Die Kosten des Gelddruckens

31. Juli 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

In Europa oder Amerika ist die Situation im Grunde dieselbe. Die Regierungen können jeden retten, den sie wollen. Die Zentralbanken haben die Druckerpressen unter Kontrolle. Und es kostet nichts, einfach Geld zu drucken…
Die Konservativen Amerikas befürchten, dass die Nation in die Zahlungsunfähigkeit schlittert…solange sie nicht fähig sind, jetzt die Kontrolle zu erlangen. Oder sie befürchten einfach, dass Obama wiedergewählt werden wird. Sie wissen nicht, welches dieser beiden Ereignisse ihnen weniger gefällt.

Und gerade lese ich, dass Deutschland wohl auch seine eigene „Tea Party“ hat. Es gibt in Deutschland Leute, die nicht möchten, dass Deutschlands Kreditwürdigkeit durch unverantwortliche Politiker in Ländern wie Griechenland beschädigt wird.

Deshalb,  ja,  liebe Leser…. die Politik hat das Problem erschaffen…. es wurde mehr ausgegeben, als an Steuern eingenommen wurde. Aber jetzt scheinen die Politiker ihre Hämmer und Schraubenschlüssel herauszuholen und bieten an, das Problem zu lösen. Werden sie damit Erfolg haben?

Ich habe da so meine Zweifel. Vor Jahren bereits bemerkte ich, dass es nicht wirklich wichtig ist, was jemand sagt…oder denkt. Die Geschichte hat ihren eigenen Sinn. Sie geht ihren Weg.

Haben sie bemerkt, dass alle größeren entwickelten Volkswirtschaften mehr oder weniger im selben Boot sitzen? Ja, einige Barken sind hochseefähiger als andere, besonders das robuste Boot Deutschlands. Aber alle sind auf demselben Meer unterwegs… und alle mit demselben Kurs.

Wie kommt das? Könnte man nicht erwarten, dass ein Land radikal andere Ideen hat als ein anderes? Könnte man nicht erwarten, dass mindestens ein Land eine intelligente Führung hat, selbst wenn die anderen von Dummköpfen geführt werden?

Und dennoch – wir sitzen da alle im selben Boot, und die einzige mögliche positive Ausnahme ist das Volk, dessen Muttersprache Deutsch ist. Immer höhere Schulden. Immer mehr Zombies. Kein Ende in Sicht.

Warum? Die Geschichte bestimmt. Nicht wir Individuen. Die Menschen – so werden sie sich erinnern – sind weder gut noch böse, sondern Einflüssen unterworfen. Unter dem Einfluss von populärer Demokratie, durch Öl getriebenen Maschinen und Sozialstaat hat fast jede entwickelte Nation die selbe Richtung genommen – sie wird zahlungsunfähig.

Auch darin waren die USA besonders. Nur Amerika hatte imperiale Absichten. Nur Amerika konnte sich selbst ruinieren, mit Zombie-artigen Sozialausgaben. Und auch mit Zombie-artigen Ausgaben für das Militär. Manche Militärstandorte werden nur deshalb in Betrieb gehalten, weil sie im Wahlkreis eines bestimmten Politikers liegen. Waffen werden bestellt und vom Staat bezahlt, nur damit dadurch Arbeitsplätze geschaffen werden. Und überall in der Nähe des Pentagon werden zig Milliarden für die am besten ausgerüstete Armee der Welt ausgegeben; dabei hat diese Armee nur geringen Erfolg.

Wenn man einen Soldaten ankratzt, dann findet man oft einen Zombie. Oder man erhält einen Schlag ins Gesicht.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Die Kosten des Gelddruckens (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Die Kosten des Gelddruckens"

  1. wolfswurt sagt:

    Die Situation in der westlichen Hemnisphäre ist die der Massengeselschaften.
    Ihre Enstehung in Europa läuft seit über tausend Jahren gleich.
    Ist der Zustand von Masse, gemeint ist Raum-Populationsverhältnis, erreicht sind die Auswirkungen auch überall die gleichen.
    Es gibt für Regierungen keine andere Alternative als so zu handeln wie sie es tun und tun werden.

    Sie sind Gefangene eines Zustandes der nur zwei Optionen zuläßt: Ruhe, sprich füttern der Massen oder Einschränkungen, sprich Aufstand und Chaos.

    Vergleichbar einem Stall von 1500 Sauen die über sich herfallen sobald das Futter ausbleibt.

    Im Stall der Menschheit ist das Futter eben nur bedrucktes Papier…

  2. Kleine Presseschau vom 1. August 2011 | Die Börsenblogger sagt:

    […] Bill Bonner: Die Kosten des Gelddruckens […]

  3. Oddo Wolf sagt:

    „Und dennoch – wir sitzen da alle im selben Boot.“

    Ist das so?
    Alle außer Gulliver. Der sitzt draußen, läßt das Boot kräftig schaukeln. Das rauhe Meer auf dem wir unterwegs sind, ist vielleicht nur seine Badewanne. Und wenn wir nicht fleißig rudern, zieht er den Stöpsel raus.

    Nein, doch nicht von der Badewanne ……

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