Die Kunst der Aktienspekulation

4. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) 3,93 Prozent Plus beim Deutschen Aktienindex Dax, das war am Freitag die eindeutige Antwort der Börse auf die Verunsicherung der Anleger einen Tag zuvor. Da nämlich hatte EZB-Chef Mario Draghi sehr viel Mühe, seine unverständlichen Ausführungen zu „Offenmarkt-Operationen“ oder – noch schlimmer – zum „Mandat der mittelfristigen Preisstabilität unter Beachtung der Unabhängigkeit bei der Gestaltung der Geldpolitik“ vor den Medien klar zu erläutern…

Er zog es vor, die Lösung der anstehenden Probleme rund um den Euro erst einmal den übrigen Gremien zu überlassen. Eines davon ist bekanntlich das deutsche Bundesverfassungsgericht, das am 12. September über den sogenannten Stabilisierungsmechanismus ESM entscheiden soll.

So gewinnt man Zeit – oder man verliert sie, je nach Standpunkt und je nachdem, was in dieser Zeit noch passieren wird. Denn eines steht fest: Sobald an den Börsen etwas geschieht, womit kein Banker der EZB, keine Regierung, kein EU-Bürokrat oder sonst wer in verantwortlicher Position rechnet (Crash der Anleihen, immer stärker werdende Ausschläge der Aktienkurse, plötzlich nach oben schießende Edelmetall- und Rohstoffpreise), wird insbesondere die EZB – dann in Abstimmung mit der amerikanischen Fed und den anderen wichtigen Notenbanken – gezwungen sein, die Börsen mit Geld in unvorstellbarem Umfang zu fluten, um den Zusammenbruch des ganzen Finanzsystems zu verhindern.

Gestatten Sie mir dazu ausnahmsweise ein Zitat aus meiner letzten Kolumne bei wiwo.de, in der ich die Folgen der Überschuldung beschrieben habe: „Der Kampf gegen die Schuldenkrise wird derzeit in erster Linie verbal ausgeführt, zum Teil auch auf diplomatischem Weg. Ihre Bewältigung lässt noch lange auf sich warten.“ Insofern war Draghis Herumreden um den heißen Brei symptomatisch und clever zugleich: Wenn man wie er schon weiß, dass ein langer steiniger Weg bevorsteht, soll dieses Wissen wenigstens nicht breitgetreten, sondern durch geheimnisvolle oder zumindest beruhigende Appelle an die Öffentlichkeit kaschiert werden. Der frühere Fed-Chef Alan Greenspan hatte es in dieser Hinsicht bekanntlich zur Meisterschaft gebracht; nur war er nicht gezwungen, ständig nörgelnde Regierungen und Notenbanken von 17 Euroländern unter einen Hut zu bringen.

Anleger sollten sich vor den nahenden Turbulenzen am besten durch eine auf die persönlichen Verhältnisse abgestimmte Mischung aus Edelmetallen, Aktien und Tagesgeld schützen, falls möglich flankiert durch eine selbst genutzte, zweckmäßigerweise ohne oder mit nur wenig Fremdkapital finanzierte Immobilie. Das habe ich schon einige Male geschrieben; ich möchte es hier noch einmal bekräftigen, und zwar gerade unter dem Aspekt der Sicherheit.

Recht viele Anleger wollen indes nicht einsehen, warum Aktien, deren Kurse, wie in der abgelaufenen Woche geschehen, stark schwanken, zum Sicherheitspaket gehören. Deshalb folgen hier weitere grundsätzliche Überlegungen:

Die meisten Aktien, mit denen Sie es zu tun haben, stammen von Unternehmen, deren Kurse Sie minutengenau im Internet verfolgen können, deren sonstige Informationen (Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad hoc-Meldungen usw.) ebenfalls aus dem Internet abrufbar sind. Ergänzt wird das Ganze durch Kommentare und Tipps in verschiedenen Medien, wobei Sie Tipps nie für bare Münze, sondern immer nur als Gedankenanstoß nehmen sollten… (Seite 2)

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3 Kommentare auf "Die Kunst der Aktienspekulation"

  1. FDominicus sagt:

    ***gelöscht*** vom Hausmeister

    • schankobleck sagt:

      Was ist das für ein unsäglicher Stil? Meinung okay, aber nicht so!
      Hatten Sie Frust? Wenn ja, dann bitte wo anders. Grüße von Schanko Bleck

      • FDominicus sagt:

        Ja ich habe Frust, weil es an Sachen geht die ich nicht mehr erträglich finde.
        Es sollte aber klar sein, daß ich meine Kommentare sarkastisch gemeint habe. Das müsste schankobleck erkennen können. Ironie reicht da nicht mehr aus. Denn die wird von der Wirklichkeit jedesmal übertroffen. Ich will es Ihnen zuliebe aber gerne mit Ironie versuchen.

        – Kaufen Sie Anleihen von Staaten (sie tun damit sicher etwas „Gutes“)
        – Kaufen Sie niemals Edelmetalle (denn die bringen keine Zinsen)
        – Akzeptieren Sie Negativzinsen für Anleihen von D, CH etc. (es ist für eine gute Sache)
        – Kaufen Sie nur Aktien von politisch korrekten Firmen (also speziell die Solarhersteller in D darben derzeit erbärmlich)

        Ich hoffe die Ironie kommt bei Ihnen diesmal an.

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