Robert Rethfeld: Die Wochen des Wahnsinns

12. August 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer

„Der DAX hat Überlebenschancen, aber es wird ein hartes Brot“, sagt Robert Rethfeld vom Wellenreiter. Er erwartet im Herbst und im nächsten Frühjahr große Schwierigkeiten am Markt. Wir trafen uns an der Börse – eine gute Gelegenheit, etwas ausführlicher über die Dax, Gold und andere Märkte zu sprechen – in einem weiteren Podcast…

 

Die Panik hätte größer sein können, sagt Robert Rethfeld. Vielleicht kommt sie noch? Was sagen die Charts zu DAX und Gold? Wie sind die letzten beiden Chaoswochen an den Börsen einzuordnen? Wo ist oben? Wo ist unten? Ein Podcast, aufgenommen am Freitag nachmittag direkt auf dem Parkett der Börse in Frankfurt. Viel Spaß!

 

Homepage von Robert Rethfeld – Wellenreiter-Invest

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20 Kommentare auf "Robert Rethfeld: Die Wochen des Wahnsinns"

  1. Hallo Frank,
    ohne ein QE 3 wird sich die Dax-Marke von 5.100 Punkten nicht halten können, oder?

    • Avantgarde sagt:

      Das ist genau die Stelle im Text an der ich immer Lachen muß.
      Erst sind sich die Leute ganz sicher, daß QU3,4,5… kommt, daß alle Anlagewerte steigen, platzieren eine Wette darauf und beschimpfen die ZBs der Gelddruckerei.

      Nun müssen sie sogar darauf HOFFEN, daß Ben B. eben diese Politik weiter führt, die sie doch ablehnen. 🙂
      PS: Das ist nicht persönlich gemeint, sondern bezieht sich auf die Aussage die so typisch ist…

  2. gilga sagt:

    Um so bewegter die Zeiten, um so aktiver der Meyer… 😉

    Vielen Dank für die Mühe und natürlich auch vielen Dank an Herrn Rethfeld.

  3. retracement sagt:

    Dieses Format, so um die 10 Minuten ist genau richtig. Liegt aber auch daran, daß die Glaubwürdigkeit und der Background von RR für sich sprechen. Warum allerdings die Politik irgendwas richten können soll ist mir fraglich? TINA wird nicht gegensteuern. Nein, sagt es doch wie es ist: Der Euro hat erst fertig wenn das Volkseigentum auf gesamteuropäisches Niveau nivelliert wurde. Erreicht wird dies durch den neuen Euro-Bond, der aus einem Bürge(r) einen Bürge(r) XXL macht. Und am Ende isch halt es Häusle weg. Eigentum verpflichtet. Zu was eigentlich?
    Diese ganze Europa-Nummer bringt einen doch immer mehr ins Schlingern.
    Wie soll das denn ablaufen?

    So etwas braucht einen charismatischen Chef-Verkäufer im Parlament, der in der Lage ist die Umverteilung zu verkaufen!

    Wir haben doch keinen Mangel an Ideen. Die Virtualitäten der letzten 10 Jahre auszubuchen wurde seit 2008 sicherlich auch in alle Richtungen durchgedacht. Ich will hier nicht zu versöhnlich mit dem Kasperletheater rüberkommen, aber nur Au und Ag wird es nicht richten.

  4. Berliner sagt:

    Herr Rethfeld macht einen sehr sympathischen Eindruck – danke für das Interview.

    Ich bin heute um 13 Uhr short gegangen und bleibe das auch übers Wochenende. Ich hoffe, wie auch Herr Rethfeld erwähnt, dass die Indizes noch weiter einbrechen könnten bevor eine Erholung statt findet. Gegen Dax = 5100 habe ich nichts einzuwenden 😉

    Frank – Danke für die Mühe und das Interview.

    Schöne Grüße
    Matthias

  5. holger sagt:

    Da hab ich mal ne Frage:

    Es wird immer von „Panik“ gesprochen. Wer gerät eigentlich warum und wieso, in „Panik“? Also ich habe mich mal umgehört, bei den Nachbarn. Da ist nicht einer in Panik verfallen, in der letzten Woche. Im Gegenteil… nachdem ich Panik verbreiten wollte, haben die einfach den Rasenmäher angemacht und den Rasen in aller Seelen-Ruhe gekürzt. Ich habe auch gesagt und gerufen: Ja seht ihr nicht den DAX?… Beobachtet ihr nicht die Volatilität der Märkte?… Da mähen die einfach weiter. Hört keiner zu. Hey… habt ihr nicht bemerkt wo Gold steht? Bei über 1.700 USD manchmal sogar über 1.800 USD. Ihr müsst Edelmetall kaufen… wieso unsere Rente ist doch sicher! Nach ca. 2 Stunden habe ich es aufgeben müssen, Panik zu verbreiten. Massive Prügel haben die mir angedroht, wenn ich nicht endlich aufhöre, Panik zu verbreiten. Ich gebe zu: Panik zu verbreiten ist kein einfacher Job sondern auch gefährlich. Und wenn 10 Leute dich dann auch noch vermöbeln wollen und auf dich, genervt, mit Wut im Gesicht zurennen, dann kann man schon mal selbst in den Panik-Modus geraten. Mein Fazit: Schuster bleib bei deinen Leisten, und bau lieber Maschinen.

    Schönes WE allen 😀

    • Frank Meyer sagt:

      Ich weiß nicht, wo Du mit Deiner Panik unterwegs gewesen bist und was Du da getan hast. Vielleicht warst Du ja in einem Supermarkt unterwegs oder abend im Theater. Vielleicht auch auf einer Trauerfeier? Erlebe mal einen einzigen Tag an der Börse, wenn die Kurse durchrutschen und Du weißt… wenn das jetzt nicht hält, rauschen wir durch. Nicht dass es die Kursverluste sind, sondern die Gefahr, dass es das Finanzsystem zerlegt, wenn die französischen Banken platzen. Ist ja nicht passiert. Da denkt man in diesen Momenten.. Dann hilft nur noch beten. Ein Tag an der Börse und -7% in einer Stunden, Volatilitätsunterbrechungen in jeder Minute. Und dort weiß man, worum es geht, wenn es abstürzt. Und dann riecht man die Angst in der Luft.

    • Avantgarde sagt:

      Die Panik wegen dem Aktienmarkt wir doch von den Medien veranstaltet, weil die sich immer auf die Seite der Kapitalhalter stellen.

      Wären die Medien konsequent müssen sie sich auch über steigende Benzin, Zucker, Kupfer, Weizen….preise freuen – bzw. anfangen zu jammern wenn der Ölpreis gerade mal fällt.

      Die Medien sind halt das Sprachrohr einer Clique die daran interessiert sind, daß die Menschen ihr Geld in Aktien investieren.

      Niemand wird allerdings sein neues Auto abbestellen nur weil der Kurs von BMW gerade fällt, keiner stellt den Stromverbrauch ein nur weil sich die EON gerade verbilligt….
      Das ist doch alles Kappes 🙂

      • Frank Meyer sagt:

        Das sehe ich anders, das mit dem Veranstalten. Wenn, dann sind die Medien ein Verstärker von Nachrichten. Das Kino spielt sich im Kopf des Betrachters ab. Andere Themen kommen oft nicht auf die Tagesordnung, wenn sie durch „wichtigere“ Dinge verdrängt werden.
        Ich sehe es ja auch auf dem Blog, was gerne gelesen wird und was nicht. Wenn es einen Text geben würde, der 1:1 das vorher sagt, was in den kommenden vier Wochen passiert – er würde nicht mehr Abrufe haben als die anderen.

        Es ist Dein Eindruck, dass die „Medien“ (weiter Bereich) immer auf der Seite der Kapitalhalter stünden. Es ist Deine Wahrheit. Deshalb muss sie nicht richtig sein. Genau so wie meine Eindrücke nicht richtig sein müssen.

        Eines ist aber sicher: Wenn die Finanzketten reißen, wird BMW gar kein Auto mehr bauen können. Dann kann man sich das mit dem Abbestellen sparen. Und ob es dann Strom gibt?

        • Avantgarde sagt:

          Ja es ist tatsächlich mein Eindruck und auch meine Meinung, daß die Medien von bestimmten Leuten beeinflusst werden.
          Wobei die Nachrichten in Deutschland qualitativ noch relativ gut sind.

          Eine Firma produziert und Verkauft Waren – und es ist zunächst mal gleichgültig ob der Kurs der Aktie bei 10 oder 100 steht – dabei fällt mir auch der Witz mit der Telekom ein: „Haben Sie auch bei 60 nachgekauft?“

          Was sich ändern könnte sind die Eigentumsverhältnisse einer Aktiengesellschaft.

          Es ist halt die Tragik, daß Werte heutzutage so geschaffen werden, daß möglichst viele Menschen eine Aktie X kaufen, diese steigt und man sich anschließend vermögend fühlt.

          Nimmt man jetzt schon wieder den Bürger in Geiselhaft wenn die Kapitalhalter Geld verlieren – muß dieser schon wieder einspringen?

          In den Medien war auch zu hören, daß die Leerverkäufer die bösen Buben seien – das kann nur jemand sagen, der nicht weiß WIE so ein Markt funktioniert. Allenfalls ungedeckte Leerverkäufe könnten diskussionswürdig sein.

          Aber von mir aus sollen sie das halt verbieten – dann befeuern wir steigende Kurse und der nächste Crash geht dann sehr viel schneller….

          So schnell reißen die Finanzketten nicht – zumindest besteht jetzt noch keine Gefahr.
          Ich kann der Politik übrigens an dieser Stelle nur empfehlen gerade die Vobas und Sparkassen zu stärken – denn gerade die bilden das Rückgrad unserer Realwirtschaft.
          Bestrebungen diese zu privatisieren sind eine Verschlimbesserung.

    • Berliner sagt:

      @Holger

      In Analogie zu dem Beispiel mit ihren Nachbarn die einfach Rasen mähen und nichts von Panik spüren, möchte ich folgendes anmerken.

      Stellen Sie sich vor ihre Nachbarn sind blind und taub. Diese Nachbarn leben in ihrer eigenen stillen Welt – sie bekommen praktisch nicht mit was um sie herum passiert.

      Was geschieht nun aber mit diesen Nachbarn wenn in ihrer Nähe ein Vulkan ausbricht? Glauben Sie, dass diese Nachbarn, nur weil sie den Vulkanausbruch nicht sehen und hören, nicht davon betroffen sind?

      Was passierte 1929 mit denjenigen die Rasen mähten? Wurden diejenigen eventuell sogar am härtesten getroffen weil sie dachten, dass in ihrer Welt „der Rasen so schön grün ist (da wird mir schon nichts geschehen)“?

      Und haben – 1912 auf der Titanic – diejenigen Passagiere, die sich unter keinen Umständen vorstellen konnten, dass solch ein großes und stolzes Schiff jemals untergehen kann, überlebt oder sind die auch ertrunken?

      Was denken Sie?

  6. holger sagt:

    @ Frank

    —>>>Erlebe mal einen einzigen Tag an der Börse, wenn die Kurse durchrutschen und Du weißt… wenn das jetzt nicht hält, rauschen wir durch.“

    Das sind eben die Dinge, die ich partout nicht verstehen kann. Wird deswegen zB Siemens eingestampft und ist Morgen nicht mehr da? Ich kanns mir nicht vorstellen. Geht einfach nicht. GE wird nächstes Jahr immer noch Kraftwerke bauen. Auch in Fukushima. Egal wo der DAX oder DOW stehen wird. Ich würde gerne mal so einen Tag erleben… Das doofe ist, ich kann damit nichts anfangen. Du kannst mir ne Euro-Palette Gold vosr Haus stellen. Irgendwie so einen Kubikmeter. Ich würde nicht einen Barren davon nehmen. Ich kann es einfach nicht. Das würde in 40 Jahren da noch stehen. Ja… das steht einfach da.

    @ Berliner

    —>>>Was passierte 1929 mit denjenigen die Rasen mähten? Wurden diejenigen eventuell sogar am härtesten getroffen weil sie dachten, dass in ihrer Welt “der Rasen so schön grün ist (da wird mir schon nichts geschehen)”?“

    Hey… ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass meine Ur-Oma mir davon erzählt hat, und trotzdem den Garten bestellt hat. Ja… wir hatten Hühner, Schweine und ein wenig Landwirtschaft. Wir sind doch aber trotzdem geboren worden. Man kann sogar behaupten, die, die jetzt Leben, haben sogar die Pest überlebt. Wer von den jetzigen Erdlingen kann denn mit Kennzahlen umgehen. Das interessiert eigentlich gar keinen mehr. Ich war gestern Abend in der Kneipe. Selbst da regt sich keiner mehr auf. Irre. Momentan liegt irgendwas in der Luft. Nix politisches wird da gesabbelt (Kneipe). Und das ist/war oft so. Noch nicht mal die ortsüblichen Prügeleien (Meinungsfindung) finden mehr statt. Alles total „friedlich“. Außer den Medien konnte ich keinen antreffen, der in Panik ist. Unheimlich? vermutlich!

    • Frank Meyer sagt:

      Das sind eben die Dinge, die ich partout nicht verstehen kann. Eben.

      • holger sagt:

        Eben… na klar.

        Die Kurse sind hoch und runter. Und? Was hat sich denn nun geändert? Gibts keine Brötchen mehr? Beim letzten Mal hatte ich ja noch Angst und machte mir in die Hose. Das ist doch nur noch Kasperle-Theater. Das hat doch mit „Wirtschaft“ und „Mr.Market“ nun wirklich nichts mehr gemein. Kann ja sein, dass irgendwer den Begriff „Humbug“ noch mal neu definiert. Ich habe das Gefühl, dass das alles Mumpitz ist. 500 Punkte oder 1000 runter Richtung Süden… innerhalb von wenigen Minuten und 500 Punkte oder 1000 wieder Richtung Norden. Ist da wirklich irgendein Sinn drinne? Das hat doch nix mehr mit Wirtschaft zu tun. Das ist doch Verarschung hoch 12. Und dabei wird sogar „Geld“ produziert. MLM in Perfektion.

        @ Avantgarde

        Wo der Kurs steht, scheint egal zu sein. Die Unternehmen erwirtschaften mehr oder weniger Gewinn. Es könnte natürlich sein, dass Montag von 11:55 bis 12:01 anders aussieht. Mit dem KGV. Deswegen machen die ja auch Prognosen im HFT Bereich. Rational ist das nicht. Jedenfalls, in meinen Augen. Aber die sind sowieso nicht mehr gut.

    • Avantgarde sagt:

      „..Wird deswegen zB Siemens eingestampft und ist Morgen nicht mehr da? Ich kanns mir nicht vorstellen. Geht einfach nicht. GE wird nächstes Jahr immer noch Kraftwerke bauen..“

      Ja – Siemens baut und produzierte am 1.04.2011 bei einem Kurs von 99,39 ebenso wie am 09.08.2011 bei einem Aktienkurs von 67,82.
      Der Geschäftszweck hatte sich ja auch nicht verändert.
      Nur die Dividendenrendite war eben bezogen auf den Einkaufspreis der Aktie am 9.8 besser um nicht zu sagen attraktiv – sofern die Geschäftslage so bleibt.

      Und der Kursanstieg eines ganzen Jahres wurde korrigiert – was ist also schlimm daran?
      Wäre es wirklich besser gewesen wenn der Kurs vorher noch auf 150 gestiegen wäre?
      Ach ja ich verstehe – es wäre ein weiterer „Wert“ geschaffen worden.
      🙂

    • auroria sagt:

      Panik zu verbreiten ist fast immer eine schlechte Idee:
      1. Man liegt meistens falsch. Da können die fundamentalen Daten noch so eindeutig sein, die Regierenden werden alles aus der Trickkiste versuchen um es noch einmal aufzuschieben.
      Wer 2001 – 2003 das Ende vorausgesagt hat lag falsch.
      Wer 2008 das Ende vorausgesagt hat lag falsch. Z.B. Dirk Müller: http://www.dailymotion.com/video/x70vxg_mr-dax-finanzsystem-kollabiert-mit_news

      Wer zu oft Panik verbreitet verliert Glaubwürdigkeit, so wie der berüchtigte Walter Eichelburg mit seiner ständigen „in 1 Woche is Währungsreform“ Panik.

      2. Die Leute wollen es meist nicht hören, man macht sich unbeliebt. Und wenn man doch recht hat, will auch keiner daran erinnert werden. Und man bekommt evtl. Besuch: „Du hast dich doch vorbereitet …“

      3. Panik ist meist nicht die richtige Reaktion, man sollte lieber erst überlegen und dann handeln.

      4. Wenn doch mal Grund zur akuten Panik herscht, ist es eh schon zu spät zum handeln. Außer vlt. noch schnell zum Bankautomaten und zum Supermarkt, kann man dann eh nichts mehr machen. Goldhändler sind binnen Stunden ausverkauft wenns wirklich akut wird, würde ich als Händler den Laden zusperren, nen Zettel an die Tür hängen: „wir sind ausverkauft“ und kein Material mehr gegen Papierscheine rausgeben.

      Ich würde nur ab und zu das Thema ansprechen (auf keinen Fall die Leute nerven …), idealerweise anknüpfen wenn was im Fernsehen kommt, jemand anders was anspricht, etc. Außerdem sollte man immer ein paar Links parat haben, z.b. zu Zeitungsberichten (in von den Leuten angesehenen Zeitungen) usw.

  7. rolandus sagt:

    Wahnsinn, ich habe den Eindruck, dass es zwei Frank Meyers gibt, denn einer alleine kann das unmöglich alles schaffen zu organisieren und schreiben.

    @Frak: Ist Dein Schlafpensum unter 3 Stunden/Tag gefallen ???

    In freudiger Erwartung einer immer frischen Meyer-Michael MW grüßt dankend
    rolandus

  8. retracement sagt:

    Ja, womöglich gibt es uns alle mehrfach?
    Manche scheinen sogar schon einmal eine echte Wirtschaftskrise erlebt zu haben. Also eine Zeit, in der jegliche Geldmittel nicht mehr erreichbar waren, um mal eben ein leckeres Stückchen Brie de Meaux neben den Pomerol zu stellen. Oder die Ware wurde an sich schon nicht mehr produziert, weil bereits im Handel mit den Vorprodukten Angebot und Nachfrage auf der „Preisseite“ versagt haben.

    Ein an-ständig schönes Wochenende an alle Kettenraucher hier im Blog.

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