Steinbrück? Die Schweizer schlagen zurück

5. Mai 2009 | Kategorie: Gäste

Das Gezänk um die Hypo Real Estate könnte in eine neue Runde gehen. Mit der Credit Suisse ist jetzt ein weiterer Spieler im Kampf um die Anteile der so tollen Bank in den Ring gestiegen…

Am Morgen meldet die Credit Suisse, dass sie jetzt mehr als drei Prozent an der Hypo Real Estate besitzt. Moment mal! Wollte nicht der Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin (nettes Wort!) nicht die Mehrheit an dieser Bank haben, bzw. an dem, das davon noch übrig ist, um sie dann „konsequent zu restrukturieren“?

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit teilen wir Ihnen gemäß §§ 21 Abs. 1 und 24 WpHG im eigenen Namen und im Namen und Auftrag der nachfolgend benannten Gesellschaften folgendes
mit:

1. Der Stimmrechtsanteil der Credit Suisse Securities (Europe) Limited, London, E14 4QJ, England, an der Hypo Real Estate Holding AG hat am 23.04.2009 die
Schwelle von 3% überschritten und betrug an diesem Tag 3,06 % (7.061.534
Stimmrechte).

Aus der Adhoc – Mitteilung geht hervor, dass die fünfte verschachtelte Untertochter der Schweizer Großbank (sie war früher mal viel größer) jetzt rund 7,1 Mio. Aktien hält.

Die Kette der kontrollierenden Unternehmen lautet wie folgt (beginnend mit der untersten Gesellschaft): Credit Suisse Securities (Europe) Ltd., Credit Suisse Investment Holdings (UK), Credit Suisse Investments (UK),
Credit Suisse (International) Holding AG, Credit Suisse und Credit Suisse Group AG.´

Wollen die Schweizer jetzt Leichen fleddern oder Peer ärgern? Oder beides?

J.C. Flowers bleibt wie angekündigt hartnäckig und will seine Anteile von gut 25% behalten, flankiert bald mit einem jahrelangen Rechtsstreit vor hohen Gerichten. Flowers hat schon jetzt von seiner investierten Milliarde bis auf ein paar Krümel fast alles verloren. Auf die restlichen paar Millionen kommt es nun wirklich nicht mehr an. Sollte der Bund später zum Enteignen übergehen, kann man immer auf Berlin zeigen und Deutschland als Enteignungsland hinstellen. Das weiß doch bestimmt auch Berlin. Dieses Spiel könnte Flowers ein paar Millionen wert sein, aus der HRE nicht auszusteigen.

Vielleicht will der Bund mit seiner Offerte zu 1,39 EUR auch so viele wie möglich Kleinanleger raushaben, um sich später dann doch noch mit den verbliebenen Aktionären zu einigen. Man weiß es nicht.

Unterdessen zeigte sich Bundesbankpräsident Axel Weber erleichtert, nachdem die HRE im ersten Quartal nur 400 Mio. Euro gegen die Mauer gefahren hat. Sie sei auf dem richtigen Weg, sagte Weber laut ddp in München. Zwar lägen noch „negative Ergebnisse“ vor. Er sei aber froh, „dass sich die Abwärtsspirale hier etwas abgebremst hat“.

Nun ja, ich verstehe das so, dass es weiter bergab geht, nur nicht mehr ganz so schnell. Hyper! Hyper!

MucketyMap




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