Die weltweit beliebteste Aktie ist zum Scheitern verurteilt

18. November 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute schauen wir auf einen Kapital-Vernichter, Amazon-Chef Jeff Bezos. Vor fast 20 Jahren haben wir Amazon als den “River of No Returns“ beschrieben. Seitdem hat die Aktie Investoren reich gemacht, und wir sahen zwei Jahrzehnte lang wie Narren aus…

Amazon ist heute eine der am höchsten bewerteten Aktien in der ganzen Welt… und Herr Bezos, Visionär extraordinaire, ist der reichste Mensch der Welt. Sein persönlicher Reichtum, gemessen am aktuellen Börsenkurs von Amazons, beläuft sich auf mehr als 90 Milliarden Dollar.

Wir fragen uns: Welche neue Sache hat Herr Bezos der Welt geschenkt, die ihn zu ihrem reichsten Zweibeiner machen sollte? Eine Heilung für Krebs? Frieden in der Welt? Den lustigsten Film aller Zeiten… die erhabenste Musik… ein technologischer Durchbruch auf dem Level der Post-It-Notiz?

Keines dieser Dinge natürlich. Stattdessen hat er uns Online-Handel im großen Stil gegeben.

Wir könnten dutzende – hunderte – Dinge nennen, bei denen wir mehr Freude empfunden haben als beim Einkaufen auf Amazon…

…und keiner der Leute, die dafür verantwortlich sind, haben auch nur einen Bruchteil des Geldes von Herrn Bezos gemacht.

Wir studieren Märkte – oder zumindest die Ökonomie dahinter – schon länger als die meisten lebenden Menschen.

Sicherlich müssen die Erfahrungen aus der Vergangenheit heute irgendeinen Wert haben?

Lassen Sie uns heute genauer auf Herrn Bezos und den “River of No Returns” schauen.

Verschleierte Verluste

Obwohl Amazon im Wert gewachsen ist, hat sein Gründer und Chef es endlich geschafft, einige echte Gewinne flussabwärts zu treiben? Hat er der Welt etwas gegeben, das eine Marktkapitalisierung von mehr als einer halben Billion Dollar rechtfertigt? Die kurze Antwort: Es ist immer noch der “River of No Returns”.

Amazon verliert Geld bei jedem Verkauf.

Zwei Freunde und Kollegen (beide ehemalige Wall-Street-Insider), Rob Marstrand und David Stockman, haben Amazon sorgfältig und unabhängig voneinander geprüft. Sie kamen zu dem gleichen Schluss: Das Unternehmen verliert Geld in seinem Kerngeschäft Retail.

Es verschleiert die Verluste mit niedrigen Steuern, Finanzleasing und Buchhaltungs-Tricks – aber die Verluste sind echt… und nicht zu vermeiden.

Und da das Geschäftsmodell supergünstige Preise benötigt, gibt es keine Möglichkeit für das Unternehmen, seine Gewinnspanne zu vergrößern. Es kann nicht durch Masse herausholen, was es bei jedem Verkauf verliert. Mit anderen Worten: Das Geschäftsmodell ist ein Misserfolg.

Das ist keine Sünde… und vielleicht auch keine Überraschung; viele Unternehmen verdienen nie Geld.

Aber etwas am Amazon-Phänomen ist wirklich bemerkenswert – wie eine Pflanze, die kein Licht braucht, oder ein Säugetier, das keine Luft benötigt. Amazon ist eine der seltsamsten Kreaturen, die jemals im kapitalistischen Ökosystem gelauert hat.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Die weltweit beliebteste Aktie ist zum Scheitern verurteilt"

  1. FDominicus sagt:

    Ich hoffe Amazon bleibt , denn die liefern was man bestellt. Es geht einfach un unkompliziert. Ich kenne keinen anderen Shop im Netz, die da so gut auf die Reihe bekommen. Nur klar Geld verlieren mit jedem Verkauf ist schlecht….

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