Dow Jones bei 8.000 Punkten?

14. Oktober 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Was wäre, wenn wir bei US-Aktien und US-Anleihen die höchsten Kurse gesehen haben – und zwar nicht nur für die nächsten 5 oder 10 Jahre, sondern für den Rest des Lebens? Was, wenn die Kursverluste weitergehen?

Es ist nur 6 Jahre her, dass der Dow Jones um 51% gefallen ist. Das könnte leicht erneut passieren – dann auf, sagen wir, 8.000 Punkte. Daran wäre nichts Außergewöhnliches. Korrekturen von 50% sind normal.

Sie wissen, was passieren würde, oder? Seit dem Aktien-Crash des Jahres 1987 ist es eine Standardmaßnahme für die Fed geworden, schnell zu reagieren. Aber was, wenn Yellen & Co. die Party vorbereiten würden mit Getränken und Essen und niemand kommen würde? Was wäre, wenn der Aktienmarkt 30 Jahre lang unten bleiben würde, wie in Japan?

Eine besondere und unübliche Zeit

Das scheint fast unglaublich. Jedes Mal, wenn die US-Aktien seit dem Zweiten Weltkrieg gefallen sind, sind sie danach gestiegen auf neue Höchstkurse. Das haben wir als gegeben hingenommen, in der Annahme, dass die Aktienkurse langfristig immer steigen werden. Aber warum sollten sie das?

Die Zeit zwischen 1945 und 2007 sind immer weniger wie „so ist es immer“ aus und immer mehr wie „so waren die Dinge in dieser besonderen und unüblichen Zeit“. Das war mehr eine Ausnahme als der Durchschnitt. Die Welt erholte sich vom Zweiten Weltkrieg. Die Bevölkerung wuchs. Neue Märkte entstanden. Die Menschen gründeten neue Familien und neue Unternehmen. Und vielleicht am wichtigsten – in der Welt begann die größte Expansion von Geldmengen und Krediten in der Geschichte.

Gold – was den US-Dollar fast zwei Jahrhunderte ehrlich gehalten hatte – wurde in zwei Schritten herausgenommen. Zunächst 1968, als Präsident Johnson beim US-Kongress um die Zustimmung zur Aufhebung der Golddeckung des Dollars anfragte. Das zweite Mal dann im August 1971, als Präsident Nixon die direkte Konvertibilität des Dollars in Gold beendete. Dann begann das hin und her. Ich möchte die Zahlen nicht alle wiederholen. Meine These ist offensichtlich: Wenn die Schuldenlast einer Gesellschaft um den Faktor 50 vergrößert wird, und das Verhältnis von Schulden zu BIP von 140% auf 350% steigt, dann erleben wir so etwas nur einmal im Leben.

Das kann für ein, zwei, sogar 10 Jahre so weitergehen. Aber nicht 50 Jahre lang. Nicht ohne Probleme. Natürlich beinhaltet die Zukunft eine potenziell unbegrenzte Zahl von Tagen. Und ich weiß nicht, was an jedem einzelnen passieren wird. Aber wenn ein halbes Jahrhundert vergeht, und wir dann feststellen, dass die Schuldenlast auf 1.000% des BIPs gestiegen ist, dann wäre ich nicht überrascht!

Taschen voll – Kopf leer

Was geht am US-Anleihenmarkt vor sich? Die Fed will sich von den Anleihenkäufen zurückziehen. Damit verabschiedet sich einer der größten und besten Kunden des US-Finanzministeriumsmit vollen Taschen und leerem Kopf. Man sollte doch denken, dass die Kurse der Anleihen fallen würden. Aber nein! Sie steigen. Ich habe mein Leben während einer Phase der Kredit-Expansion verbracht. Der Korken aus der Kreditflasche wurde zu Beginn meines Lebens gezogen. Die Kredite haben die Wirtschaft beflügelt und den Aktienmarkt. Wir (und damit meine ich die Amerikaner, ich bin schließlich selber einer) haben TV-Geräte aus China importiert. Autos aus Japan. Wein aus Frankreich und Italien. Wir sagten: „Hey, wir werden später zahlen.“

Was wäre, wenn „später“ jetzt wäre? (Seite 2)




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