Die Metallwoche: Tickende Zeitbomben

15. Oktober 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer

Selten wie in diesen Tagen sind sich die Beobachter des Gold – und Silbermarktes darüber einig, dass es mit den Preisen hoch oder runter gehen kann. Na wunderbar! Hat es in den letzten zwei Monaten nach Deflation gerochen, spielen die Märkte nun das Gegenteil. Viele Sachen stinken zum Himmel. Aber welchen Braten riechen die Märkte? Willkommen bei einer weiteren Metallwoche!

Obwohl sich bei den Gold – und Silberpreisen auf Wochenbasis recht wenig getan hat, passiert hinter den Kulissen des Terminmarktes gerade ein großes Stühlerücken. Man kann auch von Verteilungskämpfen sprechen. Stehen Gold, Silber und die Minen vor einem Sprung oder vor einem weiteren Absturz? Was tat sich am Markt? Was ist zu den Charts zu sagen? Und damit nach Düsseldorf zu Michael, dem „Düsseldorfer“. Am Mikrofon: Frank Meyer. Viel Spaß! Stargast der Sendung: Ein Hahn… 🙂

[audio:http://www.rottmeyer.de/wp-content/uploads/2011/10/Die-Metallwoche-15-10-2011.mp3|titles=Die Metallwoche 15.10.2011]


Themen der Sendung:
Totgesagte leben länger: Der Euro
Gold & Silbermarkt unter der Lupe
Charts & Terminmärkte / Positionierungen
Reinemachen vor dem nächsten CFTC-Meeting?
Neues vom Bank Participacion Report
Silber: Über Investieren und Spekulieren
Leimspuren oder Hilflosigkeit aus der Politik?
Leerverkäufe und andere nackte Tatsachen
Ausblick auf die kommende Woche
Minenaktien zeigen Stärke
🙂 Der Wetterbericht für Deutschland… und ein Hahn! 🙂

 

 

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19 Kommentare auf "Die Metallwoche: Tickende Zeitbomben"

  1. poerschie sagt:

    Vielen Dank für die neueste Metallwoche!

    Die Woche wurde wieder toll zusammen gefasst und analysiert.
    ich hab jetzt sogar den Unterschied von Leer- und nackten Leerverkäufen verstanden. 😉
    Mein persönl. Fazit ist immer wieder: physisch und nichts als physisch Gold und Silber.
    Alles andere ist viele zu riskant.. egal ob Riesterrente, Kapitallebensversicherung, Festgeld, Standard- oder Minen-Aktien, Fonds.. nichts geht über den physischen Besitz von Edelmetallen.
    Vor ein paar wenigen Wochen hab ich mir auch mal kleine Positionen von Silberminen-aktien zugelegt.. rein zum Spekulieren.
    Das ist mir viel zu aufregend und ich hab wieder alles verkauft. Mit Glück und gutem timing bin ich sogar mit einem kleinen Plus heraus gekommen und habe dieses Geld dann lieber zu gecrashten Kursen wieder in physisches Silber angelegt. Man konnte ja Bullion für 25,- – 26,- € bei den Händlern kaufen..
    aber was sabbel ich: nochmals vielen Dank euch beiden für die regelmäßige (heavy-)Metallwoche!

  2. chinese sagt:

    Super Metallwoche, Danke!!!!!!

    Chinese

  3. Martin Berger sagt:

    Hallo Ihr beiden, vielen Dank für die spannende MW.

    Wo kann man sich die Positionierung der Longs/Shorts im Euro ansehen, von der Michael sprach?

    Viele Grüße
    Martin

  4. eve- sagt:

    Hallo zusammen,

    ich höre nun schon seit ca. 3 Monaten regelmäßig die Metallwoche.
    An dieser Stelle ein großes Kompliment für die jedesmal spannenden
    Minuten rund um die Welt der Edelmetalle und auch zu den dazugehörigen
    Analysen des politischen Umfeldes.
    Ist echt eine Marktlücke das EM-Thema per Audio aufzuarbeiten !!
    Das Minen- und Terminmarktthema tangiert mich als „sparplanmäßig“ agierender physischer Anleger zwar weniger – aber es müssen natürlich
    alle bedient werden.
    Was macht Michael eigentlich hauptberuflich – darf man das fragen?

    Schönen Abend!
    eve-

  5. Avantgarde sagt:

    Vielen Dank auch von mir für die Metallwoche.
    Ich gehöre auch zu den Sesselsitzern 🙂

    Bei der Sache mit der Inflation bin ich nach wie vor allerdings skeptisch.
    Jetzt wurden mit Ach und Krach GR(bzw. eher die Banken) gerettet.
    Ziemlich viel Wirbel wegen eines Landes das gerade mal 2% der EU-Wirtschaftsleistung ausmacht.

    Bleibt die Frage zu klären wann Portugal, Belgien oder Italien die nächste Runde einläuten ?!
    Noch mehr Rettungsgelder? Wieder so flott durch die Parlamente wie dieses Mal?
    Kommt mir ein bischen vor wie die QEs der Fed, die ja auch angeblich nacheinander kommen hätten sollen und es doch nicht taten.

    Na- ich vertrete dann halt mal wieder die Mindermeinung, daß die Sache mit der Deflation noch lange nicht vom Tisch sein wird.

    Und wer gerne Charts anguckt
    http://www.youtube.com/watch?v=ckzMNbmy3tk
    Falls das tatsächlich in voller Breitseite zutrifft dann dürfte so manchem „Bullen“ das Herz in die Hose rutschen.
    Und dann kann ich mir kaum vorstellen, daß die Rohstoffpreise sich halten können.
    Ich hab das Kurzvideo nicht einfach so reingestellt.
    Der Prechter spricht schon seit sehr langer Zeit sehr schlüssig von diesem Szenario – und es war bisher erschreckend Realitätsnah.

    Diese Krise ist mehr als nur ein Spiel an dem die Märkte mal ein bischen auf und ab gehen.
    Es könnte der Wendepunkt in unserer Wirtschaftsweise sein.

    Nur mal so als Anmerkung:
    Es wäre falsch da alles nur um ein Spielchen um den QuickDollar zu sehen.
    Das kann ich eine noch ganz andere Richtung gehen.

    • Thomas sagt:

      Danke für die Mühe, die ihr euch auch dieses mal wieder für die Metallwoche gemacht habt, war wieder mal weltklasse!

      @ Avantgarde

      Ich seh das ähnlich wie du.
      Rein logisch betrachtet, müssen jedoch die ergriffenen Maßnahmen inflationär wirken.

      ABER:

      1. Nach der ökonomischen Lehrmeinung brauchen wir hierzu eine gewisse gesamtwirtschaftliche NF bzw. Erwartungen(denn die sind natürlich auch absolut maßgeblich)

      2. Aus erstens folgt, dass dies(durch Stimulierungspakete) zwar etwas „Erfolg“ gehabt hat, jedoch nur in Deutschland. Bei den anderen europäischen Länder will ich mich im einzelnen nicht so weit aus dem Fenster lehnen, aber ich glaube, die stehen zumindest in Bezug auf volle Auftragsbücher seitens der Unternehmen nicht sonderlich gut da. USA wissen wir. China heißes Ding(weil bekanntlich immer noch sehr starke Exportlastigkeit).

      3. Dann die eigentliche Frage: Was ist billiges Geld?( Hoffentlich hat Frank den Artikel gelesen, finde ihn sehr gut. Hier für alle http://www.themoneyillusion.com/?p=11310)
      In Anbetracht dessen, wie schwierig die einzelnen Parameter zu beurteilen sind, sollte man deshalb vorsichtig sein mit der Aussage „Es kommt eine Inflation“

      Schließlich ist ja wiederum das, was wir als Inflation oder inflationäre Politik bezeichnen, interpretationsgetrieben.

      4. Man muss auf die Geschichte achten. Wie war es … bis 1923; Wie war zu dieser Zeit das Bankensystem entwickelt; Die Inflation wurde außerdem
      durch die breite Öffentlichkeit getragen, übrigens würden wir dies jetzt auch benötigen um die Staatsschulden wieder auf ein „normales Niveau“ zu bringen.

      5. Absolut korrekt, was ist wenn Italien kommt. Belgien, Portugal oder England. Was ist mit den USA.
      Interessant ist auch die Verschuldung in China. Nach Rogoffs statistische Ausarbeitung in „The time is different“ wäre in China ein Schuldenschnitt schon längst überfällig.

      Außerdem können wir doch nicht annehmen, dass sich die reichen Herren ihr Geld einfach wegnehmen lassen. Dafür ist doch die Fed da. Zum Schutz der Interessen Vermögender.

      Der Hebel mit den Banken spekulieren tut das übrige.

      Ich glaube Dirk Müllers Aussage bezüglich „Wir können uns nicht vorstellen was das alles bedeutet“ kommt dem sehr nahe.

      Wir werden sehen!

  6. Fnord23 sagt:

    Hallo Avantgarde und Thomas,

    viele sehen Defla und Infla immer so absolut bzw. verstehen die einen das und die anderen das. Da gibt es die geldtheoretischen Erklärungen. Aber leider lebe ich in der Praxis. Das Klima auf der Erde wird ja auch anders und die Durchschittstemperatur steigt(?), aber gefühlt eben nicht hier in Sachsen.

    Und da sieht es doch so aus, dass wir wohl eine Ausweitung der Geldmenge insgesamt haben, haben müssen, weil eben sonst insgesamt Defla „droht“. Was in einem auf Geldmengenwachstum ausgelegten System über das Steuerungselement Leitzinsen ( Markteingriff) äußerst ungünstig wäre.

    Aber, wenn ich mal mein kleines persönliches Portemonnaie-Universum anschaue, die persönliche Geldmenge im Verhältnis zu Gesamtgeldmenge schrumpft. Weil ich es eben nicht mal schaffe, mein Einkommen jedes Jahr um die Größe der offiziellen Inflationsrate zu erhöhen. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht möglich ist die Preissteigerungen durch Infla bei lebenswichtigen Dingen auszugleichen.

    Weil sich nun dieses „mehr an Geld“ nicht auf alle Güterpreise homogen verteilt, sondern sich dummerweise verstärkt an lebenswichtigen Dingen manifestiert (Nahrung, Energie), haben wir ein kleines Problem. Das aber größer wird. Ich das Problem damit löse, dass ich mir bei jedem Lebensmitteleinkauf eine Mikrowelle oder ein anderes techn. Gerät eintue. Dann stimmt`s im Schnitt wieder.:-)

    Insofern vertrete ich die Meinung, dass mit diesen ganzen Maßnahmen ein defla. Schock verhindert wird. Dieses ganze neue Geld und auch dass, was jetzt in meinem Portemonnaie-Universum (Realwirtschaft) fehlt, befindet sich doch zum größten Teil im Parallel Universum (Finanzsystem) und fragt noch keine Güter nach. Ich könnte mir aber vorstellen, dass nach einem Deflaschock in der Realwelt, sich ein Wurmloch auftut, und diese ganze virtuelle Kohle reale Dinge nachfragt. (Boden und Schätze, etc.) Das wäre dann der letzte Schritt zur Enteignung der 99%. Super Sache und würde inflationär wirken. Dann haste extrem steigende Preise und fallende Einkommen. Wie jetzt, nur mit mehr speed.

    Meine autodidaktische Einschätzung. Kann auch alles ganz anders sein.

    VG aus Sachsen

    PS: Hier hilft nur noch eine Invasion durch Außerirdische. (Scherz)

  7. Thomas sagt:

    Das ist richtig, das klingt auch alles plausibel.

    Ich stimme zu, dass ein deflationärer Schock verhindert werden soll, oder muss. Die Geldmenge steigt! Richtig, war 1929-33 grob gesagt auch so. In Japan auch, aber eben auch in Simbabwe :).

    Steh etwas auf dem Schlauch, was meinst du mit: „Was in einem auf Geldmengenwachstum ausgelegten System über das Steuerungselement Leitzinsen ( Markteingriff) äußerst ungünstig wäre.“
    Welche Bedeutung misst du Zinsen bzw. Leitzinsen bei.

    Die Geldmenge hat sich in der Vergangenheit ja ständig erhöht. Da hast du natürlich auch Recht. Der normale Haushalt in Deutschland leidet natürlich unter einer sogenannten Vermögenspreisinflation( zu der natürlich auch Rohstoffe zählen). Aber wenn man dies so sieht, muss man auch die vorhergehenden Vorteile der normalen US-Bevölkerungsschicht entgegenrechnen. Denn ihnen war es ja auch möglich durch die Immobilienspekulation reich zu werden. Zumindest theoretisch:)

    Es ist spannend sich vorzustellen, was passieren könnte, wenn das Anti-Geld der Finanzwelt als Bargeld oder zumindest irgendwie dergleichen nachgefragt werden. Nur wie soll das gehen, dann sprengt es ja alles. Weil:
    1. Eigenkapital der Banken(Hebel)

    2. M1 im Vergleich zu M3

    Das „dürfte“ nicht machbar sein, weil vorher alle Banken krachen gehen würden. Selbst wenn, es würde dann sicherlich irgendwie verhindert werden, dass dieses Finanzkapital ins Realkapital fließt.

    Alles was darauf hinausläuft wirkt höchstdeflationär. Wenn alles einigermaßen geordnet weiterlaufen soll, brauchen wir eine fünfjährige Inflation mit einer Inflationsrate von ca. 7-8%.

    • Fnord23 sagt:

      Das mit den Zinsen hab ich bewusst nicht angesprochen. Gehört, weil wichtig dazu, aber das artet dann meistens in umfängliche Diskussionen aus. Im Blog fast nicht zu bewältigen.

      Nun ist es ja wohl so, dass auf Grund der Geldschöpfung als Schuld das Geld nun kein universelles Tauschmittel ist. Wir tauschen Schuldkontrakte.

      Auf Grund der expo. Funktion des Zinseszinses bedingt dies eben ein ständiges Schuldenwachstum = Zwang. Wirtschaftswachstum setzt Schuldenwachstum voraus. Es gibt natürlich auch noch ein Bestandswachstum. Da wird zum Beispiel D reicher und dafür eben ein anderer z. B. GR ärmer.

      Heute wird auch einer, der eine Menge Schuldkontrakte gesammelt hat als reich bezeichnet? Wie blöd ist das denn? Reich ist der, der sich mit Hilfe der Schuldkontrakte die richtige Sachwerte gekauft hat.

      Die Notenbanken versuchen mit den Leitzinsen die Geldmenge zu steuern. Wenn ein Teil dessen, was wir Zinsen nennen, der Preis fürs Geld ist und da ist einer der den Preis dafür steuert und zwar so, das der Preis immer „0 + x“ sein muss, dann nenne ich das auf alle Fälle nicht „Freien Geldmarkt“.

      Die Zinsen sind nicht das Problem. Sondern der Zinseszins bzw. was damit möglich ist.

      Stell dir mal vor, wir hätten Geld, was wirklich nur ein universelles Tauschmittel wäre, dann müsste Geld die selben Eigenschaften wie eine Ware haben. Dann müsste sich der Preis fürs Geld ( Zinsen ) eben an Angebot und Nachfrage ausrichten.
      Ich könnte mir vorstellen, dass dabei die Nachfrage nach Geld auch mal so in den Keller gehen könnte, dass die verleihende Bank im kurzfristigen Bereich auch mal mit Negativzinsen agieren würde, bis die Geldnachfrage anspringt. Dem ganzen Geldsystem liegt ja eh nur Psychologie zu Grunde. Da kenne ich mich ein wenig aus.

      Bin Führungskraft. Hab eine Frau und zwei Kinder zu führen. 🙂

      So stelle ich mir das ganz naiv vor. Bin gern bereit, das alles über den Haufen zu schmeißen, wenn mir einer anderer Erklärung liefert.

      VG aus Sachsen

  8. Der Fotograf sagt:

    Wieder einmal meinen besten Dank für die Metallwoche und den gesamten Blog! Egal ob Arbeit oder Urlaub, ob Vogtland, Wien oder Malle, die MW kommt pünktlich. Zur Not auch mit einem krähenden Stargast. 🙂 Einsame Spitze!

    Auch wenn ich mich nicht allzu häufig zu Wort melde, seid versichert, dass ich nahezu täglich mitlese und -höre. Neben den grandiosen Beiträgen von Frank, dem Bankhaus Rott und dem D´dorfer überzeugt auch das „Rahmenprogramm“ aus Interviews bspw. mit Schachtschneider, Popp und Senf sowie den Beiträgen diverser Kommentatoren. Erwähnens- und Dankenswert finde ich auch den Videoblog. Alles in allem ist dieser Blog fast schon ein (themenspezifisches) Vollprogramm. Grandiose Leistung! Wer braucht da noch einen Fernseher? Na ja, vielleicht noch um n-tv und einen der dortigen Börsenkommentatoren zu sehen.

    Was nun unser aller Sorgenkind namens Finanzsystem betrifft muss ich gestehen, dass mir zunehmend der Überblick entgleitet. Inflation, Deflation oder Stagflation? Oder irgendeine neuartige Mischung aus allem? Und wenn ja, in welcher Abfolge und auf welcher Zeitschiene?

    Geht es wirklich nur um den Dollar? Oder geht es darum, dass unsere gesamte Lebens- und Wirtschaftsweise in eine Sackgasse geraten ist? Wir alle wissen und spüren, dass mit dem zerbröselnden Finanzsystem auch das Fundament unserer gesamten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung zerbröselt. Und die meisten hier, mich eingeschlossen, versuchen sich mit EM dagegen abzusichern und sich damit irgendeine Art von Zukunftsperspektive für den Tag danach zu erhalten. Ohne auch nur eine Ahnung zu haben wie dieser Tag aussieht und wann er kommt.

    Je länger ich darüber nachdenke um so mehr glaube ich, dass unser aller Problem viel tiefer liegt und wir hier nur an Symptomen Rumdoktern. Unserer Gesellschaft ist das Ziel abhanden gekommen. Jahrzehntelang hieß unser Ziel Wachstum um jeden Preis und die Finanzbranche ist da immer vorneweg gestürmt. Wir haben alle Regeln über Bord geworfen, alles wurde dereguliert, das Ergebnis waren Subprime und Blasen aller Art. Jetzt sind wir in der letzten Blase, der Blase aller Blasen, nämlich der Staatsschuldenblase angekommen.

    Und nun stellen wir plötzlich fest, es geht nicht mehr weiter. Wir können das Finanzsystem nicht weiter aufblasen und damit erodiert auch die Basis für die Realwirtschaft und unser aller Wohlstand. Ohne weitere Blasen keine billigen Kredite und ohne billige Kredite kein Wohlstandswachstum mehr. Aus die Maus!

    Da hilft es auch nichts wenn Prof. Schachtschneider in Kant´scher Tradition mit der Fackel des Rechts in der Hand nach Karlsruhe stürmt. Es bringt uns auch nicht wirklich weiter die CoT-Daten zu analysieren, den USD-Index zu berechnen oder über Inflation, Deflation oder Stagflation zu sinnieren.
    Wir haben keinen Plan B und wissen nicht wie wir weitermachen sollen. Einfach einen Reset namens Währungsreform zu machen, für ein Jahrzehnt in Armut zu versinken und danach die nächsten Blasen aufzublähen kann es doch nicht sein. Insofern kann ich auch die fruchtlosen Rettungsbemühungen der Politik verstehen. Was sollen sie denn machen?

    Die Verwirrung und Planlosigkeit zieht sich überall durch. Da argumentiert bspw. Dirk Müller diese Woche bei Maybrit Illner gemeinsam mit Sarah Wagenknecht gegen den Chef des Bankenverbandes. So toll ich beider Argumente fand, aber ein Börsianer Seit an Seit mit einer Kommunistin gegen die Banken! Kann es ein bezeichnenderes Bild für die allgemeine gesellschaftliche Verwirrung geben?
    Da kämpft die Occupy-Bewegung gegen die Bankenrettung und die Bankenherrschaft. Find ich ja sehr sympathisch, aber wofür kämpfen sie?
    Da feiern die Piraten fröhliche Wahl- und Umfrageerfolge ohne wirklich Antworten zu haben. Es reicht bereits völlig aus nicht zum alten Establishment zu gehören.
    Da kämpft der Wutbürger gegen Stuttgart 21 und das reicht unserem angeblichen Rechtsstaat bereits aus um den Stuttgarter Schlosspark in einen Park des himmlischen Friedens zu verwandeln.

    Verwirrung und Planlosigkeit allerorten. Solange dieser Zustand anhält werden wir nicht rausfinden können ob Gold und Silber das richtige Investment sind oder nicht. Wir werden uns auch nicht über Inflation oder Stagflation einigen können. Wir können nur hoffen und mal schauen wohin der Hase läuft.

    Was wir wirklich bräuchten wäre ein neuer philosophischer Überbau unserer Gesellschafts-. und Wirtschaftsordnung. Ein neuer Immanuel Kant, ein neuer Karl Marx, wenigstens ein neuer Ludwig Erhard. Leider versagen die Philosophen derzeit noch grandioser als die Ökonomen. In letzter Zeit war das Interview mit Andreas Popp auf diesem Blog die einzige Äußerung in dieser Richtung, die ich wahrgenommen habe. Inhaltlich hat mich Hr. Popp zwar noch nicht so recht überzeugt, aber es ging wenigstens in die richtige Richtung.

    Solange uns dieser neue philosophische Überbau fehlt, solange prominente Börsianer Seit an Seit mit Kommunisten gegen die Banken stehen und solange die Jugend weltweit gegen aber nicht für etwas kämpft, solange werden wir auch finanztechnisch nicht klar sehen.

    Ich für meinen Teil ziehe aus diesen Überlegungen die Konsequenz weiter in Sachwerte zu investieren (darunter natürlich auch phys. EM), das alte Papiersystem weitestgehend zu meiden und ansonsten mal zu schauen wohin der Hase läuft. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Sich tgl. den Kopf zu zerbrechen ob Inflation oder Deflation, ob EZB, FED und Politiker gerade dieses oder jenes machen, ob Crash oder Blase, versuche ich mir abzugewöhnen. Das ändert sich sowieso alle paar Wochen. Ich weiß nicht wie lange das System noch läuft und wohin es läuft. Aber es hat noch nie geschadet das Leben zu genießen, seinen Job ordentlich zu machen und daneben ein paar Sachwerte zu besitzen. Alles weitere lässt sich m.E. derzeit nicht wirklich einschätzen.

    VG

    • Thomas sagt:

      Jaja, eigentlich hast du volkommen recht. Das Leben genießen, aber trotzdem einigermaßen zu verfolgen was passiert.

      Das ist das ABSOLUT GENIALSTE an diesem Blog. Sich mit Leuten zu unterhalten, die viele Dinge ähnlich einschätzen.

      Um nicht in eine lange Diskussion über derzeitige makroökonomische Sachverhalte ausschweifen zu wollen; lassen wir uns noch etwas Futter für die nächsten Wochen 🙂

      Bis zum nächsten mal.

      Und nochmals danke für die Metallwoche, die Kommentare und Analysen und natürlich die ebenfalls genialen Beiträge!

      Danke

  9. Gladbacher sagt:

    Vor 2-3 Wochen kam sonntags am späten Vormittag auf Phoenix ein 45minütiges Interview mit Prof. Dr. Starbatty zum Thema Euro, Griechenlandrettung usw., bei dem er Klartext gesprochen hat. Der Moderator war sichtlich verwirrt wegen der vielen negativen Prognosen, hat manchmal nachgefragt und mußte erkennen, dass Starbattys Aussagen alle logisch klangen. Hat mich gewundert, dass man ihn so offen und so lang in den öff.-rechtl. Medien zu Wort kommen ließ.

    Laut Starbatty ist die beste Krisenvorsorge eine gute Bildung, um einen guten Beruf ausüben zu können und ggbfls. beruflich flexibel zu sein. Das würde er auch seinen Kindern raten. Von Edelmetallen hält er aber nicht sehr viel. Bildung geht ihm über alles.

    Was ich damit sagen will: Kommt jetzt wirklich die Deflation, sollte man froh ein, einen (guten) Job zu haben und behalten zu können und in der Deflation jeden Monat das überschüssige Einkommen in Edelmetalle und/oder Aktien investieren. Denn auch eine eventulle Deflation wird nicht ewig andauern und danach wird es wieder aufwärts gehen (müssen).

  10. Vorsorge sagt:

    Hier der Link… bezüglich des Interviews mit Prof. Dr. Starbutty:

    • tizian sagt:


      ist schon komisch,
      dem Golde(as last resort) darf nicht geredet werden, schon gar nicht auf PHOENIX, selbst dann, wenn ein Prof. Starbatty zu 100% ökonomisch völlig vernünftig Stellung bezieht in Sachen Geschäftsmodell der Griechen, Portugiesen etc. und was das alles mit deren nationaler Währung in Bezug auf Wirtschaftskraft, Geschichte und (Volks-)Mentalität zu tun hat.

      Gerade weil sich „unsere gewählten verantwortlichen Politiker“ NICHT mit den Thesen vernunftbegabter Ökonomen befassen, werden Schulden durch Schuldgeld mit noch mehr Schulden geflutet.
      Wie sagte noch Henrik M. Broder zu seinem Sozius Hamed Abdel Samad (in Deutschlandsafari /Entweder Broder):
      „Wir erleben gerade die spannendste Zeit der Geschichte.“

      <ziehe folgende Lehre aus dem PHOENIX Dialog: wer nix hat, braucht gute Bildung, guten Job, Flexibilität, what ever… und jugendliche Schaffenskraft würde ich noch ergänzen.
      Der, der noch "Vermögen" hat, sollte alsbald Gold haben, sonst hat er im Alter…NIX!
      Danke der Vorsorge, Tizian

  11. Andre sagt:

    Hallo Michael und Frank, vielen Dank für die Metallwoche. Ich habe mal eine Frage. Im Netz kusieren seit einiger Zeit Videos sowie Artikel, dass die Perth Mint kein Silber mehr hat? Wisst ihr vielleicht etwas mehr? Hier mal ein Video (wie gesgt es existieren mehrere) davon.
    Vielen Dank.

  12. Karl Napp sagt:

    Das einzige was mich an Gold stört ist, dass bankrotte Staaten davon zu viel besitzen. Diesen Monat hat es von einer Notenbank (wahrscheinlich Belgien)bereits Verkäufe gegeben.

  13. Avantgarde sagt:

    @Thomas

    Schön, daß sich ab und zu doch mal einer outet, der eine andere als die übliche Meinung besitzt 🙂

    Ich kann Dir absolut folgen.

    Die klassische Weimar-Geschichte, die so oft angeführt wird hat den „Schönheitsfehler“ daß im Vergleich zu damals heute kein Geld mit vielen Nullen auf Zetteln gedruckt wird.

    Natürlich kann man mit Anleihekäufen uns sonstigem Geld „drucken“ Blasen in anderen Sektoren auslösen – aber nachhaltig ist das nicht denn letztlich scheitern die virtuellen Preise immer in der analogen Welt, die diese irgendwann nicht mehr bezahlen kann/will.
    Wir hatten die Dot-Com-Bubble die Hauspreis-Bubble und nun die Rettungs-Bubble.
    Gnade uns Gott wenn dieser Rettungsschirm nun gehebelt wird – genau das war ja einer der Gründe der letzten Krise….

    Nach Logik der Inflatonistenfraktion hätte der zweifellos lebenswichtig Stoff Rohöl 2008 niemals derart einbrechen dürfen – tat er aber.

    China baut Geisterstädte – wir brauchen noch nicht mal ein Platzen dieser Blase – bereits eine Abkühlung könnte bei der synchronisierten Weltwirtschaft genügen.

    JA es ist richtig – der Blick nur auf den deutschen Teller ist verkehrt.
    Im europ. Ausland sieht es beiweilen ziemlich finster aus…

    @Fnord23

    Natürlich wechseln die Phasen innerhalb des großen Trends – aber dieser ist bereits einige Zeit abwärts gerichtet.

    Freilich darf die Geldmenge letztlich nicht sinken – nur wird das auf Dauer nicht zu verhindern sein.
    Als Notenbanker würde ich auch Geld „drucken“ um die Folgen des deleveraging etwas zu mildern.

    Persönliche Lebensumstände und das große Ganze können immer sehr unterschiedlich sein.
    Obacht mit voreiligen Schlüssen.

    Ich gehöre übrigens keinesfalls zu der Maso-Fraktion, die sich einen Zusammenbruch herbeiwünscht um irgendetwas zu „reinigen“.
    Ganz bestimmt nicht.

    Aber die Faktenlage lässt für mich keinen anderen Schluß zu.
    Wobei wir in D möglicherweise noch Glück haben könnten und ala Japan vielleicht glimpflicher als andere davon kommen könnten.

  14. auroria sagt:

    @Der Fotograf:
    Irgendwie verstehe ich große Teile deines Posts nicht, da sind lauter Wiedersprüche in deiner Argumentation.

    „Unserer Gesellschaft ist das Ziel abhanden gekommen. Jahrzehntelang hieß unser Ziel Wachstum um jeden Preis und die Finanzbranche ist da immer vorneweg gestürmt.“
    Dann ist doch gut, dass und dieses schlechte Ziel abhanden gekommen ist, oder?

    „Die Verwirrung und Planlosigkeit zieht sich überall durch. Da argumentiert bspw. Dirk Müller diese Woche bei Maybrit Illner gemeinsam mit Sarah Wagenknecht gegen den Chef des Bankenverbandes. … Kann es ein bezeichnenderes Bild für die allgemeine gesellschaftliche Verwirrung geben?“
    Wo ist das Problem, vlt. ist das eben keine Verwirrung, sonder Klarheit und die beiden haben recht. Du beschwerst dich über verwirrung, aber wenn sich Leute mal einig sind passt es auch nicht?

    „Da kämpft die Occupy-Bewegung gegen die Bankenrettung und die Bankenherrschaft. Find ich ja sehr sympathisch, aber wofür kämpfen sie?“
    Erstmal kämpfen sie gegen Banken, deren Macht, Lobbyismus, etc.
    Eine Liste mit Forderungen gibt es glaube ich auch online (Wiedereinführung von Trennbankensystem, Grenzen für Wahlspenden, usw.)

    „Da feiern die Piraten fröhliche Wahl- und Umfrageerfolge ohne wirklich Antworten zu haben. Es reicht bereits völlig aus nicht zum alten Establishment zu gehören.“
    Immerhin sind sie ehrlich und sagen, dass sie noch keine Antworten, bzw. verschiedene Vorschläge haben.
    Die anderen Parteien haben auch keine wirklich Antworten, oder sinnvollen Antworten, aber tun so, als ob.

    „Verwirrung und Planlosigkeit allerorten. Solange dieser Zustand anhält werden wir nicht rausfinden können ob Gold und Silber das richtige Investment sind oder nicht. Wir werden uns auch nicht über Inflation oder Stagflation einigen können. Wir können nur hoffen und mal schauen wohin der Hase läuft.“
    Ich halte mich da an Marc Faber: DIVERSIFIKATION
    1/4 Gold und Silber, 1/4 Aktien, 1/4 Immo, 1/4 Cash.

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