Die Rückkehr des George Orwell. Für nur 17,98 Euro im Monat!

3. Januar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer)

Als meine nicht vorhandene Glaskugel pünktlich zu Mitternacht zu lachen begann und Funken aussprühte, war klar, 2013 wird eines der lustigsten Jahre. Besser noch: Es wird wahrscheinlich das beste Kabarettjahr, wenn sich 2012 überhaupt noch übertreffen lässt. Jetzt dabei sein! Jetzt gewinnen! Hirn aus! Alles andere an!

Kaum ist Frau Merkel mit ihrer Neujahrsansprache verschwunden – und auch der Kater der Silvesternacht – werden sämtliche guten Vorsätze gebrochen. Und dann geht es heiter weiter – von Klippe zu Klippe über Gipfel und Riffe – mit Heiterkeit…

Gibt es etwas Schöneres als Lachen? Deshalb höre ich derzeit so gerne Nachrichten auf seriösen Radiosendern und frage mich, ob das 17,98 Euro im Monat wert sei. Aber sicher! Übrigens gibt es die Seite www.gez.de nicht mehr. Die heißt jetzt www.rundfunkbeitrag.de. Ein Rundfunk, der oft nicht mehr rund funkt.

Vielleicht kommt 2014 die Kulturabgabe (www.kulturabgabe.de) nachdem der EU-Soli 2013 (www.eurosoli.de) erfolgreich eingeführt wurde. Und die Vermögensabgabe.( www.vermoegensabgabe.de) Und EEG 6.0. (www.eeg.de) Und die Knut-Pauschale zur Rettung der Pfandflasche. (www.knutrettetpfandflasche.de) Sichern Sie sich diese Domains! Für nur 17,98 Euro im Monat. 2013 verspricht Heiterkeit und Orwell 3.0 erblickt wieder das Licht der Öffentlichkeit.

Rundfunkbeitrag? Ich wurde in einer Art Neujahrsansprache kurz vor Jahreswechsel belehrt, meine (alternativlosen) 17,98 Euro wären eine Demokratie-Abgabe. Eine Abgabe von Demokratie? Dann passt es wieder. Wobei mir der Begriff dabei langsam über die Zunge glitt und ich zu husten begann. Sch… Raucherei!

Außerdem schnüffelt der „Rundfunkbeitrag“ (ex GEZ) künftig niemandem mehr nach. Vorbei die Zeiten, in denen Provisionsmitarbeiter in Hauseingängen lungern und über Leitern fensterlten. Übers Einwohnermeldeamt ist das wesentlich kostensparender und effektiver. In Köln stockt man zudem zum Wohle des Arbeitsmarktes die Ex-GEZ-Mitarbeiterzahl auf. Hurra!

Lassen Sie mich abschweifen…

Ich gebe ja zu, ich habe mich zwischen den Jahren umgeschaut bzw. recherchiert, was ich für monatliche 17,98 Euro bekomme: Nachrichten, um mich danach zu richten, Börsenberichte mit guter Laune, gute Dokus inzwischen um Mitternacht, wenn das Thema nicht so massentauglich ist – oder nicht tauglich für die Masse – und viel gute Laune. Und Rosamunde Pilcher, wenn ich weinen möchte. Aber das kann ich auch ohne Frau Pilcher, wobei wir wieder beim Thema wären. Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk – unbedingt. Aber nicht so.

Am lustigsten aber finde ich ja die Quiz-Sendungen mit den vielen ausgemusterten D bis Z-Promis in den Dritten, wenn sie lustige Heimatbegriffe raten und auf Knöpfe mit A, B, C oder D drücken. Wer sagt, Gebühren würden verschleudert, hat die Demokratie nicht verstanden. Die in den Altersheimen beliebten Sendungen sollten uns allen mit monatlich 17,98 Euro ein paar Euro aus dem Gebührentopf als Gewinnausschüttung wert sein. Es sorgt für reibungsfreien Straßenverkehr. Oder jemand rettet die Million. Zwischendurch: Werbung. Das Volk schaut mehr bei den Privaten zu. Volkes Wille. Vielleicht gibt es einfach zu viele Sender?

Am liebsten mag ich ja die Seifenopern auf allen Kanälen am Abend. Das erspart die Waschmaschine, wenn die schmutzige Wäsche vor dem Flachbildschirm hängt. Aber ganz besonders liebe ich Talk-Sendungen, in denen sämtliche Gesprächspartner ihre neuen Bücher präsentieren – oder kochend in anderen Shows ihre Bücher bewerben oder diese am besten gleich kochen, ohne das eigentlich übliche „Dauerwerbesendung“.

„Wir sind eins“, meint die ARD. Mit dem Zweiten schielt man besser das ZDF. Für 17,98 Euro im Monat. Von jedem das Eine. 17,98 Euro. Das Staatsfernsehen der DDR war zwar billiger, jedoch gab es nur zwei Programme, die keiner geschaut hat außer in Dresden oder im Vollrausch.

2013 wird das beste Comedy-Jahr des Jahrhunderts. Wetten? In den Nachrichten gibt es viele Sketche über Aufschwung, Vollbeschäftigung, Optimismus und Zuversicht der Kanzlerin. Jeder noch so kleine Buchstabe aus dem richtigen Mund mutiert zum Ereignis. Doch bedenken Sie: Hintergründe sind meist zu sperrig oder unverständlich und kosten Zeit. Die Leute wollen sie nicht hören und sehen. Gehen Sie besser shoppen! Das hilft der Konjunktur.

DAX – DAXXER – am DAXXten. VerDAXt.

Auch an den Börsen sind die Komödianten unterwegs und bringen einiges durcheinander. Man ist seit Mittwoch dazu übergegangen, DAX-Stände mit Optimismus zu verwechseln, Kompromisse als Siege zu feiern und Kurse mit Daten aus der Statistikabteilung zu flambieren. Minuszeichen werden mit Minuszeichen multipliziert – und schon passt es wiede.

So wurden gestern die deutschen Inflationszahlen für 2012 ausgewiesen. Stabile 2,0 Prozent verbreiten einen weiteren Hauch von Zuversicht. Und am Freitag gibt`s dann den US-Arbeitsmarkt, welcher die Vermutung nahe legt, die Aktienkurse nähern sich dann ihrem Siedepunkt und gehen spontan um 14:30 Uhr in den gasförmigen Zustand über. Der DAX war dann noch nie so teuer und preiswert zugleich, werden mir dann die Experten erzählen. 2013 wird lustig, kaum dass es angefangen hat.

Und die Glaskugel sagte noch eines voraus, bevor sie freudig vom Tisch fiel: Spätestens wenn die Fiskal-Klippe in vier bis sechs Wochen als Super-Klippe Augen und Ohren verschmutzt, wird es der DAX auf 10.000 Punkte schaffen. Hossa! (Seite 2)

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23 Kommentare auf "Die Rückkehr des George Orwell. Für nur 17,98 Euro im Monat!"

  1. gilga sagt:

    Mal ein wenig Kontra zum Artikel, auch wenn ich mit dem Grundton grundsätzlich einverstanden bin:

    1. Finde ich es gut das man sich bemüht sowas wie einen unabhängigen Rundfunk zu betreiben. Sicher sind bestimmte Konstruktionen im öffentlichen Rundfunk nicht ideal (die Ministerpräsidenten der Länder sollten nichts zu sagen haben etc.), aber ich kenne praktisch kein Land wo es wirklich signifikant besser wäre. Nur viele wo es signifikant schlechter ist. Ob für unabhängige (was sie nicht ist; aber zumeist besser als bei den Privaten; auch da bekomme ich regelmäßig ein flaues Gefühl im Magen) Information 18€/Monat nötig ist darf natürlich bezweifelt werden. Genauso ist die Tatsache das massiv und teuer „Unterhaltung“ produziert wird eine Frage über die man diskutieren müsste. Das was in den öffentlich rechtlichen Rundfunk gehört muss man suchen (nicht mit der Lupe aber es ist Aufwand nötig), aber ich bin froh das es diese Sendungen so gibt und bezweifle das es sie in einem von Privatsendern dominierten Umfeld auch nur im Ansatz geben würde. Insofern finde ich die Kritik als Satire in gewohnter Form ok, rein von den Fakten her muss man m.E. jedoch durchaus auch etwas Kontra geben.

    2. Zum zweiten mal eine Frage an Frank was die Teuerung betrifft: Wie hoch ist diese denn für Dich? Kannst Du das mal an konkreten Zahlen festmachen wo das Leben für Dich teurer geworden ist? Meine Beobachtung (ich führe dazu Buch) ist nämlich, dass wer sich auf Grundnahrungsmittel und deren sinnvolle Kombination einlässt, durchaus sehr stabile Preise (z.B. Nudeln, Reis, Kartoffeln) hat. Wer hingegen jeden Trend (alle möglichen to Go Produkte etc.) mitgeht und primär Fertigkrams kauft muss dafür jedoch blechen. Gleiches gilt für Bekleidung und viele andere Dinge des kurz- und mittelfristigen Bedarfs (Kleidung, Möbel, Technik, Reisen etc.). Einzig bei den Energiekosten ist das Ergebnis wirklich eindeutig und es ist lohnenswert sich auf diesem Gebiet zu informieren, um sich so gut es eben geht zu schützen (was nur eingeschränkt möglich ist).

    3. Bei 2% Teuerung aus Sicht der Statistiker/Bundesbank/EZB/… von stabilen Preisen zu sprechen entsprach m.E. nach bis vor Kurzem durchaus vernünftigen Annahmen. Warum? Es war problemlos möglich gespartes Geld sicher (über die Sicherheit von Banken will ich hier nicht reden und ist für diese Sichtweise auch unerheblich) und gleichzeitig kurzfristig abrufbar (Mischung aus Tagesgeld und Kurzläufern beim Festgeld) zu einem höheren durchschnittlichen Zinssatz anzulegen. Momentan kommt man da bei vernünftiger Aufteilung auf sowas wie 1,5-2,0%. Was man kritisieren kann ist, dass hier ein fester Prozentsatz statt einem Verhältnis zu z.B. Tagesgeld angenommen wird. Aus Sicht eines Sparers wäre dies fair und wenn wir davon mal absehen ist die Formulierung stabile Preise demnach ok. Womit ich konform gehe ist die Aussage, das dies aus Sicht eines Einkommensbeziehers insbesondere in Deutschland wiederum differenziert zu sehen ist. Nicht jeder konnte auch diese (offizielle) Teuerungsrate mit dem Gehalt ausgleichen. Man müsste also auch dies bei der Aussage „stabile Preise“ beachten, insofern man ein System mit Zins (und bitte an dieser Stelle nicht gleich wieder eine Grundsatzdiskussion dazu anstossen) akzeptiert.

    Bitte nicht falsch verstehen, ich gehe in vielen Dingen mit den auf dieser Seite gemachten Aussagen konform (z.B. sollte mein Geld auch dann Preisstabil bleiben, wenn ich es nicht dem Risiko der Deponierung bei einer Bank aussetze). Bin jedoch der Meinung wer A sagt muss auch B sagen… es ist schwer bei dem ganzen Wahnsinn der täglich auf einen einstürmt (und man nicht in Biedermeier 2.0 verfällt) eine differenzierte und nüchterne Sicht der Dinge beizubehalten, aber man sollte sich bemühen.

  2. Frank Meyer sagt:

    Wo ist denn der Rundfunk unabhängig, wenn, und das ist nichts Neues, die Gremien bestimmen, was sein darf und was nicht – oder was zu sein hat. habe es selbst erlebt. Die Schnüffelbude GEZ ist der Geldeintreiber. Und wenn das Geld immer da ist und die KEF den „Bedarf“ ermittelt, dass wächst sich as alles zu einem Hefeteig aus.

    @ Inflation
    Meine Teuerung laut Steuererklärung von 2006 auf 2011 war 32,7 Prozent. Der Begriff stabiles Geld ist eine Nebelkerze, für die der Orwell nichts kann. Es ist Unsinn, von stabilem Geld zu reden, wenn es nicht stabil ist.

    • gilga sagt:

      Wie gesagt, oben steht auch nicht das der Rundfunk in meinen Augen wirklich unabhängig ist (auch vollkommene Unabhängigkeit ist ein unerreichbares Ideal). Sondern nur das es durchaus etwas besser aussieht als in vielen anderen Staaten dieser Welt. Auch hier im Blog wird gelegentlich ja auf entsprechende Beiträge aus dem öffentlichen Rundfunk verlinkt. Und auch auffallend viele Sendungen in denen Vertreter die hier im Blog zitiert und früher (nun ja auf Metallwoche) interviewt wurden, sind da gelegentlich zu sehen. Teilweise in langen Einzelinterviews (meist Abends oder spät in der Nacht, aber immerhin). Keine Frage, wir sind weit vom ideal entfernt und es besteht ganz sicher Verbesserungsbedarf. An der grundsätzlichen Richtigkeit des Betriebs eines Rundfunks der nicht von der Werbebranche oder privaten Inhabern (die ja gelegentlich auch Interessen in der Politik verfolgen sollen) abhängig ist möchte ich persönlich aber nicht zweifeln, da mir kaum eine sinnvolle Alternative ersichtlich ist. Einzig das Web als Graswurzelbewegung und freie Blogs mit zum Teil zu bezahlenden Inhalten könnte man hier ins Feld führen. Aber: Information nur für den der sie sich leisten kann und über entsprechende Kenntnisse verfügt? Schwierige Sache.

      „Meine Teuerung laut Steuererklärung von 2006 auf 2011 war 32,7 Prozent.“ => Das habe ich leider nicht verstanden.

      • Skyjumper sagt:

        „An der grundsätzlichen Richtigkeit des Betriebs eines Rundfunks der nicht von der Werbebranche oder privaten Inhabern (die ja gelegentlich auch Interessen in der Politik verfolgen sollen) abhängig ist möchte ich persönlich aber nicht zweifeln, da mir kaum eine sinnvolle Alternative ersichtlich ist.“

        Da stimme ich mit Ihnen durchaus überein. Es ist allerdings eine Frage der Relation von Kosten zu Aufgabe. Und zur Frage der Relation verweise ich mal einfach auf: http://dasneueeuropa.wordpress.com/2013/01/03/ungeziefer/

        Frage an den „Blogwart“: Mein Kommentar wartet auf Moderation. Ist das neu, oder hängt das mit dem eingefügten Link zusammen, dann würde ich die zukünftig vermeiden?

        • gilga sagt:

          Jup, bei den Kosten (und auch beim Umfang dessen was da so an „Unterhaltung“ gemacht/finanziert wird) kann und sollte man sicher was machen.

          PS: Ja, bei Links dauert es etwas. Bleibt aber im Rahmen. Aber auf den verlinkten Inhalt würde man in Diskussionen zuweilen nur ungern verzichtet… 😉

    • John Doe sagt:

      Hi Frank,

      „Wo ist denn der Rundfunk unabhängig, wenn, …“

      Ja, wo ist er denn unabhängig? Der Tenor läuft doch wieder darauf raus, dass der „Staat“ nur Murks macht, Orwell wieder erweckt wird. Als Alternative wird dann der „Private“ in den Ring gezerrt und behauptet, dass jetzt die Unabhängigkeit gewährleistet ist, Orwell mit einem Male im Orkus auf Nimmer wieder sehen verschwindet! Es gibt, mit einem Zirkelschluß bewiesen=behauptet, dass bei den „Privaten“ nicht gefiltert=manipuliert wird. Dort wird tagtäglich der lupenreine, durch keinen Chefredakteur, den Eigentümer, Verleger (bsp. Murdoch, Koch-Brothers in den USA, Springerpresse) zensierte, Journalismus gepflegt! Wie kommen Sie auf diesen angesetzten Trichter?

      Nochmals: Die in 2007 ausgebrochene Banken- u. Finanzmarktkrise hat ein Sicherungsvolumen von rund 5 Billionen € in der EU nötig gemacht, bisher ausgezahlt zur Rettung der Banken und des Finanzmarktes wurden rund 1,6 Billionen €. Dieses Volumen wurde von den Staaten übernommen. Prompt wurde daraufhin die Staatsverschuldung thematisiert und in den Vordergrund gerückt. Heute sind die strukturellen Problem des Banken- u. Finanzmarktes bei der „Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gelandet“, was nichts anderes bedeutet, dass jetzt der Sozialstaat, Arbeitnehmerrechte, Löhne, die Rentenversicherung, Krankenversicherung zur Disposition steht. Frau Merkel und gerade eben n-tv, Börsenexperte: in 2013 müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft angehen, was nicht ohne schmerzhafte Einschnitte von statten gehen wird. Wozu eigentlich bleibt im Ungewissen! Welcher Funk, ausser den „öffentlichen“ (arte), hat dieses Thema so beschrieben?

      Orwell hat auch den Neusprech thematisiert. Beispiele: Chancen
      „Chancen für alle“ heißt die Website der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Während die traditionellen Wirtschaftsliberalen noch „Wohlstand für alle“ versprachen, auch ein Ludwig Ehrhardt, ist die moderne Philosophie der Neoliberalen, dass alle, wenn sie sich denn marktkonform verhielten, nur die Chance hätten, Wohlstand zu erreichen. Erinnern sie sich noch an Frau Merkels Worte über die „marktkonforme Demokratie“? Damit das so bleibt hat die INSM jetzt wohl an alle Abgeordneten Voodoo-Puppen verschickt (Quelle: SZ, KW 2, 2013)!

      Elite. Dazu:
      Die tragende Säule der Gesellschaft. Zur Elite könne naturgegeben nur eine Minderheit gehören: „Der schlimmste aller Irrtümer ist, dass die Natur jedem Menschen gewisse Rechte verliehen habe…Die Natur ist nicht freigiebig, sondern geizig. Die biologische Ausstattung des Menschen beschränkt starr das Feld, in dem er dienen kann. Die Klasse derjenigen, die die Gabe haben, ihre eigenen Gedanken zu denken, ist durch eine unüberbrückbare Kluft getrennt von derjenigen Klasse, die dies nicht können.“ (Ludwig von Mises/neoliberaler Ideologe)Wen mag er wohl damit meinen, sicher nicht die 32 Millionen Arbeitnehmer?

      Freiheit. „Die Freiheit wurde zum Hauptargument aller westlichen Pläne für die Begründung der sittlich guten Gesellschaft. Sie erzeugte die Laisser Faire-Philosophie, der die Menschheit alle beispiellosen Errungenschaften des kapitalistischen Zeitalters verdankt“ (Ludwig von Mises/neoliberaler Ökonom)Welche Freiheit meint er denn? Die politische Freiheit oder die nur uneingeschränkte Freiheit des Unternehmers zur Gewinnmaximierung?
      Was sagt LvM dazu: „Die europäischen Liberalen erstrebten die Ersetzung des königlichen Absolutismus durch die parlamentarische Monarchie, nicht die Errichtung einer republikanischen Regierung“.

      Dürfte ein Volker Pispers zur besten Sendezeit bei den „Privaten“ seine Sicht zum Besten geben?

      D hat ein neues Lieblingswort. Es heißt „Zwangsgebühr“. Der Tenor kommt auch im Beitrag und den Kommentaren zum Tragen. Orwell lässt grüssen! Es soll sich das Gefühl festsetzen, auf Gedeih und Verderb einem unkontrollierbaren System ausgeliefert zu sein. Einem System, das ohne Gegenleistung Geld verlangt, das ihm gar nicht zusteht. Die – inzwischen abgeschaffte – Praxisgebühr wurde auch nie als „Zwangsgebühr“ bezeichnet. Es soll wohl suggeriert werden, dass es sich um eine Art Luxussteuer handelt. Übrigens, über die Internetportale der einzelnen Sender lassen sich TV-Beiträge abrufen oder auch verlinken. Von der Rundfunkabgabe abgedeckt, quasi kostenlos!

      Die SZ hat sich Orwell geleistet: in der „Wochenchronik“ eine Grafik, die die Steigerung der Rundfunkgebühr von 1954 bis heute darstellt. Wow! Kein Wort aber über Preissteigerungen in diesem Zeitraum, die Zahl der Sender gewachsen ist und die Ausgaben für das Internet darin enthalten sind, daß Fremdautoren bei den „öffentlichen“ ihr Geld verdienen. Der Gebühr werden dann ausgerechnet die Kosten für die Sendeminuten von Talkshows dagegen gesetzt, so, als ob die „öffentlichen“ nur aus Talkshow-Programmen bestünden, nur für Florian Silbereisen, Günter Jauch und Markus Lanz bezahlt würde. Kein Wort auch über den Hörfunk.

      Wer will eigentlich im Internet Bezahlschranken errichten? Der Springer-Verlag macht es mit Welt-Online vor, die WAZ, FAZ und SZ testen noch, wie das am Besten gehen könnte: Geld für Artikel im Internet zu verlangen. Die öffentlich-rechtlichen Angebote sind dann aber schon bezahlt.

      Was kostet eigentlich ein Jahresabo von Die Welt, WAZ, FAZ, SZ, und, Frank, ist der Preis für Ihr Abo auch eine „Zwangsgebühr“? Um was geht es den Kritikern? Es geht nicht darum, eine Konkurrenz zu den Kommerzsendern und die Verlage aufrecht zu erhalten!

      Nachklapp: Warum sind die Kommerzsender (DSDS, „ich bin ein Star, holt mich heraus!“) noch nicht kostenpflichtig?

  3. mikap sagt:

    Frage an Gilga: Wie heißt das Medikament, das Sie täglich einnehmen? Ist es verschreibungspflichtig oder frei erhältlich? Oder arbeiten Sie
    etwa beim öffentlich-rechtlichen, das wäre natürlich was anderes.

  4. WiKa sagt:

    http://qpress.de/2013/01/03/fdp-rosler-industrie-von-gez-zwangsabgabe-befreien/

    „FDP für Befreiung der Industrie von der Zwangsabgabe“

    Und wenn es noch nicht passiert ist, dann dürfte es die Steilvorlage der FDP sein, sich dieses Jahr passende Wahlgeschenke für eine Klientel auszudenken.

    Noch besser ist natürlich, dass ganz gemäß orwell’scher Theorien, die Volksverblödung und am ende auch Überwachung natürlich von den Opfern zu bezahlen ist.

    Es ist ein wenig so wie mit den dümmsten Kälbern, die sich einerseits, so sagt man, den Metzger selber suchen und andererseits hernach das ganze mit dem Leben bezahlen und so natürlich auch den Metzger entlohnen.

    Wir sind zwar nicht auf dem richtigen Weg, aber wir sind auf dem Weg. Und fürwahr, 2013 wird in vielfacher Hinsicht sehr unterhaltsam, wenn auch an manchen Ecken mit ziemlich traurigen Elementen … (°!°)

  5. jurnaljacke sagt:

    Hallo,
    das mit den Beruhigungsmedikamenten ist eine gute Idee – aber wir haben ja schon Flour in der Zahnpasta.
    Wir sollten auch den Leuten die den sogenannten „Wahrenkorb“ zusammenstellen Respekt zollen. Hier immer eine Punktlandung auf 2% hnzubekommen ist sicher nicht einfach. Leider habe ich das Gefühl das der Korb große Lücken hat. Versicherungen, Steuern, Mitgliedsbeiträge, Baumaterial fällt irgendwie durch.
    So eine Schnüffelbande wie die GEZ konnte es auch nur im friedlichen Deutschland geben. Man stelle sich das in den USA oder Südafrika vor. Ein Fremder betritt dein Grundstück. Wums! Ich denke der Schwund an Mitarbeitern wär groß.
    Hier mein ungehörter Vorschlag. Eine Abgabe von 1 EUR pro Jahr und Kopf für einen Rundfunksender z.B. Deutschlandfunk. Damit ist die lästige Informationspflicht erfüllt. Alle Fernsehsender mit GEZ-Box (ähnlich SKY-Receiver) mit unterschiedlichen Tarifen. Ich sehe nämlich nicht ein warum ich für Fußball, Rosamunde, Tatort, Werbung usw. bezahlen soll. Das hat rein garnichts mit Information zu tun. Im Gegenteil. Da war das alte Rom schon weiter. Spiele waren kostenlos. Bei uns kosten die Spiele 17,98 EUR. Da gibts nicht mehr viel Brot.

    • gilga sagt:

      Zum ersten Teil bzgl. der Zusammenstellung des Warenkorbs:

      Im Verbraucherpreisindex für Deutschland (https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/Verbraucherpreisindizes/WarenkorbWaegungsschema/Waegungsschema.pdf?__blob=publicationFile) sind einige Versicherungen (z.B. nach meinem Verständnis: Unfallversicherung, Hausrat, KFZ, Privathaftpflich und Rechtsschutz) im Wägungsschema enthalten (unter „12 Andere Waren und Dienstleistungen“ bzw. genauer unter „125 Versicherungsdienstleistungen“). Ob die Wägung mit knapp 25 auf 1000 angemessen ist, darf selbstverständlich angezweifelt werden (dann aber bitte mit konkreten Zahlen). Es würde z.B. bei Gesamtausgaben von 2000€ im Monat für einen Haushalt nach meinem Verständnis 50€ im Monat bzw. 600€ im Jahr entsprechen. Mein Haushalt liegt da drüber, kann mir aber vorstellen das andere auch darunter liegen, so dass es im Schnitt wieder hinkommt.

      Bei Mitgliedsbeiträgen wird man beispielsweise unter „094
      Freizeit- und Kulturdienstleistungen“ fündig: Hier ist vom Fitness-Studio über Musikunterricht bis Glücksspiel recht viel mit knapp 29 auf 1000 vertreten. Hier liegt mein Haushalt definitiv deutlich darunter.

      „Baumaterial“ dürfte je nachdem zu welchem Zweck was erworben wurde ebenfalls in verschiedenen Kategorien (z.B. Reparaturen) enthalten sein.

      Steuern sind bis auf die MwSt. natürlich (es geht ja um Verbraucherpreise) nicht enthalten. Dazu kann man sich andere Statistiken anschauen.

      Nun kann man zu Statistiken stehen wie man will und auch die Art der Erhebung kritisieren. Aber das entsprechende Dinge wie oben erwähnt gar nicht erfasst werden stimmt zunächst mal in diesem konkreten Fall nicht.

  6. jurnaljacke sagt:

    Danke – dann muss es stimmen und ist belegt.

    Aber:
    Private Krankenversicherung:
    2001: 85 EUR
    2012: 205 EUR

    KFZ-Vers.:
    2001: 252 EUR
    2012: 331 EUR

    Haftpflicht:
    2007: 84 EUR
    2012: 101 EUR

    Gebäudevers:
    2003: 292 EUR
    2012: 315 EUR

    Tageszeitung:
    2000: 12,5 EUR
    2004: 16 EUR
    2012: 24,8 EUR

    Grundtsteuer, Schornsteinfeger, Entsorgung Bauschutt : hab ich nicht zur Hand – ist stark gestiegen.

    Bauschaum:
    2003: 4 EUR
    2012: 6 EUR

    Kies:
    2008: 18,5 EUR
    2012: 22,5 EUR

    Acryl:
    2005: 0,99 EUR
    2012: 1,99 EUR

    Brennholz

    2005: 24 EUR
    2012: 58 EUR

    Das meiste habe ich aus Belegen. Ich denke ich bin eine Lusche und lassen mich überalle so übers Ohr hauen. Außerdem konnte ich meinen Stundenlohn in den letzten 10 Jahren nicht erheblich (entsprechend) anheben. Eine Sache ist billiger geworden – danke FDP! – der Zeltpatz war günstiger.

    bis dann

    • gilga sagt:

      Welchen Anteil haben diese Dinge tatsächlich im Vergleich zu den Gesamtausgaben?
      Spielt es eine Rolle für Ihr verfügbares Einkommen bzw. ihre Lebenshaltungskosten ob Acryl sich im Preis verdoppelt hat und wenn ja welche?
      Ist dies auch für die weitere Bevölkerung Deutschlands im gleichem Maß wichtig/belastend?

      Gab es vielleicht auch Dinge, die billiger geworden sind?
      Wenn ja, welche Bedeutung haben diese für die Gesamtausgaben/Lebenshaltungskosten?

      Für einige der aufgeführten Kosten (z.B. Kfz Versicherung) ist eine Vergleichbarkeit auf Basis des reinen Preises nur dann gegeben, wenn sich die weiteren Umstände (Jahreskilometer, Fahrzeug, Unfälle/Diebstahl in der Region + beim Versicherungsnehmer) gar nicht geändert haben.

      Hinweis: Hier werden Zeiträume von 6-12 Jahren aufgeführt. Bei angenommenen 2% sind das für 100€ (jeweils abgerundet):
      – nach 6 Jahren: 112€
      – nach 12 Jahren: 126€

      Sprich: selbst bei 2% sind Steigerungen um 12% bzw. 26% über 6 bzw. 12 Jahre sauber abgebildet (Realitätscheck: der VPI stieg von 2005 bis 2011 um grob 10%; Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verbraucherpreisindex_f%C3%BCr_Deutschland).

      Den Hinweis das die Löhne nicht in allen Fällen (oder sogar in der Breite) entsprechend mitgestiegen sind habe ich ebenfalls gebracht und nicht angezweifelt. Genausowenig das es Preisteigerungen gab (genau das sagt die „offizielle“ Zahl ja auch). Es ging nur um die Darstellung das die offizielle Zahl bzw. der Warenkorb 1. diese Dinge nicht enthalten würde und 2. die Kosten nicht sauber abbildet, was im 1. Fall erwiesenermaßen falsch und im 2. Fall nicht bewiesen ist.

      Das man Dinge findet die überdurchschnittlich angestiegen sind ist keine Frage. Die Unze Silber (und damit z.B. Silbermünzen) z.B. hat sich im Preis in einem Maß vervielfacht, die Ihre Zahlen deutlich hinter sich lässt. Aber welche Bedeutung hat dies für Sie im Alltag?

  7. Reiner Vogels sagt:

    Ich meine, Frank Meyer hat recht.

    An und für sich ist ein mit staatlichen Zwangsgebühren finanziertes Rundfunk- und Fernsehsystem ja ein gravierender Eingriff in die Presse, Meinungs- und Informationsfreiheit. Insofern ist sie eigentlich mit unvereinbar mit dem Grundgesetz. Der Staat hat nicht die Aufgabe, mir zu sagen, was ich wissen darf und denken soll, und es auch nicht seine Aufgabe, private Anbieter von von Fernseh- und Rundfunkdiensten durch die Privilegierung eines Staatsfunks zu benachteiligen. Der freie Markt kann das alles wie auch bei den Printmedien viel besser regeln.

    In früheren Zeiten, als die Frequenzen und Übertragungsmöglichkeiten knapp waren und für ein breites und vielfältiges Angebot nicht ausgereicht hätten, war die Errichtung eines öffentlich-rechtlichen Systems als Notbehelf vertretbar. Die Zeiten sind allerdings vorbei. Man kann heute über Satellit Hunderte von Fernseh- und Radioprogrammen empfangen. Den Staat braucht man dazu nicht.

    Allerdings besteht das Problem, dass es den Parteien in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik gelungen ist, das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem (wie auch viele andere Bereiche der Gesellschaft, von den Stadtwerken bis zu den Schulaufsichtbehörden) zu ihrer Beute zu machen. Dieses Rundkfunksystem hat sich zum Parteienfunk entwickelt. Nirgendwo sonst haben die Parteien eine ähnlich großzügige Plattform für ihre Selbstdarstellung zur Verfügung. Man muss sich nur die Poliktalkshows oder die Aktuelle Kamera der ARD um 20.00 Uhr anschauen. Politisch korrekt sind sie, bevormundend, volkserziehend im Sinne der Einheitsparteien, die Wirklichkeit schönfärbend und langweilig bis zum Abwinken.

    Ich würde jederzeit eine Partei wählen, die sich dafür einsetzen würde, dieses öffentlich-rechtliche Zwangsgebühren- und Indoktrinationssystem abzuwickeln. Ich kann mir selbst aussuchen, was ich sehen, hören und lesen will und brauche dazu keinen staatlichen Vormund.

    • gilga sagt:

      ———–ZITAT-ANFANG———–
      „Der Staat hat nicht die Aufgabe, mir zu sagen, was ich wissen darf und denken soll, und es auch nicht seine Aufgabe, private Anbieter von von Fernseh- und Rundfunkdiensten durch die Privilegierung eines Staatsfunks zu benachteiligen. Der freie Markt kann das alles wie auch bei den Printmedien viel besser regeln.“
      ————-ZITAT-ENDE————-

      Im Ideal ist auch nicht intendiert das der Staat in den öffentlich rechtlichen Rundfunk eingreift (in der Realität tut er es; wurde auch nicht bestritten; aber eben anders als z.B. in Russland/Nordkorea etc.). Das hier Potential zur Verbesserung besteht steht außer Frage.

      Es gibt genügend Länder wo es nur Staatsfernsehen (Extrembeispiel: Nordkorea; zumindest meines Wissens nach) oder kein vergleichbares öffentlich rechtliches Angebot gibt. Wo genau ist es denn mit nur Privat besser und warum (bitte konkretes Beispiel und ein paar Erläuterungen dazu)?

      Haben wir hier nicht im Vergleich(!) eine „gesunde Mischung“?

      ———–ZITAT-ANFANG———–
      „In früheren Zeiten, als die Frequenzen und Übertragungsmöglichkeiten knapp waren und für ein breites und vielfältiges Angebot nicht ausgereicht hätten, war die Errichtung eines öffentlich-rechtlichen Systems als Notbehelf vertretbar. Die Zeiten sind allerdings vorbei. Man kann heute über Satellit Hunderte von Fernseh- und Radioprogrammen empfangen. Den Staat braucht man dazu nicht.“
      ————-ZITAT-ENDE————-

      Hier wird Regulierung von Frequenzen etc. mit der Finanzierung eines öffentlichen und unabhängigen (Idealziel) Informationsangebotes verwechselt, oder?

      ———–ZITAT-ANFANG———–
      „Dieses Rundkfunksystem hat sich zum Parteienfunk entwickelt. Nirgendwo sonst haben die Parteien eine ähnlich großzügige Plattform für ihre Selbstdarstellung zur Verfügung.“
      ————-ZITAT-ENDE————-

      Wie genau soll man anders berichten und Kriterien finden was berichtet werden soll? Parteien betreffend: Wie anders vorgehen als nach Mitgliederzahlen, Wahlergebnissen etc.? Natürlich gilt es darauf zu achten auch über Minderheiten zu berichten. Aber wer entscheidet was genau und in welchem Umfang? Egal wie man sich entscheidet: Es wird ein Balanceakt bleiben. Und: Haben Sie wirklich die Hoffnung/den Glauben das sich ein privater, gewinnorientierter Sender darüber Gedanken macht wie er Nachrichten gewichtet (oder vielmehr danach, was mehr Aufmerksamkeit beim Werberelevanten Publikum bringt; das im öffentlich rechtlichen auch viel zu sehr auf Quote geschaut wird, da gehe ich gern mit)? Die Finanzierung spielt hier ggf. sogar nur eine kleine Rolle. Ich sehe zumindest nicht das bei den privaten in Relation zu den öffentlich rechtlichen über kleine unbekannte Parteien mehr berichtet wird als über die großen, etablierten Parteien.

      ———–ZITAT-ANFANG———–
      „Ich würde jederzeit eine Partei wählen, die sich dafür einsetzen würde, dieses öffentlich-rechtliche Zwangsgebühren- und Indoktrinationssystem abzuwickeln. Ich kann mir selbst aussuchen, was ich sehen, hören und lesen will und brauche dazu keinen staatlichen Vormund.“
      ————-ZITAT-ENDE————-

      Sie müssen nichts schauen/lesen/… , dazu werden Sie ja nicht gezwungen. Die Art und Höhe der „Zwangsabgabe“ kann man sicher diskutieren, keine Frage. Aber das Eine (Zwang zur Zahlung) mit dem Anderen (Zwang zum Konsum des Angebots) zu verbinden verbietet sich in meinen Augen. Das ist genauso (un)sinnig wie die Gleichung Euro = Europa = Frieden aufzustellen und daraus abzuleiten das Euro-Kritiker gegen den Frieden sind, oder?

  8. Lickneeson sagt:

    TV und Radio haben sich vom Informationsmedium mit eingestreuter Unterhaltung schon lange zu teils ödem, teils erschreckend niveaulosen Klamauklautsprechern entwickelt.Keine Ahnung wer sich die nicht enden wollende Quizflut oder den Kochtsunami reinzieht.Dichter und Denker sicher nicht.Ob für solche Qualität überhaupt ein Cent Gebühr/Sterbegeld oder Mitleidgroschen berechtigt ist? Keine Ahnung.

    Sicher aber auch kein Grund die mediale Revolution via „Radio Delmenhorst“ auszurufen.Ein Land, in dem tausende bereit sind 600-800 Euro für ein Smartphone, bzw. mehr als 30.000 Euro für ein Auto hinzublättern ist Lichtjahre davon entfernt sich über 18 Euro aufzuregen.Der nicht/kaum vorhandenen Qualität kann man ja durch abschalten/abmelden entkommen um sich dann stattdessen mit realen Menschen über „wichtige“ Inhalte auszutauschen.

  9. jurnaljacke sagt:

    @gilga

    sicher sind einige Dinge billiger geworden – Hotel, Zelten usw.
    Fernseher und Fotos vielleicht noch – allerdings kann ich den Prozentsatz vor lauter Nullen an meinen Lebenshaltungskosten nicht angeben. Wenn man die Teuerungsrate nicht auf einen festen Betrag anrechnet sondern auf das zur Verfügung stehende Einkommen sieht es schlecht aus für die 2%.
    Die Vergleichbarkeit von Versicherungen kann man schon so angehen. Ich kann nichts für die Änderung der Regionalklasse und Unfallstatistik (ich hoffe das bleibt so) und ich brauche ein Auto in der gleichen Klasse. Punkt.
    Leider bin ich Eigenheimbesitzer und baue aus. Bei einer Tube Kleber und einem Sperrholzbrettchen werde ich den Preisanstieg nicht merken. Beim Kauf von Dämmung, Steinen, Ziegeln, Bauholz, Kabel, (Energiesparlampen) sind Steigerungen von 15 % keine Seltenheit.
    Wahrscheinlich habe ich gerade Pech und kaufe die Dinge mit der höchsten Teuerungsrate. Brennmaterial und Schornsteinfeger lasse ich weg sonst brauche ich Blutdrucksenker.
    Na wo wir bei Selbstbedienung sind:

    Schornsteinfeger – reicht nicht, wirds eben moderat erhöht!
    GEZ – reicht nicht, wirds eben moderat erhöht!
    Grundsteuer – reicht nicht, wirds eben moderat erhöht! reicht immer noch nicht – Anliegergebühren – reicht immer noch nicht – Abwassergebühren auf versiegelte Fläche.

    • gilga sagt:

      ——————–
      „Leider bin ich Eigenheimbesitzer und baue aus. Bei einer Tube Kleber und einem Sperrholzbrettchen werde ich den Preisanstieg nicht merken. Beim Kauf von Dämmung, Steinen, Ziegeln, Bauholz, Kabel, (Energiesparlampen) sind Steigerungen von 15 % keine Seltenheit.“
      ——————–

      Das kann gut sein. Jedoch handelt es sich hier um eine Investition die für den Moment umfangreich erscheint. Auch die Preissteigerung ist absolut für den Zeitpunkt/Moment ein Problem. Sowas machen Sie aber nicht jeden Monat, oder?

      Beispiel: Der Ausbau/Renovierung kostet 50.000€. Nehmen wir mal an davon sind 25.000€ Materialkosten. Bei einer Steigerung um 15% macht das 28.750€, also 3.750€ mehr. Wann muss wieder umfangreich instandgesetzt werden? Gehen wir mal von 30 Jahren aus. Dann macht das 3.750€ / 30 = 125€ je Jahr über diese 30 Jahre verteilt, was wiederum grob 10,41€ je Monat entspricht.

      Gegenbeispiel: Nehmen wir mal an sie haben grob 350€/Monat an Ausgaben für Nahrungsmittel. Steigen diese ebenfalls um 15% so kommen wir auf 402,50€, also 52,50€ mehr im Monat. Wo macht sich die Teuerung als mehr bemerkbar? Bei Baustoffen oder Dingen des täglichen Bedarfs?

      Wenn die Verbraucherpreisstatistik auf realen Ausgaben der Menschen basiert, dann werden eben auch genau diese Ausgaben anhand einer (hoffentlich) repräsentativen Menge an Personen erhoben. Wenn wir obige Annahme von 30 Jahren für solche Ausgaben ansetzen (für Leute die nicht selber Besitzer sind spiegelt sich das eben in der Miete wieder), dann sind von diesen 100 nur 3,33 Personen mit solchen Ausgaben im Beobachtungszeitraum (z.B. ein Jahr) belastet. Entsprechend werden diese Ausgaben geringer gewichtet, was, setzt man das Ziel der Messung der Verbraucherpreise voraus, meinem Verständnis nach vollkommen korrekt ist.

      Das Sie gerade mit einem Ausbau/Instandhaltung/… beschäftigt sind ist, in der Momentaufnahme, eben nicht repräsentativ für den Querschnitt der Bevölkerung.

      Ich möchte mich keinesfalls für alles Verbürgen was da gemacht wird und fände bestimmte Änderungen (ggf. auch nur in der Auswertung und Kommunikation der Daten) durchaus gut. Jedoch geistern diesbezüglich meiner Ansicht nach viel zu viele Fehlinformationen durch Presse/Netz/Stammtisch als m.E. nach bei objektiver Sichtweise angebracht ist.

      ——————–
      „Wahrscheinlich habe ich gerade Pech und kaufe die Dinge mit der höchsten Teuerungsrate.“
      ——————–

      Das könnte man, insb. wenn man nur kurze Perioden betrachtet, durchaus so sehen. Insofern ist meiner Meinung nach ganz sicher Kritik an der Verbraucherpreismessung (und anderen Statistiken) angebracht. Interessant wäre zum Beispiel eine Aufschlüsselung des Wägungsschemas und der daraus ableiteten Teuerung nach Einkommensverhältnissen oder anderen Kriterien wie Single/Familien/Rentner/… oder Stadt/Land usw.

      Gibt es solche Daten? Ich kenne sich nicht und sie werden zumindest nicht kommuniziert, in der Presse aufgeführt oder gar von unseren Politikern sinnvoll eingesetzt.

      Wie sinnvoll wäre es z.B. statt ellenlange Debatten über eine 5€ Erhöhung bei Sozialleistungen zu führen einfach einen auf die betreffende Einkommensschicht angepasste Verbraucherpreisstatistik herzunehmen und die Leistungen jährlich entsprechend anzupassen (gern auch Regional ausgeprägt; und ggf. auch mal nach unten => siehe 2008; bei den Renten hat man sowas ja schnell wieder abgeschafft). Man hätte endlich Zeit echte Probleme anzugehen statt (medienwirksam) die Selbstinszenierung zu zelebrieren…

  10. Reiner Vogels sagt:

    Sehr geehrte(r) Herr/Frau Gilga,

    da Sie sich die Mühe gemacht haben, ausführlich und sachlich auf meinen Beitrag einzugehen, will ich Ihnen eine Antwort geben. Sie fragen: „Haben Sie wirklich die Hoffnung/den Glauben das sich ein privater, gewinnorientierter Sender darüber Gedanken macht wie er Nachrichten gewichtet (oder vielmehr danach, was mehr Aufmerksamkeit beim Werberelevanten Publikum bringt; das im öffentlich rechtlichen auch viel zu sehr auf Quote geschaut wird, da gehe ich gern mit)?“

    Meine Antwort: In der heutigen Zeit der durch das Internet und die Satellitentechnik (während der Revolten im arabischen Raum habe ich z.B. regelmäßig Al Jazeera, englisch, geguckt, weil die viel besser informiert waren als alle öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland zusammen) gegebenen umfassenden Informationsmöglichkeiten braucht man nicht mehr den einen Sender, der ausgewogen und sachlich informiert und alle verschiedenen Gruppen der Gesellschaft anspricht, wie es dem theoretischen, aber niemals auch nur ansatzweise erreichten Idealbild des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entspricht.

    Man hat heute weltweit die freie Auswahl. Das gilt auch für Minderheiten. Wer sich geistlich erbauen will, kann z.B. Evangeliumsrundfunk gucken, wer über die Börse Bescheid wissen will, kann N-TV (Gruß an Herrn Meyer), Bloomberg oder vor allem den hervorragenden (!) Rottmeyerblog gucken. Wer die russische Position kennenleren will, braucht sich nicht mehr auf die einseitigen Korrespondentenberichte der Aktuellen Kamera aus Moskau zu verlasen, sondern schaltet RT ein. Wer jeden Tag Fußball oder sonstige Sportereignisse am Bildschirm verfolgen will, kann sich den einschlägigen Pay-Tv-Sender abonnieren. Und so weiter, und so weiter …

    Heute ist durch die elektronische Revolution ein riesiges Informationsangebot gegeben, wie es das in Zeiten, in denen man auf die Printmedien angewiesen war, nie gegeben hat. Aber selbst in den vorelektronischen Zeiten war der Markt der Printmedien ein treffliches Beispiel dafür, dass sich Information, Vielfalt, Minderheitenschutz und auch Innovation ohne jede staatliche Marktteilnahme bestens organisieren lassen.

    Sie weisen darauf hin, dass ich ja nicht gucken muss, was die Staatsmedien senden. Richtig, aber ich muss es bezahlen. Eine Zeitung, die ich lesen will, kaufe oder abonniere ich. Ich würde mich entschieden dagegen wehren, für eine Zeitung zu bezahlen, die ich gar nicht lesen will. Warum muss ich für ARD und ZDF bezahlen, wenn ich sie nicht will?

    • gilga sagt:

      Nun ihr erster Beitrag las sich in dieser Hinsicht vollkommen anders.

      Auch hier möchte ich dennoch auf einige Punkte eingehen (wenn auch nicht so ausführlich wie zuvor):
      Nicht alle Menschen können mehrere Sprachen. Viele Sender die Sie als Alternative aufzählen fallen damit flach. Dummerweise sind dies zumeist auch die Menschen, für die Pay-TV keine Alternative darstellt (die „nur wer zahlen kann wird informiert“-Problematik).

      Für eine gewisse Gruppe gebildeter Menschen, die in der Lage ist aus diesem Wust gezielt und differenziert zu filtern haben Sie sicher Recht. Für die breite Masse jedoch meiner Ansicht nach nicht. Mein, zugegebenermaßen nicht sehr faktenlastiger Beweis ist die Zusammenstellung des Programms sowohl der quotenstarken(!) privaten TV-Sender als auch (zu) großer Teile des Programms der öffentlich rechtlichen.

      Und ich glaube leider nicht, dass ein rein Privat organisiertes und am Gewinn ausgerichtetes Mediensystem(!) (nicht einzelne Perlen die es geben mag) langfristig von Vorteil ist. Zumindest sind mir bisher keine langfristig stabilen Inkarnationen bekannt (ich würde mich jedoch freuen darüber zu hören). Gegenbeispiele gibt es jedoch wie Sand am Meer. Auch über die Printmedien in Deutschland wurde (und wird sicher auch heute noch) in der Vergangenheit versucht Politik zu machen.

      Um es mal klar zu machen: Ich bin sehr dafür das man versucht Ideal das sich der öffentlich rechtliche Rundfunk einmal verschrieben hat (welches letztendlich dem journalistischen Ideal entspricht) zu erreichen versucht. Das wir da nicht ansatzweise hinkommen ist korrekt. Das man dies mit geringeren Kosten und anderer Struktur erreichen könnte ist in meinen Augen ebenso unstrittig.

      Was das bezahlen für Dinge betrifft die man nicht nutzt: Davon gibt es m.E. naturgemäß in einem Staat (auch in einem minimalistischen) zwangsweise immer etwas. Die Frage ist welchen gesellschaftlichen Konsens über Ziel und Kosten dieser „Dienstleistungen“ sich in einem Staat finden lassen. Ich würde mich freuen wenn man Änderungen am System (z.B. Konzentration auf den Informationsauftrag + minimale Unterhaltung bzw. ggf. auch noch die Übertragung von für die breite Masse interessanten gesellschaftlichen Ereignissen) und für eine Annäherung an das Ideal eintreten würde, statt schlicht nur ein Einstampfen zu fordern.

  11. freiestimme sagt:

    Hallo, seit ich Flour, Aspartam, Glutamat weglasse und mich nicht mehr mit Füllstoffen meinen Körper vollstopfte denke ich klarer und kann immer besser erkennen was gut für als Mensch, nicht als Ego und meine Mitmenschgen ist.
    Der öffentliche Rundfunk dient einem bestimmten Etasblisment, einer Elite. Schaut Euch doch nur an, wer diese Anstalten gegründet hat u.s.w.
    Wir Menschen haben bei dem was gesendet werden soll nichts zu sagen. Warum werden soviele Morde in der Glotze gezeigt, damit wir glauben sollen, dass wir Menschen so sind. Nein, wir Menschen sollten das göttliche ins uns erkennen und es nicht verwechseln mit Religion.
    Es gibt eine Wahrheit. Lider verstehen es noch nicht alle Menschen, wie sagte mir neulich einer beim Mittagslunch, es gibt keine eine Wahrheit, deshalb zeigte er mir damit, er sucht sie nicht, weil er widerum sagte, es gibt viele Wahrheiten. Diese Antwort kann nur entstehen, wenn man im Nebel ist und nicht Sehen will was um einem herum passiert.
    Nur Psychopathen, die zu Killermaschinen mutieren, diese Dinge sollen uns Angst und uns abhalten nachzudenken, ob wir es nicht selber in der Hand haben. Nein zu sagen Gewalt und Krieg und der Verblödung in den Köpfen der Leute.
    Das Licht ist stärker als das Dunkle. Die Wahrheit, die eine Wahrheit über die Dinge ist immer stärker als alles andere.

  12. NBUser sagt:

    Hallo,

    für diesen Beitrag sah ich mich gezwungen hier anzumelden.
    Für öffentliche Nachrichten zu bezahlen,
    würde mir nicht sauer aufstossen.
    Aber für solche Volksverdummung bzw. Manipulation dann noch derart ungerecht abgezockt zu werden ist eine bodenlose Frechheit!

    Ich kann nicht verstehen, wie man nach jahrelanger Desinformation
    in den öffentlich rechtlichen Medien noch für diese stimmen kann.

    Hier mal ein Interview mit einem ehemaligen Radiomoderator der ARD,
    interviewt von einem Piraten(58min, die es in sich haben):

    Ken Jebsen spricht Klartext:
    http://www.youtube.com/watch?v=v12St8qQnbU

    MfG und eine Gute Zeit

    NBUser

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