Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu bringen, werden lauter.

1. September 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Prof. Thorsten Polleit

Die Vereinigten Staaten von Amerika sollen zurückgeführt werden auf den Goldstandard – darauf drängen zumindest einige in den Reihen der Republikanischen Partei. Die Forderung hat Gehör gefunden. Im angelaufenen US-Präsidentschaftswahlkampf will die Republikanische Partei eine „Gold-Kommission“ beauftragen, um eine mögliche Rückkehr des US-Dollar zum Goldstandard zu untersuchen…

Die Initiative wurde vom (eigentlich ganz und gar nicht republikanischen, son-dern vielmehr durch und durch libertären) Kongressabgeordneten Dr. Ron Paul auf den Weg gebracht. Ron Paul war es auch, der öffentlichkeitswirksam dafür eintritt, die US-Zentralbank einer laufenden Kontrolle zu unterwerfen (die Über-schrift dafür lautet: „Audit the Fed“).

Das Vorhaben, Amerika zurück zum Goldstandard zu bringen, klingt vermutlich für viele – vor allem wohl für diejenigen aus dem Lager der unbedingten Papiergeldbefürworter in der Banken- und Finanzbranche und der Mainstream-Ökonomik – geradezu abenteuerlich. Doch in historischer Perspektive scheint das ganz und gar nicht revolutionär zu sein.

Der US-Dollar ist nämlich sprichwörtlich auf Gold und Silber gebaut. Er wurde nach dem Münzgesetz vom 2. April 1792 in Gold- und Silbergewicht definiert. Darin wurde festgesetzt, dass 371,25 Gran (480 Gran = 1 Feinunze = 31,1034 Gramm) Feinsilber und 24,75 Gran Feingold einem US-Dollar entsprechen.

Mit der Reform des Münzgesetzes im Jahr 1873 wurde der US-Dollar dann jedoch nur noch in Gold definiert. Silber wurde „entmonetisiert“. Die Anhänger des Silbergeldes beklagten sich über das „Verbrechen von 1873“, doch der Protest blieb ohne Erfolg.

Anders als die meisten europäischen Länder blieben die Amerikaner im Ersten und Zweiten Weltkrieg mit ihrer Währung am Gold, wenngleich sich auch die amerikanische Prinzipien- und Regeltreue in der Handhabung des Goldstandards nach und nach eintrübte.

Die endgültige Ablösung des US-Dollar vom Gold ereignete sich am 15. August 1971, als US-Präsident Richard Nixon (1913 – 1994) in einer Fernsehansprache verkündete, der Greenback sei nunmehr „vorrübergebend“ nicht mehr in Gold eintauschbar. Aus dem Hinweis „vorübergehend“ wurde „bis auf den heutigen Tag“.

Mit dem unilateralen Beschluss Amerikas, die Goldeinlösepflicht des US-Dollar aufzukündigen, gingen übrigens auch alle wichtigen Währungen der Welt auf einen nicht einlösbaren Papier- oder Fiat-Geldstandard über, der nun weltweit vorherrscht.

Die nachfolgend einsetzende hohe Inflation in den frühen 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts brachte dann jedoch eine Gegenbewegung in den Vereinigten Staaten hervor: die Forderung zur Rückkehr zu einem goldgedeckten US-Dollar.

US-Präsident Ronald Reagan (1911 – 2004) ernannte 1981 eine 17 Mitglieder umfassende Kommission, die „U.S. Gold Commission“, der auch bereits Dr. Ron Paul angehörte. Die Kommission stellte ihren Bericht im März 1982 dem US-Kongress vor, verwarf darin jedoch mehrheitlich die Idee, den US-Dollar wieder an das Gold zu binden.

Die „neue“ Gold-Kommission der Republikanischen Partei hat also eine Vorgeschichte. Sie wird sich mit einer Reihe höchst relevanter Fragen zu beschäftigen haben, die sich bei einer Rückkehr zur Golddeckung der US-Währung notwendigerweise stellen würden… (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , ,

35 Kommentare auf "Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu bringen, werden lauter."

  1. samy sagt:

    N’Abend,

    und hier die ultimative Polleit-Zugabe. Ich weiss, schon wer sich darüber besonders freuen wird, nicht wahr, Mr. H.?

    Spaß beiseite, hier der Link, es geht um die Zinskontrollpolitik der EZB:
    http://www.misesinfo.org/?p=2771

    VG

  2. sebastian sagt:

    Bin wahrlich kein Experte, aber wäre es nicht realistischer die Geldmenge M2 zur Ermittlung des „neuen“ Goldpreises heranzuziehen?

    Mal abgesehen davon, daß sich die Amis gar keinen Goldstandard leisten könnten, selbst wenn sie wollten.
    Denn zu einem irgendwie gearteten Standard benötigt man Gold oder Silber … oder/und Irgendwas.

    Ein Bleikugel- oder Pommes-Standard käme den Amerikanern zwar zupaß, ließe sich aber im Angesicht der chinesischen Rohstoffzukäufe der letzten Zeit nur irrational herleiten.

    Nennt mich einen Spinner, aber ich könnte mir vorstellen, daß die Chinesen und/oder Inder, Russen, … zu gegebener Zeit eine durch irgendwas gedeckte Währung anbieten.

    Dann werden die Hosen herunter gelassen und die Karten neu gemischt.

    An dieser neuen Kasse werden wir mit unseren „Goldforderungen“ zwar ausgelacht, aber immerhin können wir Sklavenarbeit anbieten.

    • samy sagt:

      Hi,

      ich kann mir das auch nicht vorstellen, dass Romney das ernst meint. Wie soll man im vollen Galopp die Pferde wechseln? Wenn die die Geldmengen nicht mehr nach belieben ausweiten könnten, dass müssten die von jetzt auf gleich ihre militärischen Abenteuer einstellen, einer der größten Geldfresser. Das hätte gewaltige geopolitische Auswirkungen.
      Noch sind die Ami’s nicht bereit, diese Position zu räumen, sind wir eigentlich vorbereitet, wenn sie es mal machen?

      Der Wahlkampf 2016 dürfte dreckig und entscheident werden. dann sollten die Staatsschulden ca. 20 Billionen Dollar betragen, es sei denn, es bricht vorher ein weiterer militärischer Konflikt aus. Oh, dann will das Volk Antworten …

      VG

  3. Stuelpner sagt:

    „Die US-Fed würde geschlossen, Geldpolitik gäbe es nicht mehr.“
    Kommen dann die mit dem roten Schild nach Deutschland und beantragen H4?

    Den Goldstandard gab es doch nun bis 1971 die FED schon 1913, wieso sollten sie die jetzt zu machen? Die werden dann das Gold „verwalten“. Außerdem ist es doch anzunehmen, das die Chinesen usw. dieses zur Deckung verwendete Gold auch sehen wollen, die werden sich sicher nicht mit Papier in Form von Fotos oder den unheilvollen „Goldforderungen“ abspeisen lassen.

    Bohren sie eigentlich immer noch die Wolframbarren in Manhatten oder wo das war auf oder sind sie fertig?
    Sollte es eventuell einen Zusammenhang des neuen Goldstandards mit den verbotenen Glühbirnen geben, der Glühfaden ist doch auch aus Wolfram, dachte ich.

    Wenn die FED dann kein Geld mehr drucken kann ist das aber eine Gefahr für den Weltfrieden, denn die Amis müßten ihre Armee abschaffen, weil kein Geld mehr da ist. Das würde nun bedeuten die roten Schildischen müßten die pösen Iraner und Syrer alleine platt machen und alle Schurkenstaaten würden in jedes unserer Hochhäuser mindestens ein Flugzeug stecken, grauenvoll, ich will keinen Goldstandard, lieber Inflation, am besten gleich hyperhypermäßige.

    „…das kreditfinanzierte Füllhorn über ihnen ausschütten..“
    Genau dann müßte auch die Industrie auf ihre ewigen Subventionen, Energierabatte und Abwrackprämien verzichten und das Steuergeld würde für staatl. Aufgaben verwendet und damit meine ich nicht Überweisung nach Brüssel oder Aufrüstung der BW und Heimatfront für den Innlandseinsatz.

    @sebastian
    Genau die Sklaven haben wir in Form von überflüssigen Humankapital wirklich und nicht nur als Forderungen auf einem Fetzen, wäre zwar in dem Falle besser, aber na ja.

    Achso, Spinner… und nun, was soll das bringen? 😉

  4. 4fairconomy sagt:

    Ausgerechnet die Republikaner. Gut, sie sind für Überraschungen in Sachen Inkonsequenzen, soweit von Übersee zu beurteilen, schon immer kaum zu überbieten gewesen.

    Also ausgerechnet die Republikaner, welche mit Reagan und Bush jr. zwei ganz grosse Namen hervorgebracht haben in Sachen Geldausgeben, welches sie nicht hatten. Und zwar ohne irgend eine ökonomische Krise im Nacken. Einfach so. Clinton hat gezeigt, dass es auch anders geht.

    Ausgerechnet die Republikaner, deren aktueller Präsidentschaftskandidat die Steuern senken , die Schulden abbauen, die Ausgaben kürzen, den Armen helfen, 12 Mio Arbeitsstellen schaffen, den Weltfrieden herstellen und die Armee stärken will. „Um wieder Amerikas Stärke zu demonstrieren“. So oder ähnlich klang es von drüben, passend zum Bild auf dem Kriegsschiff bei der Vorstellung des neuen Vizepräsidenten. Alles natürlich als Zeichen für der Weltfrieden zu verstehen. Klingt alles ziemlich abenteuerlich. Da passt eine Golddeckung wie die Faust auf dem Auge.

    Bleibt zu hoffen, dass von diesem Programm am Schluss nicht nur eine Kriegswirtschaft übrig bleibt. Immerhin liessen sich damit einige der Ziele erfüllen. Welche Alternative bietet mehr, ohne die Interessen der tatsächlich regierenden Oligarchie zu tangieren?

    Das Gold liesse sich so womöglich von angeblich (goldhortenden) Schurkenstaaten heimholen, nicht nur das Öl. Wer soll es dann auch wagen, von den USA das herausrücken seines $-Guthaben in Form von Gold zu fordern? Die Chinesen? So gesehen könnte eine Kriegswirtschaft als Investition verstanden werden…

  5. Futur sagt:

    Bei einer kommenden Katastrophe, einem Krieg, einer tiefen Depression würde der Goldstandard direkt wieder aufgehoben. Der ist in einer komplexen Wirklichkeit viel zu unfexibel.

    Sollte man denn eine dynamische Wirtschaft von Goldnuggets abhängIg machen?

    Was wäre, wenn irgendwo riesige Goldvorkommen gefunden würden?

    Ein „Checks and balances“-System zwischen der Politik und Wirtschaft wäre am sinnvollsten. Dann kann das Geldmengenwachstum auch das reale Wirtschaftswachstum gekoppelt werden.

    Ich glaube, der Vorschlag von Romney ist reiner Populismus, weil seine reiche Wählerschaft keine Inflation
    haben möchte.

    MlG

    • FDominicus sagt:

      Wenn denn Gold wertlos werden sollte, weil man es findet wie Sand am Meer dann steigt man auf ein anderes nicht beliebig vervielfältigbares Medium um. Es geht beim Goldstandard um speziell eine Sache, den „Eliten“ die Hoheit über das Geld zu nehmen. Sie dürfen keine Gelegenheit haben hier beliebig rumzufuschen.

      Wir können meinetwegen auch zu irgendeinem anderen Marktgeld wechseln. Bedingung: Die Leute messen ihm ein Wert bei und er Staat kann es nicht manipulieren. Das wäre das „ideale“ Gold kommt dem jedenfalls derzeit sehr nahe.

      • 4fairconomy sagt:

        Unsinn, siehe z.B. „Morgan, der ungekrönte König“. Natürlich können reiche, elitäre Kreise in einer Goldwährung die Kaufkraft bzw. den Goldumlauf zu ihren Gunsten manipulieren.

        Das ideale ist eine staatsunabhängige, transparent arbeitende Monetative bzw. Zentralbank, welche für Preisstabilität sorgt und sonst gar rein nichts. Dies würde bedeuten, dass sie eine Deflation nicht durch inflationäre Geldmengenausweitung bekämpfen dürfte. Wie sie das machen soll, ist eigentlich egal, aber eine Umlaufsicherung wäre da so eine Idee…

  6. haariger_harry sagt:

    Die „kompromittierte“ Version eines Goldstandards gibt es ja in Europa unter anderem, wo die Goldbestände der Zentralbanken teilweise die Geldmenge decken.

    Ansonsten scheinen mir alle Varianten beliebig und austauschbar, da jede Lösung von dessen Durchsetzung durch die Staatsmacht abhängig ist, also immer auf Vertrauen basiert.

    Eine Macht, die morgen sagt man soll deren Steuern ab jetzt in Golddollars zahlen kann übermorgen erneut sagen Papier aber nix anderes. Das kann jeden Tag passieren und sich jeden Tag danach wieder ändern.

    Letztlich dient die Diskussion eines Goldstandards nur der Frage, wie setze ich als Staat am meisten Macht durch. Mit oder ohne Golddeckung.

    Gold = Macht so war es immer und so wird es solange bleiben, solange es einen Wettlauf der Staaten um die größte Macht gibt.

    Aber auch Gold = Einschränkung der Macht, so war es auch immer und so wird es solange bleiben solange es einen Wettlauf der Staaten um die größte Macht gibt.

    Ist dieser Wettlauf aber irgendwann zu Ende, wird Gold seine Bedeutung verlieren, es wird dann als Mittel der Macht schlicht überflüssig.

    Aber erst dann.

    • FDominicus sagt:

      Ein Goldstandard ist in erster Linie etwas für die Bürger und Sparer. Man könnte endlich mal damit rechnen heute ein Euro morgen auch ein Euro. Heute weiß man schon genau. Heute ein Euro und in 25 Jahren ein halber Euro.

      Was man auch wüsste, wäre die Geldmenge die es gibt, mit dem Euro kommen ganz schnell mal eben 500 Mrd dazu und „fast“ keiner merkts, außer natürlich die „armen gestressten“ Banken. Ist ja auch zu blöd wenn man sich verzockt und dafür gerade stehen müsste.

      Egal wieviele Problem es mit Gold gäbe, eines ist sicher die beliebige Inflation von Geld gäbe es nicht mehr und das wäre seit langer langer Zeit endlich mal wieder etwas gutes für jeden Bürger der innerhalb seiner finanzielellen Grenzen lebt. Und für Staaten und Politiker wäre es der lange benötigte Entzug. Und deshalb bin ich sehr sehr skeptisch. Den Politikern wird alles mögliche einfallen nicht für zu ihrer Verantwortung zu stehen. Die Argumente werden sich wiederholen. Man „braucht“ einfach Geldwachstum, man braucht „Flexibilität“ und wie hier schon jemand schrieb man braucht spezielle in Amerika das Geld um dieses Militärungeheuer zu „füttern“.

      Insgesamt gilt für mich aber seit einiger Zeit nur Gold ist Geld alles andere sind Zwangszahlungsmittel.

      • 4fairconomy sagt:

        Mit einer Goldwährung gebe es zwar keine Inflation, dafür Deflation. Pech für die Erwerbstätigen, welche immer mehr herstellen müssen, um ihren Nominalverpflichtungen nachzukommen, gut für die Sparer, deren Vermögen an Wert zunimmt.

        Eine Goldwährung führt zu Kaufkraftverschiebung zugunsten der Geld- bzw. Goldbesitzer auf Kosten der Erwerbstätigen.

        Eine Inflation führt ebenfalls zu unerwünschten Kaufkraftverschiebungen.

        Not-wendig ist eine wertstabile Währung – d.h. weder Inflation noch Deflation.

        • FDominicus sagt:

          Haben Sie das wirklich zu Ende gedacht? Bei gleichem nominalen Gehalt führen fallende Preise zu was?

          Ganz einfach Sie können Sie nominal für das gleiche Gehalt mehr leisten ergo mehr konsumieren. Das haben Sie offenbar nicht bedacht.

          Fakt ist auch heute gibt es in D mehr Mobiltelefone als Einwohner warum? Weil eben die Preise fielen und Mobiltelefone erschwinglicher wurden.

          Heute kann sich jeder einen Kühlschrank leisten, ein oder mehrere Telefone, Fernseher, Stühle, Tische, was weiß ich noch. Vor nicht mal langer Zeit wäre ein mobiles Telefon nicht einmal für einen Milliardär kaufbar gewesen. Es gab Sie nämlich nicht.

          Es fällt Ihnen offenbar gar nicht auf, daß Ihr Kreuzzug gegen Eigentum nur eine Zwangssystem durch ein Anderes ersetzt.

    • stephan sagt:

      @haariger_harry:

      „Aber auch Gold = Einschränkung der Macht, so war es auch immer und so wird es solange bleiben solange es einen Wettlauf der Staaten um die größte Macht gibt. Ist dieser Wettlauf aber irgendwann zu Ende, wird Gold seine Bedeutung verlieren, es wird dann als Mittel der Macht schlicht überflüssig.“

      Dies ist nur ein Teil der Funktion des Goldes. Der andere – viel wichtigere Teil – ist die Absicherung gegen Kaufkraftverlust des gesetzlichen Zahlungsmittels. Solange es (ungedecktes) Papiergeld gibt, wird diese Absicherungsfunktion des Goldes erhalten bleiben, und zwar auch dann, wenn es keine Wettlauf unter den Staaten um die Macht mehr gibt (was wohl auch nur eine Utopie bleiben wird). Da davon auszugehen ist, dass es immer wieder politische Phasen mit ungedecktem Papiergeld geben wird (die Fehler, die Menschen machen, wiederholen sich in bestimmten Zyklen), wird Gold zumindest insoweit auch nicht seine Bedeutung verlieren.

  7. 4fairconomy sagt:

    @ FDomenicus

    Mit einer Goldwährung haben Sie vielleicht eine stabile Geldmenge, aber dafür eine noch willkürlichere Geldumlaufgeschwindigkeit als heute, abhängig von der Laune der Geldbesitzer, ob ihnen das Geldausgeben passt oder nicht. Und zudem macht eine von der Goldmenge abhängige Geldmenge gegenüber einer Wirtschaft, deren Güterproduktion zu- oder abnehmen kann, wenig Sinn.

    Wenn die Goldmenge durch einen unerwarteten Fund oder durch Goldzuflüsse aus dem Ausland zunimmt, haben Sie ebenfalls eine Geldemengenausweitung. Bei Goldabfluss ans Ausland (oder in den Tresors) eine Geldmengenverknappung – womöglich mit katastrophaler Verschärfung der Deflation.

    Gut, in der Geschichte gibt es tatsächlich Beispiele, wo dies mit einer Goldwährung geklappt hat, sogar mit einer leichten Deflation. Dies meist, weil die die Bedürfnisse nach einer wachsenden Wirtschaft verlangten und es trotz Deflation attraktiv war, in Produktionsmittel zu investieren. Es gibt aber auch die anderen Beispiele, wo die Deflation eben nicht so leicht war, weil die Wachstumsimpulse fehlten…

    Eine Goldwährung beruht auf ein gründliches Missverständnis der Funktionsweise von Geld und dessen, was Geld bedeutet, nämlich ein staatlich garantiertes, allseits akzeptiertes Bezugsrecht an das Sozialprodukt. Mehr ist Geld nicht und braucht auch nicht zu sein. Auch in einer Goldwährung wurde mit Papier gehandelt, nämlich mit Goldzertifikate. Und das Verlangen nach der Herausgabe von Gold im Tausch zu den Zertifikaten war die Ausnahme. Hauptsache das Stück Papier funktionierte als Zahlungsmittel.

    Die heutige Geldmengenausweitung hat nur sekundär mit dem Papiergeld zu tun. Der Grund dafür ist nicht der Soff, aus dem das Geld ist, sondern das fehlen von anderen geldpolitischen Instrumenten, um eine Deflation zu verhindern.

    Eine Goldwährung würde lediglich bedeuten, dass es keine andere Option gebe, als eine Deflation zuzulassen. Im heutigen Geldsystem besteht die Option, dagegen die Geldmenge auszuweiten. Dass dies auch nicht der Weisheits letzter Schluss sein kann, ist klar. Auch klar ist, dass dies missbraucht werden kann, um bankrotte Betriebe zu subventionieren. Ein Skandal. Mit einer Golddeckug wäre dies nicht möglich. Der Preis für alle wäre aber immens.

    Ideal wäre eben ein Geld, welches von der Geldmenge her knapp gehalten werden könnte ohne eine Deflation auszulösen. Das wär ein umlaufgesichertes Geld. Da könnte Bankrott gehen wer will, eine Deflation könnte relativ problemlos verhindert werden. Wobei eine solche Währung durchaus nicht alleine „auf dem Markt“ sein müsste, sozusagen als Monopol, sondern es dürfte problemlos von Edelmetallwährungen u.a. Währungen konkurrenziert werden, für alle, denen das umlaufgesicherte Geld nicht passen sollte.

    • Gandalf sagt:

      Zitat:
      Eine Goldwährung beruht auf ein gründliches Missverständnis der Funktionsweise von Geld und dessen, was Geld bedeutet, nämlich ein staatlich garantiertes, allseits akzeptiertes Bezugsrecht an das Sozialprodukt. Mehr ist Geld nicht und braucht auch nicht zu sein. Auch in einer Goldwährung wurde mit Papier gehandelt, nämlich mit Goldzertifikate. Und das Verlangen nach der Herausgabe von Gold im Tausch zu den Zertifikaten war die Ausnahme. Hauptsache das Stück Papier funktionierte als Zahlungsmittel.

      Nein, Du willst einfach nicht verstehen, das es 2 („zwei“!) grundsätzlich verchiedene Arten von Geld gibt.

      Genauso wie es einen Unterschied zwischen ‚bereits geschaffenen Werten‘ gibt, die man „anfassen“ kann und ‚erst noch zu schaffenden Werten‘, die mit der Hoffnung verbunden sind, das sie eines Tages „zu fassen“ sind.

      Gegenwart Zukunft
      bereits geschaffenes Vermögen erst noch zu schaffendes Bruttosozialprodukt
      Wert Versprechen
      „sein“ „schein“
      etc.

      Linkerhand repräsentiert (das ursprüngliche Waren-) Geld, das vereits erarbeitet wurde und das man zu einem unmittelbaren Tausch verwenden kann, ohne das Versprechen unerfüllt bleiben, wie z.B. Gold (gleiches gilt übrigens auch für ‚(voll-)goldgedeckte Zertifikate‘, genauso als wie wenn man einen Grundbuchrecht auf Land ‚als Geld‘ verwenden kann)

      Rechterhand repräsentiert hingegen eine ‚Hoffnung‘ auf ein noch zu erfüllendes Versprechen. Das „fiat money“, das auf einen ‚Vertrag zu Lasten Dritter‘ beruht: Jeder ausgegebene „Schein“ muss erst noch erarbeitet werden. Da dies evtl. nicht freiwillig geschieht, benötigt fiat money stets einen Staat, der mittels Zwangsmaßnahmen (wie z.B. der „Steuerschuld“ oder die justizialbilität von „Scheingeld“), die Annahme von diesem Geld sicherstellt.

      Was nichts anderes heisst: Fiat money (auch das von Dir propagierte Freigeld) kann nur als ‚Zwangsgeld‘ dauerhaft existieren.
      – Denn wenn keiner mehr Lust hätte zukünftiges Sozialprodukt für den Staat zu erarbeiten (und stattdessen z.B. nur noch für den Tausch innerhalb der arbeitsteiligen Gemeinschaft), verlöre es schlagartig an Wert.

      Gold ist also nicht nur Geld, sondern repräsentiert auch ‚die Freiheit‘ jederzeit Tauschgeschäfte abschließen zu dürfen, ohne das Dritte davon (leistungslos) profitieren. (Gold ist daher stets „staatsfeindlich“ und damit ‚libertär‘)

      Die Abschaffung des Goldstandards war daher nichts anderes als der größte Raubzug der Staaten in der Geschichte: Sie haben das von der Bevölkerung in der Vergangenheit erarbeitete Vermögen gegen „Optionsscheine“ getauscht, deren Erfüllung von Lust und Laune einer zukünftigen Generation und unverantwortlichen Politikern abhängig ist. (Scheinbar haben die Politiker aber zumindest immer noch ein „schlechtes Gewissen“, da sie dieses Raubgold nicht in Umlauf bringen, sondern in Tresoren verwahren (hoffentlich) – Schlechtes Gewissen oder strategische Weitsicht?)

      Das nun zunehmend auffliegende „Rentenproblem, bzw. „Altersarmut““ ist direkt auf den Umstieg auf das Schwund- bzw. Betrugsgeldsystem zurückzuführen: Es wurden und werden zunehmend wertlose Optionen auf die Zukunft ausgegegeben, die von unseren Kindern unmöglich erfüllt werden können.

      Eine Goldwährung würde sehr schnell mit staatlichen Ineffizienzen, Fehlallokationen und „soziologischen Luftnummern“ Schluss machen. Die Politiker könnten schlicht nurmehr nur noch das Gold/Geld ausgeben, das ihnen vom Steuerzahler gegeben und in der Vergangenheit erarbeitet wurde. Sie wären wieder unmitelbar vom Wähler abhängig und müssten sich an ihre Versprechen halten.

      Dies würde unmittelbar den privaten Unternehmen und Arbeitnehmern zu Gute kommen, die mit ‚werthaltigen‘ Mitteln auch längerfristige Lebensplanungen (also Qualität) umsetzen können ohne das sie von „Gottspielern“ mittels Schwundgeld systematisch im Hamsterrad gehalten werden müssen. Vieles könnte ruhiger angegangen werden, weil man ja einfach nmal abwarten kann, ohne das die Altersvorsorge an Wert verliert. Eine Entlastung nicht nur für die Seele, sondern, auch für die Umwelt.

      • Futur sagt:

        @ Gandalf

        Die Bindung an Gold ist sehr statisch.
        Wieviel Gold „besitzt“ denn Deutschland überhaupt? Diese Frage ist noch nicht geklärt.

        Die Inflation stört Sie. Diese resultiert hauptsächlich aus der ständigen Geldmengenausweitung der Banken.
        Warum wird nicht die Geldmengenausweitung an das Wachstum der Wirtschaft gekoppelt?

        Die Inflation hat auch einen Vorteil: Sie hilft den kommenden Generationen, die Schulden leichter zu tragen.
        Wenn Sie sich schon mit den nachfolgenden Generationen beschäftigen, dann sollten Sie auch mal deren Perspektive einnehmen!

        Es gibt keine gerechte Lösung!
        Aber diejenigen, die es am härtesten treffen wird, sind gleichzeitig am unschuldigsten!

        • FDominicus sagt:

          „Warum wird nicht die Geldmengenausweitung an das Wachstum der Wirtschaft gekoppelt?“

          Durch wen? Weise Zentralbanken?

          • Futur sagt:

            Hallo FDominicus,

            nein, natürlich sollen nicht die Goldmänner, pardon Zentralbanken, alleine das Geldmengenwachstum bestimmen. Da stelle ich mir ein „Checks and Balances“- System von Bankvertretern, Vertretern der Industrie und den Finanzministern vor. Das Ganze könnte man auch transparent gestalten.

            So wie es heute läuft: Dass niemand weiß, wieviel Geld im Umlauf ist, wo es hinfließt, wer davon profitiert – so darf es nie mehr laufen, deshalb sollte ein neues Geldsystem möglichst transparent sein.

            By the Way: Wissen Sie, wieviel Gold Deutschland tatsächlich besitzt?

            Viele Grüße
            Futur

          • FDominicus sagt:

            Also Vertreter von Banken, der Industrie und der Politik? Nun wer hat uns denn den Schlamassel eingebrockt, Banken und Politiker das heiß also 2/3 der Entscheider sind die gleichen wie vorher und da soll ich ein besseres Ergebnis erwarten?

          • FDominicus sagt:

            „By the Way: Wissen Sie, wieviel Gold Deutschland tatsächlich besitzt?“

            Angeblich die BUBA über 3600 t. Was die Privaten besitzen weiß ich nicht. Aber es spielt so gut wie keine Rolle 3600 t sind allemal „genug“. Wichtig ist, der Staat kann hier nicht einfach neues Geld erzeugen (ja ich weiß, Notenbanken sind „unabhängig“…)

        • Gandalf sagt:

          Zitat Futur:

          „Die Inflation hat auch einen Vorteil: Sie hilft den kommenden Generationen, die Schulden leichter zu tragen.
          Wenn Sie sich schon mit den nachfolgenden Generationen beschäftigen, dann sollten Sie auch mal deren Perspektive einnehmen!“

          Gerade ‚weil ich die Perspektive de kommenden Generation einnehme‘:
          Was für „weniger Schulden“ in Zukunft denn bitte? Als ob die Politiker jemals mit dem Schuldenmachen aufhören würden, wenn Geld entwertet wird und dann Scharlatane auftreten, die behaupten, das man mit noch mehr Schulden, die Schulden tilgen kann….!?

          Inflation bewirkt immer eine Umverteilung von „Unten nach oben“

          Unten sind diejenigen, die für ihr Einkommen arbeiten müssen, – oben sind diejenigen, die leistungslos Einkommen aus der Arbeit von „denenn da unten“ mittels (Inflationsgeld)schöpfung für sich selbst abzweigen.

          Zum grundsätzlichen Verständnis der Zusammenhänge im Geldsystem empfehle ich den Artikel von einem hochdekorierten Dokumentarfilmer („Septemberweizen“) Peter Krieg:

          Krankes Geld: http://www.wissensnavigator.com/documents/KriegKrankesGeld.pdf

          • Futur sagt:

            Sehr geehrter Gandalf,

            wer ist Peter Krieg? Jedenfalls kein Wissenschaftler. Adam Smith scheint er nur teilweise zu kennen, wenn er schreibt, dass dessen eigenverantwortliches, freies, anarchisches Wirtschaftssystem nicht verwirklicht worden ist.
            Hier die Fakten:
            . Bildung ist und bleibt ein öffentliches Gut. Adam Smith, der heute als Kronzeuge für die neoliberale Strategie der Privatisierung öffentlicher Aufgaben zitiert wird, hat im Widerspruch zu seiner heutigen Vereinnahmung bereits in seinem Grundsatzwerk „Wohlstand der Nationen“ 1776 (im fünften Buch „Über den Staat“) Bildung als öffentlich zu sicherndes Gut klar definiert: Der Staat muss „solche Werke“ herstellen und unterhalten, „die, wenn sie auch für eine große Gesellschaft höchst vorteilhaft sind, doch niemals einen solchen Profit abwerfen, dass sie einem einzelnen oder einen kleinen Anzahl von Personen die Kosten ersetzen und deren Einrichtung und Unterhaltung daher von keinem einzelnen und keiner kleinen Anzahl von Personen erwartet werden darf.“

            Die verantwortungsvollen Märkte kümmern sich, nach Herrn Kriegs Meinung, um die Umwelt, um die Bildung, um die gute Versorgung von Kranken, von alten Menschen, von Armen, und so weiter wie im Manchester Kapitalismus auch. Chancengleichheit gilt als oberstes Ziel der Wirtschaftskapitäne und die Fürsorge für den einzelnen Arbeiter ist dann selbstverständlich. Wozu noch Arbeitervertreter, Kapitalismus in der Reinform ist doch Idealismus pur!

            Das kann Herr Krieg seiner Oma oder seinen Enkeln erzählen, alle Anderen werden sich die Augen reiben und sich fragen, warum er nicht auch mal ein Märchen über den Kommunismus schreiben möchte: Das würde nämlich ganz genauso klingen, nur die Positionen wären vertauscht.

            Viele Grüße
            Futur

    • FDominicus sagt:

      Gold ist Freiheit, Papierzwangszahlungsmittel Sklaverei. Das ist alles.

      Sie können sich drehen und wenden wie Sie wollen, Papiergeld heißt Zwangsgeld. Die Leute MÜSSEN es nehmen (und tun es auch solange das Papier leidlich seinen Wert erhält) aber Papier ist auch geduldig und es passen viele Nullen darauf. Irgendwann kommt der Punkt an dem die Nullen nicht mehr geglaubt werden. Sie brauchen mir das nicht zu glauben. Aber schauen wir doch einfach mal auf der Wiki nach:
      http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Goldpreis_in_Papiermark.png&filetimestamp=20120531082149

      Gold ist für Politiker wie Weihwasser für den Teufel, darum wird die gesamte Propagandamaschine eingespannt Gold zu diskreditieren. Warum?

      Nun in Gold kann man sich nicht so verschulden. Ergo führten alle modernen Krieg zum Aussetzen der Golddeckung. Warum? Nun mit Papiergeld kann man sich nun mal einfach verschulden und am Anfang „merkt“ man es noch nicht, aber später wird es dann umso schlimmer…

      • Futur sagt:

        @ FDominicus

        Wie Sie sicher wissen, ist der größte Teil der deutschen Goldreserven nicht in Deutschland, und wird auch nicht von der Bundesbank verwaltet: http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10000872396390444273704577633010567975768.html?mod=WSJDE_latestheadlines

        Solange sich dieser Zustand nicht ändert, kann auch keine mit Gold abgesicherte Währung existieren. Sie können sich gerne für die Heimholung einsetzen, solange dies nicht passiert, bleibt es ein „Schatz der Nibelungen“.

        „Also Vertreter der Banken, Politik und der Industrie? Wer hat uns den Schlamassel denn eingebrockt ?“

        – Aus Fehlern kann man lernen! Die Banken werden ihre Machtposition nicht freiwillig hergeben. Aus logischer Überlegung heraus, müssten sie nicht dabeisein! Es wäre nur klug, da eine Dreierkonstellation in einem „Checks and Balances“ -System immer klug ist. Damit nicht immer zwei unversöhnliche Positionen gegenüberstehen. Außerdem soll die Geldmenge an das BIP gekoppelt werden, und das zukünftige Geldsystem müsste möglichst transparent sein!

        • FDominicus sagt:

          „Währung existieren. Sie können sich gerne für die Heimholung einsetzen, solange dies nicht passiert, bleibt es ein “Schatz der Nibelungen”.“

          Das ist kein Grund. Oder heißt es Gold was nicht in D ist gehört uns nicht? Das wäre allerdings eine „interessante“ Interpretation….

          • 4fairconomy sagt:

            @ FDomenicus

            Wie soll eine Gold(kern)währung eingeführt werden, wenn nicht jederzeit die Geldbesitzer die Auszahlung in Gold verlangen können, weil nicht vorhanden?

      • 4fairconomy sagt:

        @ FDominicus 5. September 2012 at 14:24

        Mit einigen wenigen Ausnahmen, müssen die Menschen arbeiten, um ihr Lebensunterhalt verdienen zu können. Sie scheinen diesen Zwang, unter den die meisten Menschen leben, zu vergessen. Sie scheinen auch zu vergessen, dass damit die meisten Menschen ihr Lebensunterhalt verdienen können, jemand dafür sein Geld ausgeben muss. Sie verlangen Freiheiten für die Geldbesitzer, welche auf Kosten der Erwerbstätigen geht, auf Kosten derjenigen, welche nicht von ihren Ersparnissen leben sondern von ihrer Arbeit. Diese sind auf einen funktionierenden Geldkreislauf angewiesen. Da hat die Freiheit der Sparer, beliebig Geld horten zu können, keinen Platz. Die Freiheit der einen hört dort auf, wo die der anderen beginnt. Und das bedeutet, dass die Sparer nicht nach belieben den Geldhahn der Wirtschaft zudrehen dürfen.

        • FDominicus sagt:

          Es geht Sie nichts an was andere mit Ihrem Geld machen. Es wird durch Sapren auch niemand geschädigt. Die Güter wurden produziert und verkauft somit hatten auch die Anderen Ihren Nutzen.

          Ihr Betonung auf Arbeit ist falsch und einseitig. Ohne eine entsprechende Kapitalbasis ist keine arbeitsteilige Wirtschaft möglich. Ohne Kapital keine Investitionen ohne Investitionen kann es nicht zu einer Spezialisierung kommen.

          Arbeitsteilung ohne Kapital ist unmöglich. Selbst Arbeit ist ohne Kapital unmöglich. Für einen Garten brauchen Sie nun mal einen Spaten, dieser muß produziert werden, und Sie können noch nicht einmal einen Spaten erstellen ohne dabei zu verhungern.

          Jede Störung der Kapitalallokation, bedeutet eine Verringerung der Möglichkeit auch Arbeit nachzufragen. Und eine völlige Behinderung der Möglichkeit zu sparen bedeutet das Ende einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft.

          Ich weiß, daß Sie es niemals so sehen werden, deshalb weiß ich auch Sie werden mit allerlei weiteren Argumenten kommen, die gegen Kapital und gegen Eigentum gerichtet sind. Damit sind Sie leider in schlechter Gesellschaft. Sie sehen offenbar auch nicht, daß es gerade die unzähligen Eingriffe sind, die so problematisch sind.

          Ihr Geldsystem was Sie vorschlugen, respektiert kein Eigentum. Sie verbergen es nur hinter einer anderen Art des Zwangs. Damit werde ich mich unter keinen Umständen anfreunden.

          Sie behaupten, übermässiges Sparen schadet? Wie kann das sein, wenn doch Sparen nur sagt, es wurde weniger verbraucht als produziert. Wer hat da irgendeinen Schaden? Niemand. Das können Sie auf keinen Fall widerlegen. Was Ihnen vorschwebt ist aber das nackte Grauen für mich. Nämlich zwangsinvestieren. Ich darf nicht sparen sondern muß irgendwo mein Geld investieren, was nur heißt ausgeben. Ich schlage vor Sie verfahren so für sich. Sparen Sie nicht sondern investieren. Ich hindere Sie nicht.

          Sollten Ihre Investitonen scheitern, erwarte ich aber von Ihnen, daß Sie mich in Ruhe lassen.

          • 4fairconomy sagt:

            @ FDominicus vom 7.9.2012 / 08:50

            „Es geht Sie nichts an was andere mit Ihrem Geld machen.“

            Es geht niemand etwas an, einverstanden! Andererseits kann die Wirtschaft logischerweise nicht funktionieren, wenn alle mehr einnehmen wollen als ausgeben. Dieser Konflikt muss gelöst werden. Im heutigen System wird er durch eine stete Geldmengenausweitung gelöst. So können im Schnitt alle mehr einnehmen als ausgeben, ohne dass es zu einer schweren Deflation kommt. Ist aber nur eine Illusion. Wenn die Menschen dies nicht kapieren, dann werden sie es halt immer wieder schmerzhaft erfahren müssen, dass es so nicht funktionieren kann.

            Auch eine Golddeckung ist keine Lösung, wobei zwar die Geldmenge nicht ausgeweitet werden kann, es dafür zu schweren deflationären Krisen kommt.

            „Es wird durch Sparen auch niemand geschädigt. Die Güter wurden produziert und verkauft somit hatten auch die Anderen Ihren Nutzen“

            Das ist Einbahnökonomie. Die Wirtschaft funktioniert in Kreisläufen. Die Sparer können ihre Ersparnisse auch nur erwirtschaften, weil andere ihr Geld ausgaben und nicht nur ihre Produkte verkauften und danach auf dem Geld sitzen blieben.

            Sparen ist übrigens nicht gleich Geld horten. Dies ist nur eine mögliche Form des Sparens – eine volkswirtschaftlich besonders schädliche. Deshalb muss diese Form mit einer Abgabe versehen werden.

            „Ohne eine entsprechende Kapitalbasis ist keine arbeitsteilige Wirtschaft möglich. Ohne Kapital keine Investitionen ohne Investitionen kann es nicht zu einer Spezialisierung kommen. Arbeitsteilung ohne Kapital ist unmöglich. Selbst Arbeit ist ohne Kapital unmöglich. Für einen Garten brauchen Sie nun mal einen Spaten, dieser muß produziert werden,…“

            Da sag ich ja nichts anderes! Sparen ist gut, aber nicht Geld horten. Damit wird kein produktives Kapital für die Wirtschaft erschaffen, sondern verhindert!

            „Jede Störung der Kapitalallokation, bedeutet eine Verringerung der Möglichkeit auch Arbeit nachzufragen. Und eine völlige Behinderung der Möglichkeit zu sparen bedeutet das Ende einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft.“

            Absolut einverstanden! Es geht ja nicht um eine Verhinderung des Sparens!

            „Ich weiß, daß Sie es niemals so sehen werden, deshalb weiß ich auch Sie werden mit allerlei weiteren Argumenten kommen, die gegen Kapital und gegen Eigentum gerichtet sind. Damit sind Sie leider in schlechter Gesellschaft. Sie sehen offenbar auch nicht, daß es gerade die unzähligen Eingriffe sind, die so problematisch sind.“

            Wie Sie sehen, hab ich nichts gegen Kapital und Eigentum, ganz im Gegenteil! Mit dem Geld, welcher ein jeder erhält bzw. besitzt soll er genau dies: Eigentum und Kapital erwerben! Wichtig ist nur, dass das Geld seine Funktion als Tauschmittel weiter ausüben kann. Nur das Geldhorten ist problematisch.

            Niemand darf letztlich mitten auf der Strasse parkieren mit dem Argument, das Auto sei sein Eigentum. Dieses würde nämlich abgeschleppt. So soll niemand die Tauschmittel horten und dabei den Geldkreislauf unterbrechen.

            Die Tauschmittel sind die Informationsträger der Tauschgeschäfte, welche aufhören, sobald die Tauschmittel blockiert werden. Die Folgen zwingen dann zu allen möglichen und unmöglichen Eingriffen.

            Ein marktwirtschaftlich logischer und nötiger Eingriff ist eine Abgabe auf den Besitz von Tauschmittel, damit diese in Umlauf bleiben. Dafür kann man sich viele andere Eingriffe, welche nur Symptombekämpfung sind und schwere Nebenwirkungen haben, ersparen.

            „Ihr Geldsystem was Sie vorschlugen, respektiert kein Eigentum.“

            ? Es ist genau umgekehrt. Es will nur das Geldhorten mit einer Gebühr versehen. Mehr nicht.

            „Sie verbergen es nur hinter einer anderen Art des Zwangs. Damit werde ich mich unter keinen Umständen anfreunden.“

            Müssen Sie auch nicht. Muss niemand. Aber sich dann auch nicht über die Folgen wundern eines Geldsystems, welches den Sparern 0% Zins garantiert, wenn sie das Geld horten. Das ist planwirtschaftliche Preisfixierung. Wenn Sie und die Mehrheit dies wollen, dann müssen auch die Konsequenzen getragen werden.

            „Sie behaupten, übermässiges Sparen schadet.“

            Ich versuche im wesentlichen zu zeigen, dass Sparen in Form der Geldhortung schadet.

            „Wie kann das sein, wenn doch Sparen nur sagt, es wurde weniger verbraucht als produziert. Wer hat da irgendeinen Schaden?“

            Ihre Logik möchte ich haben. Wenn gesamtwirtschaftlich weniger verbraucht als produziert wird, dann landet ein Teil der Produktion direkt auf die Müllhalde.

            Ich bezweifle, dass dieses System im Sinne einer Beschäftigungstherapie auf Dauer sinnvoll ist und aufrecht erhalten werden kann.

            Sparen, d.h. mehr einnehmen als ausgeben, setzt voraus, dass andere mehr ausgeben als einnehmen. D.h. es setzt voraus, dass es Marktteilnehmer gibt, welche sich bei den Sparern verschulden (oder es wird stets immer mehr neues Geld gedruckt).

            Nachhaltig geht das nur, in dem die Marktteilnehmer sich nicht um zu konsumieren verschulden, sondern um Produktionsmitteln zu erwerben, womit dann neuere, bessere Produkte mit weniger Aufwand (auch an Energie und Ressourcen!) hergestellt werden können.

            Mit dem Erlös aus dieser Produktion müssen die Schulden zurückbezahlt werden. Dafür braucht es Abnehmer. Sonst gehen die Unternehmen Konkurs und die Ersparnisse sind dahin.

            Genau genommen müssen die Sparer, welche das Geld von den Unternehmer zurückerhalten, dafür sorgen, dass damit der Güterüberschuss konsumiert wird, welcher die Unternehmer und Erwerbstätigen mehr produzieren müssen, als sie selbst kaufen können, um die Schulden zu bezahlen.

            Das ist nun mal der ökonomische Kreislauf der Ersparnisse: Sparer geben Kaufkraft an Unternehmer, welche damit Investitionsgüter beziehen um in Zukunft ein Güterüberschuss zu produzieren, welcher die damaligen Sparer nun beziehen können.

            Die Unternehmer geben zuerst mehr aus, als sie einnehmen. Damit ermöglichen sie wiederum, dass andere Marktteilnehmer mehr einnehmen können als ausgeben, d.h. sparen können. Sparen durch Überschussproduktion von Konsumgüter hingegen bedeutet, dass jemand auf Pump konsumieren muss. Dies führt zu Problemen, wenn die Finanzierung der Rückzahlung dieser Schulden nicht geklärt ist.

            Das Ganze nun ohne Geld gedacht: Die Sparer produzieren mehr als sie konsumieren in Form von Investitionsgüter. Diese führen in der Zukunft zu einer Güterproduktion, welche mehr als nur die Bedürfnisse der Erwerbstätigen abdeckt, nämlich mindestens auch die derjenigen, welche in der Vergangenheit gespart haben und nun mehr beziehen können als sie produzieren.

            Das bedeutet aber auch, Sparen und Investieren, ohne in der Zukunft entsprechende Güternachfrage auszulösen, die Produktion ins Leere laufen zu lassen bzw. für die Müllhalde zu produzieren. Es geht nicht auf und die Versuche, es eben doch aufgehen zu lassen, führen zur heutigen Situation bankrotter Konsumenten (Staaten), welche die ausgeliehenen Ersparnisse niemals werden zurückzahlen können. Dank deren Konsum aber die nötige Güternachfrage geschaffen wurde, dass die Investitionen nicht ins Leere liefen, was zur Vernichtung von Kapital und Arbeitsplätzen geführt hätte. Ein Abstruses System, in dem die Menschen nur dank Konsum auf Pump nicht unter ihren Verhältnissen leben können.

            Es ist offensichtlich, dass es einen Gleichgewichtspreis braucht zwischen Ersparnisbildung und Investitionsbedarf, welcher stets funktioniert. Dies bedeutet, der Preis muss auch ins negative rutschen können um ein Ungleichgewicht abzubilden. Um abzubilden, dass zuviel gespart wird im Verhältnis zum Investitionsbedarf bzw. zukünftigen Konsumbedarf. Und weil Sparen so an Attraktivität verliert, wird mehr Konsumiert – womit wieder mehr investiert werden kann, womit sich ein neuer Gleichgewichtspreis einstellen kann usw. In dem dieser Gleichgewichtspreis im heutigen Geldsystem auf ein Minimum von 0% fixiert wird, entstehen massive Verwerfungen, wie sie von Planwirtschaften bekannt sind.

            Wenn die Wirtschaft wächst, liegt sogar im Schnitt ein Gewinn drin, welches die Produktionsmittel abwerfen. Davon wollen die Sparer auch etwas haben. Das ist legitim. Wenn die Wirtschaft aber nicht mehr wächst, weil im Schnitt die Menschen nicht immer mehr produzieren und konsumieren wollen, können nicht immer mehr neue Produktionsmittel hergestellt werden, welche dank Mehrproduktion einen Gewinn abwerfen. Dann müssen sich die Sparer damit abfinden, dass sie ihre Ersparnisse „nur“ für null Zinsen ausleihen bzw. investieren können. Wobei es auch nicht beliebig viele Investitionsmöglichkeiten zu einem gegebenen Preis z.B. von 0% geben kann. Wenn mehr gespart wird, müssen die Ersparnisse im Schnitt ggf. noch weniger rentieren als 0%. Es ist nun mal einfach so, dass real nur soviel gespart werden kann, wie die Wirtschaft benötigt zur Vorfinanzierung der Güterherstellung.

            Alles andere sind Illusionen, welche sich früher oder später in Luft auflösen werden. Zur Zeit monetarisieren die Notenbanken immer mehr dieser Luft, um die Illusionen aufrecht zu erhalten.

            „Was Ihnen vorschwebt ist aber das nackte Grauen für mich. Nämlich zwangsinvestieren. Ich darf nicht sparen sondern muß irgendwo mein Geld investieren, was nur heißt ausgeben.“

            Was Sie also hier verlangen, ist sparen zu können ohne zu investieren. Oben haben Sie aber geschrieben: „Ohne Kapital keine Investitionen ohne Investitionen kann es nicht zu einer Spezialisierung kommen.“

            „Ich schlage vor Sie verfahren so für sich. Sparen Sie nicht sondern investieren.“

            Ich sehe den Widerspruch zwischen sparen und investieren nicht.

          • FDominicus sagt:

            „Es geht niemand etwas an, einverstanden! Andererseits kann die Wirtschaft logischerweise nicht funktionieren, wenn alle mehr einnehmen wollen als ausgeben.“

            Warum das logischerweise nicht funktionieren kann erschließt sich vielleicht Ihnen, mir nicht. Wie man nur glauben kann das irgendwelche mehr ausgeben müssen als Sie haben, und das wäre gut so kann ich nicht verstehen. Jeder muß/sollte bestrebt sein mit dem auszukommen was er hat. Alles Andere kann ich ja derzeit „bewundern“.

          • FDominicus sagt:

            „Ich sehe den Widerspruch zwischen sparen und investieren nicht.“

            Da gibt es einen fundamentalen Unterschied. Sparen ist eben nicht gleich investieren.

            Habe ich 100 GE eingenommen und 80 GE ausgegeben habe ich 20 GE gespart. Was ich dann damit mache ist meine Sache. Sie wollen es mir verwehren einfach nichts zu machen.

            Sondern Sie wollen, daß ich gleich renne und investiere. Denn alles andere ist für Sie ja Geld horten. Nur ohne eine Geldhortung landet man ganz schnell im Abseits. Nämlich alleine schon dann wenn man ein Lohneinkommen bezieht und das für den Lebensunterhalt benötig. Fliege ich raus und habe nichts gespart, habe ich nichts.

            Ich habe Ihnen doch zugestanden, investieren Sie so viel und so lange wie Sie wollen. Ich verlange nur von Ihnen mich damit in Ruhe zu lassen. Wenn ich mit dem Gesparten glücklich bin, ist das mein Problem und nicht Ihres. Wenn ich aber gezwungen werde zu investieren und dabei mein Geld in den Sand setze ist das immer noch alleine mein Problem. Aber ich mußte mich ja Ihren Investionszwang beugen.

            Und daher bleibt es dabei Sie wollen einen Zwang durch einen anderen ersetzen und dagegen werde ich mich immer verwahren.

            „Die Sparer produzieren mehr als sie konsumieren in Form von Investitionsgüter“

            Falsch Sie bekommen es zeitich nicht geregelt. Erst muß ich etwas gespart haben um dann (wenn ich will zu investieren). Der Zeitverzug zwischen dem Sparen und dem Investieren kann ABER beliebig lang sein. Denn es ist halt des Sparers Entscheidung wann und für was er dsa Geld ausgibt.

            Ohne irgendeine Ersparnis kann man nur investieren, wenn jemand anderes gespart hat. Nur habe ich selber etwas gespart habe ich meine Leistung schon erbracht und andere haben es honoriert. Und Ich hatte Glück/Können, daß ich weniger ausgeben mußte als ich einnahm.

            Produziere ich mehr, finde aber keine Abnehmer kann ich nicht sparen. Die Dinge die ich auf Halde gelegt haben können verderben. Es besteht aber auch die Möglichkeit da irgendwann später Geld damit verdienen kann. Nur auf Dauer werde ich kaum für die Halde produzieren, da ich eben dann einfach nichts mehr habe um produzieren zu können.

            Zeitlich kann es aber insgesamt nur so gehen. Ich habe ein Einkommen und verbrauche nicht alles. also kann ich etwas auf die Seite legen. Dann kann ich mir überlegen ob ich es selber verbrauche und/oder es anderen zur Verfügung stellen. Kurz ich kann investieren. Nun kann die Investition aufgehen oder auch nicht, das entscheidet dann ob ich wirtschaftlich erfolgreich war oder nicht.

            Ich kann aber auch sagen mir reicht mein Einkommen, den Rest lege ich mir einfach als Sicherheit zurück, Ich hab gehe also kein Risiko ein sondern mache nichts. Wenn dann etwas schief gehen sollte (Einkommen geht zurück/verschwindet) kann ich das Gesparte „verbrauchen“. Genau das wollen Sie mir ja nicht zugestehen.

            Ihre Logik ist das Ersparte soll doch gefälligst bitte konsumiert werden. Das Sie keine Sicherheiten für die Zukunft haben wollen, kann in diesem Staat durchaus mein Problem werden. Genau dann nämlich, wenn ich Sie mit durchfüttern muß. Mit einer Reserve können Sie sich selber füttern.

            Der Unterschied ist eklatant. Ich stelle den Verbraucher als zentrale Person in den Mittelpunkt, Sie den Hersteller. Und das kann nicht richtig sein. Denn ein Herstelle hat sich nun mal nach den Wünschen der Kunden zu richten und nicht anders herum. Und glücklicherweise entscheidet auch in D noch in vielen Bereichen der Kunde (da wo er es nicht tut, sind die Ergebnisse bescheiden, siehe RV, KV, AV) Nach Ihrer Logik ist auch jeder Zwangsinvestion in Anbieter zu rechtfertigen, denn schließlich machen die ja was „produktives“.

            Mag sein nur wenn ich das was gemacht nicht haben will?

  8. schlussstrich sagt:

    In diesem Video ist die Erklärung versteckt:
    Bei 00.45 Min. wird’s klar: Wenn der Euro erledigt ist bleibt der Regierung nichts anderes übrig als das Gold gegen Devisen (Dollar) zu tauschen um „die Geschäfte aufrecht zu erhalten“
    USA bekommen das deutsche (und italienische und spanische …) Gold also ganz legitim.
    Und danach ist mit der Gesamtmasse an Gold auch ein goldgedeckter Dollar machbar. Der Goldpreis kann den Amis dann gar nicht hoch genug sein. Bevor es die Chinesen tun …
    Fazit: Europa hat sein dann Gold verhökert und wird anschließend der neuen goldgedeckten Weltleidwährung huldigen müssen.
    Da sind ein paar Unzen im Sparstrumpf sicher nicht schlecht!

    http://www.goldreporter.de/bundesbank-reserven-wo-ist-unser-gold-geblieben/gold/25645/

    • 4fairconomy sagt:

      @ schlussstrich

      das wäre das Gleiche, was die USA mit dem schwarzen Gold schon zu Beginn gemacht haben: dieses gegen Dollar getauscht, deren Kaufkraft sie beliebig durch Geldschöpfung verwässern konnten. So finanzieren die USA zu einem wesentlichen Teil ihre Weltmacht. Wehe es käme irgend einem in den Sinn, das Öl nicht mehr gegen Dollar verkaufen zu wollen, wie z.B. Saddam Hussein. (Gut, wer eine A-Bombe besitzt oder wie die Chinesen oder Russland zu stark ist, wird (noch) in Ruhe gelassen).

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.