Die Psycho-Blase

8. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Ronald Gehrt) Die Eurozone ist dabei auseinander zu brechen. Politik und Notenbanken haben keine Mittel, um diesen Prozess zu stoppen, weil sie regelmäßig nur die Symptome und nicht die Ursache bekämpfen. Der Süden Europas steckt tief in der Rezession und die nördlichen EU-Staaten werden es schwer haben, sich diesem Sog auch nur einigermaßen zu entziehen…

Die USA sind privat wie von Staatsseite her überschuldet und außerstande, ein ausreichendes Wachstum zu generieren, um diesen Prozess auch nur abzubremsen. Die vormals durch ihr Wachstum die Probleme der etablierten Industrieregionen übertünchenden Länder wie China und Indien weisen ein rückläufiges Wachstumstempo auf, das dazu führt, dass US- oder Euro-Unternehmen deutlich weniger vom Kuchen abbekommen. Die Weltwirtschaft rutscht sukzessive in eine Krise, aber die Pulverkammern der Notenbanken sind leer. Und die Aktienmärkte steigen. Wie ist das möglich?

Es ist möglich, weil die Börse die meiste Zeit über psychologischen Einflussfaktoren unterliegt und nicht den nüchternen Fakten außerhalb der Börsensäle. Es ist möglich, weil an der Börse Ängste und Hoffnungen, Gier und Nervosität gehandelt werden und nicht, wie so gerne behauptet, die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft. Wäre Letzteres der Fall, würde der DAX nicht um die 7.000 Punkte-Marke herumlungern, sondern darum kämpfen müssen, die 5.000 zu halten.

Aber was momentan aussieht, als wäre der Aktienmarkt „unfallbar“, birgt große Risiken. Denn nicht wenige Marktteilnehmer glauben in solchen Phasen, dass ihnen am Aktienmarkt nichts passieren könne. Das passiert immer. Und wenngleich in der Vergangenheit ohne Ausnahme auf solche Phasen ein massiver Kurseinbruch, bisweilen sogar ein Crash folgte, wenden diejenigen Marktteilnehmer, die sich am Aktienmarkt in Sicherheit fühlen, ein, dass es diesmal schließlich ganz anders sei. Auch das immer so – und bisher lag man mit derartigen Behauptungen immer falsch.

Natürlich lassen sich Argumente dafür finden, warum der Aktienmarkt bislang stabil geblieben ist und sogar weiter steigt. Wer z.B. darauf verweist, dass die Aktienmärkte im Sommer 2010 und 2011 unter Druck gerieten, als die Lage noch deutlich weniger kritisch war als in diesem Jahr, dem wird gerne entgegnet:

1. Aktien sind alternativlos. Den Marktteilnehmern gehen schlicht die Alternativen aus, da die Zinsen am Anleihemarkt entweder verschwindend niedrig sind oder ungewöhnlich hoch, in letzterem Fall jedoch mit einem großen Ausfallrisiko verbunden sind. Und da Gold und Silber seit Monaten auf der Stelle treten und Immobilien, Kunst oder andere, meist fragwürdige Anlage-Alternativen einen engen nicht für jeden zugänglichen Markt darstellen, bleibt dem Anleger außer dem Aktienmarkt nur noch Cash. Und dort liegt die Verzinsung von Festgeld deutlich unter der Inflationsrate.

Nun, das ist schon richtig. Aber solange die Kurse nicht nennenswert abrutschen, sehen die Anleger gerne nur nach oben und nicht nach unten. Man ignoriert gerne, dass man zwar in der Regel höhere Dividenden bekommt als man am Anleihemarkt Zinsen bekäme und zudem noch die Chance auf Kursgewinne besteht … dass aber in einer rezessive Phase gemeinhin die Aktienkurse blitzschnell deutlich weiter fallen können, als vorherige Kursgewinne und Dividenden sie ausgleichen können. Und man vergisst auch, dass es gar nicht so leicht ist, in solchen Situationen rechtzeitig auszusteigen. Das wirkt im Vorfeld, als könne so etwas nicht das geringste Problem sein. Ist es jedoch dann soweit, sieht das Ganze schon anders aus, denn Verluste zu realisieren ist kein Picknick.

2. Aktien sind billig. Nimmt man klassische Bewertungskriterien wie beispielsweise das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) als Orientierung, sind Aktien im historischen Vergleich momentan „billig“. Nun kann man das zwar behaupten, aber nur, wenn man ignoriert, dass an der Börse so ziemlich alles relativ ist.

Davon mal abgesehen, dass man natürlich gerne die Gewinne des kommenden oder gar des übernächsten Jahres für derartige Berechnungen hernimmt, die niemand seriös vorhersagen kann – und die gerade in Phasen wie diesen tendenziell nicht steigen, sondern fallen (in Prognosen aber immer steigend ausgewiesen werden) und das KGV als Bewertungsgröße eigentlich seit Jahren ausgedient hat (es sei denn, man braucht es als Argument, um Aktien als billig zu bezeichnen), ist „teuer“ und „billig“ immer höchst relativ. Ich weiß nicht, wann Sie das letzte Mal erlebt haben, dass ein Analyst einer Bank den Aktienmarkt als „teuer“ bezeichnet hat. Das alleine sollte ein wenig zu denken geben. In Krisenphasen pflegt ein KGV von 10 für viele zu teuer zu sein, in Phasen von Euphorie hat man auch mit einem KGV von 50 keine Probleme. Letzten Endes ist „teuer“ und „billig“ keine objektive, sondern eine subjektive Beurteilung.

3. “Man“ wird dafür sorgen, dass der Aktienmarkt nicht fällt. Derartige Aussagen höre ich in den letzten Wochen immer wieder. Genau das selbe ging auch im Sommer und Herbst 2007 um, bevor die große Baisse begann. Und ebenso wie vorstehende Aspekte sorgte diese um sich greifende Ansicht dafür, dass immer mehr Marktteilnehmer in den Aktienmarkt strömten, weil sie ihn als „sicheren Hafen“ ansahen. Und gerade jetzt wird einem dieses Gefühl förmlich eingehämmert.

Erstens ist natürlich richtig, dass eine Trendwende an den Aktienmärkten dafür sorgen würde, dass sich die Situation noch schneller zuspitzt, weil dadurch die Ersparnisse der Konsumenten schnell und umfassend dezimiert würden. Dementsprechend kann es nicht im Interesse derer sein, die ansonsten hilflos in den Problemen herumstochern, dass ihnen diese Plage noch zusätzlich auf dem Buckel geladen wird. Zweitens hat es wirklich den Anschein, als würde „irgendjemand“ gezielte Stützungen am Aktienmarkt vornehmen, weil seit zwei Wochen jedes Mal, wenn die Kurse deutlich unter Druck geraten, wie von Geisterhand eine Kaufwelle auftaucht…

Aber wie schon im letzten Marktkommentar erwähnt, ist es nicht allzu realistisch, zu glauben, dass beispielsweise die EU gezielt an den Aktienmärkten interveniert. Einfach schon deshalb, weil sie dazu entsprechende Erfüllungsgehilfen bräuchte und es kaum möglich ist, so etwas länger als über einen ganz kurzen Zeitraum hinweg geheim zu halten. Ich persönlich gehe weiter von der wahrscheinlicheren, nahe liegenderen Erklärung aus, dass hier computergesteuerte Handelsprogramme und Daytrader das Geschehen dominieren, während insbesondere die institutionellen Investoren auffallend passiv sind – was aufgrund der ungewöhnlich niedrigen Umsätze im DAX Future und der geringen Schwankungsbreite in den USA schlicht die logischere Erklärung ist. Was aber ebenso unwahrscheinlich wäre, ist, dass all das passiert, ohne dass es dahinter strategische Überlegungen gibt. Und das führt wieder zurück Psychologie:

Wenn ich auf die vorstehenden drei Argumente für steigende Kurse verweise, wird mir entgegnet, dass die Leute so dämlich ja nun wirklich nicht sein können, zumal sie doch erst vor wenigen Jahren damit auf die Nase gefallen sind. Das ist vollkommen richtig! Der Knackpunkt liegt woanders:

Die Marktteilnehmer sehen die steigenden und immer wieder wie von Geisterhand nach oben gezogenen Kurse. Wenn sie nicht, was nur relativ wenige tun, erkennen, dass … mit Blick auf die Diskrepanz zwischen den Volatilitäten in Europa und den USA und die niedrigen Umsätze … an diesem Handelsgeschehen etwas faul ist, sprich die normalen Mechanismen momentan nicht gegeben sind, können sie ja nur zu dem Schluss kommen:

‚Ich selbst als Anleger weiß zwar, dass die drei vorstehenden Argumente für steigende Kurse in der momentanen Situation dummes Zeug sind. Aber wenn die Kurse trotzdem steigen, gehen offensichtlich alle anderen davon aus, dass Aktien billig, unfallbar und alternativlos sind. Wenn die Mehrheit so denkt, wäre es gefährlich und dumm, sich diesem Kursanstieg entgegenzustellen und klüger, mit dem Strom zu schwimmen, auch wenn ich selbst weiß, dass diese Argumente eigentlich dummes Zeug sind.’

Und wenn wir alleine mal den Kursverlauf des DAX an diesem Dienstag bis zum frühen Nachmittag nehmen: Zu Handelsbeginn wie von Geisterhand massiv nach oben, dann der gesamte Kursanstieg wieder abverkauft, um gleich wieder nach oben zu drehen – und all das ohne nennenswerte Nachrichten … ja wer würde sich da denn jetzt noch trauen, dagegen zu halten? Wenn man seit zwei Wochen immer wieder mit Short-Positionen auf die Mütze bekommt, lässt man es als normaler Marktteilnehmer doch irgendwann einfach bleiben und wechselt gegebenenfalls wider eigener Überzeugung sogar die Seiten! Und genau dadurch haben wir jetzt wieder ein Szenario wie Ende 2007, als es die steigenden Kurse selbst waren, die bei den Anlegern (die sich dessen meist gar nicht bewusst wurden), die Überzeugung schürten, dass der Aktienmarkt die einzige vernünftige Alternative sei.

Kurz: Die Leute glauben mehrheitlich diese Latrinenparolen nicht, die für immer weiter steigende Aktienkurse trommeln. Aber sie glauben, dass es die anderen glauben. Und wenn sie schon nicht weiter einsteigen, so verkaufen sie deswegen zumindest nicht. Dadurch entsteht eine Psycho-Blase, also eine psychologische Blase am Aktienmarkt.

Das alleine birgt natürlich mächtige Risiken, wenn sich die Lage weiter (und das ist zu erwarten) zuspitzt und irgendwann der Punkt erreicht ist, wo die Schere zwischen Realität und Aktienmärkten so groß ist, dass man feststellt, dass sich diese Entwicklung einfach nicht mehr lange fortsetzen kann. Wenn die ersten diesen Gedanken hegen und umsetzen, indem sie ihre Positionen verkaufen, bricht normalerweise eine Lawine aus, vergleichbar mit dem Januar 2008. Alleine deswegen, weil sich die Marktteilnehmer dessen mehrheitlich ja unterschwellig die ganze Zeit bewusst waren. Aber!

Mir ist der Gedanke gekommen, ohne dass ich das als belastbare Überlegung bezeichnen möchte, dass all diejenigen, die sich in diese Blase hineinziehen lassen, womöglich Erfüllungsgehilfen einer Planung sind, die das unausweichliche Platzen der Blase bereits einkalkuliert und sich darauf vorbereitet. Überlegen wir mal:

Computergesteuerte Handelsprogramme denken nicht. Und Daytrader dürfen nicht denken, sonst könnten sie keine Daytrader sein. Wenn diese Klientel die Kurse nach oben zieht, dann nur, weil ihre Signale momentan eben Long sind. Was aber nicht zu einer normalen Rallye passt, ist eben die Tatsache, dass die Umsätze so niedrig sind und darauf hindeuten – ebenso wie die fehlende Schwankungsbreite der US-Börsen in den letzten Tagen -, dass die großen Adressen hier nicht dabei sind. Und das muss ja irgendwelche Gründe haben. Erst einmal schauen, ob die Aktienmärkte zehn Prozent höher auch wirklich schön stabil sein werden und dann erst einsteigen, das kann man wohl als Argumentation getrost vergessen. Warum kaufen die großen Adressen mehrheitlich nicht, sondern bleiben bei diesem Kursanstieg passiv?

Im Augenblick finde ich dazu nur eine Erklärung: Sie warten ab, bis diejenigen, die momentan glauben, ohne allzu große Risiken weiter kaufen zu können, bis zur Halskrause voll sind, um dann die eigenen Bestände zu Höchstkursen loszuwerden und Short zu gehen.

Denn wann ist der ideale Zeitpunkt, um die Richtung zu wechseln? Genau dann, wenn fast alle glauben, dass die Kurse immer weiter steigen werden und die Bären beinahe ausgestorben sind. Das Kursgeschehen der letzten zwei Wochen hat diese Entwicklung schon fast perfekt gemacht. Und natürlich ist der ideale Zeitpunkt zum Richtungswechsel dann erst recht gegeben, wenn dieser vorherige, kräftige Kursanstieg der Realität in Form einer sich immer weiter abschwächenden Konjunktur komplett zuwiderläuft, so dass man bei einem Richtungswechsel, den man selbst in der Nähe der Hochpunkte vornimmt, davon ausgehen kann, kräftige Gewinne zu erzielen, weil fallende Kurse durch die Nachrichtenlage permanent mit neuem Futter versorgt werden.

Ich unterstreiche noch einmal, dass dies ein Gedankenspiel ist. Und vor allem ist es nicht möglich, es mit einem Zeitraster zu versehen. Es kann noch eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder einen Monat weiter nach oben gehen. Aber zumindest diejenigen, die sich langsam aufgrund der plötzlich immer wieder steigenden Kurse an den Aktienmärkten in ihren Long-Positionen oder bezüglich ihrer Aktiendepots unverwundbar fühlen, sollten diese Überlegung einmal für sich selbst durchdenken. Denn eines sollte klar sein: Erstens wäre diese Vorgehensweise logisch, zweitens wäre es nicht das erste Mal, dass große Adressen so agieren. Denn diejenigen, die über Milliardensummen entscheiden, sind fast immer clevere, erfahrene alte Hasen.

Mit besten Grüßen
Ronald Gehrt
(www.system22.de)


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26 Kommentare auf "Die Psycho-Blase"

  1. FDominicus sagt:

    Ich habe mir selber etwas zusammengebastelt. Mag es richtig sein oder nicht. Ich finde es lohnt sich „nicht“ mehr auf aktuelle Meinungen zu hören. Dort wird für Bewegungen von gestern irgend etwas „gesagt“. Eine Nachricht wie EZB kündigt neue Staatsanleihenkäufe an, kann dazu führen das Gold rauf geht oder runter, das Anleihen teurer werden oder auch nicht etc. Außerdem sehe ich hier einfach zuviel auf einmal, was vielleicht einen Einfluss hat. Ich bin für mich dazu gekommen zu fragen, was hat sich wirklich geändert?

    Nun hier fällt die Antwort m.E. leicht.
    – Die Zentralbanken „drucken“ Geld (Fakt)
    – Die Staaten verschulden sich weiter (Fakt)
    – Die Aktionen werden immer weniger hektischer und inzwischen wurde der Rechtsbruch „kultiviert“. (Fakt)
    – Papiergeld ist Inflationsgelld (Fakt)

    All das lässt für mich nur einen Schluß zu. Der „Laden“ fliegt in die Luft. Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht was der „letzte“ Auslöser sein wird, ich bin mir „nur“ ziemlich sicher es kracht.

    Hält man es wie ich mit den Ökonomen des österreichischen Schule, kann man diesem Aktienschlußverkauf vielleicht das Etikett Crack-up Boom umhängen.

    Dazu andere Basis“entscheidungen“ wie Staatsanleihen werden gar nicht mehr „angeschaut“ und gut ist.

    Hinterherlaufen lohnt nicht denn es gibt immer ein Morgen. Meine Frage katalog für Anleihen hat sich auf eine einzige Frage „reduziert“. Wird die Firma wohl zurückbezahlen? Weiß ich natürlich nicht, aber darum kauft man ja auch nicht nur die Anleihen von einer Firma. Und selbst wenn alle Anleihen ausfallen sollten, habe ich immer noch keine Schulden…. Das genaue Gegenteil gilt ja für unsere Schuldenkartenhäuser, wehe ein Schuldner fällt aus….

    • EcCo sagt:

      Für mich stellen sich einige Fragen in diesem Szenario, die ich bis jetzt nicht für mich befriedigend beantworten kann.

      1. Szenario: Zusammenbruch des Eurosystems, Währungsreform
      => Was passiert mit Aktien?
      => Können diese „Unternehmenswerte“ durch staatlichen Zugriff belastet werden, wie z.B. Betongold durch Zwangsanleihen?
      1.1 Deutsche Aktien (z.B. Siemens)
      1.2 Norwegische Aktien
      1.3 Australische Aktien

      Wäre es sinnvoll, ein Aktiendepot in einem außereuropäischen Land zu führen?

      2. Szenario: EU und Euro retten sich über Gelddrucken und Inflation
      => Was passiert mit Aktien? Meines Erachtens nach steigt der Kurs durch Geldentwertung, wobei der dem Aktienwert innewohnende „Teil des Unternehmens“ erhalten bleibt?!
      2.1 Deutsche Aktien (z.B. Siemens)
      2.2 Norwegische Aktien
      2.3 Australische Aktien

      • FDominicus sagt:

        Wie soll man eine befriediegende Antwort auf etwas bekommen, für Ereignisse die in der Zukunft liegen?

        Was wir tun können ist „spekulieren“. Was anderes bleibt uns nicht.

        Der Euroraum bricht zusammen nun selbst dann gibt es ja viele Weg. Wird er Protektionismus zunehmen, werden Handelsbeschränkungen kommen, wird es Devisenbewirtschaftung geben? Wissen wir nicht. Tendenziell wird es wohl in verschiedenen Ländern unterschiedliche Aktionen geben. Bei Frankreich tippe ich auf mehr Protektionismus. Bei uns eher nicht, denn wenn unsere Politiker nicht viel wissen, so doch, daß Handel für uns „wichtig“ ist.

        Wird es Limite über Währungen und Kapitalexporte geben. Auch hier werden wohl die Länder unterschiedlich stark eingreifen.

        Bleibt uns der Euro erhalten, ändert sich ja nur eins. Es wird keine Kapitalbeschränkungen geben können. Einem Euro von einem Griechen/Deutschen wem auch immer ist es doch „egal“ wo er „liegt“. Mit dem Euro wird es weitere Eingriffe gegen das Eigentum geben, also Steuererhöhungen. Wie die EZB reagieren wird, kann man auch nur „vermuten“ und Zentralbanken inflationieren IMMER. Dies ist ein Fakt also muß der Geldwert fallen. Da die weniger starken Wirtschaften den Weg des Sparens nicht gehen werden wollen/können wird es regelmässig zu Schuldenschnitten kommen. Oder anders herum die einzelnen Länder werden trotz einer einheitlichen Währung unterschiedliche Zinssätze bieten müssen. Für Griechenland kann ich dort nur den Rückfall in alte Staatspleiten zeiten sehen. Die Gläubiger werden alle 10 oder so Jahre wohl mit dem Ausfall der Anleihen rechnen (müssen). Das Geld der Griechen wird nicht in Griechenland investiert werden sondern woanders. Also wird Griechenland irgendwann doch Sparen müssen… Entsprechend werden die Preise für vieles in Griechenland fallen müssen um so wenig wert zu sein, doch wieder Geld anzulocken. Dabei werden die Investoren immer einen gehörigen Batzen an Schmiergeld einplanen müssen, es ist klar Griechenland geht nicht den Weg zu weniger Staat sondern mehr. Die EU wird immer direkter in die nationale Politik der Staaten eingreifen.

        Damit ist auch klar die Kreditexpansion wird weitergehen und diese bricht immer irgendwann zusammen.

        Nun zu den einzelnen Aktien
        – alle Aktien werden von einem Zusammenbruch ganze Volkswirtschaften sicherlich in Mitleidenschaft gezogen.
        – ich schrieb ja schon einmal diese Aktien-rallye könnte ein crack-up boom http://www.rottmeyer.de/von-burgern-in-wut-im-crack-up-boom/ sein. Dieser wird aber auch als Hirngespinst abgetan:
        http://www.mastertraders.de/trader/der-mastertrader/der-crack-up-boom-ein-hirngespinst/p-4828/

        Sie müssen sich selber überlegen wem Sie eher glauben. Meine Meinung dazu ist „klar“.

  2. jakommo sagt:

    ich hab eine Theorie wie das ausgehen wird!
    pass auf!!
    Die Aktienkurse steigen Dax, Dow & co. Aber Gold, Silber und deren Eltern (Minen)steigen kaum um alle(viele) von dort fern zu halten.
    Wenn dann Dax, Dow & co. zusammenbrechen, werden diesmal Gold, Silber und vorallem deren Eltern nicht mit in dem Abgrund gerissen. Was vorallem für die meisten Eltern die vorher schon richtig verprüggelt wurden dann ja ein Todesstoss wäre.Der Übergang wird nahtlos von einem in den andern Aktienmarkt sein. Dieser hat Übrigens schon leise begonnen!!!
    pass auf!!!

  3. DCWorld sagt:

    Ich teile Ihre Meinung, dass der Anstieg äußerst suspekt ist und einfach nicht in die Köpfe „normaldenkender“ Anleger passt. Rezession soweit das Auge blickt, rückläufige Industrieproduktion und eine Eurokrise die bald ihren Höhepunkt erreicht. Das passt nicht zum DAX-Anstieg.

    Das einzige was mir einfällt ist die Sorge um die Inflation. Vielleicht haben wir eine Inflations-Hausse am Aktienmarkt?
    http://www.start-trading.de/blog/2012/08/08/aktienmarkt-ist-das-die-inflations-hausse/

    Sie haben es geschrieben, die Alternativen für das viele Geld der Anleger, plus das frisch gedruckte Geld der Zentralbanken muss irgendwohin. Also Aktien mangels Alternative.

    Anlagezinsen sind zu gering, Immobilienpreise schon hoch und Gold zu teurer…also rennen alle in den Aktienmarkt und geben ihr Geld aus. Egal ob es Sinn macht oder nicht.

    • Ashraf Khan sagt:

      Genau darüber habe ich auch schon nachgedacht. Aber auf der anderen Seite wird auch das ganze frisch gedruckte Zentralbankgeld nicht in igrendwelche Investments fließen, wenn man sie nicht wieder mit Gewinn verkaufen kann. Weil das muss man sich auch vor Augen führen, selbst wenn das Geld vornehmlich zu einer Asset Price Inflation führt, so braucht man doch immer noch den „Greater Fool“ um diese Gewinne auch zu realisieren.
      Wenn ich dann nun lese, dass so viele Deutsche wie seit 6 Jahren nicht mehr Aktien besitzen und den Aktienmarkt wieder für sich entdecken, scheint es als hätte man die nötigen Fools gefunden. Dazu kommen dann noch die Tatsache, dass alle sagen Aktien seien billig, man solle jetzt kaufen, sogar schon Berichte im Mainstream (Spiegel TV ging es letzten darum, wie günstig Aktien im Moment wohl sind) und die Angst vieler, dass Inflation kommt – alles Kontraindikatoren für den Crack-Up-Boom, zumindest für den Moment.
      Allerdings könnte ich mir auch vor stellen, dass mit genug guten Glauben diese eigentlich offensichtlich bevor stehende deflationäre Phase in den Aktien einfach übergangen wird, bis dann wirklich genug frisches Geld auch in die entsprechenden Märkte sickert (dazu muss es nämlich auch den Bürger auf der Straße erreichen) um die Katastrophen-Hausse auszulösen.

  4. MARKT sagt:

    „Und wenn wir alleine mal den Kursverlauf des DAX an diesem Dienstag bis zum frühen Nachmittag nehmen: Zu Handelsbeginn wie von Geisterhand massiv nach oben, dann der gesamte Kursanstieg wieder abverkauft, um gleich wieder nach oben zu drehen – und all das ohne nennenswerte Nachrichten“

    bis auf diese Nachrichten alle vom 08.08.2012:
    – Italien: reales BIP schrumpft das vierte Quartal in Folge
    – Deutschland: Auftragseingang der Industrie mit -5,4% zum Vorjahresmonat
    – Spanien: Industrieproduktion mit -6,9% zum Vorjahresmonat

    man mag Sie als nicht nennenswert bezeichnen. Aber Longargumente sind es schlußendlich auch nicht.
    Aber wahrscheinlich ist dieses Mal tatsächlich alles ganz anderst.

  5. MARKT sagt:

    Inflation?
    Wer von den Inflationsanhängern kann mir bitte erklären:

    -Weshalb in nahezu allen Branchen wir eine höhere Kapazität und Produktivität haben als derzeit nachgefragt wird.
    -Weshalb die prozentuale Verschuldung beim Immobilienerwerb ständig zunimmt, wenn „die Leute“ nicht mehr wissen wohin mit Ihrem Geld.
    -Habt ihr tatsächlich den Eindruck, das Eurem Vermögen nicht ausreichend Kaufmöglichkeiten gegenüberstehen.

    Es wird derzeit (und wahrscheinlich auch zukünftig) alles getan um die Gläubiger zu schützen. Wo sehen Sie Anzeichen dafür, dass sich dies ändern könnte? Der Gläubiger ist zwar auch nicht aber in erster Linie der „kleine KLV/RV“ Sparer. Aber er ist es auch und darum wird die „Rettungshisterie“ weitergehen.
    Doch während für die großen Gläubiger eigene Regeln gemacht werden (siehe 1. Griechenland-Schuldenschnitt) gilt für die kleinen http://dejure.org/gesetze/VAG/89.html. Inflation wäre der Wunsch der „produzierenden Elite“. Doch diese haben spätestens seit 2008/2009 ein ganz schlechtes Blatt auf der Hand. Aber Sie werden natürlich weiterhin versuchen Ihren Einfluß geltend zu machen. Sind aber Systembedingt unterlegen. Wer dies kapiert hat, hat bereits reagiert und eine Bank gegründet. (VW, BMW, DC, Siemens, GE, usw. usw.)

    Zufall?
    Verschwörungstheorie?

    wahrscheinlich schon. Also es werde Inflation. Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

    Und die o.g. Daten aus ITalien, Spanien und dem unverwundbaren Deutschland befeuern diese Inflationserwartungen bestimmt noch zusätzlich.

    • Avantgarde sagt:

      Etwas Inflation ist nicht nur eine „Wunsch“ sondern ist systembedingt auch notwendig – und das ist ja auch erst mal nix schlimmes.
      Das Inflationsziel der EZB von 2% ist da schon OK.

      Aber die Vorstellung sich herauszuinflationieren kann halt systembedingt nicht funktionieren.
      Denn stellen wir uns mal vor, man schaffte es die Preise auf breiter Front steigen zu lassen:

      Gleichzeitig kämen aber die Arbeitnehmereinkommen wie die letzten 10 Jahre nicht mit – keine Massenkaufkraft – und das wird sich „dank“ der Globalisierung eher noch verschlimmern. Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse in Asien und sonst wo sind ja inzwischen salonfähig geworden.
      Die Rendite erzwingt es halt – ist die zynische Erklärung.

      UND die Rohstoffpreise sorgten dann auch noch für höhere Kosten der Unternehmen.

      Lange würde das mit Sicherheit nicht gut gehen.
      Das „beste“ was man mit so was erreichen könnte wäre ein zweites 2008 – erst hoch und dann ins Kellergeschoß.

      Ich glaube, daß wir mit einer Bilanzdeflation wie in Japan noch ziemlich gut bedient wären.
      Uns droht nämlich sehr viel schlimmeres…

      • MARKT sagt:

        unkorrekte Ausdrucksweise meinerseits.

        ich meinte mit Infation natürlich eine deutliche über dem offiziellen Inflationsziel liegende Inflation (Hyperinflation) die Grundlage für den befürchteten/erwünschten!? c.u.b. wären.

    • FDominicus sagt:

      Nun es gibt die Inflation die sich in Preisanstiegen „zeigt“ und es gibt das was die Österreichische Schule unter Inflation versteht.

      Ihre Inflation sind die Preissteigerungen. Meine Inflation ist die hemmungslose Ausweitung der Geldmenge. Und dazu brauche ich nichts weiter zu schreiben, niemand kann ernsthaft behaupten, es gäbe diese Geldmengenausweitung nicht.

      Somit haben wir Inflation. Es ist aber noch offen was schneller sein wird. Der zu erwartende Zusammenbruch der Wirtschaft oder die Notenpresse der Zentralbanken. Im Augenblick sieht es so aus also ob die Notenpresse vorne liegt.

      Was mich immer bedenklicher stimmt: Bestimmte Dinge werden bei der Erfassung der Preissteigerungen nicht berücksichtigt. Dazu gehören u.A. Boden, Häuser aber auch Aktien. Wie man diese Riesenposten einfach ignoriert ist eine Meisterwerk der Fiat-Geld Akteure. Nur fallen diese Meisterwerke brutal zusammen. Spanien und Irland sind da m.E. Beispiele aus dem Bilderbuch…

      • Avantgarde sagt:

        Nun werde ich die Hyperinflationsanhänger nicht überzeugen können in der Annahme die Zentralbanken könnten einfach mehr und mehr neuen Kredit erzeugen um alle notleidenden Kredite von Staat, Unternehmen und Privaten zu ersetzen.
        Bemerken Sie nicht daß das eine verdammt kühne Annahme ist?

        Und gerade in Spanien sind das Problem die privaten Kredite und nicht die des Staates.

        Die Zentralbanken h-a-b-e-n bereits unvorstellbare Mengen an Liquidität in die Märkte gepumpt – und?
        http://research.stlouisfed.org/fred2/series/BASE

        Der Effekt war im großen Bild nicht sonderlich groß – es hat lediglich das System stabilisiert – und das sollten wir uns auch wünschen.
        http://research.stlouisfed.org/fred2/series/TCMDO/
        (Der kleine Zipfelchen nach unten war 2008)

        Und Sie glauben wirklich, daß die Aktien die Rettung sind?
        http://research.stlouisfed.org/fred2/series/SP500
        Sieht das wirklich bullish aus?

        Viel Glück…

        • FDominicus sagt:

          „Nun werde ich die Hyperinflationsanhänger nicht überzeugen können in der Annahme die Zentralbanken könnten einfach mehr und mehr neuen Kredit erzeugen um alle notleidenden Kredite von Staat, Unternehmen und Privaten zu ersetzen.
          Bemerken Sie nicht daß das eine verdammt kühne Annahme ist?“

          Nun eine Zentralbank kann und hat das nachweislich auch schon gemacht. Haben Sie mitbekommen, daß die EZB vor gar nicht langer Zeit mal eben 2 x 500 Mrd geschaffen hat. Solange eine Zentralbank noch leidlich überzeugen kann, sie bewege sich noch in „handhabbaren Regionen“ solange kann Sie Geld schaffen wie Sie will. Fängt der „Glaube“ daran zu bröckeln, kann nichts und niemand mehr die Hyperinflation aufhalten.

          Sie glauben nicht, daß die Zentralbank kann und auch tut. Nun dann erläutern Sie uns z.B. einmal die Situation in Zimbabwe. Erklären Sie mir bitte wie die südamerikanischen Länder öfter einmal in ziemliche verschärfte Inflationsgegenden (Preissteigerung).

          Sie können nicht überzeugen, weil Sie keine überzeugenden Argumente haben. Die Zentralbank kann und wer die Fähigkeiten der Zentralbanken unterschätzt, wird es zu spüren bekommen.

          • Avantgarde sagt:

            Sie wollen etwas zu Zimbabwe hören?

            Der wichtigste Unterschied zwischen unseren Zentralbanken und dem afrikanischen Land ist:

            – Die Fed „druckt“ und Zimbabwe druckt –

            d.h. die Fed erschafft Geld nur gegen eine Verpflichtung.
            Und diese Verplichtung wird die Fed mit Sicherheit nicht wertlos verfallen lassen.

            In Zimbabwe wurden die frischen Scheinchen tatsächlich physisch im Land verteilt.
            Unter anderem steht da auch nicht an jeder Ecke ein Bankomat – das ist ohnehin nicht mit uns hier vergleichbar.

            Die Anleihenkäuft ersetzen ja nur breits ausgegebenes Geld welches bereits verfrühstückt wurde – und dessen Refinanzierung nun auszufallen droht.
            Das ist schon was anderes als Scheinchen an Günstlinge zu verteilen.

            Zimbabwe ist ein Vergleichsweise kleines Land.
            Der US-Dollar ist zu ca. 60% Weltreserve der Euro um die 25%
            In welchem tausenstel Promilleanteil dürfte wohl der Zimbabwe-Dollar stehen?

          • FDominicus sagt:

            „d.h. die Fed erschafft Geld nur gegen eine Verpflichtung.“

            Ah dann ist es ja ganz einfach. Die Fed kauft Staatsanleihen, der Staat legt neue Staatsanleihen auf, die Fed kauft Staatsanleihen, der Staat …

            Nun gut Zimbabwe „reicht“ Ihnen nicht, wie wäre es dann mit den südamerikanischen Staaten? Wie wäre es mit der Reichsbank?

            Das alles kann Sie nicht überzeugen? Nun dann wird es wohl die nächste schlimme Pleite eines Landes auch nicht, und wenn dann die Zentralbanken halt Anleihen halte ist das wohl auch nur „bad luck“.

      • MARKT sagt:

        Egal wie ich es drehe und wende:

        Ich komme nach immer zum gleichen Schluß:

        Es gibt keinesfalls ein Liquiditätsproblem. Es besteht ein Bonitätsproblem. Dieses Bonitätsproblem kann aber mit Liquidität nicht gelöst werden. Die Notenbanken können aber eben nur Liquidität erzeugen. Es fehlt an Bonitätsstarken Schuldnern die werden aber dringend gesucht.

        Weil Sie aber nicht gefunden werden (die Bonitätsstarken sitzen weiter auf Ihrem Cash und häufen sogar weiteres an) werden scheinbar Bonitätsstarke Schulder konstruiert (EFSF/ESM) . Diese bringen den schwachen Bonitäten aber ausschließlich zeitlich begrenzte Liquidität. Gleichzeitig entziehen diese Maßnahmen aber noch (relativ) Bonitätsstarken Schuldner dieselbe schleichend.Deshalb ist
        im Zuge eines ESM und dessen Ausweitung ein Downgrade von Deutschland m.E. unumgänglich.

        Das Ergebnis kann m.E. nicht (zumindest einige Zeit noch nicht)in einer Hyperinflation enden. Denn die Masse verliert neben Bonität immer mehr Liquidität. Die geschöpfte Liquidität ist aber dringend notwendig um die sich verlangsamende Geldumlaufgeschwindigkeit einigermassen stabil zu halten.Eigentlich ist die Geldumlaufgeschwindigkeit der „richtige“ Maßstab für Inflation.

        • FDominicus sagt:

          Warum argumentieren Sie nicht mit dem was wir haben?

          – Alle Staaten leben über Ihre Verhältnisse
          – Alle Staaten haben zuviele Schulden
          – Alle Staaten haben Banken und deren Aktionen sanktioniert
          – Alle Zentralbanken drucken im Augenblick Geld wie noch nie in Friedenszeiten
          – Alle Staaten greifen immer massiver und auch rechtswidriger in Märkte ein
          – Alle Staaten expandieren

          Sie haben recht noch haben wir „nur“ sichtbare Inflation in einigen Bereichen. Es ändert aber nichts an der Tatsache, daß noch niemals so viel Geld im Umlauf war dem adäquate Wert entgegenstehen.

          Nehmen wir die spanischen Banken, in Ihren Büchern stehen noch immer Kredit die man schon lange hätte abschreiben müssen. Das wird nicht gewollt und auch nicht gemacht, sondern nun sollen alle für diese Kredite gerade stehen. Das hat mit Erfolg/Mißerfolg aka Gewinn/Verlust nichts mehr zu tun. Die Verluste werden nicht von denen getragen die den Nutzen hatten, nämlich den Banken. Aber die Zinsen vorher gingen zu 100 % an die Banken. Gewinne wurden privatisiert Schulden vergesellschaftet. Das ist ein Fakt dem sich die Politiker überhaupt nicht stellen.

          Ich habe z.B. kaum Bankanleiehn, keinerlei Bankaktien und muß mich doch über meine Steuern an dem Erhalt der Banken beteiligen. Ich wurde nicht gefragt, ich habe keine Schulden bei irgendeiner Bank aber ich soll für deren Schulden gerade stehen. Man stelle sich vor ich hätte Schulden bei der Bank was verlangt die Bank 100 % des Wertes meiner Schulde von mir (zu Recht) aber was ist eine Schuld der Bank wert? (10 % des Nominalwertes, 20%?, ich weiß es nicht)

          Fakt ist die Banken dürfen weiterhin von Ihren Kunden (zu Recht) die vollständige Honorierung der Schulden erwarten. Sie haben sich auch entsprehchend abgescihert. Aber die Banken stehen nicht für die eigenen Verpflichtungen ein (zu Unrecht). Somit gibt es ganz klar eine Zusammenarbeit von Banken und Staaten zu Lasten Dritter. (was niemals Recht sein kann)

          • MARKT sagt:

            entschuldigen Sie bitte, aber die Aussage alle Staaten haben über Ihre Verhätnisse gelebt ist so nicht korrekt:

            Ein Land das deutlich mehr produziert, als es verbraucht, und das gilt für die BRD lebt keineswegs über seine Verhältnisse. Dies ist Fakt. Dies ist nur das Ergebnis eines Systems, dass es erlaubt, dass eine Minderheit auf dieser Welt sich die Arbeit einer Mehrheit zu Nutze macht.

            Wenn Sie sich von Frau Merkel das Gegenteil erzählen lassen, dann glauben Sie auch, dass wir in unserem System „sparen“können. Das System als Ganzes kann nicht sparen.

            Auch der Begriff Geld drucken ist so nicht korrekt. Sie schaffen nur Liquidität und das beileibe nicht umsonst, sondern gegen Zinsen. Egal wie oft uns der MAinstream das erzählt, es wird dadurch nicht richtiger.

            Zu den Banken: Hier haben Sie sicherlich auch meiner Meinung nach viel richtiges geschrieben. Aber wer ist denn daran Schuld?

            Meiner Meinung nach:
            Wir alle, indem wir uns nicht, oder zu wenig dafür interessieren. Und selbst der Teil der Bevölkerung der sich mit der Thematik mehr oder weniger ausseinader setzt, hat zumeist nur das Interesse, wie er persönlich mit dem größten Nutzen/geringsten Schaden aus der Sache herauskommt. Das dürfte so nicht funktionieren.

            -Warum wehren sich so wenig aktiv gegen die Rettungsschirme?
            -Weshalb sind bei Demostrationen gegen Banken wenig Hundert Menschen in Deutschland zu mobilisieren?
            -Warum werden die Lügen der Politik (über alle Parteien) nicht aufgedeckt und thematisiert?

            um nur wenige Beispiele zu nennen.

            Bitte nicht falsch verstehen, ich finde solche Foren durchaus hilfreich, aber Sie ersetzen keinesfalls aktiven (sofern irgend möglich, gewaltfreien) Widerstand. Wir könnten noch mehr produzieren und noch geringere Löhne bezahlen und unsere Schulden würden trotzdem steigen. Die der Südländer und ihrer Bevölerung können nicht mehr schnell genug steigen, also müssen andere ins Boot genommen werden, um „unsere Arbeitsplätze“ zu sichern. Die anderen sind aber dummerweise wir, weil wir bisher NICHT über unsere Verhältnisse gelebt haben. Dies kann aber auch nur zeitlich begrenzt (aber durchaus noch einige Jahre) funktionieren. Denn für unsere Arbeitsplätze werden wir noch auf einiges zugunsten von Quandt, Piech und Co. verzichten.

            Unser System wird immer mehr darauf ausgelegt, Verantwortung abzugeben und sich in ein scheinbar funktionierendes System einzugliedern. Wer nicht zurecht kommt ist selbst Schuld. (Hat sich übernommen,verspekuliert oder war wohl nicht fleißig genug)Solange wir dies glauben, glauben wir auch daran über unsere Verhältnissen gelebt zu haben.
            Noch einmal, und diese Zahlen lassen sich belegen. Wir haben keinen gesteigerten Wohlstand in den letzten 20 Jahren. Die Bereitschaft der Bevölkerung und des Staates sich weltweit zu verschulden ist in der Breite gestiegen.

            Wer konnte vor 20 Jahren sein KFZ guten gewissens sein Eigentum nennen und wer kann es heute. Je größer (das KFZ) desto geringer die Wahrscheinlichkeit (bitte immer durchschnittlich.) Wer macht aber die Riesengewinne?
            Die Fiats, Skodas(als Teil von VW)oder PSA dieser Welt? Offensichtlich nicht.

          • FDominicus sagt:

            Nein Deutschland hat also nicht über seine Verhältnisse gelebt. Darum sind als mehr als 2 Billionen an Schulden i.O. ? Ok, dann sind es 3 oder mehr Billionen ja wohl auch. Ein Schneeballsystem wie unseres wird niemals funktionieren. Sie sehen es so nicht ein, also gut belassen wir es dabei.

  6. katzbuckel sagt:

    Gerade hat Diesel seinen Motor erfunden. Eine echte Grundlagentechnologie, die jetzt in viele Anwendungen und Differenzierungen münden wird. Man wird den Motor 100 Jahre verbessern, bis er nicht mehr optimierbar ist. Ich kaufe Aktien der Gesellschaften, welche den Dieselmotor weiter entwickeln und vermarkten. Denn dieser Aktienkauf ist Ausdruck meiner berechtigten Erwartung, dass sich mein Kapital aufgrund eines realen Wachstumes in der Wirtschaft rentieren wird.

    Und in 100 Jahren?

    Ist der Dieselmotor konzeptionell ausgereizt. Der Urmotor hat sich in tausende Abarten und Spezialisierungen verzweigt und ist nicht mehr wesentlich zu verbessern. Es gibt zuviele Anbieter, die über den Bedarf produzieren. Der Preis verfällt, weil es immer schwieriger wird, sich von den Konkurrenten abzuheben. Das Kapital vagabundiert und weiß nicht, wo und wie investieren. Die Aktien steigen, obwohl es keine begründete Hoffnung auf einen neuen Boom gibt.

    Was fehlt? Ein echter Knaller einer brandneuen Grundlagenerfindung.

    Die hammer nicht.

  7. katzbuckel sagt:

    Was soll das Gefasel mit dem Dieselmotor? Gemeint ist, dass Wirtschaftszyklen wesentlich auch von der Innovationskraft abhängen, also von Faktoren völlig außerhalb des Dunstkreises der Finanzjongleure und Börsen-Gurus.

    Das momentan überhängende Kapital hat einfach keine reale Basis mehr, sich zu rentieren. Es läuft Amok. Will sagen, man verkauft Papier gegen Papier. Asche zu Asche, Papier zu Papier.

    Was ist denn das technologische Analogon zu einer epochalen Erfindung wie der Dampfmaschine, welche das Postkutschenzeitalter abgelöst hat?

    Wer die Basistechnologien des 3. Jahrtausends formulieren kann, der wird auch in der Realwirtschaft Rediten erzielen.

    Bleiben diese aus, dann wird das überhängende Papier- Kapital unbedingt der Vernichtung anheim fallen.

  8. MARKT sagt:

    @FDomenicus

    ich habe versucht Ihnen zu erläutern woher diese Verschuldung kommt.
    Ebenso habe ich versucht, zu erläutern warum eine zunehmende Staatsverschuldung zwangsläufig ist in diesem System.

    Wenn ich sage, wir, die BRD hat nicht über Ihre Verhältnisse gelebt, dann meine ich den Großteil der Bevölkerung (ich gehe dabei davon aus, dass Frau Merkel mit Ihren Sätzen genau diesen Großteil ebenfalls anspricht). Das Frau Merkel falsch liegt kann ich mit Fakten belegen.
    Das über systembedingte Transfers (und ich meine damit am wenigsten die Transfers im Sozialsystem nach unten) Geld von fleißig auf reich transferiert wird, bedeutet aber für mich nicht, dass die Fleißigen über Ihren Verhätnissen gelebt haben.

    Wenn Sie es allerdings für richtig halten und oder es sich Einreden lassen ist das für mich selbstverständlich auch in Ordnung.

    Ich kann, will und werde Ihnen diese Ansicht sicher nicht nehmen. Nichst desto trotz, glaube ich dies mit Fakten widerlegen zu können.

    Zumindest ich fühle mich allerdings verars… , wenn unsere Bundeskanzlerin oder andere Politiker mir dies weismachen wollen.

    • FDominicus sagt:

      Ich habe extra geschrieben

      – Alle Staaten leben über Ihre Verhältnisse

      Nirgendwo habe ich geschrieben
      – Alle Deutschen leben über Ihre Verhältnisse.

      Ich habe Einfluß auf das was ich „verbrauche“ aber keinen Einfluß darauf, was „angeblich“ in meinem Namen von den staatlichen Institutionen und Einrichtungen verbraucht wird. Ich bin nicht der Staat, ich lebe hier und ich habe nicht über meine Verhältnisse gelebt. Was ich aber „darf“, alles durch meine Steuern finanzieren. Mit 0,0 Einfluß darauf was mit diesen Steuern passiert.

      Ich weiß nicht wie man es klarer schreiben kann. Nie haben sich die Politiker welcher Coleur auch immer gefragt wer bezahlt es. Es war immer klar die „dummen“ Steuerzahler sind es.

      Es wurde speziell auch in den letzten Jahren schon gar nicht mehr gefragt was Recht und/oder Unrecht ist. Der Mittel heiligt den Zweck, daß ist was man als „Normalo“ jeder Entscheidung entnehmen kann.

      • MARKT sagt:

        „Ich weiß nicht wie man es klarer schreiben kann. Nie haben sich die Politiker welcher Coleur auch immer gefragt wer bezahlt es. Es war immer klar die “dummen” Steuerzahler sind es. “

        absolut korrekt. Deshalb haben auch bereits hier die Masse der Steuerzahler und insbesondere in den Südländern immer weniger KAufkraft (Geld) während die Anleihegläubiger weiterhin und mit aller Macht und allem verfügbaren Mitteln gerettet werden. Das sind die Transferleistungen. s wird mie bezahltbar sein, denn dass System erfordert die Aufnahme von Schulden. Wenn es kein anderer Macht dann eben der Staat um eine bestimmte Klientel (davon profitieren alle, aber eben mehr oder weniger)zu beglücken. Und das funktioniert, weil eben die wenigsten das System verstehen. „Wir“ freuen sich über eine Abwrackprämie oder über den damit verbundenen erhalt ihres Arbeitsplatzes, verstehen aber nicht das in erster Linie die Gläubiger des Staates und in zweiter Linie die Großindustriellen die Profiteure sind. Warum zahlt der Staat eine Abwrackprämie und alle Medien finden es toll. Weshalb läßt er nicht aufgrund von überkapazitäten arbeitslos gewordenen Menschen dieses Geld direkt zukommen? Sie erhalten über Umwege nur einen Abklatsch dieser Subventionen dürfen aber im Verhältnis dazu überproportional dafür bezahlen. Ähnlich sieht es aktuell mit den Subventionen für energieintensive Unternehmen aus. Alle bezahlen wenige profitieren leicht (die Arbeitnehmer dieser Unternehmen) manche Stark (die Inhaber dieser Unternehmen. Und wir alle freuen uns, denn wir haben Arbeitsplätze gerettet, die offensichtlich aber nicht mehr benötigt werden.

        Weshalb sollte sich (träge wie wir sind) daran etwas ändern?
        Dieser Transfer wird weitergehen bis ein Staat nach dem anderen in die Zahlungsfähigkeit getrieben wird (sich treiben läßt).

        Erst dann wird es interessant. Ich habe schon merfach einige Auszüge aus Deutschen gesetzen eingestellt. Will mich nicht mehr wiederholen (§14 und 15GG, VAG89) Die Ansprüche werden und müssen weiter bedient werden. Und sollte der ESM und später Eurobonds kommen sogar mit gesetzlicher Legitimation. Und jetzt Frage ich Sie allen ernstes warum sollen die großen Anleihgläubiger verkaufen, im Bewusstsein gerettet zu werden. Verkaufen werden nur die kleinen, die keine Aussicht auf Rettung haben. (Siehe unterschiedliche Regelung beim 1. Schuldenschitt für Griechenland) Die müssen doch nur Ihre Anleihen halten bis wir ausbluten und erwerben sich dadurch ein Recht auf „unser aller Eigentum“. Und in diesem Szenario fehlt mir die KAufkraft die einen NAchfrageüberhang erzeugen könnte.

        Aber vermutlich sehen Sie dies auch nicht so (ihr gutes Recht) oder kommen zumindest zu einem anderen Schluß. Und außerdem verstehe ich nicht wenn man die Anleihegläubiger um Ihr vermögen bringen will (über Inflation) warum machen wir dann nicht einfach hier und jetzt einen Schuldenschnitt? Abgemilderter Effekt und wir könnten wieder ein Paar Jahrzehnte aufschulden. Es geht also vermutlich um etwas größeres.

        • FDominicus sagt:

          „Und in diesem Szenario fehlt mir die KAufkraft die einen NAchfrageüberhang erzeugen könnte.“

          Nur dem kann ich nicht folgen. Es wird immer Nachfrage geben, aber was man an einem Nachfrageüberhang kann ich nicht sehen. Ich kann mir einen Nachfrageüberhang nur in sozialistischen Ländern vorstellen. Wenn eben das Angebot „rationiert“ ist. Was aber sicherlich nicht Sinn einer Marktwirtschaft ist. Dort versucht jeder etwas anzubieten, was jemand anders haben möchte…

          „Aber vermutlich sehen Sie dies auch nicht so (ihr gutes Recht) oder kommen zumindest zu einem anderen Schluß. Und außerdem verstehe ich nicht wenn man die Anleihegläubiger um Ihr vermögen bringen will (über Inflation) warum machen wir dann nicht einfach hier und jetzt einen Schuldenschnitt? “

          Hier widersprechen Sie sich (m.E) die Anleihehalter sollen ja um jeden Preis (und das kann man wirklich wörtlich nehmen) „gerettet“ werden. Nein die Anleihehalter sind im Augenblick diejenigen die vor Ihren eigenen Entscheidungen durch den Staat „geschützt“ werden. Das ich davon nichts halte ist klar.

          Inflation trifft gerade auch nicht „nur“ die Anleihehalter sondern jeden der Geld hält. In welcher Form auch immer. Eine Inflation ist ein Paradies für Schuldner, und die größten „Einzelschuldner“ sind mit weitem Abstand die Staaten

          Darum schrieb ich die Staaten lebten über Ihre Verhältnisse. Dazu kommt etwas was ich ebenso „ungerecht“ finde. Die Käufer von Staatsschulden werden durch den Staat bereichert indem völlig Unbetroffene die Schulden bedienen müssen. Ich persönlich fände folgendes Vorgehen:
          http://www.ortneronline.at/?p=18340#comment-159905

          ideal.

  9. MARKT sagt:

    werde mir Ihren link am Wochenende in Ruhe anschauen, schaffe ich heute nicht mehr.

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