Die Hütchenspieler von der EZB

21. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Bank müsste man sein. Je später das Jahr, desto größer die Geschenke. Pünktlich zum Fest erfindet die EZB 489 Milliarden Euro und verborgt sie an Banken. Eine halbe Billion wirkt dortt wie Champagner. Sie baden gerade ihre Füße drin…

Ohne Schulden läuft nichts, und auch nicht ohne Geschenke. 523 europäische Banken haben bei der EZB beherzt zugegriffen, so eine Schlagzeile. Die Zinskosten von einem Prozent sind zu vernachlässigen. Zum Glück hatte die EZB zuvor die Zinsen von 1,5 auf 1,0 Prozent gesenkt. Damit sind Null-Zinsen wie in den USA oder Japan in greifbare Nähe gerückt. Der Love-Me-Tender-Kredit gibt zudem eine gewisse Planungssicherheit bis Januar 2015.

Ich hatte es geahnt. Aus dem Dach der EZB stieg vorgestern weiter Rauch. Die Ampel zeigt ein Warten auf Grün- Kurz vor dem Umschalten. Auf die Ampel war Verlass wie jetzt auch auf die EZB…


Ach ja, im kommenden Jahr müssen auch Staaten gigantische Schuldensummen refinanzieren. Wer kauft ihnen die neuen Schuldscheine ab? Banken? Von daher ist die Nähe zwischen Finanzindustrie und Staaten nicht sonderlich verwunderlich.

Die armen Banken. Im kommenden Jahr enden Schuldscheine in der Höhe von 725 Milliarden Euro. Tag der Abrechnung? Von wegen! Das ist wie mit den besten Freunden, denen man Geld geliehen hat. Sie rufen kurz zuvor ihre noch besseren Freunde an und borgen sich noch etwas mehr, bis der Kettenbrief reißt. Mit Notenbanken kann das nicht passieren. Dort gibt es immer Kredit. Die Summe von fast einer halben Billion Euro zeigt aber, wie ausgetrocknet das Bankensystem da steht.

Gibt es ein Aufsehen? Die meisten Leute schauen bei allem rund um das Finanzsystem wie Schweine in ein Uhrwerk. Aber es dürfte zumindest aufgefallen sein, dass die Summen immer gigantischer geworden sind. Kein Wunder, dass das Misstrauen steigt. Wer weiß, was die EZB noch alles unter ihrem Stabilitätsmäntelchen trägt. Nein, bitte kein Kopfkino jetzt. Übrigens die Brille von Herrn Draghi ähnelt meines Erachtens der von Alan Greenspan. Geschmackssache.

Was machen die Banken mit dem Geld? Nach offizieller Lesart will die EZB dafür sorgen, dass mehr Kredite in die Wirtschaft fließen. Welche Summe davon ankommt, ist ungewiss. Ob überhaupt etwas ankommen wird? Zudem besteht Hoffnung, Banken kaufen die einst als sicherer Hafen beschimpften Staatsanleihen südlicher Länder. Vielleicht tun sie das auch. Das so ein geschäft mit der Gewissheit, eine Notenbank zu haben, die keinen fallen lässt, eine gute Wette? Und sollte es mal wieder klemmen: Der nächste Tender kommt bestimmt.


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15 Kommentare auf "Die Hütchenspieler von der EZB"

  1. wolfswurt sagt:

    Die Visagen der EZB,ler und EU-Kommision,ler drückten von jeher die Lachnummer aus, welche diese Witzfiguren der Geschichte jetzt vollzogen:

    EZB stellt den Banken Geld in unbegrenzter Höhe für 3 Jahre zu fast null Prozent zur Verfügung.
    Die Banken kaufen mit diesem Geld Staatsanleihen.
    Die Staatsanleihen nimmt die EZB als Sicherheit für noch mehr Kreditvergabe.
    Mit diesem „noch mehr“ kaufen die Banken wieder Staatsanleihen.

    Und der Esel geht auf´s Eis…

  2. Johannes sagt:

    „Die Summe von fast einer halben Billion Euro zeigt aber, wie ausgetrocknet das Bankensystem da steht.“

    Ist an sich logisch, weil in Europa „gespart“, anstelle von aufgeschuldet wird. Der Mangel an Geld wird somit immer größer und letztendlich trocknet das Bankensystem aus.

    Die EZB versucht dem entgegen zu wirken und erzeugt gleichzeitig mal einen weiteren Mangel an 15 Mrd. innerhalb von 3 Jahren.

    Blede Gschicht das Ganze. 😉

  3. holger sagt:

    „Mal“ ne verwirrte Frage:

    Können diese Mrd. gehebelt werden? So mal 20 oder so? Dann haben wir ja erstmal Ruhe. 😀

    P.S. heute ist Wintersonnenwende… Gott sei Dank gibts ja auch noch positive Nach-richten.

  4. Fnord23 sagt:

    @all

    So schräg das auch alles ist. Aber mal ehrlich: Ich hab schon ein wenig Hochachtung vor den Jungs und Mädels da im Hintergrund.

    Bis jetzt wurde doch gut gespielt.

    Gehen wir mal davon aus, dass man ein etwas anders aufgestelltes Finanzsystem im Sinn hat. z. B. Geldschöpfung ausschließlich über die Notenbanken…

    …dann sind diese Aktionen doch gar nicht so schlecht. Auch die Staatsanleihen bei der EZB zu sammeln..Oder?

    VG aus Sachsen

  5. […] Die Hütchenspieler von der EZB MoneyCab: Banken leihen sich bei EZB fast 500 Mrd Euro Gaertner’s Blog: Europa ist völlig […]

  6. Volker Schnabel sagt:

    Der nächste Besuch an der EZB-Tanke ist bereits für Ende Februar 2012 geplant, falls es nicht schon vorher ein paar neuerliche konzertierte Rettungsaktionen geben muss. 🙂

    Bis dahin haben die anderen Banken nun Zeit, sich mit viel staatlicher Hilfe neue „Sicherheiten“ zu kreieren.

    P.S.: Wobei, die Absenkung der Sicherheitenanforderungen lässt die in einer Bankbilanz unter Level2 und Level3 geparkten, leider heute wenig werthaltigen Assets,in einem völlig neuem Glanz erscheinen…

  7. holger sagt:

    Darf ich evtl. noch mal die Frage stellen:

    Kann das Geld gehebelt werden? Ja oder nein? Über eine Antwort würde ich mich freuen, und es gibt sogar einen Glückskeks.

    • wolfswurt sagt:

      Ein Hebel ist doch gar nicht mehr notwendig!

      EZB schöpft Geld für Geschäftsbanken – Geschäftsbanken kaufen Staatsanleihen – Staatsanleihen werden von EZB für neuen Kredit als Sicherheiten akzeptiert – die Zinsen der Staatsanleihen werden eingetrieben vom Staat über Steuern.

      Das Spiel geht so lang wie Steuerzahler noch zahlen kann.

      • holger sagt:

        Wolfswurt

        ich verstehe das nicht mehr. Das ergibt keinen Sinn mehr. Vor 6 oder 7 Jahren habe ich gedacht… hoppla, holger du hast ja was verstanden. Heute sitze ich hier, und bin dümmer als je zuvor. Ich persönlich versteh das alles nicht. Warum werden diese Summen überhaupt publiziert (MSM)? Das müsste doch für jeden einen Schlag in die Fr..e sein. Welche Information wird von dort in unsere Hirne transportiert? Was soll das Ganze bedeuten?

        Warum sagt man nicht, „wir“ schießen 10.000 ff. Milliarden in das System (real Wirtschaft) geben das Geld den Menschen und gut ist. Es ist doch eh nix Wert, wenn es unterm Kopfkissen oder Konto liegt. Der „Staat“ kann doch eh mit nix haften. Die EZB erst recht nicht. Was soll dieser ganze Humbug? Unlängst konnte man lesen, dass der Ruhrpott eine tickende Zeitbombe ist. Die Arbeitslosen Jugendlichen in den „PIGS“… warum wird so etwas zu gelassen?

        Und dann diese Dinge: „Wir hätten über unsere Verhältnisse“ etc pp. Gelebt! Aus dem Munde von Körperwelten in zu engen Hosenanzügen, die eine Flugbereitschaft haben. Sind die denn alle Gaga? Was geht in diesen Hirnen eigentlich vor? Viel kann es jedenfalls nicht sein.

        Geld (Zahlen auf Papier) scheint ja nun nicht das Problem zu sein. Aber wenn ich ne Führung habe, dann verlange ich ganz einfach von der, Perspektiven den Menschen zu bringen. Ich motiviere meine Kinder doch auch einmal pro Woche, mindestens. Der große hat Fachabi, hätte Studieren können, was macht der? Ne ganz einfache Lehre zum Feinwerkmech. Er sagte zu mir: „Papa ich kann noch später studieren, den Beruf kann mir keiner mehr nehmen.“ Und der kleine? Der ist so gut in der Schule geworden, und will eine Lehre bei „Waffen Hüs…“ machen. Der ist im Polizeisport Verein und „ballert“ dort rum. Seine Lehrstelle hat der jetzt schon sicher.

        Das würde aber alles nicht gehen, wenn unsere Nachkommen uns egal wären. Ich habe so das Gefühl, wenn du in diesem Land, Familie mit 2 Kindern hast, bist du Asozial. Dieser Bundespräsi Namens Wuff hat als MP in Niedersachsen, die Lernmittelfreiheit gestrichen. Den Blinden Auflagen gemacht. Und ich bekomme einen Hass in mir, den ich eigentlich gar nicht mehr kenne. Oder gedacht habe, gar nicht mehr zu haben. Aber er kommt. Sollte ich mit 42 Lenzen Respekt vor irgendeinem Grüßaugust noch haben?

        Nee… die Zeiten sind endgültig vorbei. Ich sehe Links und Rechts von mir, dass Menschen Menschen im Stich lassen. Und ich betone ich bin kein Gut-Mensch. Nur wegen wertloser Knete, wegen Zahlen auf Papier, müssen sich Millionen von Kindern, daselbst, für das Studium verschulden. Was soll das? Was ist eigentlich ein sicherer Hafen, wenn es nicht unser eigener Nachwuchs ist? Was sollen diese ganzen Komödien Bankenrettung? Kein Kind kann man mit Gold aufwiegen. Da kann man noch so viele Unzen im Garten versteckt haben. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man auf den Nachwuchs angewiesen ist. Dann ist nur die Frage: Erschießen die mich, oder schieben se mich ins betreute Wohnen ab.

        Ich habe so die Schnauze voll, von unseren Lenkern und Denkern, dass das wirklich schon Hass wird. Und das will ich gar nicht. Ich werde Quasi zum Hassen gezwungen. Nochmals, ich bin kein Gut-Mensch.

        Das habe ich jetzt realisiert. Meine Oma (väterlicher seite) ist hin, die anderen gehen in Kürze. In die ewigen Jagdgründe verfrachtet. Und da gibt’s Menschen die irgendwie noch Beileid wünschen. Meine Oma wurde mit nix aus Schlesien geprügelt, nur weil son Ar..loch meinte GröFaZ zu spielen, Sozialist eben. Meine Oma hat 7 Kinder auf die Welt gebracht. Mini Rente um die 600 Ocken. Und hat nie geklagt. Die hat nie über ihre Verhältnisse gelebt. Im Gegenteil… die hat mehr gegeben, als sie bekommen hat. Verraten und verarscht. Ich spüre den Hass in mir. Ich spüre wie er aufsteigt.

        • wolfswurt sagt:

          Ist nicht schwer zu verstehen.

          Über das Dreieck EZB-Banken-Staat wird suggeriert es gibt einen Kapitalmarkt. Achte mal auf die ständige Wiederhohlung der Wortwahl „die EZB ist unabhängig“.
          In der DDR gab es die Staatsbank, ebenso im 3.Reich, die die Geldhoheit inne hatte – sprich Staatsgeld.
          Dieser Eindruck, es handelt sich beim EURO(Dollar ebenso) um Staatsgeld wird unter größtem Täuschen und Verdrehen vermieden.

          Es ist einfach sozialistisches Staatsgeld – nicht mehr aber auch nicht weniger.

          Die Folge dieser noch verschleierten Tatsache ist der Niedergang der Realwirtschaft – jeden Tag Stück für Stück.

          Ein guter Rat: kümmere Dich nicht um die Nutzlosen da „Oben“, nicht in Gedanken und Taten.
          Deine Sorge gilt nur Haus und Hof – da müßt ihr zurecht kommen. Keiner von „Oben“ denkt an Dich da unten!

          Regierungen vergehen – das Volk bleibt.

        • eva sagt:

          Hallo Holger, in Kürze (denn eigentlich müßte ich jetzt mal langsam nen Baum kaufen…)
          Ich glaube ,Sie denken noch zu gut von denen „da oben“. Es ist ver mutlich so, dass jeder, der in der Politik hoch genug steigt, von „ganz oben (= geheime selbsternannte Mini-Elite, ultrareich, sehr mächtig) wie ein Spielstein gekapert wird. Die müssen dann gegen das gemeine Volk agieren, sonst sind sie vermutlich selber dran. Anders ist es nicht zu erklären.
          Ich kann Ihren aufsteigenden Hass verstehen, aber auch der ist im „großen Spiel “ schon eingerechnet. Auf die Straße gehen und so wird also nicht viel bringen.
          Das „große Spiel“ hat aber auch eine geistige Dimension. Wir sind Geistwesen, die sich inkarnieren. Schauen Sie Ihren Söhnen mal in die Augen,da funkelt der Geist! Das sind doch keine Puppen oder aufgezogene Roboter! Auch Ihre Großmutter ist noch geistig „da“, wo genau auch immer.
          Und die wirklich wichtigen Spielsteine, das sind unsere Herzen. Liebe ist stärker als Hass. Leider klingt das abgegriffen, ändert aber nix am der Gültigkeit.
          Darf ich Ihnen ein Heft/Minibuch empfehlen, es kostet nur 2 €: „Christentum und Freiheit“ von Pietro Archiati.
          Was die ev. und kath. Kirche uns als Christentum verkaufen, ist nur ein seehr matter Abglanz der Wahrheit.
          Wußten Sie übrigens, dass in genau einem Jahr die Erde exakt in der Mitte der Galaxie Milchstraße steht (Astronomie, nicht Astrologie)?
          Wie gesagt, dies nur in Kürze, man müßte alles viel genauer ausführen…

  8. […] viaDie Hütchenspieler von der EZB | Rott & Meyer. Share| Dezember 22, 2011 at 8:50 am by admin Category: Allgemein, Bankenzusammenbruch, EU-Wahnsinn, Europa, Finanzkrise(Crash) […]

  9. gator sagt:

    Frank Meyer
    Danke für diesen Artikel – er bringt es auf den Punkt: Hütchenspieler.
    Eins möchte ich noch anfügen, was die Sache noch unglaublicher macht.
    Die Banken machen sich mit Hilfe der Staaten ihre Sicherheiten selbst – so berichtet es gestern die FTD:
    „Die italienischen Banken haben sich die Sicherheiten für die am Mittwoch vergebenen Dreijahreskredite der Europäischen Zentralbank (EZB) selbst gebastelt. 14 Geldhäuser hätten am Dienstag Anleihen im Volumen von fast 40 Mrd. Euro einzig allein zu dem Zweck aufgelegt, die Papiere als Pfand bei der EZB zu hinterlegen, berichten mehrere Nachrichtenagenturen. Die Anleihen wurden mit einer staatlichen Bürgschaft versehen, damit die EZB sie annimmt. Die Zentralbank akzeptiert normalerweise keine unbesicherten Anleihen als Pfand, die vom Kreditnehmer selbst emittiert wurden.“
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-italien-druckt-geld-fuer-seine-banken/60145709.html

    Ich verstehe mittlerweile auch nicht mehr warum das alles funktioniert (und kann mich @holger nur anschließen)
    Mittlerweile sind Sachen normal daran hätte man vor wenigen Jahren noch nicht im Traum gedacht.
    MfG

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