Die Wirtschaftswunderjahre sind vorbei…

18. Mai 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Zurück zum Sozialneid. Da steckt wirklich mehr dahinter. Wenn Sie Ihrem Nachbarn etwas wegnehmen, entsteht das Problem, dass er dann versucht, auch Ihnen etwas zu abzunehmen. Relativ rasch vergeuden beide dann extrem viel Zeit damit, Regeln und Vorschriften zu erlassen, die den eingen bestraft und den anderen belohnt.

Am Ende produziert dann niemand mehr mehr Wohlstand…

Eine Gruppe erhält einen Zuschuss für seine Produkte. Ein anderer bekommt einen Vertrag mit der Regierung. Ein anderer bekommt medizinische Versorgung, die die Regierung bezahlt. Und noch eine anderer bekommt eine Steuergutschrift.

Dann stehen sie auf Zehenspitzen und schauen über den Zaun auf die Gemeinschaft nebenan … wo die Menschen damit beschäftigt gewesen sind, wirklichen Reichtum zu produzieren, anstatt diesen sich gegenseitig abzunehmen … und Sie dann nur noch neidisch.

Das ist im Wesentlichen, was in der Sowjetunion geschah: Nach 70 Jahren voller Neid getriebener Politik, sahen die Menschen über die Berliner Mauer und sahen BMWs und Mercedes. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Wahrheit hinter Wirtschaftsstatistiken und Propagandaparolen versteckt. Und seit Jahrzehnten war auch die Reaktion im Westen verwirrt und töricht. Viele US-Ökonomen gehen davon aus, dass die zentrale Planung tatsächlich funktioniert. (Manche tun es immer noch!)

Und viele Ökonomen und Politiker wollten die Welt vom Kommunismus befreien – offenbar dessen nicht bewusst, dass es das kommunistische Credo war, die größten Konkurrenten aus dem Geschäft zu drängen.

Nur wenige waren klug genug, sich einfach zurückzulehnen und diese Wunderjahre zu genießen – damals waren die USA und Europa der Nabel der Welt… mit wenig Konkurrenz aus dem Ausland … und innerlich noch nicht von den Zombies und Cronies ruiniert.

Der BMW-Effekt

Aber 1989 war das Spiel aus. Jeder wusste, dass ein BMW, gebaut in der Bundesrepublik Deutschland bei weitem besser war als ein Trabant, der im Osten gebaut wurde. Der „Trabbi“ hatte einen ineffizienten Zweitaktmotor. Besitzer mussten Öl und Benzin mischen, um das Auto zu tanken. Dazu kam, dass er eine gewalitge Menge an Rauch aus dem Auspuff pustete – die Emissionen waren neun-mal höher als bei einem westlichen Auto.

Das Auto hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 62 Meilen pro Stunde – und der Fahrer brauchte 21 Sekunden, um auf dieses Tempo zu kommen. .Und da der Trabbi keine Benzinpumpe hatte, war der Tank direkt oberhalb des Motors. Sprich, Benzin konnte ab und an in die Zylinder tropfen. Das sorgte für einige spektakuläre, feurig Abstürze!

Bis Ende der 1980er Jahre die reichen Apparatschiks in Moskau und Peking BMWs und Mercedes fahren wollten.

Die Mauer musste fallen.

Nun produzieren auch die Chinesen Autos. Die Russen verkaufen ihr Gas.

Die Franzosen sind nicht glücklich. Und den jüngsten Wahlergebnissen zufolge sind auch die Schotten nicht glücklich.

Oder die Österreicher. Oder die Deutschen. Oder die Amerikaner.

Letztere sagen, sie wollen „Amerika wieder groß machen“, durch den Bau einer Mauer, um die Mexikaner abzuhalten.

Weder Europäer noch Amerikaner sind unterernährt. Nur sehr wenige verbringen Nächte draußen in der Kälte. Fast keiner läuft nackt herum aus Mangel an Kleidung.

Warum sind sie nicht glücklich?

Denn egal, wie gut es ihnen geht, haben es andere besser.

Die Reichen! Die „Ein-Prozent!“

Leute, die mehr Geld, mehr Sex und mehr Haare haben!

Das Leben ist einfach nicht fair, so unsere Schlußfolgerung. Es ist eben so.

Seit der Vertreibung aus dem Garten Eden, war es zunächst ein Kampf ums Überleben; jetzt ist es ein Kampf, wer am besten angeben kann. Es gibt immer jemanden mit einem größeren, besseren Auto als man es selbst hat… Und wenn Sie derjendige sind, der das größere, bessere Auto hat … gibt es immer jemanden, der es Ihnen abnehmen will….

„Frankreich ist ein einziges Chaos“
von Bill Bonner

Jüngst fuhren wir vom Flughafen Charles De Gaulle aus mit dem Taxi. Unbedachterweise fragten wir den Taxifahrer, wie sich die Dinge gerade im Land so entwickeln würden. Er hatte in der Tat ein paar interessante Gedanken …

Jeder ist unzufrieden

„Frankreich ist ein einziges Chaos. Wir haben 5 Millionen arbeitslose Menschen. Und weil die Arbeitsgesetze so streng sind, will niemand neues Personal einstellen.“

„Die Behörden bemerkten zum Beispiel, dass die Arbeitgeber kurzfristige Verträge nutzten, um die Festanstellung von Mitarbeitern zu vermeiden. Jetzt geht die Regierung her und besteuert die kurzfristigen Arbeitsverträge höher. Die Sache wird also für die Arbeitgeber teurer und es ist wenig wahrscheinlich, dass dies die Beschäftigung erhöhen wird.“

„Es gibt keine Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Wir müssen warten, bis das Ganze in sich zusammenbricht. In der Zwischenzeit ist zwar jeder mit der Situation unzufrieden … aber niemand will wirklich was verändern. „

„Ja, das ist das Merkwürdige“, merkte Elizabeth später an. „ Ich las einen sozialen Kommentar aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts. Die Menschen träumten davon, ein Land wie das heutige Frankreich zu haben.

„Damals hatten sie nicht genug Nahrung, Kleidung oder ein Dach über den Kopf. Sie konnten es sich nicht vorstellen, nicht glücklich zu sein, wenn sie diese Dinge hatten.

„Im heutigen Frankreich haben sie all diese Dinge. Es ist ein Paradies für Arbeiter. Wenn Sie keinen Job haben, bekommen sie trotzdem Geld … und eine Wohnung. Und wenn Sie einen Job haben, kann man fast nicht gefeuert werden. Und trotzdem ist niemand glücklich.

„Warum eigentlich nicht?“

Helmut Schoeck schrieb im Jahr 1966 ein wunderbares Buch mit dem Titel „Neid“.

Er erklärte, warum Glück nie nur eine Frage der materiellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten ist. Wir Menschen sind darauf „trainiert“, zu vergleichen, was wir haben haben und was die anderen haben… … und wir versuchen, immer Wege zu finden, um besser als der Nachbar dazustehen.

Wenn wir also mehr als der Typ von nebenan verdienen, werden wir versuchen, es ihm zu zeigen und ihn dadurch erniedrigt fühlen zu lassen. Wenn er mehr verdient als wir, werden wir versuchen, ihm etwas abzunehmen…ihm einen Pflock in den Weg stellen. Das ist laut Schroeck die emotionale Basis, die der sozialistischen Politik zugrundeliegt: NEID, getarnt als sog. „soziale Gerechtigkeit“.
Quelle: Kapitalschutz Akte
Die Wirtschaftswunderjahre sind vorbei (von Bill Bonner)
Frankreich ist eine einziges Chaos (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.