Die letzte Rettung: Markt-Sozialismus

8. Januar 2017 | Kategorie: RottMeyer

US-Notenbank: Zinsnormalisierung?

Nach einer im Jahresverlauf – statistisch – gut laufenden US-Konjunktur hat die Fed im Dezember nun einen weiteren zaghaften Zinsschritt um 0,25%-Punkte gewagt. Zwar signalisierte sie, die Leitzinsen in 2017 durch drei weitere Schritte in Richtung Zinsnormalisierung bewegen zu wollen, doch könnte dem, trotz der drohenden Teuerung, ein gewichtiger Grund entgegenstehen: Staat, Unternehmen und Haushalte sind mit insgesamt 47.000 Milliarden USD rekordhoch verschuldet!

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Im Gegensatz zur Fed sieht Donald Trump die Konsequenzen einer Zinsnormalisierung sehr kritisch. Schon einen Zinsanstieg um nur einen Prozentpunkt bezeichnete der designierte US-Präsident bereits als „verheerend“, während jede weitere Erhöhung die USA vor unlösbare Probleme stellen würde. („Wir haben dann keinen Staat mehr!“)

EZB: Ist der Ruf erst ruiniert …

Seit Dezember lautet die neue Gelddruck-Zielmarke der europäischen „Währungshüter“ nun 2.280 Milliarden Euro, womit diese ihr im Januar 2015 ursprünglich festgesetztes Gelddruckprogramm innerhalb von nur 24 Monaten glatt verdoppelt haben! Trotz dieses gelpolitischen Amoklaufs der EZB zur Rettung von Pleitestaaten und Pleitebanken, kehrte die Bankenkrise in Europa mit Vehemenz zurück.

So „musste“ die drittgrößte „Zockerbank“ Italiens, Monte dei Paschi, im Dezember mit einer milliardenschweren Kapitalspritze vor der Insolvenz bewahrt werden – „dank“ EU-Genehmigung und entgegen der 2016 vereinbarten „bail in“-EU-Bankenregel mit … Steuergeldern!

 

Eurozone: Bonjour Tristesse!

Obwohl sich die EZB seit Jahren bemüht ein „Konjunkturwunder“ herbeizudrucken, ist dieses in der Eurozone nicht zu entdecken. Zwar sind die Arbeitslosenraten in Europa seit dem Hoch im April 2013 gemächlich gesunken, jedoch sind sie insbesondere in Schlüsselstaaten wie Frankreich, Spanien und Italien trotz aller statistischen Schönfärbereien noch immer auf Krisenniveau.

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Angesichts der unverändert erschreckend hohen Jugendarbeitslosigkeit in den Club Med-Ländern braucht man nicht viel Fantasie dafür, um zu ahnen, dass der Brexit noch längst nicht das Schlimmste war, was dem EU-Projekt passieren konnte!

Finanzmärkte: Aktienmärkte in Partystimmung

Nichts scheint die Aktienmärkte mehr in ihrem Höhenflug aufhalten zu können. Selbst noch so große „negative“ Marktüberraschungen (Brexit, US-Wahl, Italien-Referendum) verursachen inzwischen keine wirklichen Schockreaktionen mehr, vielmehr gelten diese dann sogar als Begründung, um an den Aktienmärkten noch einen Gang höher zu schalten!?

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Die offenkundige grenzenlose Sorglosigkeit der Investoren sollte insbesondere vor dem Hintergrund historisch hoch bewerteter Märkte zur allergrößten Vorsicht mahnen, zumal sich die Unternehmensgewinne nur verhalten entwickeln und obendrein auch noch steigende Zinsen drohen.

Fondsmanagerkommentar

Mitte Dezember erreichte der Goldabverkauf fast panikartige Züge. Der Stimmungsindikator der Goldinvestoren sank sogar unter den Extremwert des 2015er 1.050-USD-Tiefststandes ab, was bei einem deutlichen Gold-Kursplus im Jahr 2016 (9% auf USD-, 13% auf Euro-Basis) bemerkenswert ist.

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Schließlich erwiesen sich Edelmetall- und besonders Edelmetallminenaktieninvestments im Jahr 2016 – trotz der in der zweiten Jahreshälfte einsetzenden Korrektur – als durchaus solide Investments, wie es auch das deutliche Kursplus des M & W Capital (46%) und M & W Privat (26%) beweist.

Wir denken, dass die von den „Währungshütern“ verfolgte brachiale Geldentwertungspolitik am Ende den „erwünschten Erfolg“ haben wird und sich die „heiß ersehnte“ Teuerung auch schon bald deutlich beschleunigt. Das sollte dem gesamten Edelmetallsektor im Jahr 2017 einen weiteren Schub verleihen.

Mack & Weise – Homepage

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