Die Interventionismus-Falle

8. September 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare

von Prof. Thorsten Polleit – Unter „Interventionismus“ ist ein Wirtschaftssystem zu verstehen, in dem der Staat durch Weisungen, Vorschriften, Regulierung, Ge- und Verbote den Eigentümern vorschreibt, was sie mit ihrem Eigentum dürfen und was nicht…

Anders als im Sozialismus darf zwar jeder Bürger und Unternehmer sein Eigentum formal behalten. Jedoch schränkt der Staat die Verfügungsrechte der Eigentümer über ihr Eigentum (zusehends) ein.

Das, was die Befürworter des Interventionismus antreibt, ist die Meinung, dass sich mittels Interventionen (Markt-)Ergebnisse erzielen lassen, die besser sind, als wenn der freie Markt regiert. Sie vertreten die Meinung, mittels Interventionismus ließe sich ein „Mittelweg“ zwischen dem System der freien Märkte (Kapitalismus) und dem Sozialismus (Verstaatlichung des Eigentums) beschreiten. Die Interventionisten meinen, der Interventionismus kann die „guten Seiten“ von Kapitalismus und Sozialismus nutzen und deren schlechte Seiten ausschalten.

Die westliche Welt ist über die letzten Jahrzehnte zusehends auf den Interventionismus eingeschwenkt. Es gibt kaum mehr eine Wirtschafts- und Gesellschaftsaktivität, die nicht dem staatlichen Interventionismus ausgesetzt wäre. So beherrscht der Staat (vollends) das Gesundheitswesen, die Energiewirtschaft, die Erziehung und Bildung, weite Teile des Transportwesens, die Gerichtsbarkeit, die Sicherheit, das Geld- und Kreditwesen. Der Staat, nicht der freie Markt, hat in all diesen Bereichen die Oberhand.

Wie problematisch der Interventionismus ist, soll im Folgenden aufgezeigt werden. Dazu sollen zunächst drei Beispiele illustrieren, dass der staatliche Interventionismus seine Ziele, die er erreichen will, nicht erreicht – ja gar nicht erreichen kann.

Beispiele für den Interventionismus

Beispiel 1: Der Staat erhebt einen Mindestlohn, um die Einkommensbedingungen der Arbeitnehmer zu verbessern. Ist der Mindestlohn höher als der Lohn, der sich beim freien Spiel um Angebot und Nachfrage im Arbeitsmarkt einstellt, so ist ungewollte Arbeitslosigkeit die Folge: Bei solch einem Mindestlohn wird die Nachfrage kleiner sein als das Arbeitsangebot, und sie wird auch geringer sein im Vergleich zur Situation, in der der Staat keinen Mindestlohn erhebt. Eine Mindestlohnpolitik wird die Beschäftigungszahl nicht steigern, sondern vielmehr absenken.

Besonders betroffen sind dabei die niedrig qualifizierten, also diejenigen, die ohnehin schon ein geringes Einkommen haben. Sie sind die ersten, die bei einem Mindestlohn nicht mehr bezahlbar sind und keine Anstellung mehr finden.

Beispiel 2: Der Staat will den Mietpreis absenken, um Wohnraum „bezahlbar“ zu machen. Dazu fixiert er einen Höchstpreis für Mietzahlungen. Wenn der Höchstpreis für Mieten niedriger ausfällt als der markträumende Preis, übersteigt die Nachfrage nach Mietraum das Angebot von Mietraum. Das Angebot von Mietraum muss irgendwie zugeteilt, also „rationiert“ werden. Die absehbaren Folgen bei Angebotsknappheit unter (Miet-) Höchstpreis sind „Warteschlangen“, Korruption und Vetternwirtschaft.

Ein Höchstpreis für Vermietung wird Investoren davon abhalten, in neue Wohnungen zu investieren. Das gilt sowohl für Instandhaltungs- als auch für Erneuerungsinvestitionen. Die Folge ist eine Verschlechterung der Wohnbedingungen für Mieter. Eine Mietpreisobergrenze reduziert also nicht nur den Wohnraum, er verschlechtert auch die Lebensqualität der Mieter.

Beispiel 3: Die staatliche Zentralbank senkt den Zins künstlich herab, um die Wirtschaft zu beleben. Ein niedriger Zins regt zwar zunächst neue Investitionen an, löst einen „Aufschwung“ („Boom“) aus. Jedoch wird der Boom nur von kurzer Dauer sein. Der Boom hält nur solange an, wie immer mehr neue Kredite zu immer tieferen Zinsen vergeben werden.

Doch früher oder später versiegt der Zustrom von neuem Kreditgeld. Der Boom schlägt in einen Abschwung („Bust“) um. Am Ende des durch die Zentralbank ausgelösten Booms steht notwendigerweise die Rezession oder gar Depression: der Zusammenbruch der Wirtschaft als unmittelbare Folge der Kredit- und Geldmarktintervention durch die Zentralbank.

Banken- und Euro-Interventionismus

Wenn Interventionen darauf abzielen, das Handeln der Marktakteure so zu verändern, dass sie in einer Weise handeln, die nicht mehr ihren wohlverstandenen Eigeninteressen entspricht, werden sie versuchen, den Interventionen auszuweichen. Ein gutes Beispiel dafür liefert das Verhalten vieler Banken in den Jahren vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise… (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , ,

10 Kommentare auf "Die Interventionismus-Falle"

  1. cubus53 sagt:

    Die EU verkommt immer mehr zu einem sozialistisch orientierten Einheitsbrei. Leistung wird bestraft, denn damit gehört man automatisch zu den „Vermögenden“, die es unter dem Deckmantel der Solidarität zu berauben gilt.

    Die Grünen in Deutschland sind der Meinung, man müsse deshalb die Steuern erhöhen, weil der Staat besser als der Bürger wüsste, was mit dem Geld zu machen sei. Das wäre auch eine Form von Interventionismus.

    Das Steuergeld wird dann in die angestellten Verwandten, in Anzüge von Armani, in Kameras zu 6000 EUR, in nicht funktionierende Flughäfen und Bahnhöfe und in die Rettung der Banken investiert. Hurra, und ich Depp muss mich um nichts mehr kümmern, sogar meine Miete und meinen Lohn legt der Staat fest.

    Um dieses System zu perfektionieren, schlage ich vor, die Gehälter der Angestellten nicht nur teilweise, sondern zu 100% zunächst an den Staat zu überweisen. Sollte der Staat von dem ganzen Geld dann noch was übrig haben, bekommt das der Bürger. Er kann mit diesem Geld einmal die Woche in den Zoo fahren und sich die Affen im Gehege anschauen.

    Ob das zu Selbsterkenntnis reicht ? Der Wahlausgang wird es zeigen.

  2. MARKT sagt:

    Der böse Staat ist also an allem Schuld!
    So einfach dürfte es aber auch nicht sein.

    Aber wer steckt den hinter diesem Staat?
    Ist es nicht der Lobbyismus der Großen (eben längst nicht mehr starken und bereit den Marktmechanismen) anzupassenden „Marktführern“.

    Von diesen „starken Schultern“ wird doch der Staat“ längst genutzt um auf Kosten der produzierenden Wirtschaftsunternehmen Erträge zu maximieren und Wettbewerb zu verhindern.

    Während in einigen Bereichen des produzierenden Gewerbe noch Anzeichen von Wettbewerb und vor allem Innovation zu finden sind, sind die anhand der erzielten Gewinne profitabelsten (Industrie-)Sparten wie Pharma-,Chemie und Finanzwirtschaft nahezu ausschließlich auf politischen Interventionismus (vorwiegend Lobbyarbeit) zurückzuführen ist. Übrigens auch die vielgerühmte deutsche Automobilsparte nutzt die Produktion nur noch als Mittel zum Zweck. Der weitaus profitablere (Kosten/Gewinne) ist längst und ausnahmslos die Finanzsparte geworden. Dieses Verhälnis wird weiter zu Lasten der Produktion (sinkende Lohnstückkosten) und zu Gunsten der Finanzsparte(Erhöhung des Finanzierungs-/Leasinganteils).

    Der Staat ist doch längst korrupiert von den „Leistungsträgern“ der Multinationalen Konzerne. Die Politiker sind dabei nur mehr oder weniger gut bezahlte Marionetten, die als Prügelknaben jeweils früher oder später geopfert werden, dafür, dass sich an der Gesamtsituation (fast) gar nichts ändert.

    Ein Staat der die Interessen der Witschaftslobby vertritt und dafür die Freiheit und die Rechte der Bürger eklatant einschränkt um nicht zu sagen sukzessive abschafft ist in der Tat zu verurteilen.
    Die Prosamen die dabei für die abgehängten oder „sozial Schwachen“ abfallen um dass ganze Spiel nicht zu durchsichtig zu machen sind Teil dieses Systems. Die Kritik daran, dass Ganze aber dadurch noch exzessiver betreiben zu können auf Kosten dieser Schwachen (nicht Faulen oder Dummen) empfinde ich als unglaublich.

    Ein Staat der die Interessen der Bürger wahrt, also seinen ureigenen Anspruch rechtfertigt ist generell zu befürworten. Aber allein die Zusammensetzung des Parlaments und die Mehrzahl der Lebensläufe der Politiker liefern ein aussagekräftiges Bild, wie weit wir von einem Staat entfernt sind, dem ernsthaft an der Interessenvertretung der eigenen Bürger gelegen ist.

    Übrigens der Mindestlohn löst in der Tat kein einziges Problem (ähnlich wie die €-Rettungspakete) gewinnt man dadurch nur etwas Zeit. Der Segen der zunehmenden Profitabilität trifft leider auf ein Problem der ungleichen Verteilung aus dieser Profitabilität. Diese Gewinne fliessen nahezu ausschließlich dem Kapital (Kreditgeber und Anteilseigner i. d. R. derselbe) während der Produzierende weitgehend von den Gewinnen verschont bleibt. Wer vermögend ist und dieses Vermögen verleiht bestimmt wieviel der Produzierende für seine Produktivität erhält. Derzeit zum Sterben (etwas) zu viel, zum Leben schon vielfach zu wenig.

    Der Ausweg ist einfach, die Abhängigkeit und die daraus resultierende Angst, dass was uns hindert diesen Ausweg zu gehen.

    • stephan sagt:

      @MARKT

      Sie haben völlig Recht: Der Staat wird von bestimmten Lobbygruppen zunehmend – mittlerweile sogar überwiegend – als Machtinstrument für die eigenen wirtschaftlichen Interessen missbraucht. Aber auch die immer zahlreichere Schar von ihm abhängiger Angestellten und Beamten, werden sich den (Einkommens-) Ast nicht absägen, auf dem sie (teils sehr bequem) sitzen. Zur Beschaffung der dafür benötigten Mittel wird der Staat zum Räuber, der die Freiheit des Marktes (und damit meine ich den Bereich, in dem zwischen den Marktteilnehmern ein freiwilliger Austausch von Waren und Dienstleistungen stattfindet) immer mehr einschränkt, um so die Ziele – besser Pfründe – der von ihm Profitierenden zu sichern.

      Die logische Konsequenz kann nur sein: Der Staat wird auf seine Kernaufgaben (Schaffung von Recht sowie Überwachung und Durchsetzung des Rechts) zurechtgestutzt und dementsprechend erheblich verkleinert. Im Übrigen entfalltet der freie Markt seine Wirkung. Der Staat überwacht „lediglich“, dass die von ihm für einen funktionierenden Markt gesetzten Rahmenbedingungen eingehalten werden.

      Staatsverschuldung wird verboten, denn sie ist eine wesentliche Ursache dafür, dass der Staat (durch die Gläubiger, also insbesondere die Banken) erpressbar wird.

      Nur vorbeugend will ich erwähnen: Den Sozialstaat (und damit die soziale Marktwirtschaft) will ich nicht abschaffen, nur seinen Wirkungsbereich. Er wird dann nur noch in Härtefällen (und damit meine ich solche!) greifen. Den auf Pump aufgebauten Wohlfahrtsstaat, der die Bürger in Pseudosicherheit wiegt, sie zur Denkfaulheit und zur Unselbständigkeit erzieht und von dem die Umverteiler selbst am meisten profitieren, wird es dann mangels der Möglichkeit zur Schuldenaufnahme nicht mehr geben. Besonders schöne Nebenwirkung: Mit den Wahlversprechen auf Pump wird es ebenfalls ein Ende haben. Die Politik muss dann dem Bürger klar erklären, wo sie die Mittel für ihre Umverteilung hernehmen will, also wen sie wie hoch belasten will.

      • beccon sagt:

        Der Sozialindustrielle Komplex mit seiner paternalistischen Betreuungs- und Bepfötelungsindustrie ist aber schon ein Problem in Deutschland. (und nicht nur hier – auch z:b. in den USA ist das ganz furchtbar)

        Ein „Sozialstaat“ ist immer noch in erster Linie ein Staat – und das hat zur Folge, daß eine schlechtere Leistung zu einem höheren Preis erbracht wird.

        Außerdem schafft sich der Sozialstaat seine Klientel zum großen Teil selbst. Schaut man, wer alles Leistungen zur „Bespielung“, „Aktivierung“, „Vernetzung“ erhält, so sind das in den wenigsten Fällen Leute, die aufgrund gesundheitlicher oder sonstiger Einschränkungen dazu nicht selber in der Lage wären.

        Der SIK ist doch gar nicht an einer Verbesserung der Situation der Leute interessiert – genausowenig wie der alte Militärisch- Industrielle- Komplex am Weltfrieden interessiert ist.

        Die Soziallobby in Deutschland ist riesig und größer als alle anderen Industrieverbände einschließlich der vielgescholtenen Waffenlobby.

        Neben den fünf großen Sozialkonzernen gibt es auch noch Programme wie „Soziale Stadt“ (EU- gefördert – keiner prüft, was mit dem Geld eigentlich passiert), deren Mittel vorwiegend an „freie“ Initiativen (aus dem Dunstkreis der drei großen Linksparteien) verschoben werden.

        Der Sozialstaat könnte locker auf 10%-20% zusammengestrichen und mit den verbliebenen Mitteln allen alten, kranken und behinderten Menschen trotzdem noch eine bessere Leistung angeboten werden. Dazu müßte man nur die vielen Sozialzombies wieder in Lohn und Brot bringen und Bepfötelungsveranstaltungen (Arbeitsamt, Betreuungspunkte Soziale Stadt usw.) ersatzlos streichen.

        • Gandalf sagt:

          @Stephan & beccon

          Gute Zusammenfassungen. Ich war neulich selber überrascht, das über 700 Mrd(!) für „soziale Zwecke“ in der Bundesrepublik aufgewendet werden. (also ca 1/3 des BIP) Wievielen 100.000€ wären das ‚pro Kopf‘ für ‚echte Bedürftige‘? Auch das mittlerweile die Caritas der größte private(!) Arbeitgeber mit über 500.000 Beschäftigten ist (neben vielzähligen anderen „Hilfsorganisationen“, dürfte dann nicht überraschen. Hinzukommen die Professuren für Gendertanten, Sexonkels und andere maskulinistische PseudowissenschaftlerINNEN, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, der Gesellschaft den Leistungswillen abzuerziehen. Es hintergfragt ja auch niemand, das 50 Mio Steuerzahler kostenlose Studienplätze für 2 Mio “
          „Studierwillige“ zur Vefügung stellen, die allesamt mehr verdienen sollen, wie diejenigen, die sie bezahlen. (So wie z.B. die koreanischen Musikstudentinnen, die für den koreanischen Heiratsmarkt ein Studium in D auf sich nehmen, das es an Kosten (..natürlich für den detuschen steuerzahler) mit einem Medizinstudium aufnehmen kann)

          Wahrscheinlich stecken also die Funktionäre und Hofschranzen dieser ‚Sozialindustrie‘ die 100.000te ein. Kein Wunder, das die Armut in D immer weiter zu- und das Bildungsniveau abnimmt…

          „Komischerweise“ erfährt man von dieser (nicht nur) in D so erfolgreichen ‚Wachstumsindustrie‘ aus den Medien kaum etwas. Da ist immer nur von den „Armen“ die Rede, die von Kapitalisten arm gehalten werden, die noch produktiv tätig sind. Eine Kaste, die regelmäßig auch gar keine Zeit für „Gegenwehr“ oder Präsenz in der Politik hat, so das sie zwar missmutig, aber ohnmächtig das übernehmen müssen, was „in der Zeitung steht“.

    • stephan sagt:

      Passend zu meinem obigen Kommentar liefert „das System“ gerade ein aktuelles Beispiel:

      Spendable Ministerien – Bundesregierung zahlte eine Milliarde an Berater

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesregierung-beauftragte-berater-fuer-eine-milliarde-euro-a-921241.html

      Der geschockte Steuerzahler fragt sich, wieso die personell überaus gut ausgestatteten Ministerien – ach nennen wir die Dinge beim Namen: die personell völlig überbesetzten Ministerien – derart viel externe Beratung benötigen. Sitzen dort etwa nur (amtsmüde) Vollnieten herum, die selbst nichts auf die Reihe bekommen?

      Sicherlich ist das ein Teil der Begründung, der allerdings sehr verwundert. Der andere Teil ist die Klüngelwirtschaft zur Sicherung der Wählerstimmen, also der eigenen Macht. Diese Art der Umverteilung ist schlicht Machtmissbrauch (hier: Missbrauch des Staates), der typisch ist für aufgeblähte, deshalb unübersichtliche und deshalb ineffiziente Systeme. In solchen Systemen geht es eben nicht mehr um den eigentlichen Zweck der Institution, sondern um die Sicherung der eigenen, persönlichen Pfründe der Mächtigen mittels Korruption.

      Fazit: System kaputt!

  3. Bummbumm sagt:

    #Besonders betroffen sind dabei die niedrig qualifizierten, also diejenigen, die ohnehin schon ein geringes Einkommen haben. Sie sind die ersten, die bei einem Mindestlohn nicht mehr bezahlbar sind und keine Anstellung mehr finden.#

    Betroffen sind aber auch diejenigen, deren Geschäftsideen nur dann funktionieren, wenn die Arbeit zu einem Preis ausgeführt wird, von dem man nicht leben kann.

    Und das ist doch marktwirtschaftlich gesehen recht positiv.

    • beccon sagt:

      >>Betroffen sind aber auch diejenigen, deren Geschäftsideen nur dann funktionieren, wenn die Arbeit zu einem Preis ausgeführt wird, von dem man nicht leben kann.<<
      Das mit dem "Leben können ist sehr relativ" – über einen Mindestlebensstandard für deutsche Verhältnisse und wie hoch der im Vergleich zu anderen Weltregionen sein müßte – darüber kann man sicher noch lange diskutieren.

      Was allerdings viel zu wenig Beachtung findet ist, wieviel auch von kleinen Einkommen wieder über Steuern, Abgaben, Monopolgebühren wieder beim Staat landet, wenn alle Stellen beachtet werden, wo Geld abfließt – also nicht nur direkte Steuern und Ust. sondern auch die die in den Buletten vom Aldi mit eingepreiste LKW-Maut, oder die EEG Umlage auf die Wohnzimmerlampe. Da werden auch bei bescheidenen Einkommen (bzw. gerade da) auch schnell mehr als 50% zusammenkommen.

      Das wäre mal ein schönes Forschungsprojekt (wenn das nicht schon einmal jemand an irgendeiner Uni gemacht hat) und damit eine gute Argumentationshilfe gegen die Staatskrake.

    • Gandalf sagt:

      @bummbumm

      Zitat:
      „Betroffen sind aber auch diejenigen, deren Geschäftsideen nur dann funktionieren, wenn die Arbeit zu einem Preis ausgeführt wird, von dem man nicht leben kann. “

      was’n das für ’n Unsinn?

      KEINE Arbeit kann unter dem Preis ausgeführt werden, der für die Lebenshaltung notwendig ist!? Ein verhungerter Arbeiter kann keine Kartoffeln ernten!?

      Ökonomisches Gesetz:
      +++Die Höhe des allgemeinen Lohnniveaus hängt ausschließlich von der Menge und der Qualtiät des eingesetzten Kapitals ab!+++

      Was diesbezüglich heisst: Wenn das Lohnniveau ‚heute‘ nicht mehr reicht, obwohl es „gestern“ reichte und der Kaptitaleinsatz sich nicht verändert hat, dann hat jemand ANDERS entweder

      a) einen (Zwangs-)abzug vom Lohn vorgenommen, bzw. diesen entwertet.
      oder
      b) die Lebenshaltungskosten verteuert
      oder
      c) den Kapitalstock entwertet / erodiert

      (z.B. durch Inflation der Geldmenge, die nach dieser Definition nicht unr die Lebenshaltungskosten erfasst, sondern auch die Kosten für die Altersvorsorge usw., die z.B. im „Warenkorb des statisitschen Bundesamtes“ nicht erfasst werden)

      ich tippe mal auf alles drei..

      Aber wer kann das in unserer Gesellschaft, wenn es sich nicht um eine Naturkatastrophe handelt – außer der (Sozial-)Staat und die als Franchisenehmer des Zwangsgeldes auftretenden Banken und Finanzinstitutionen?

      • Bummbumm sagt:

        Hallo Gandalf,

        ich verstehe deine Kritik nicht. Wer ein Geschäftsmodell hat, das sich trägt, der verdient zurecht. Wenn es sich allerdings nur trägt, wenn er ein paar Positionen (Stundensatz) außergewöhnlich niedrig einkaufen kann, dann verdient er nicht zurecht.

        #KEINE Arbeit kann unter dem Preis ausgeführt werden, der für die Lebenshaltung notwendig ist!? Ein verhungerter Arbeiter kann keine Kartoffeln ernten!?#

        doch, die Arbeit kann schon ausgeführt werden, zumindest eine Zeit lang, oder wenn von anderer Seite gesponsort wird.

        #b) die Lebenshaltungskosten verteuert#

        Was wir zb. bei den Energiekosten sehen. Wer wenig verdient, der wird prozentual mehr belastet bei den Ökoumlagen.

        Jedenfalls habe ich kein Mitleid mit den Unternehmern, für die die niedrig Qualifizierten arbeiten und die ein Geschäftsmodell hatten, so lange der Staat den Niedriglohn gefördert hat.

        Fällt der Arbeitsplatz weg, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder war die angebotene Leistung so unwichtig, dass sich niemand findet, der die Leistung auch zu einem höheren Preis nachfragt. Dann fällt sie und der Arbeitsplatz zu Recht weg.

        Oder die Leistung wird knapp und es lässt sich auch der höhere Preis durchsetzen, wenn niemand mehr dumpen kann. Dann fällt der Arbeitsplatz nicht weg.

        … und das muss man erst sehen, bevor man die ganzen verlorenen Arbeitsplätze bejammert.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.