Die IFO-/DAX-Divergenz

28. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Robert Rethfeld

Der IFO-Index erreichte mit 115 Punkten im Februar 2011 sein Allzeithoch. Seither befindet sich der deutsche Geschäftsklima-Index im Rückwärtsgang. Wie der folgende Chart zeigt, ist die Parallelität zum amerikanischen ISM-Industrie-Index unübersehbar – auch wenn es in den Jahren 2004 bis 2007 zu Phasenverschiebungen kam…

Der Februar 2011 (siehe Pfeil obiger Chart) signalisiert ein wichtiges konjunkturelles Hoch. Dieses wird unterstrichen durch das Hoch im CRB-Rohstoff-Index (siehe schwarzen Pfeil folgender Chart). Das Hoch stammt ebenfalls aus dem Februar 2011.

Zwar scheint die Abwärtsphase des Rohstoffindex seit Juni 2012 zunächst beendet zu sein (grüner Pfeil obiger Chart). Doch dürfte es für die Rohstoffpreise ohne Impulse aus China nicht einfach sein, das Hoch vom Februar 2011 zu erreichen.

Wenn Rohstoffe eine Schwächephase erleiden, sollte man annehmen, dass auch deren Transporteure in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies ist der Fall. Der Dow Jones Transportation Index erzielte im Juli 2011 sein bisheriges Allzeithoch (siehe Pfeil folgender Chart).

Die durch die Dow Theorie ausgedrückte Prämisse einer gegenseitigen Bestätigung von Dow Jones Transportation Index und Dow Jones Industrial Index („Dow Jones Index“) ist nicht erfüllt. Denn der Dow Jones Index erreichte zwar im Jahr 2012 ein neues Verlaufhoch, nicht aber die Transportwerte. Solange dies nicht der Fall ist, muss die Aufwärtsbewegung des Aktienmarktes mit Skepsis betrachtet werden.

Abschließend zu der Frage, ob man mit Hilfe des IFO-Index auf die weitere Entwicklung der Aktienmärkte schließen kann. Bei Betrachtung des nachfolgenden Charts dominiert der Parallelverlauf. Jedoch existieren auffällige Divergenzen.

Im Jahr 2000 toppte der DAX früher als der IFO-Index. Im Jahr 2007 war es umgekehrt. 2011 hatte wiederum der IFO-Index einen kleinen Vorsprung.

Die aktuelle Situation ist von einer harschen Divergenz gekennzeichnet. Während der DAX steigt, fällt der IFO-Index. Diese Divergenz dürfte sich in Kürze auflösen. Wenn nicht noch die Konjunktur wider Erwarten deutlich anzieht, dann müsste die Auflösung der Divergenz zu Ungunsten des DAX erfolgen.

Fazit:

Der Februar 2011 markiert ein wichtiges konjunkturelles Hoch. Dieses wird nicht nur durch den IFO und ISM-Index, sondern auch durch die Rohstoffmärkte angezeigt. Die aktuelle Entwicklung von IFO-Index und DAX verläuft divergent. Die Wahrscheinlichkeit einer gemeinsamen Auflösung nach unten erscheint plausibel. Antizipieren Sie die Entwicklung der Finanzmärkte mit Hilfe unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest.
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