Die Wahrheit hinter der Marke Trump

29. September 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die politische Situation liegt unter dunklen Wolken. Die ersten 16 Jahre unserer täglichen Berichterstattung haben wir uns kaum die Mühe gemacht hinzusehen. Während Clinton, Bush und Obama veränderte sich kaum etwas. Dann brachte Trump frischen Wind, … oder schlechtes Wetter, … je nachdem, wie Sie das sahen…

Wir ahnten bereits (aber wir waren uns nicht sicher), dass dieser frische Wind sich wenig von den vorherrschenden Winden der letzten 20 Jahre unterscheiden würde. Es dauerte ein paar Monate, aber jetzt wissen wir: Wir hatten Recht. Anstatt den Sumpf trockenzulegen, wie versprochen, fügt das Trump-Team noch mehr schleimige Liquidität hinzu. Zum Beispiel hatten die Junta-Generäle – Mattis, McMaster und Kelly – und ihre Verbündeten diese Woche großen Zahltag. 700 Milliarden Dollar wanderten in den Sumpf.

Mythische Aura

Das Genie des Herrn Trump war – vielleicht instinktiv – zu erkennen, dass politische Parteien, Ideologien und praktische Politik keine Rolle spielen. Er konnte den Donbass nicht vom Hindukusch unterscheiden… und die meisten Wähler können das auch nicht. Was zählt, ist die Marke Trump… und dass er die gleichen Techniken in seiner Kandidatur für das Weiße Haus nutzen konnte, die er verwendet hatte, um sein Business-Imperium aufzubauen.

Eine Marke ist etwas anderes als ein Produkt. Marlboro etwa verkaufte seine Zigaretten nicht durch das Versprechen eines besseren Geschmacks, sondern indem sie mit einem Mythos hausieren gingen –, dass der Raucher ihrer Zigaretten ein bisschen wie der Marlboro-Mann sein würde. Und chinesische Touristen stehen nicht wegen der Qualität des Produkts vor dem Louis-Vuitton-Store in Paris Schlange, um 500 Dollar für eine Handtasche zu zahlen. Sie kaufen, weil es ihnen das Gefühl gibt, Teil der „oberen Zehntausend“ zu sein. Das Markenprodukt kaufen Verbraucher oft, einfach weil sie davon gehört haben. Aber echte Markenbildung geht weiter. Sie kreiert eine mythische Aura, die weitgehend unabhängig von dem Produkt ist.

Der Cowboy in der Marlboro-Werbung hatte zum Beispiel mit der Zigarette gar nichts zu tun. Das Produkt – oft nicht von seinen Mitbewerbern zu unterscheiden – ist fast irrelevant. So kam es, dass Herr Trump sich als Marke und nicht als Vertreter von Politik oder Ideologie positionierte. Seine Marke war zuverlässig krass. Zuverlässig laut. Zwangsläufig boshaft. Und eine große Anzahl von Wählern, die die eher konventionellen Schwindler satthatte, fand ihn ansprechend.

Seitdem hat der Präsident ein anderes Phänomen aus dem modernen Marketing präsentiert: Marken-Loyalität. Jüngste Umfragen zeigen, dass seine Fans ihm treu bleiben. Sie mögen die Marke; das Produkt – Ideen und Strategien – spielen kaum eine Rolle. Herr Trumps Anhänger scheinen sogar Gründe zu erfinden, um seinen letzten Schachzug, gemeinsame Sache mit den Demokraten zu machen, zu billigen. „Es hilft ihm dabei, die Dinge zu erledigen“, sagen sie.

Mythos und Marketing

Eine Gesellschaft wird nur reicher, indem sie Geld spart und es investiert. Wenn die Investitionen erfolgreich sind, steigert sich der Ertrag. Diese zusätzliche Produktion macht uns reicher. Aber es funktioniert nur, wenn: (a) die Einsparungen real sind, in dem Sinne, dass sie echte Ressourcen repräsentieren, nicht nur Spielgeld oder leere Regierungs-Kredite, und (b) die Investitionen Win-Win-basiert sind. Das heißt, sie müssen von echten Investoren gemacht werden, für die etwas auf dem Spiel steht.

Wenn die Regierung sagt, sie „investiere“ in unsere Zukunft… oder in eine gerechtere Gesellschaft… oder um die Wirtschaft anzukurbeln – ist das alles Geschwätz. Sie haben nichts zu verlieren… kein echtes Geld zu investieren… und keinen Grund sich dafür zu interessieren, ob sich die Investitionen auszahlen oder nicht.

Herr Trumps Reiz war, dass er draufgängerisch genug erschien, um den Sumpf trockenzulegen und die Ressourcen dahin zurückzuführen, wo sie hingehören: in die produktive Wirtschaft der Main Street. Seine Marke war, dem „Deep State“, den Insidern, dem Kongress und dem Establishment zu trotzen. Aber es war alles Mythos und Marketing. Hinter der Markenwerbung ist Herr Trump ein Selbstdarsteller, kein Revolutionär. Er hat Instinkte – manche gut, manche schlecht – darüber, wie die Wirtschaft funktioniert, aber keine kohärente Theorie. Und ohne Kompass, um ihn zu führen, ist er wie ein verirrtes Kreuzfahrtschiff in einem Hurrikan…, das von Wind und Wellen herumgeschubst wird… direkt in den Sumpf.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

Print Friendly, PDF & Email

 

Ein Kommentar auf "Die Wahrheit hinter der Marke Trump"

  1. der-5-minuten-blog.de sagt:

    Tja, das ist leider das Problem mit Marke und Produkt.

    Es gibt nichts schlimmeres als eine großartige Marke und ein grottenschlechtes Produkt.

    Im Fall des erwähnten Marlboro Mannes ist das besonders deutlich zu sehen. Etliche Darsteller des Cowboy Man wie McLean, Mclaren oder Millar starben an den Folgen des Rauchens.

    Die US-Amerikaner sind also, was die Investitionen der US-Regierung angeht, nun, ja, Passivraucher

    Alles im Niedergang, man
    Markus

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.