Dr. Debt – Ausflug der Schuldenschüler

21. Januar 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Zeitlos

Das Bild des amerikanischen Traums war früher vor allem durch das Rührstück “Vom Tellerwäscher zum Millionär“ geprägt. Der Immigrant, der mit nichts außer löchrigen Schuhen an den Füßen an der Freiheitsstatue vorbeisegelte und dann über den Umweg der harten Arbeit in den Olymp des Geldadels aufstieg, war das Muster für ein Land, in dem alles möglich schien. Früher mal…Nun sind zahlreiche derartige Aufstiege dokumentiert, allerdings ist dies anerkanntermaßen nicht der normale Lebensweg in Übersee. Das war früher so und gilt heutzutage umso mehr. Seltene drastische Aufstiege aus dem Nichts sind oft verbunden mit neu eingeführten Technologien und können zahlenmäßig unter der Kategorie statistisches Rauschen verbucht werden.

Bei der Zahl der Abstiege hingegen sieht das anders aus. Herkunft, finanzielle Ausstattung und viele Verbindungen zu Entscheidungsträgern waren damals wie heute von Bedeutung. Mit dem Erbe in der Hinterhand trifft sich so manch riskante Entscheidung etwas leichter. Verbindungen sind neben der Ausbildung etwas, das sich die Menschen vom Besuch einer privaten Ausbildungsstätte erhoffen. Die Zahl der Studenten an privaten Universitäten hat sich seit 1998 mehr als verdreifacht. Eine kleine Anekdote am Rande: Viele dieser „privaten Universitäten“ erhalten bis zu 90% aus öffentlichen Töpfen. Leisten hingegen können sich die Aufnahme des Studiums an diesen Institutionen bei weitem nicht alle. Das ist kein Wunder, denn im Mittel liegen die jährlichen Kosten der Ausbildung bei $15.000 (öffentliche Institution) respektive $35.000 (private Einrichtung. Da ein Nebenjob zur Deckung aller Kosten in der Regel nicht ausreicht, finanziert nun, wer kein bedeutendes Erbe oder aber finanzstarke und sehr generöse Verwandten hat, sein Lottoticket für den Aufstieg auf dem üblichen american way. Schulden.


Die Schere zwischen dem Median der Familieneinkünfte und den Kosten eines Studiums hatte sich bereits im Zeitraum vor der Krise deutlich ausgeweitet. In den vergangenen Jahren hat sich der dargestellte Verlauf fortgesetzt. Die Hoffnung auf einen finanziellen Aufstieg ist in den Staaten stark mit einem Studium verknüpft. Soll das Studium die großen Türen öffnen, so muss die entsprechende Ausbildungsstätte sorgfältig ausgewählt werden – die Kosten sind entsprechend. Wenige können sich das Studium an der Uni wirklich leisten und die vielgelobten Stipendienprogramme ändern nichts am signifikanten Anstieg der mittleren Schulden, die für die Ausbildung aufgenommen werden.

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2 Kommentare auf "Dr. Debt – Ausflug der Schuldenschüler"

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