Die Problemlösung beginnt, wenn die Märkte zerbrechen

19. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Typischerweise führen die Probleme, über die wir sprachen – zu hohe Schulden, zu viele Zombies und zu viele alte Menschen – zu Finanzkrisen. Und diese werden dann entweder durch eine Inflation oder Depression „gelöst“. Und die Lösung beginnt, wenn die Märkte einbrechen…

Märkte gehen niemals für immer nach oben. Nein, sie gehen hoch und runter und manchmal sogar seitwärts. Sie atmen ein und atmen aus. Und nachdem sie die letzten 30 Jahre lang Luft geholt haben, sind die amerikanischen Finanzaktiva nun bereit, auszuatmen.

Der legendäre Fondsmanager Bill Gross kommentiert dies so:

„Wann gerät unser kreditbasiertes Finanzsystem ins Stolpern oder bricht zusammen? Wenn frei verfügbare Geldmittel zu große Risiken bereithalten, bei nur geringen erreichbaren Gewinnen. Vielleicht nicht augenblicklich, doch schrittweise werden Geld und Aktien ausgetauscht, gegen das symbolische und manchmal wörtliche Geld unter der Matratze.“

Und wenn das passiert, beginnt das Problem sich um sich selbst zu kümmern, auf eine von zwei möglichen Arten:

Eine schnelle, starke Depression löscht den Wert von Kreditansprüchen aus. Kreditnehmer gehen Pleite. Anleihen verfallen wertlos. Unternehmen erklären ihren Bankrott. Die ganze Vermögensstruktur wird im Preis abgewertet, wenn die Schulden abgeschrieben und Finanzaktiva, aller Art, ihren Wert verlieren.

Oder aber, unter genügend Druck, beginnen die Feds damit, neues Geld zu drucken.

Die Schulden werden gemindert, da die Währung an Wert verliert. Die Zombies bekommen weiterhin ihr Geld, aber es ist weniger wert. Inflationskorrekturen können niemals mit den hohen Inflationsraten mithalten. Renten, Preise und Versprechungen verblassen. Egal welcher Weg, die Schulden werden ausgelöscht und ein neuer Kreislauf kann beginnen.

Doch welcher Schwamm wird nun die Schulden ausradieren?

Die längste und tiefste Depression der amerikanischen Geschichte

Die letzte gute Neuigkeit, über die wir sprachen war, dass es keine 25jährige Rezession geben wird. „Wir sollten uns wirklich glücklich schätzen“, ist eine Art, wie New Yorker darauf reagieren könnten, denn die schlechten Neuigkeiten sind wesentlich schlimmer. Die Logik der „langen Depression“ ist denkbar einfach. Alternde Bevölkerung, Schulden, Zombifikation – alles was das Wachstum verlangsamt. Wie viele alte Menschen und Zombies braucht es, bis eine Wirtschaft zum Stillstand kommt? Das weiß niemand.

Aber der Zug der Schulden ist nachvollziehbar und berechenbar. Während der letzten drei Jahrzehnte wurden circa 33 Billionen Dollar in überschüssigen Schulden eingebunden. Bei weitem mehr als das herkömmliche Verhältnis zum Einkommen – nur in Amerika. Und die Wachstumsraten sind auf die Hälfte abgefallen. Der Grund dafür ist, dass die Dollars, die normalerweise die aktuellen Ausgaben unterstützen sollen, dafür genutzt werden, vergangene Ausgaben zu bezahlen.

Unsere alten Schulden müssen mit dem aktuellen Einkommen beglichen werden. Das Geld verschwindet natürlich nicht einfach. Ein Teil davon geht an die Kreditgeber, die es ausgeben haben. Einiges kommt zurück als Kapitalinvestment, also in einer Form von Ausgabe.

Doch wenn die Kredite schrumpfen, tut dies generell auch die Wirtschaft. Und das bringt uns zu der unmöglichen Situation, in der wir uns nun befinden. Wenn man zurück will, zu einem gesunden Level, muss der ganze eingebundene Überschuss ausgelöscht werden. Mit anderen Worten müsste man jedes Jahr eine Billionen Dollar aus der Konsumwirtschaft herausnehmen, und das für die nächsten 33 Jahre.

Das wäre die längste und tiefste Depression in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Die Problemlösung beginnt, wenn die Märkte zerbrechen (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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