Direkt aus dem Edelmetallhandel…

12. Mai 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Ein Papiertiger ist durch den Silberhühnerstall getobt, schrieb ein Kommentator auf unserem Blog. Was da passiert, war, ist und bleibt rätselhaft – und von großen Adressen dominiert. Was aber tut sich aktuell vor Ort bei den Metallhändlern?. Dazu ein Podcast.

 

Während Gold in Euro knapp unter seinem Allzeithoch eingenistet hat, gingen die Preise für Ein-Unzen-Münzen um zehn auf jetzt rund 28 Euro zurück. Wie aber reagieren die Leute in Sachen Edelmetalle. Wie sieht der Markt aus, und was gibt es über die Versorgungssituation bei Gold und Silber zu berichten?

Darum geht es jetzt in unseren Podcast. Zu Gast Jörg Schuster, Metallhändler von Taurus Edelmetalle in Berlin. Am Mikrofon: Frank Meyer


Direktlink

Edelmetallhandbuch: Ihre praktische Vermögensanlage in Goldbarren und Silbermünzen
Dice Have No Memory: Big Bets and Bad Economics from Paris to the Pampas
Die Krise hält sich nicht an Regeln: 99 Fragen zur aktuellen Situation – und wie es weiter geht

Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , ,

18 Kommentare auf "Direkt aus dem Edelmetallhandel…"

  1. Stuelpner sagt:

    Danke Frank für das Interview, solche Infos sind immer ganz interessant.
    Einen Punkt habe ich am Schluß nicht ganz verstanden, Jörg meinte doch es geht spätestens nach 2-3 Jahren geschmeidig nach oben, wieso sollte ich dann nur 10-15% meines „Vermögens“ in Silber bzw. EMs anlegen, um die anderen Börsenpapiere abzusichern?
    Vielleicht bin ich ja auf dem Papierauge blind, da ich diesen ganzen „Versprechen“ egal wie sie heißen nicht mehr traue. Ob Fiat oder Aktie, beides ist für mich ähnlich suspekt, deshalb ist dieses 15 zu 85 Verhältnis zwar alt bekannt, zwecks Streuung usw., aber können solche Regeln nicht auch durch aktuelle Situationen überholt werden.

    • Frank Meyer sagt:

      Das gilt unter Metallhändlern meist als Faustregel – als Versicherung in guten und in schlechten Zeiten. Je nach eigener Einschätzung kann man ja mehr machen. Nur… Mir ist neulich die Zahl von 200 Billionen USD über den Weg gelaufen, die es als Schulden auf der Welt gibt. Nehmen wir mal an, es stimmt. Schulden der einen sind die Guthaben der anderen…

      200 Billionen … 10% sind 20 Billionen. Der Goldmarkt ist derzeit rein rechnerisch (170.000 Tonnen, nicht alles verfügbar) ca. 5 Billionen USD groß.
      Das wären 6.000 USD/oz, wenn alles verfügbar wäre. Ist es aber nicht und würde eine gleichmäßige Verteilung voraussetzen (25 Gramm / Nase) Hmmm. Und jetzt mal den Tascenrechner aus der Schublade hervor kramen.

    • Gruppenratsvorsitzender sagt:

      @Stuelpner

      Genau dieses 10-15% in Edelmetallen Argument am Ende des Podcastes habe ich auch nicht so richtig verstanden.
      In WAS sollen meine Gruppenmitglieder ihre 85-90% investieren?
      In Aktien? Gibt es sichere Aktien? Was ist noch sicher in dieser verrückten Welt?

      Lieber Frank klär uns bitte auf!

      viele Grüße aus der Bezirksverwaltung Suhl, Kreisdienststelle Meiningen

      • Frank Meyer sagt:

        nicht „sollen investieren“ sondern „sind bereits investiert“. Dazu muss man zusammen zählen, was man hat.

        + Bar
        + Konto
        – Schulden
        + Aktien
        + Fonds
        + Anleihen
        + Immobilien
        + das unterm Kopfkissen
        + Briefmarkensammlung
        + aus der Familienkasse heimlich „Abgezweigtes“
        – Verbindlichkeiten aufs Haus und an Freunde
        + Handyguthaben
        + Versicherungen (LV)
        ___________________________

        = XXXXX
        ___________________________

        Von diesem Betrag X errechnet man 10-15 Prozent.

      • Stuelpner sagt:

        @GRV 😉

        Also nach Franks Aufzählung, von was man die 10-15% berechnen soll, scheint es doch so zu sein, das die 85% in „sicheren“ Dingen angelegt sind oder seien sollen.
        + Aktien
        + Fonds
        + Anleihen
        ich hab dort keinen Cent investiert, wegen Vertrauensverlust.

        + Versicherungen (LV) habe ich auch keine mehr, weil Vertrauensverlust und §89VAG

        Demzufolge schlafe ich im Sitzen, wegen dem großen Kopfkissen und/oder ich hab keinen Rasen mehr, weil ich die ganze Gegend als unterirdischer Speicher nutze.

  2. Der Fotograf sagt:

    Vielen Dank für das interessante Interview und Prost auf das zweite Gläschen! 🙂

    Hr. Meyer, ein Blick ins Postfach lohnt sich. (Hoffe ich jedenfalls)

  3. Andre sagt:

    Vielen Dank Frank,

    toller Podcast:-). Ich bin ja schon wieder gespannt, wass Ihr beide am Samstag in eurer immer beliebteren MW besprochen wird.

  4. Frank Meyer sagt:

    Unser Webmaster hat gerade eine neue Kategorie eingerichtet, in der alle Podcasts zu finden sind – Rubrik: AUF DIE OHREN. Dort gibt es alle Metallwochen und was wir sonst noch so „verzapft“ haben. Danke Patrick!

    http://www.rottmeyer.de/category/podcast-2/

    Viel Spaß und gute Unterhaltung!

  5. kranich05 sagt:

    Prima Podcast,
    war genau meine Überlegung: Wenn es am Papiersilbermarkt so turbulent zugeht, wäre es besonders aufschlußreich, den physischen Markt zu betrachten.
    Sollte nicht, je gravierender die „jähen Wendungen“ (um nicht zu sagen: die steuernden Eingriffe) am Papiermarkt sind, umso stärker eine Tendenz der Differenzierung zwischen den beiden Marktsegmenten wirksam werden?

    Bei den 10-15% habe ich auch gestutzt. Danke Frank für die Erläuterung. Danach sind meine FREIEN MITTEL zwar zu 80, 90% in EM, wenn ich aber ALLES zusammenzähle, sind es kaum 25%.

  6. Krisu sagt:

    Tach zusammen. Also mein letzter Bankberater hat letztes Jahr im Frühling auf die Frage nach physischen Edelmetallen einen Gesichtsabsturz erlitten und mir eindringlichst abgeraten: „hochspekulativ“, „nicht liquide“, „Spread bei An- und Verkauf“, „keine Zinsen“ etc. pp. Heute bin ich ganz froh, nicht auf ihn gehört zu haben..

    • samy sagt:

      Hi,
      letztes Jahr wollte ich in einer Zweigstelle meiner Sparkasse einen 1g Barren verkaufen, nur mal so und um zu sehen was geschieht. Es handelte sich um einen Barren der Istanbul Gold Refinery, eingeschweisst in einer kleinen Karte.

      Totale Konfusion der Bankangestellten. „Ähm, ja, wir kaufen Gold, aber ist der den echt?“ Oder aber: „Och, wie süüüüüüß, so was habe ich noch nie gesehen und so klein!“. Ein Anruf in die Zentrale führte ebenfalls zur Verwirrung, denn wie wiegt man bitte einen Barren, der in einer Karte eingeschweißt ist und verdammt, wieso stellen Türken Barren her? Kommen die nicht aus der Schweiz? Ich habe dann scherzhaft empfohlen, den Barren auf einen Scanner zu legen und ein Bild in die Zentrale zu mailen, zwecks Mitarbeiterschulung. Man tat das dann auch, und zwar dankbar.

      Fazit: Die haben EM in der Ausbildung einfach nicht auf dem Radar. Versuch zwecks ehrlicher Beratung einen Numismatiker unter den Bankangestellten zu finden, die erkennt man im Gespräch recht schnell und an dem Glanz im Auge, wenn man wieder Silberzehner kauft. Und vereinbar ein konspiratives Treffen in einem Kaffee, du willst ja nicht dessen Karriere versauen.

      🙂

  7. Andy sagt:

    Hallo Zusammen,

    ich halte ebenso einen größeren Anteil als ca. 15% für sinnvoll. Allerdings keine 100%, darauf könnte man manchmal kommen, bei dem was man so im Internet an Beiträgen ließt. Für einen weiteren Teil halte ich Aktien und Fonds für sinnvoll, und nicht nur Minenaktien. Bei Aktien scheiden sich allerdings die Geister, einige sehen das totale Chaos mit unglaublich niedrigen Kurszielen, die anderen neue Höchstkurse, wie z.B. DAX über 12.000, Dow über 18.000. Ich halte das letztere für wahrscheinlicher, wo sollen die unglaublichen Summen aus den (öffentlichen) Anleihen auch hin?

    Zum Silber gibt es neues von Martin Armstrong. An seiner Einschätzung hat sich nichts geändert. Das Tief um den 13.06., dann up. Kommt es anders, dann steht nach dem PI Zyklus Ungemach ins Haus. (2 Jahre down)

    http://currency-crisis.de/2011/05/armstrong-economics-the-silver-crash-of-2011/

    Gruß
    Andy

  8. Herzog.Waydelich sagt:

    Die friedliche Koexistenz zwischen Gold und Geld

    Hallo Frank,
    viele wundern sich, warum unsere FIAT-Währungen noch funktionieren. Und nicht nur deshalb, weil der weniger Informierte Dollar, Pfund und Euro auf Grund der Bezeichnung vielleicht mit mittelmäßiger italienischer Automobilbaukunst issoziiert.

    Auch schon zu Zeiten der Fugger war es möglich, beliebig viele Banknoten, welche ja eine Verbriefung auf Goldbestände bedeutete, auszustellen. Hätten die Fugger ungedeckte Schecks ausgestellt, so wäre das wohl für den Überbringer nicht gesundheitsförderlich gewesen. Man hätte den Betrüger in Florenz direkt auf der Piazza della Signoria aufgeknöpft.

    Heute ist es durch Quantitavie Easing, Ankaufprogramme der EZB und viele andere moderne Verbriefungsasktionen gang und gäbe. die monetäre Basis nach belieben anzupassen. Also kann ein gesundes Wirtschaftssystem nur mit einem Goldstandard funktionieren!?!?

    Bevor man ins Horn des Schlachtrufs „Zurück in die Zukunft“ bläst, sollte der geneigte Leser sich sich anschauen, was volkswirtschaftlich die Geldfunktion auszeichnet: Zahlungsmittelfunktion, Wertaufbewahrungsfunktion und Wertmessfunktion.
    Und hier liegt in der globalisierten Welt genau des Problem: Man stelle sich vor, ich wollte mit einem ´20FF Napoleon ohne Kranz´ meine Tankfüllung begleichen. Der Tankwart (korrigiere 400 Euro-Jobber), der diese wertvolle Münze als für die Begleichung des Spriteinkaufs ausreichend anerkennt, wird schwer zu finden sein. Insbesondere, wenn er mir dann drei 5 DM Stücke vor 1974 sowie fünf weitere mit Prägung nach 74 herausgibt. Hier habe ich nun auf die schnelle das Problem zu erkennen, ob das das richtige Wechselgeld ist. Jedoch – ich bin mir sicher, hierfür gibt es in Kürze eine App auf dem I-Phone. Oder wurde die gar schon gelauncht?

    Man kann an diesem Beispiel gut erkennen, dass Gold und Silber ihre nun jahrtausendwährende Wertaufbewahrungsfunktion konserviert haben. Nur die Zahlungsfunktion ist mit der Zeit, auch wegen des elektronischen Zahlungsverkehrs, verloren gegangen.

    Die Frage kann also nicht Gold oder Geld lauten und der Ausspruch Gold ist Geld gehört auch auf den Friedhof der Geschichte: Gold und Währungen sind zwei ungeliebte Stiefbrüder, welche sich gegenseitig bedürfen. Das FIAT-Geld hat die Tauschmittel/Bezahlfunktion sowie auch die Wertmessfunktion. Das ist praktisch, erprobt und sinnvoll. Lediglich das Experiment mit der Wertaufbewahrungsfunktion ist gescheitert. Und da man bei fortschreitendem Waldsterben nicht genug freie Bäume hätte, um alle Betrüger fein säuberlich aufzuknöpfen, sollte man diesen größten Feldversuch der Menschheitsgeschichte geordnet beenden. Nein, Wertaufbewahrungsfunktion gab es nur durch die Einlösungsgarantie gegen Gold (Bretton-Woods). Da diese starre Bindung jedoch aus vielfältigen Gründen eine aktive Wirtschaftspolitik verhindert, ist eine Rückkehr zu selbigem Abkommen nicht zielführend. Vielmehr sollten wir die Wertaufbewahrungsfunktion den Edelmetallen zuschreiben, was zu einer natürlichen Wertsteigerung – gemessen in FIAT-Währungen – führt.

    Und natürlich kommt es dabei zu Schwankungen, genauso wie der Wert einer Immobilie oder einer Aktie schwankt. Jeder, der aber z.B. Silber bei 8 USD als fair bewertet ansieht, weil die Produktionskosten nicht höher sind, dem empfehle ich einen Ausflug nach München. Zumindest virtuell, auf den Immobilienplattformen im Web. Denn das eine Wohnung, welche Herstellungskosten von vielleicht 100.000 Euro aufweist, bei einer dreiviertel Million Euro den Besitzer wechselt, das ist für viele wieder ganz normal. Wie war das noch mal mit fair bewertet?

    Es wird Gold und Silber immer zu kaufen geben. Es verschwindet ja nicht aus unserer Galaxie. Mal wird es stärker nachgefragt, mal weniger. Wie bei einer Wohnung, welche ich verkaufen möchte. Das dauert dann auch mal drei Monate oder länger, bis der potente Käufer gefunden ist. Würde man die Gebote für die Wohnung minütlich weltweit broadcasten, könnten viel mehr Menschen als die Silberbugs keinen ruhigen Schlaf finden aus lauter Angst vor Vermögensschäden. Auch wäre die Pulsfrequenz bei Kunden der Assekuranz, deren Rückkaufswert Ihrer Lebensversicherung live errechnet wird, wäre spannend zu verfolgen. Da führen dann auch wieder die PIIGS-Anleihen zu den nötigen Kicks!

    Nur Gold und Silber wird weltweit quasi rund um die Uhr bewertet, jede Sekunde neu. Und dann nicht mal echte Ware sondern nur Lieferansprüche, die um ein Vielfaches die tatsächlich verfügbare Ware übertreffen. Man stelle sich das einmal mit Futures auf Wohnungen in München Bogenhausen vor: Ein Kontrakt mit 10.000 Wohnungen in absoluter Bestlage und schon kann auch der sozial Benachteiligte mit Migrationshintergrund sich eine Penthousewohnung leisten. Hallo, Strategen von Godman Sachs und Deutscher Bank, wie lautet die ISIN ? Ich hätte auch gerne 230 qm.
    Nur den Wohnungsschlüssel kann man leider nicht aushändigen. Denn auf die Residenz haben leider schon 45 andere ihren Lieferanspruch angemeldet. Bleiben mir doch nur 80 qm in gut bürgerlicher Lage. Pech gehabt.

    Es grüßt herzlichst

    Herzog Waydelich

    • Frank Meyer sagt:

      Vielen Dank für den Einwurf, geehrter Herzog!
      Fiat macht das Leben leicht. In der Tat. Mein Tankwart schaut mich doof an, wenn ich für eine Tankfüllung zwei Unzen Silber auf den Tisch lege. Ich bin eigentlich auf dieses Relikt gekommen, als ich mich fragte, was ich mit dem Fiat mache, das nicht in den Tank passt. Ich muss es ja aufbewahren und darauf vertrauen, dass ich in Zukunft, wenn ich mal nicht mehr arbeiten kann, will, darf, muss… (Zutreffendes streichen 🙂 das Fiat in Ware umtauschen kann.

      Mein Vertrauen ist weg – nicht bis morgen Mittag – aber die Vertrauenskurve sinkt beharrlich, je weiter ich im Kalender vorwärts blättere. „Geld“ war früher immer eine Ware (meistens) – der Handel war Austausch von Waren. Daran hat sich auch nichts geändert, nur dass ein Teil der Waren durch Fiat ersetzt worden ist. In den USA ist man der Meinung, und diese Denkweise hat sich fast schon durchgesetzt, dass man gar keine Waren mehr braucht, sondern nur mehr Fiat. Und dann wurde es so richtig hell vor lauter Fiat. Unterdessen haben sich die Götter wie schon immer mal wieder um den Lichtschalter herum und am Sicherungskasten versammelt. Wer weiß, welche Launen sie haben.

  9. Andy sagt:

    Toller Beitrag! Sehr gut!

    Gruß
    Andy

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.