Dispo-Peer & Zins-Kipping: Her mit der Dispo-Grenze!

6. Mai 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Zeitlos

von Frank Meyer – Ärgern Sie sich auch so über hohe Dispo-Zinsen? Selbst daran schuld! Aber es gibt Hoffnung. Peer Steinbrück ist gerade im Wahlkampf und liefert eine Steilvorlage für potentielle Wähler mit überzogenen Konten – die Dispozins-Bremse. Warum nur will Peer Steinbrück den Banken schaden? Nein, tut er ja nicht. Aber Sie können das, wenn Sie es wollen…

Großer Jubel kurz nach der Zinssenkung der EZB auf. Damit werden auch die Dispo-Zinsen günstiger, aber noch nicht günstig genug, so die Politik. Deshalb ist das jetzt zum Wahlkampfthema geworden. Her mit der Dispo-Bremse! Das Thema trifft die Volksseele. Inzwischen überbieten sich die Parteien. Während Steinbrück eine Dispo-Grenze von sieben Prozent oberhalb des EZB-Leitzinses fordert, also 7,5 Prozent, hat Linken-Chefin Kipping die SPD schon überrannt. Sie fordert fünf Prozent über dem Leitzins! Wann kommen FDP und CDU? Nun, wahrscheinlich erst etwas nach der Wahl. Sollen doch die anderen Forderungen stellen, die CDU setzt nach der Wahl alle um.

Wo sind die Grünen? Sie werden sich doch auch hier noch einmischen wollen. Am Wochenende forderte ein Grüner die Abschaffung der Zigarettenautomaten. Es kann jeden Moment passieren, dass sie sich auch hier einmischen.  Im Wahlkampfprogramm steht es so: Verbot hoher Dispo-Zinsen… Das Thema mobilisiert die Massen mit den überzogenen Konten. Diese Wählerschaft darf man nicht ignorieren. Nichts darf unversucht bleiben. Der Begriff „Preisbremse“ hat auch wieder gute Chancen für das Unwort des Jahres.

Ich hatte eigentlich die Einführung eines Freibetrags für Guthaben erwartet. Im Sozialismus braucht man ohnehin keinen Mittelstand. Eine Unterscheidung zwischen arm und ärmer dürfte vollkommen ausreichen.

Alle Forderungen, die Dispozinsen zu senken, klingen wie Aufrufe nach Preissenkungen für überteuerte Schokolade. Man könnte auch darauf verzichten. Was halten Sie von null Prozent Zinsen? Geht nicht? Na passen Sie mal auf…(Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , ,

6 Kommentare auf "Dispo-Peer & Zins-Kipping: Her mit der Dispo-Grenze!"

  1. MARKT sagt:

    Leider dürfte es vielen gar nicht mehr möglich sein ihr Konto so einfach auszugleichen und sich dieser Zinsen zu entledigen.

    Natürlich kann man Ihnen vorwerfen, es überhaupt so weit kommen zu lassen und oder das System bisher nicht ansatzweise verstanden zu haben. Aber wieviele hatten tatsächlich die „freie Wahl“?

    Ein „Kleinunternehmen“ im produzierenden Gewerbe wird wohl meist auch auf den Dispo angewiesen sein, außer er vermeidet Investitonen und belässt EK im Unternehmen.

    • FDominicus sagt:

      „Ein “Kleinunternehmen” im produzierenden Gewerbe wird wohl meist auch auf den Dispo angewiesen sein, außer er vermeidet Investitonen und belässt EK im Unternehmen.“

      Ja, wie kann man auch nur daran denken mit eigenem Geld zu wirtschaften. Da habe Sie durchaus recht nur hat das mit Ihrem Nick, nicht mehr zu tun.

      • MARKT sagt:

        versuchen Sie einfach bei der Realität zu bleiben.
        Den meisten, in den letzten 10 Jahren gegründeten Kleinunternehmen im produzierenden Gewerbe ist es schlicht weg nicht möglich, auschließlich auf Basis des EK zu existieren. Denn Sie sind oft aufgrund von Not und Selbsterhaltungsdrang gegründet worden und unterstützen somit (unbewusst)dass vom System gewollte Lohndumping.

        Übrigens mein Nick kann vielfach interpretiert werden. Aber er liefert Reizpunkte. Wer MArkt nur wünscht wenn er einem nutzt, der ist gegen den Markt. Und ich kenne im Moment „keine“ Inititiative in der bestehenden „Marktwirtschaft“ (sozial meide ich in diesem Kontext bewußt) die einen MArkt auch nur am Rande, gegen eigene Interessen erlaubt.
        Ein tatsächlicher Markt hätte dem bestehenden Trauerspiel schon sehr lange sein wohlverdientes Ende bereitet.

        • Michael sagt:

          Auch. In der IT in den U.S., allein von dort denke ich einen guten Eindruck zu haben, ist das gewollt. Das beschriebene Lohndumping ist dabei ein Side Effekt. Das sind die legendären Gründerwellen. Im Valley läuft aber genug Investorenkapital herum, das Abnehmer findet. Die Auswirkungen sind ähnlich. Mit dem Unterschied, dass sie bei einer Ich-AG in .de allein die Schulden haben. Im Valley stehen dagegen für das Wagnis ein paar Mio., selbst in Österreich ist es jemanden gelungen nach harten Jahren und der Ausrichtung und Neuausrichtung des Businessmodell in die Richtung – Monitoring im Großkundenbereich Financial Services usw… Da geht keiner zu einer Retail-Bank um einen Dispo … Das Beispiel war Dynatrace die von Compuware wurden übernommen … http://at.compuware.com/application-performance-management/

          Aber mit einem Second Hand Shop für Kinderkleidung in einem Land in dem – Was nix kostet ist – ist nix, aber jeder alles günstiger haben will, sehe ich da wenig Chance. Und in dem Punkt korrekt – eigenes Kapital zu setzen. In Wahrheit, will man was ordentliches Machen braucht man soviel als könnte man bereits in Pension gehen. Mit ein paar 10k hüpft man nicht weit.

          Früher sagte man – in 10 Jahren weiß man wo man steht – Ausfall, Mittelstand oder IPO. Letzteres ist eher selten. Aber heute sind die Zyklen 3 bis 5 Jahre. Alles andere mit eigenem Geld … schade ums Geld. Fressen die Abgaben. Ich kennen keinen selbst in der IT der in nachhaltiges Wachstum ohne Offshore am Weg bringt.

          In .de ist die Ich-AG an sich ein Suizid Partie – die Ausfallswahrschenlichkeit sinkt ja nicht. Nachher bist den Ruf los – der interessiert in den U.S. keine Sau in Wahrheit – neues Spiel neues Glück.

  2. Thomas sagt:

    „Oder fragen Sie doch Ihren Bankberater täglich nach dem aktuellen Goldkurs. Sie können ja auch jedes Mal im Vorraum der Filiale während der Öffnungszeiten eine unnatürliche Angst vor Geldautomaten entwickeln. Oder gönnen Sie sich 20 kostenlose Kaffee – und Keks-Treffen, getarnt als Beratungsgespräch. Aber Zeit ist irgendwie auch Geld.“

    Ich hau mich weg :-D… Wenn ich Zeit hätte, würde ich das glatt machen. Natürlich nur mit Kamera 😉

  3. Lickneeson sagt:

    Ach ja, ich liebe es.Wenn man in Deutschland 2 Wochen lang ein bliebiges Thema durch die Medien und die „öffentlichen Bedürfnisanstalten“(frei nach Georg Schramm)jagt, erlangt man beim „mündigen Bürger“ meist 95 % Zustimmung.

    Je plakativer die mediale Show, desto geringer die eigene Hirnleistung.
    Die Schafherde muss nur noch abnicken.Als Beispiele seien nur „Raucherterror“, „Hundeterror“, „Lebensmittelkennzeichnungsterror“ etc. genannt.Zu der NSU – Verlosungsolympiade sag ich lieber nix.

    Ab 2020 darf nur noch unter Wasser geraucht werden.Hunde werden in Aquarien hinter dem Besitzer hergezogen und an jedem Lebensmittel haftet ein 1000-seitiger Informationsroman.

    Währendessen saugen sich die alten Fugger weiter mit Kapital voll, manipulieren die Märkte vor sich hin und enteignen den „Wutbürger“ wo immer sie es für opportun halten.

    Wie heisst es so schön im „Namen der Rose“:

    „Hüte Dich vor Veränderungen, wenn auch die Curie von ihnen spricht.“

    Am besten ist, man ignoriert das Politiktheater und wählt nur noch die Eissorten beim Italiener.

    MfG

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.