Die nächste Freiheit: EU-Zwangssanierung

22. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Hausbesitzer aufgepasst! In der Kommandozentrale für europäische Angelegenheiten hat man sich schon wieder viele heißen Gedanken gemacht, den Bewohnern Europas noch mehr Glück angedeihen zu lassen. So heißt es, die Wohnhäuser verbrauchen zuviel Energie. Deshalb haben sich die Experten zu neuen Ideen hinreißen lassen: Der Zwangssanierung alter Häuser…

Mitten in den Immobilienboom nun diese Nachricht: In Europa wird zuviel Energie verbraucht. Nicht dass das neu ist, doch Grundlage für weitere Repressionen. Deshalb ist schon wieder eine neue EU-Richtlinie unterwegs, um den Kampf gegen Kilojoules erfolgreich aufzunehmen. So will das EU-Parlament will die Hausbesitzer zwingen, den Energieverbrauch der bis vor zwei Jahren gebauten Häuser um 80 Prozent zu senken, auf rechnerische 1,4 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Die Aufwendungen dafür rechnen sich vor allem für ältere Häuser nicht mehr. Vielleicht wird mit der nächsten EU-Richtlinie dann der Zwangsabriss nach einer Übergangszeit beschlossen – als Konjunkturprogramm für die Baubranche.

Der Energieausschuss des Parlaments plant in einer weiteren Richtlinie europaweit den Energieverbrauch zwischen 2010 und 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Bereits bis Ende 2020 soll der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt worden sein. Mit dem Abriss einer entsprechenden Anzahl von Häusern käme man da schon weiter. Kommt es zu einem Richtlinienentwurf durch das EU-Parlament, ist hierzulande Eile angesagt, daraus ein volksbeglückendes Gesetz zu basteln.

Selbst Erich Honecker wäre nicht auf diese Idee gekommen, den Leuten zwangsweise Kosten von 100.000 Euro und mehr für seine vermeintlich gute Sache angedeihen zu lassen. Doch er hatte gewarnt. Die im letzten Jahr noch gebauten Häuser sind womöglich schon die Sanierungsfälle von morgen. Und dann wundert man sich mancherorts, wenn die Leute durchdrehen. Der Schaden, den die Umwelt erleidet ist in vielerlei Hinsicht kleiner, als der Schaden, der von so wenigen Leuten in Brüssel für einen ganzen Kontinent angerichtet wird.


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