecht sein“

      Was daran schlecht sein soll, haben wir auch nie verstanden! Allerdings gibt es natürlich auch das Gegenstück: „Jetzt hat der Junge doch eine Ausbildung, was soll die Studierei denn bringen!“

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

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