Sumpfmonster verschlingen die weißen Männer

3. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute kehren wir hier im Tagebuch zur „Normalität“ zurück. Es gab diverse Nachrichten aus der US-Wirtschaft. Und die Nachrichten waren alles andere als gut. Vorsichtig formuliert.

Die Gebrauchtwagenpreise sanken im vergangenen Monat so stark wie seit 2008 nicht mehr. Die Zahl der Hausbesitzer befindet sich mittlerweile auf einem 50-Jahres-Tief. Sears ist auf „gutem Weg“, bald kein Unternehmen mehr zu sein. Und der Discount-Schuhhändler Payless steht vor dem Konkurs.

Tod aus Verzweiflung

Jüngst war ein weiterer interessanter Bericht der Princeton-Ökonomen Anne Case und Angus Deaton in den sog. „Nachrichten“ zu lesen. Die beiden schlugen Alarm über die schockierende Zunahme der Sterberate bei Männern mittleren Alters in den USA.

Den jüngsten Zahlen zufolge steigt die Sterberate bei weißen Männern zwischen 45 und 54 Jahren ohne Hochschulabschluss schneller als bei jeder anderen demographische Gruppe. Gleichzeitig sind die Sterbeziffern für Afroamerikanische- und Latino-Männer im gleichen Alter weiter rückläufig.

Vergessen Sie Terrorismus und Mörder aus Mexiko!

Bei einem Mann mittleren Mannes ist es viel wahrscheinlicher, dass er Selbstmord begeht, als von einem Ausländer ermordet zu werden. Die sog. „Todesfälle aus Verzweiflung“ haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Die Sterblichkeitsrate ist auf über 900 pro 100.000 gestiegen. Und sehr oft stehen Alkohol, Drogen und Selbstmorde dahiner.

Weiter wird berichtet, dass in einem Bezirk in West Virginia die Zahl der Todesfälle so hoch sei, dass die Bestatter gar nicht mehr hinterher kommen würden. Die Bestatter-Branche dort scheint zu boomen.

Sumpfmonster

Bei unserem letzten Besuch in der Heimat unseres Vaters – Donora, Pennsylvania, einer Stahlstadt, die in den 1960er Jahren ihren Höhepunkt erreichte – waren wir schockiert. Wir waren schockiert davon, dass dort noch so viele am Leben waren. Offensichtlich hatten sich weniger als erwartet dort umgebracht. Das ist schon überraschend. Leere Gebäude. Aufgegebene Häuser. Es könnte auch gut und gern West-Baltimore sein.

Ökonomen, Gutmenschen und soziale Aktivisten streiten über die Ursachen. Es sei nicht genug für Bildung und Berufsausbildung ausgegeben worden, sagt einer. Die Globalisierung und deren Folgen sei dafür verantwortlich, sagt der andere. Nein, es ist die ungleiche Verteilung der Einkommen, verkündet der Dritte. Aber wir denken, wir kennen die wahre Ursache: die Sumpfmonster. Sie erledigen die weißen Männer – einen nach dem anderen.

Sumpfwesen versus Normalbürger

1971 veränderten die Feds das Geldsystem. Seitdem steht das Geld fast unbegrenzt zur Verfügung. Aber der hart arbeitende Mann verkauft seine Zeit immer noch auf Stunden-Basis. Und seine Zeit ist begrenzt. Wie sie es schon immer war und auch sein wird. Die Sumpf-Lebewesen bekommen ihr Geld von der Kredit-Industrie, von der Wall Street und den Feds.

Derzeit bekommen sie das Geld fast für lau. Sie verwenden es, um Aktien zurückzukaufen, ihren Einfluss zu steigern, Wähler zu bestechen und vor allem, um realen Reichtum von der Main Street zu sich selbst zu verlagern. In den letzten 35 Jahren sind ihre Aktien dreimal schneller gestiegen als die Wirtschaft gewachsen ist.

Der neue US-Finanzminister Steve Mnuchin und sein Hedge-Fonds-Kumpel Eddie Lampert (beide ehemalige Goldman-Jungs) verdienten Millionen damit, das Warenhausunternehmen Sears an den Abgrund zu führen. Sie nutzten billigstes FED-Geld, um ihre Pläne zu finanzieren.

Aber die armen Leute, die bei Sears und Kmart kauften oder für die Einzelhändler arbeiteten, wurden unter dem Strich nur ärmer und depressiver. Die Regale verschwanden zusehends und das Unternehmen steht vor dem Bankrott.

Die Mexikaner waren nicht verantwortlich für diese Malaise.

Die Chinesen auch nicht.

Es war unsere Schuld.

Der glitschige Weg, der von den Sumpfmonstern hinterlassen wird, führt von Donora, Pennsylvania über die Wall Street zum US-Notenbank-Hauptquartier nach Washington, D.C.

Leider ist der Weg von vielen falschen Nachrichten verdeckt. Die meisten Mitmenschen können ihn nicht sehen.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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