DIW ruft zum kollektiven Bankrun auf?

17. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

 (von Frank Meyer) Was? Sie besitzen mehr als 250.000 Euro? Sind Sie Terrorist? Wenn nicht, dann sind sie zumindest schon mal verdächtig. Der Staat weiß Bescheid. Irgendwo muss das Geld ja hergekommen sein. Gespart? Sie dumme Nuss! Sie sollten Ihr Geld ausgeben und die Wirtschaft ankurbeln? Pech gehabt! Wir wissen, wo es ist. Aber nicht mehr lange… Keine Sorge…

Na, das läuft ja wie geschmiert mit der Diskussion um Zwangsanleihen und Vermögensabgaben – fast so geschmiert wie bei der FIFA. Und mal ehrlich: 250.000 Euro sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren – vielleicht gefühlte 250.000 D-Mark. Das war jetzt politisch unkorrekt, denn die Statistik spricht dagegen.

Fünf Millionen Menschen in Deutschland besitzen also mehr als eine Viertel Million. Alles Verbrecher? Nein, zumindest aber verdächtig. Ginge es nach dem DIW, (aus Berlin kam ganz leiser Protest und lauter Applaus aus der Opposition) soll jeder aus seinem schon versteuerten Einkommen fast wie im Mittelalter einen zusätzlichen Zehnt dem Staat borgen, so dass dieser Altschulden abbauen kann, während er neue Schulden macht. Für Kitas. Das liegt medial im Trend. Oder gegen das Ozonloch. Oder für spanische Banken. Sie wollen doch auch den Euro? Nein? Kein Problem. Man nimmt Ihnen das Zuviel ganz schnell wieder weg und „entlastet“ Sie. Danke auch!

In die Staatskasse flössen plötzlich freudig erregte 230 Milliarden Euro, die größtenteils schon mal versteuert worden sind. Sollten die Flüsse gerade aus ganz unerfindlichen Gründen Hochwasser führen oder die Kanalisation bei 30 Grad und blauem Himmel überlaufen, sind das diese Reichen, die gerade Blut und Wasser schwitzen. Selbst ehrlich erarbeitetes Eigentum ist vor dem Staat nicht mehr sicher, der seine Bürger aus monetär verständlichen Gründen mehr in den Schwitzkasten nimmt. Ist doch für einen guten Zweck! Die Steuern haben noch nie ausgereicht. Unter Angela Merkel wuchs der deutsche Schuldenberg um 500 Milliarden Euro. Zeit also für den Euro-Soli!

Übrigens, ein 50-Euro-Schein wiegt ein knappes Gramm, 0,92 Gramm, um es genau zu beschreiben. 100er, 200er und 500er sollten strikt gemieden werden. Wer damit bezahlt ist automatisch verdächtig, hat bestimmt etwas zu verbergen und wird aufgezeichnet. Grün, gelb und lila ist das Geld der Pfeffersäcke.

250.000 Euro oder 5.000 der 50-Euro-Scheine wiegen 4,6 Kilogramm. Etwas Baumwolle, etwas Farbe. Das passt bestimmt auch unter die Matratze. Aus Gründen der Diversifizierung mit 20ern, 10ern und 5ern könnte es nachts etwas ungemütlicher werden. Zehn Kilogramm Papier sollten Sie schon verstauen können. Nehmen Sie Schlaraffia als Schlaf-Unterlage, denn das Schlaraffenland wird bald abgeschafft. Da will man doch nachts ruhig schlafen können. Blass wie das Bettkissen fragte mich der Nachbar, was ein Kilogramm Gold wiegen würde. Ich hatte keine Ahnung.

Schön blöd, wer heute sparsam lebt und etwas für das Alter zur Seite legt, werden einige Experten aus der Knallwirtschaft sagen. Vielleicht sollte man sein Geld schnell noch ausgeben? Plunder gibt es noch genügend. Zumindest wäre zu vermuten, dass die Reicheren jetzt ihre Euronen von der Bank holen. Einbrecher hin oder her – selbst bei Banken ist das Geld aus bekannten Gründen heute nicht mehr sicher.

Mein Gott, früher, da gab es noch demokratische Strukturen und ein gewisses Maß an Anstand. Man hätte die Verursacher dieser Schlagzeilen mit Blicken des Bedauerns dem Psychiater überstellt. Heute aber sind Geschäfte der Strauchdiebe und Aufforderungen zu solchen Straftaten nicht nur straffrei sondern auch gesellschaftsfähig geworden. Und wir haben erst 2012 und stehen im vierten Jahr nach der Entgleisung des Finanzsystems.

Von daher… Holen Sie das Geld von der Bank und tauschen Sie diese Euronen in etwas Sinnvolleres um, solange Sie noch etwas dafür bekommen und bevor Ihnen das aus Gründen der Solidarität bald weggenommen wird. Nach den nächsten Wahlen. Viel Glück!


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22 Kommentare auf "DIW ruft zum kollektiven Bankrun auf?"

  1. Alternativlos sagt:

    Was soll man dazu sagen?!

    Nichts. Ein großes, leeres Nichts.

    Good night and good luck!

  2. Johannes sagt:

    Dieser Finanzindustrie sollte man wirklich gehörig Respekt zollen, unglaublich, zu was die im Stande sind.

    Vermögen von mehr als 250.000 Euronen, also vorwiegend der Mittelstand mit Häuschen, der angegangen werden soll.

    Die Finanzindustrie gewinnt wieder doppelt- Genial.

    Einerseits mit der Ausgabe von den Anleihen, andererseits mit Krediten, die aufgenommen werden müssen, um diese Anleihe zeichnen zu können.

    Respekt!

  3. Bummbumm sagt:

    Ich finde die Idee gut. Damit kann Deutschland seine Schuldenquote deutlich verbessern, wenn wir in die Haftung des ESM einsteigen.

    Das bedeutet, dass wir mindestens ein paar Monate länger durchhalten, bevor wir pleite sind.

    Was will man mehr?

  4. MARKT sagt:

    selbst diese Ankündung erfährt weder in den Medien noch bei den Betroffenen eine größere Resonanz.

    Als Staat würde mich dies dazu animieren, die Grenze um eine Null auf 25.000,- € zu verschieben.
    Selbst das würde der deutsche Wutbürger dann wohl, zwar klagend, aber widerstandslos hinnehmen.
    Man müsste ihm nur versprechen: Alles bleibt wie es ist.

    • Johannes sagt:

      Komischerweise wird darüber in Österreich auf standard.at schon berichtet. Auch sehr viele Kommentare sind zu diesem Artikel zu lesen.

      Zur allg. Info:
      So wie es aussieht hat der österreichische Bundespräsident den ESM- Vertrag unterschrieben, obwohl er anfangs gemeint hat, er werde das nur nach reiflicher Überlegung tun. Ist wohl ein Schnelldenker. 🙁

    • Avantgarde sagt:

      Das ist aber keine Ankündigung sondern lediglich ein Vorschlag innerhalb des DIW.
      Es gibt noch nicht mal eine Gesetzesinitiative.

      Dieser oder ähnliche Vorschläge in dieser Richtung sind aber eigentlich nur logisch folgerichtig.
      Denn der Staat kann unmöglich für die gesamten Privatschulden, die bedeutend größer sind als die Staatsschulden einstehen – das tat er bereits im Übermaß.

      Die Vermögenden werden die potentiellen Verluste letztlich selbst tragen müssen – entweder durch Verlust von Schuldtiteln und Wertverfall von Assets.
      Oder aber der Staat garantiert auf der einen – und nimmt auf der anderen Seite.

      Es ist leider bereits vergossene Milch – aber es wäre besser gewesen diese Ungleichgewichte erst gar nicht entstehen zu lassen.

      Es beißt die Maus keine Faden ab – entweder es gibt eine Umvereilung von Oben nach Unten(nachdem es über eine Dekade lang anders rum ging) oder aber es wird in einem Fiasko enden.
      Ein „weiter so“ wird es friedlich nicht geben können.

      Der Artikel des DIW steht übrigens hier:
      http://www.diw.de/de/diw_01.c.405753.de/themen_nachrichten/vermoegensabgaben_ein_beitrag_zur_sanierung_der_staatsfinanzen_in_europa.html

      • MARKT sagt:

        Hallo Avantgarde

        ich stimme voll überein mit der Aussage
        „Es beißt die Maus keine Faden ab – entweder es gibt eine Umvereilung von Oben nach Unten(nachdem es über eine Dekade lang anders rum ging) oder aber es wird in einem Fiasko enden.

        Ist aber 250.000,- € oben?
        Meiner Meinung nach eben nicht. Und es werden sicherlich noch Möglichkeiten gesucht diese „Grenze“ statt nach oben nach unten zu verschieben.
        Aber auch schon 250.000 würde bedeuten, dass jeder der sich für 500.000,- € (in Süddeutschland überhöhter aber durchaus normaler, auf Nachfrage treffender Preis) mit 50% EK (aus meiner Sicht fälschlicher Weise) ein EFH gekauft hat und kaum mehr liquide Mittel zur Verfügung hat mit einbezogen werden könnte.
        Diese Quote (50%EK) ist aber eher die Ausnahme als die Regel. I.d.R dürfte die Fremdkapitalquote im Schnitt bei 80% liegen. Was aber diesen Bevölkerungsanteil aufgrund dann fallender Immobilienpreise keinesfalls aufatmen lassen dürfte.

        Na, ja es wird spannend bleiben. Und ich bin sicher die Vermögensabgabe wird kommen und sie ist auch richtig. Aber ich bin mindestens genauso sicher, dass Sie hauptsächlich von den, aus meiner Sicht falschen (weil eben nicht Vermögenden) bezahlt werden soll.

        Sicherlich ist jemand der 250.000,-€ oder auch 500.000,- € besitzt aus der Sicht eines Menschen, der um die Deckung seiner täglichen Ausgaben bemüht ist, woran er ggf. oftmals auch scheitert priviligiert. Er ist, wenn man den Blick auf das Große und Ganze lenkt, aber meiner Meinung nach mitnichten vemögend.

        Ein „Vemögen“ von z.B. 300.0000,- € ist im Falle einer Arbeitslosigkeit oder Insolvenz (Selbständigkeit) in relativ kurzer Zeit verbraucht oder deutlich geschrumpft, vor allem dann, wenn man Familie hat und kein gesetzlich legitimierten Anspruch auf Einkommen (Pension, Rente)

        • Avantgarde sagt:

          Hallo @MARKT

          Das alles was Du da schreibst sei unbestritten.
          Wobei es ja eher um die Richtung als um eine einzige konkrete Zahl bei Geldvermögen, Grundvermögen oder sonstigem geht.
          Wer mal Gelegenheit hat sich mit jemandem aus der Steuerverwaltung zu sprechen wird ohnehin sehr schnell erkennen, daß es da die steuerlich armen Kirchenmäuse gibt, die aber 10 Mietshäuser besitzen und mit dem Porsche vorfahren…. 🙂

          Eine einzige Maßnahme ist unsinnig!
          Das ist dann nur wieder ein Schauspiel für die Medien und die sie in ihrem Selbstmitleid suhlenden Reichen.
          Die aller größte Gefahr dabei ist dann, daß es die, die es treffen soll gar nicht trifft – es aber in den Medien so dargestellt wird.
          Und natürlich der Klassiker: Otto-Normal wird aufgewiegelt weil er angeblich dann sein Häuschen verlieren würde….

          Man muß halt wie in der vergangenen Dekade viele Stellschrauben bemühen – nur dieses Mal in die andere Richtung.
          Nur ein Beispiel sind die Kapitalsteuern, die im Vergleich zu Kohls Zeiten mal eben für bestimmte Mitbürger halbiert wurden.
          U-n-d – das hören viele gar nicht gerne: Die Steuerfahndung und die Bestrafung muß intensiviert werden – bzw. bekannte absichtlich offen gelassene Schlupflöcher gestopft werden.
          Ein paar ab und zu auftauchende Steuer-CDs sind z.B. gar nicht so schlecht – man sieht es an der Reaktion einiger – die fühlen sich getroffen.
          Und ich stelle nur noch mal fest, daß es dabei um die Steuern geht, die Otto-Normal automatisch vom Lohnzettel abgezogen werden.
          Steuerhinterziehung ist ganz schlicht eine Straftat.
          Ach es gäbe so vieles – keine Maßnahme in ihrer Einzelwirkung gravierend – aber in der Summe dann eben doch sehr wirksam.
          Das wäre der Weg.

          Es geht hier ja auch nicht darum irgend jemand ökonomisch vernichten zu wollen oder alle gleich zu machen- sondern schlicht darum die Ungleichgewichte zu reduzieren.
          Mindestens 80% oder mehr würden davon letztlich profitieren.
          Ein paar wenige hätten schlicht einen geringeren Vermögenszuwachs bzw. eine kleine Einbuße die sie aber im täglichen Leben kaum bemerken würden.

          Man kann nur hoffen, daß so ein Weg eingeschlagen wird. Denn die Alternative dürfte ziemlich schmerzhaft für alle sein – aber das weißt Du ja…

          Die Nominalen Summen an Schulden/Vermögen sind völlig bedeutungslos – es kommt auf deren Verteilung an.

  5. DCWorld sagt:

    Der Vorschlag des DIW zeigt, wie groß die Not aufgrund leerer Kassen ist. Es wird jetzt versucht, zu fühlen wie die Bevölkerung auf so einen Vorschlag (Enteignung/Zwangsanleihe) reagiert. So arbeitet auch die EU.

    http://www.start-trading.de/blog/2012/07/17/zwangsenteignung-nichts-ist-unmoeglich/

    Die Schlussfolgerung ist recht einfach: Sparen wird nicht belohnt.

    Somit bleibt nur der Vorschlag dieses Artikel. Ran an das Ersparte und mit beiden Händen ausgeben. Wer nichts hat, dem kann nichts genommen werden.

    • Skyjumper sagt:

      Schon nicht verkehrt – aber für das Richtige ausgeben

      Ach ja, da man Häuschen bekannter Weise nicht so leicht abheben und unter der Matraze verschwinden lassen kann …….. empfiehlt sich hier aughrund der besonderen Umstände ggf. ein Feintuning mittels Hypothek aufs Häuschen. Mit dem Cash aus der Hypothek klappt es dann auch wieder 😉

      • stonefights sagt:

        ?
        Und der Sklave erkennt wohl die Gefahr, an den Armen auch Ketten angelegt zu bekommen, so tut er gut daran, sich neue Ketten bereits vorher selbst an die Füsse zu legen ?
        lg, nur kopf schüttel 😉

  6. wolfswurt sagt:

    „In Rom ging man den bequemeren Weg, spornte die Armen nicht an, mehr zu leisten, sondern verplichtete die Wohlhabenden für sie zu zahlen.

    Die Idee römischer Weltverbesserer, die vom Schicksal wenig begünstigten Volksgenossen an dem Wohlstandskuchen einigermaßen gerecht zu beteiligen, erwies sich immer wieder als irreal, denn eine gleichmäßige Verteilung aller Güter, nicht nur der notwendigsten, ist in einem volkreichen Staat einfach aus Mangel an Gütern nicht mehr möglich.

    Man kann einen Apfel in zwei oder vier Stücke zerlegen.
    Es ist aber unmöglich, ja utopische Forderung, ihn unter 400 Personen gleichmäßig zu verteilen.
    Auch wenn diese Forderung mit viel Geschrei erhoben wird, bleibt sie immer noch unsinnig.“

    aus: R. – W.b.g., E.K.

    Wie man sehen kann wiederholt sich, aufgrund der sich nie ändernden menschlichen biologisch verankerten Verhaltensweisen, Alles und Jedes.

    Im alten Rom verschwanden nach und nach die Silber und Goldmünzen und waren bis zum Untergang nie wieder gesehen.

    Lieber Vogtländer,

    nicht nur die Grünen, Gelben und Lilanen sind oder machen verdächtig.
    Der Geländewagen, der Swimmingpool, die Reitpferde der Kinder, ein großes Haus in exponierter Lage und der Einkauf mit vollem Einkaufswagen 7 Tage vor Monatsende gehören leider auch schon dazu.

    Markenklamotten dagegen kann man beruhigt tragen, sind sie doch zum Symbol der neidingsbehafteten kleingeistigen Masse geworden.

  7. […] Rott & Meyer: DIW ruft zum kollektiven Bankrun auf? […]

  8. Adept sagt:

    Falls stimmt, was heute bei Hartgeld-Walter gemeldet wurde aus Sachsen, wird es bald rappeln bei den Kleinsparern.
    Es wird dort berichtet, dass die Sparkasse Dresden demnächst nur noch Bar – Auszahlungen bis 999,99 Euro vornimmt.

    Solche Dinge führt man ein, um keinen Bankrun zuzulassen.

    Eigentlich ist Bargeld das einzige gesetzliche Zahlungsmittel,
    Überweisungen, Giralgeld, sind gesetzlich bloß erlaubt.
    Was sagt da die Finanzaufsicht dazu ? Nix, nada – haben Banken einen Persilschein zur Konfiszierung von Vermögen ?

    Wer in diesem Land auch nur noch einen Hauch Vertrauen in unsere Instutitionen hat, wird bald eine böse Überraschung erleben !
    Wer zu spät kommt, hat keinen Zugriff mehr auf seine Ersparnisse, den bestraft die Krake.

    Freies Bürgertum ohne Geldvermögen gibt es nicht.

    • Frank Meyer sagt:

      Unsinn! Bareinzahlungen auf Konten Dritter. Bitte genauer lesen. Aber an sich ist das schon der Hammer

    • Avantgarde sagt:

      Was soll die Finanzaufsicht dazu sagen???

      Wenn man mal bei der Deutschen Bundesbank nachschlägt dann steht da klipp und klar:

      „Unter Giralgeld (Buchgeld) versteht man Guthaben bei Banken, über die der Bankkunde täglich verfügen kann. Sie stehen der Bank also nur „auf Sicht“ zur Verfügung, daher auch die Bezeichnung „Sichteinlagen“. Obwohl Giralgeld kein gesetzliches Zahlungsmittel ist, wird es normalerweise allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert….“

      Kein Geheimnis – kann jeder dort nachlesen.

  9. […] viaDIW ruft zum kollektiven Bankrun auf? | Rott & Meyer. Share| Juli 17, 2012 at 8:17 pm by admin Category: Abzockregierung, Lastenausgleich […]

  10. Stuelpner sagt:

    @stonefights
    das triffts voll

    @Bummbumm
    sehe ich genau so

    @Avantgarde
    „– aber es wäre besser gewesen diese Ungleichgewichte erst gar nicht entstehen zu lassen.“
    Das wäre sinnvoll und richtig gewesen, aber wann wird so etwas in der Art getan, nie. Schlimmer wäre es, wenn sie anfangen an morgen zudenken und mit Nachhaltigkeit planen, zu dem Sinnvollen und Richtigem. Das werde ich nicht mehr erleben. Statt dessen wird überall zum Wohle des „Wachstums“ Geplante Obsoleszenz (Quelle: Kaufen für die Müllhalde) ein geführt.

    Zum Thema Ungleichgewichte und Reiche, für mich ist wirklich meist nicht nachvollziehbar, wieso manche Leute von früh bis spät produktiv arbeiten und nicht davon leben können, andere wiederum so tuen als würden sie arbeiten, in Wirklichkeit keinen müden Cent an Werten schaffen, aber mit Mio. in Rente gehen und sich eine Burg kaufen können, obwohl sie vorher genung Mio.veruntreut haben. Die ersteren veruntreuen max. einen Pfandbon (oder so was ähnliches) und werden gefeuert.
    Es ist einfach die Frage wie kommt man zu seinem Geld, durch Arbeit oder Übervorteilung der Anderen. Wenn dann denen die andere mit dunkelesten Mitteln, um den Lohn ihrer ehrlichen Arbeit gebracht haben, v i e l l e i c h t ein paar Scheine Steuern später abgenommen wird, hält sich mein Mitleid arg in Grenzen. Die vom s.g. Mittelstand, haben halt Pech, ist unternehmerisches Risiko, wird doch sonst auch immer und überall angeführt. Das es nun nicht mehr für die Reitpferde der Kinder reicht ist ja füchterlich, das es bei vielen anderen nicht mehr zum Leben reicht ist dagegen „selber schuld“.

    • Avantgarde sagt:

      Hallo @Stuelpner

      Du hast schon Recht mit der Feststellung, daß es auch eine moralische Dimension gibt.
      Ich versuche sie aber oft erst mal auszublenden und komme dennoch zum gleichen Ergebnis: Man kann eben nicht so lange nach oben umverteilen bis einer alles hat.
      Auch ganz ohne Moral führt das letztlich für alle in den Wirtschaftlichen Kollaps.

      Das Kaufen für die Müllhalde wird auf etwas längere Sicht ohnehin ganz schief gehen müssen – aber das dauert noch ein bischen…

      Wie viele ihre Millionen tatsächlich selbst ohne Millionenstarthilfe verdient haben möchte ich gar nicht wissen – das liegt in einem sehr homöopathischen Bereich 🙂

      Ich finde das Beispiel Monopoly nicht schlecht 🙂

      Einfach mal die besten Freunde seit dem Kindesalter einladen, die Spielscheine durch echtes Geld ersetzen und regelkonform spielen.
      Zum Schluß darf sich einer für ein paar Minuten freuen weil er eine Menge Geld gewonnen hat.
      Dananch wird er aber garantiert keine Freunde mehr haben…
      Wetten?

  11. Stuelpner sagt:

    Hallo Avantgarde,

    „Man kann eben nicht so lange nach oben umverteilen bis einer alles hat.
    Auch ganz ohne Moral führt das letztlich für alle in den Wirtschaftlichen Kollaps.“
    Da sieht man mal das Du keine Ahnung von Wirtschaft hast 😉 die echten Manager haben ihr Können doch z.B. nach der „Wende“ deutlich bewiesen. Treu ihrer Gier und wie von Marx beschrieben, haben sie alles totgemacht und sich aufgeschwungen neue Absatzmärkte zu schaffen. Also wurde im Osten auf jeden Grashalm ein Einkaufstempel gesetzt, betrieben von billigen Sklaven aus den neuen Kolonien, das restliche überflüssige Humankapital ging in den Westen, wurde Staatsscherge oder auf verurteilten Zuhälter IV gesetzt. Jetzt wundern sie sich das die neuen „Farbigen“ nicht kaufen wie die Bekloppten und ein Tempel nach dem anderen wieder zu macht, diese Tempel leben in Wirklichkeit von ordentlichen Löhnen für vorhandene Arbeit, wenn beides nicht vorhanden, kein Profit -> wirtschaftlicher Kollaps.
    Ich frag mich manchmal was war eher da die Geldschöpfung oder der Manager der das Geld wieder verbrennt. Wurde die Geldschöpfung vielleicht nur zur Bezahlung der Horden von Manager erfunden, weil die ja zu was sinnvollen scheinbar nicht im Stande sind.
    Wenn man sieht was zum Bsp. aus Mercedes geworden ist und die kriegen Mio. an Gehältern und die haben Freude an unserem Geld, welches sie uns über den Staat wegnehmen, glaubs mir.
    Na ja die Monopolysache ist ähnlich, wenn ein armer Schlucker das Geld gewinnt göhnt man es ihm (wenn er damit umgehen kann), wenn es natürlich Ede Hedge ist mit seinem geleasten Mantel, dann kann es wirklich sein das seine Freude nicht lange hält, vorallem wenn dann seine „Extrakarten“ „gehe nicht in den Knast“ aus dem Ärmel fallen.R.I.P. Ede

    Bin dem Ruf des DIW gefolgt und war heute Bankenrunen, hab die letzten 30,- geholt, alles in 5,-er damit ich ja nicht verdächtig erscheine. Keinem solls schlechter gehen, aha, früher war am Kontoende nicht so viel Monat übrig. Kommt auch keiner und bringt Schmiergelder, irgendwas läuft schief.
    Das Ding mit der DD-Sparkasse ist echt gut, das merkt dort sowieso keiner, die haben ihren „Tal-namen“ weiterhin verdient. Außerdem sind sie ganz hin und weg von ihrer Anbeteung ihres fastdeutschen MP. Ist der mit seinen anderen CDU-Kumpels noch auf Sightseeing in der staubigen Gegen wo unsere „freiheitliche Demokratie“ verteidigt wird?

    • FDominicus sagt:

      Der Staat hat sich so gut wie alles in der ehemaligen DDR unter den Nagel gerissen. Im Zweifel wurde doch nicht zurückgegeben….

      • Stuelpner sagt:

        @FDominicus
        so ist es, selbst Altschulden, Patente, Bodenschätze nur das Bildungssystem haben sie nicht genommen, obwohl sie es mehr als nötig gehabt hätten. Na gut „bildungsferne“ lassen sich nun mal leichter manipulieren. Wissen ist macht und wer will das der Masse schon gerne geben, wenn die daoben selber nicht allzu viel haben. Gier und Korruption zählen nicht zur Bildung, das wissen die aber nicht.

        So wie Putins-Gasableser seiner Zeit 7,5Mrd. an Schulden den Russen erlassen hat, um seinen späteren Posten zu finanzieren. Die Russen hätten es ja in Gas oder sonst wie begleichen können.
        Auch alles solches Geld von dem bei dem Geschrei “ um die Kosten der Einheit“ keine Rede ist. Es ist genau wie heute, das Positive haben sie die oberen 10% gekrallt und die Kosten werden vergemeinschaftet, aber das stand so glaube ich nicht in der Zeitung und kam auch nicht TV, also kann es so nicht sein.

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