Die sogenannten Geschäftsmodelle der Banken

30. März 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Manfred Gburek

Operation gelungen, Patient Zypern lebt. Aber wie! Geld knapp, Zukunft ungewiss, nur die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Schlimme daran: Bankkunden mit Beziehungen haben ihr Geld längst in Sicherheit gebracht. Da helfen auch keine zur Schau gestellten Entlassungen oberster Banker, um das Volk zu beruhigen. Dessen Vertrauen ist dahin. So weit die aktuelle Bestandsaufnahme…

Was folgt daraus? Für Zyprer auf jeden Fall viel, in erster Linie Schlechtes. Und für den Rest der Eurozone? Unmittelbare Auswirkungen sind nicht auszumachen. Wohl dagegen mittelbare, und die haben es in sich: Die verschiedenen handwerklichen Fehler bei den Versuchen, Zypern zu retten, sollen sich nicht noch ein Mal wiederholen. Also gilt es vorzubeugen: gegen Kapitalflucht, Steuerhinterziehung, Korruption, Geldwäsche und einiges mehr. Deshalb brüten zurzeit einige Expertengruppen aus der Eurozone fieberhaft über Plänen zur Vereinheitlichung der Spielregeln.

An erster Stelle im Fokus: eine gemeinsame Einlagensicherung für alle Euroländer. Sie wird mehrstufig sein, das heißt, die bestehenden Systeme (gesetzlich und freiwillig) sollen irgendwie integriert werden. Wie, ist in den erwähnten Expertengruppen umstritten. Eines steht indes fest: Der im Fall Zypern zunächst zustande gekommene und später revidierte Unfug, auch kleine Sparer zur Rettung des Landes vor der Pleite heranzuziehen, wird sich nicht wiederholen.

Wie steht es um die sogenannten Geschäftsmodelle der Banken? Da wird es schon etwas schwieriger. Es gibt Banken mit und ohne Altlasten aus den Jahren 2008/09. Die einen halten sich bei der Kreditvergabe zurück, die anderen springen in die Bresche, diktieren dann allerdings die Konditionen gegenüber ihren Kunden nach Gusto. Man muss streng zwischen dem klassischen Kreditgeschäft und dem Investment Banking unterscheiden. Im ersten Fall kassieren die Banken eine verhältnismäßig geringe, aber stetige Zinsmarge, im zweiten Fall recht üppige einmalige oder mehrmalige Honorare, etwa für die Vermittlung von Fusionen und Übernahmen.

Und wer kümmert sich um die privaten Kunden, die einfach nur ihr Geld möglichst rentabel anlegen wollen? Banken einschließlich Sparkassen bieten ihnen zu diesem Zweck überwiegend Fonds an. Dieses Verfahren dient der Rationalisierung und wirft nebst Provisionen noch erkleckliche Gebühren ab. Aber dient es auch den Kunden? Eher nicht, denn die meisten Fonds sind spezialisiert, sodass erst eine Fondsmischung den erforderlichen Risikoausgleich schafft. Als Problemlöser bieten sich börsengehandelte passive Fonds an, die ohne die üblichen Fondsmanager auskommen. Doch an ihnen verdienen Banken nicht genug, also bieten sie sie ihren Kunden nur ungern an… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Die sogenannten Geschäftsmodelle der Banken"

  1. wolfswurt sagt:

    Das Geschäftsmodell ist: immer munter rauf und runter.

    Schön zu sehen in der Graphik die den Anteil der Aktienkäufe auf Kredit zeigt: http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter130320.htm

    Das Rauf wird befeuert durch die Notenbanken und das Runter wird ausgelöst durch die Geschäftsbanken die in ihren Büchern lesen können, wenn der Zeitpunkt des „Nichts geht mehr“ gekommen ist.

    Einfache Regel: Unten rein und kurz vor oben raus.
    Bleibt noch die Schwierigkeit zu erkennen, wann unten und kurz vor oben ist.

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