Die nächste Phase von QE wird Sie schockieren

17. Dezember 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Es ist kalt hier in Manhattan, wo ich mich gerade befinde. Ich habe nie in New York gelebt. Und jeder meiner Besuche dort ließ mich nicht gerade enthusiastisch werden. Die Stadt ist nicht schön. Zumindest nicht verglichen mit Paris. Und Lower Manhattan schien immer schmutzig und ungepflegt zu sein. Wie ein häuslicher Mann oder eine obdachlose Frau…

Aber viel hat sich geändert. New York ist nun voll mit Ausländern. Wenn man in eine Hotel-Lobby geht, dann hört man dort viele fremde und vertraute Laute: Englisch, Französisch, Russisch und viele, die ich zuvor noch nie gehört habe. (Ich trug meinen Teil zu der Kakophonie bei, indem ich im Teeraum Portugiesisch lernte.)

Soho ist voll mit jungen Menschen – welche oft wie Landbewohner angezogen sind. Fast alle Männer unter 40 tragen Bärte. Ein Mann in einem schicken Restaurant, in dem ich aß, sah aus wie ein Holzfäller. „Das ist der Style“, sagte mein 26jähriger Sohn Jules. Hier in der Bowery ist das Tempo schnell und es gibt neue Geschäfte, Luxusläden und schicke Restaurants an jeder Straße. Die Wall Street ist nur ein paar Blocks entfernt. Größtenteils dank der Fed fließt ein immer größerer Teil des Reichtums der Welt durch die US-Finanzindustrie.

Geld bewegt sich herum

„Ist das nicht großartig“, begann ich einen Monolog, der an meine Frau Elizabeth gerichtet war. „Was meinst du?“ „Ich meine, ich hätte nie gedacht, dass ich 10 Dollar für eine Tasse Kaffee mit einem Keks zahlen müsste oder 200 Dollar für eine Eintrittskarte ins Theateroder 500 Dollar für ein Hotelzimmeroder 1.200 Dollar für einen modernen Sessel, der aussieht wie einer aus den 1970ern.“

„Natürlich hätte ich auch nie gedacht, dass die Leute 2 und 20 zahlen würden.“ „Aber das berechnen Hedgefonds: 2% des investierten Kapitals und 20% der Gewinne – für das Money Management. Aber wenn man eine Zeitlang in New York lebt, dann scheint das alles normal zu sein.“ Und in der Stadt werden auch einige der teuersten Häuser der Welt gebaut. Das Forbes Magazin dazu: „Die Architekten Robert A.M. Stern haben den 520 Park Ave tower entwickelt, welcher 31 Häuser enthalten wird. Die sieben dort enthaltenen 9.100 Quadratfuß-Häuser sollen 67 Mio. Dollar kosten; deren 23 Apartments, 4.600 Quadratfuß groß, sollen bei 16,2 Mio. Dollar beginnen.“

Die Wall Street nimmt das Geld von den Leuten, die sich selbst für clevere Investoren halten. Die Wohnungsbauer nehmen das Geld von den cleversten Geldverdienern der Wall Street. Der CEO von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat in 15 Central Park West Wohneigentum gekauft, genauso wie der Hedgefonds-Multimilliardär Daniel Loeb. Geld bewegt sich herum. Sobald man etwas bekommen hat, findet man Dinge, die man damit kaufen kann. Oder jemand anderes. Selten bleibt das Geld, wo es ist. Ein Rückgang von 1.000 Punkten beim Dow Jones? Ich fühle mich derzeit leichter und sogar positiv. Sogar in Bezug auf den Aktienmarkt.

Der ist nur nicht, meiner Ansicht nach, derzeit geeignet um reich zu werden (zumindest nicht auf die Art und Weise, wie die meisten denken). Der ist nur eine Art und Weise, das Geld zirkulieren zu lassen. Ja, ich erwarte einen Rückgang von 1.000 Punkten beim Dow Jones. Aber das ist nicht das Ende dieser Story. Das kann erst der Anfang sein. Dann das wird wahrscheinlich nicht das Ende dieses Bullenmarktes sein. Dies ist ein manipulierter Markt. Und die Manipulatoren werden nicht schlafen gehen, wenn die Aktienkurse kollabieren werden. Stattdessen werden sie schnell aufwachen – und ein „Stimulierungsprogramm“ präsentieren, das uns von den Socken hauen wird. Die heutigen Exzesse werden dann im Rückblick noch moderat aussehen… (Seite 2)


 

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2 Kommentare auf "Die nächste Phase von QE wird Sie schockieren"

  1. Michael sagt:

    Mich beschleicht der Verdacht, dass die U.S. sehr viel Refurbishing betreiben und alten Wien in neuen Schleuchen über die Welt wollen verteilen oder zumindest im Land.

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