Die große Geldflut: Nachschlag gefällig?

25. Oktober 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Hurra! Die EZB druckt bald noch mehr Geld. Mancher „Währungshüter“ der Eurozone wollte sofort damit beginnen. Wenn Sie fragen, aus welchem Fenster sie demnächst noch mehr Milliarden werfen wird: Aus allen. Bei mir zumindest kam noch nichts an. Und bei Ihnen? Ach schade…

Nein, man kann mir nicht erzählen, dass Gelddrucken jemals irgendwelche Probleme gelöst hat. Dabei war es zu Beginn eine Notfallmaßnahme und jetzt Dauerzustand. Zwei Milliarden frische Euro täglich sind offenbar noch zu wenig, schon kündigen die Geld-Drogenkuriere eine noch größere Geldschwemme an. Wie kommt die EZB aus dieser Nummer wieder raus? So elegant, wie man Zahnpasta zurück in die Tube bekommt. Ja, die schaffen das! Vielleicht senkt die EZB die Leitzinsen von jetzt 0,05 Prozent auch noch auf ein Promille. Bezeichnenderweise durfte die Bundesbank diesmal turnusgemäß nicht mit über das Geschehen abstimmen. Die Pressekonferenz fand in Malta statt. Bezeichnend für den Blick in das Fernrohr. Oder?

Dabei ist die EZB noch ein Waisenknabe unter den Gelddruckern. Sie hat erst damit angefangen und besitzt Wertpapiere (Wert?) in Höhe von 5,3 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone. Die FED hat schon so viel wie 25 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts aufgekauft. Bei der Bank of England sind es 21 Prozent und im Land der „Musterschüler für ein baldiges Testament für den Yen“ sind es 64 Prozent.

Ob die Notenbanken künftig auch Aktien kaufen wie die Schweizer Nationalbank? Die EZB kündigte ja schon an, sie kaufe notfalls alles, außer Gold. Ist das nicht herrlich? Ganz ohne Anstrengung erschaffen sie Geld aus dem Nichts und kaufen damit Aktien auf. Wenn sie eines Tages dann alle Unternehmen besitzen? Und haben nichts dafür getan? Herrlich ungerecht, oder?

Der DAX stieg um sieben Prozent in dieser Woche und der Euro hing über der Kloschüssel. Drei Prozent Kaufkraft hat er gegenüber den anderen Währungen und Gold verloren. Die restliche Kaufkraft verschwindet auch irgendwann, dafür aber mit einem gigantischen Feuerwerk. Das heißt, der DAX kann steigen und der normale Sparer verliert trotzdem bei den dauerhaften Null-Zinsen und dem gewollten Kaufkraftverlust. Irgendwie ähnelt der Euro jetzt schon immer mehr der italienischen Lira. Womit haben wir das nur verdient? Gar nicht!  

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not, sagte meine Oma. Und wenn diese kommt, dann wird das Gesparte wohl weit weniger wert sein als heute. Hauptsache, man hat gefeiert. Die Verursacher dieses Desasters mit Ansage sind dann längst über alle Berge und putzen jeden Morgen ihre Nobelpreise.

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