Geldschoepfung aus dem Nichts fuehrt in die Krise

29. September 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Prof. Thorsten Polleit)

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) wusste um die Verlockung und die zerstörerische Kraft des Papiergeldes. Im Faust lässt er Mephisto dem Kaiser, in dessen Land Korruption und Gewalt herrschen und dessen Hofstaat chronisch über seine Verhältnisse lebt, den Rat geben, Papiergeld auszugeben, das mit „ungehobenen Schätzen des Landes“ gesichert – also in Wirklichkeit ungedeckt – ist, um einen Karneval zu finanzieren. Gesagt, getan…

Doch nur kurzfristig scheinen die Geldsorgen gelöst, verfallen die Menschen dem trügerischen Papiergeldsegen. Der Wahn währt nur kurz. Das Papiergeld stürzt des Kaisers Reich vollends in Chaos. Goethe nahm vorweg, was mit vollendeter Perfektion und Perfidität nun zur allgemein befürworteten Geldordnung geworden ist: Papier- oder „Fiat“-Geld (fiat vom lateinischen „es geschehe“). Die Produktion des entmaterialisierten Geldes ist staatlich monopolisiert. Ökonomisch betrachtet handelt es sich, genauso wie in Goethes Kaiserreich, um legalisierte Geldfälschung. Doch es kommt noch schlimmer:

Das Fiat-Geld wird durch Bankkreditvergabe produziert, die nicht durch „echte Ersparnis“ gedeckt sind. Das Geldschaffen durch Kreditvergabe „ex nihilo“ macht das Fiat-Geld zum eklatanten Fremd- und Störfaktor im System freier Märkte – und führt zu schweren wirtschaftlichen und sozialen Schäden.

Das Fiat-Geld verursacht Finanz- und Wirtschaftskrisen. Das Ausweiten der Fiat-Geldmenge durch Bankkreditvergabe senkt den Marktzins künstlich herab – und zwar unter das Niveau, das bestehen würde, wenn die Kreditvergabe nicht ausgeweitet worden wäre. Die künstlich gesenkten Zinsen verlocken zu Investitionen, die ohne ein künstliches Absenken nicht angegangen worden wären. Die Ausweitung der Fiat-Geldmenge durch Bankkreditvergabe gaukelt einen Zuwachs von Ersparnissen vor, der nicht vorhanden ist, um damit neue Investitionsprojekte erfolgreich zu bestreiten. Früher oder später tritt zutage, dass die Investitionsprojekte zu den ursprünglich kalkulierten Preisen nicht durchführbar sind. Der „Boom“ erweist sich als illusionär und kippt um in einen „Bust“.

Unternehmen schränken die zuvor ausgeweitete Produktion und Beschäftigung ein, Investitionsprojekte werden liquidiert. Doch der Abschwung, durch den die Fehlinvestitionen bereinigt werden sollen, ist politisch nicht gewollt. Unter den Rufen von Regierenden, Banken- und Unternehmensverbänden und Gewerkschaften nach noch tieferen Zinsen senkt die Zentralbank die Zinsen noch weiter ab, um die Bankkredit- und Fiatgeldmenge noch weiter auszudehnen. Das unheilvolle „Boom-Bust“-Spiel wiederholt sich um das ein oder andere Mal. Dabei steigt im Verlauf der Boom-und-Bust-Zyklen die Verschuldung relativ zur Wirtschaftsleistung immer weiter an. Schließlich werden unrentable Investitionen nicht liquidiert, sondern mit tieferen Zinsen Anschluss finanziert. Und zudem werden neue Investitionen angelockt, die wiederum nur profitabel sind, wenn die Zinsen künstlich niedrig bleiben. Das Fiat-Geldsystem führt so unweigerlich in eine Überschuldung, angeführt von einer übermäßigen Verschuldung von Staaten und auch Geschäftsbanken.

Denn vor allem die Staatsverschuldung steigt dank des Fiat-Geldsystems immer weiter an. Es erlaubt, Wahlkampfversprechen und einen auswuchernden Staatsapparat nahezu geräuschlos mit künstlich gedrückten Zinsen zu finanzieren. Angesichts der schier unerschöpflichen Finanzkraft des Staates begeben sich immer mehr Menschen direkt oder indirekt in seine Abhängigkeit:

Staatsangestellte, Empfänger staatlicher Pensions-, Transfer- und Subventionszahlungen oder Unternehmer, die von staatlichen Aufträge leben. Aber auch Sparer, die ihre Lebensersparnisse in Staatsanleihen anlegen, werden zu willigen Befürwortern des (finanz)starken Staates.


Es kommt zur „kollektiven Korruption“: Eine wachsende Zahl von Gesellschaftsmitgliedern wird aus ihrem Eigennutzkalkül heraus zu Befürwortern staatlicher Zwangsmaßnahmen zum Erhalt des Fiat-Geldsystems. Um Staats- und Bankenpleiten abzuwehren, werden weitreichende Einschnitte in die Eigentums- und Freiheitsrechte akzeptiert – wie zum Beispiel der Erlass von Handelsverboten und Kapitalverkehrsbeschränkungen, vor allem auch das Auswuchern der Regulierung und Bürokratie. Gerade die Krisen, für die das Fiat-Geld zwangsläufig sorgt, überführen die Gesellschaft so Stück für Stück in ein kollektivistisch-sozialistisches Gemeinwesen.

Ist die kollektive Korruption erst einmal weit gediehen – hat also erst einmal ein großer Teil der Bevölkerung sein persönliches Wohl und Wehe an die Geschicke des Staates und an das von ihm monopolisierte Fiat-Geld gebunden –, dann sind auch die Weichen in Richtung hoher Inflation oder sogar Hyperinflation gestellt. Denn vor die Wahl gestellt, Pleiten von Staaten und Banken und damit eine Rezession-Depression hinzunehmen oder aber offene Rechnungen mit neu ausgegebenem Fiat-Geld zu bezahlen, wird sich die Mehrheit gegen Pleitewellen und für das Geldvermehren aussprechen.

Das heutige Fiat-Geldsystem ist keine „natürliche“, also aus Marktprozessen heraus gewachsene Ordnung. Es konnte nur entstehen, indem die Staaten das zuvor etablierte Sachgeldsystem bewusst zerstört haben. Ein markanter Zeitpunkt dafür war der 15. August 1971, der Tag, an dem der amerikanische Präsident Richard Nixon (1913 – 1994) das Goldeinlösungsrecht der US-Dollar-Halter einseitig aufkündigte. Mit diesem Schritt wurden die letzten Überbleibsel der Goldbindung für das Weltwährungssystem beseitigt, und fortan konnten die Nationalregierungen über beliebig vermehrbares Fiat-Geld verfügen und seine Kaufkraft je nach eigner Interessenlage heruntermanipulieren.

Das staatliche Fiat-Geldsystem lässt sich weder ökonomisch noch ethisch überzeugend verteidigen. Der Gegenentwurf zum staatlichen Fiat-Geld ist das freie Marktgeld. Ganz in diesem Sinne hatte sich Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) bereits 1976 für einen Währungswettbewerb ausgesprochen, ein denkbar einfacher und ökonomisch praktikabler Ansatz:

Die Monopolstellung des Staatsgeldes wird aufgehoben, und fortan haben die Geldnachfrager die freie Wahl, was sie als Geld verwenden wollen. Angesichts der (physischen) Eigenschaften, die Geld erfüllen muss, würde sich vermutlich rasch ein Sachgeldsystem (vor allem wohl Gold und Silber) herausbilden. Eine Übertragung der staatlichen Geldproduktion auf freie Märkte – die Privatisierung der Geldproduktion – würde ein Geld hervorbringen, das im Einklang mit den ökonomischen und ethischen Prinzipien der Marktwirtschaft steht. Monetäre Konjunktur- und Finanzkrisen würden aufhören.

Der Spielraum für wachstumsschädliche Marktinterventionen schwindet, das Fortschreiten auf dem Weg in die unfreie und verarmende Gesellschaft, den das Fiat-Geld ebnet, wird gestoppt. Die (Wieder)Beschäftigung mit der Idee des freien Marktgeldes wird sich als wahrer und tatsächlich hebbarer Schatz erweisen. Nicht überraschend, denn schon Goethe wusste: „Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen es noch einmal zu denken.“
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22 Kommentare auf "Geldschoepfung aus dem Nichts fuehrt in die Krise"

  1. Stuelpner sagt:

    „Das Geldschaffen durch Kreditvergabe „ex nihilo“ macht das Fiat-Geld zum eklatanten Fremd- und Störfaktor im System freier Märkte – und führt zu schweren wirtschaftlichen und sozialen Schäden.“
    Sehr richtig, nur ist das nicht weiter schlimm, denn freie Märkte gibt es schon lange nicht mehr.

    „Eine Übertragung der staatlichen Geldproduktion auf freie Märkte – die Privatisierung der Geldproduktion – würde ein Geld hervorbringen, das im Einklang mit den ökonomischen und ethischen Prinzipien der Marktwirtschaft steht. Monetäre Konjunktur- und Finanzkrisen würden aufhören.“
    So wie bei der FED, glaub ich aber nun wirklich nicht, man denke nur an das Währungszitat vom Rotschildischen. Welche Privatisierung hat bis jetzt für die Betroffenen etwas gutes bewirkt? Die Bahn -> Preiserhöhungen ohne Ende, aber sparen bei der Sicherheit (siehe Eschede) und der primitivsten Wartung (siehe Klimaanlagen, Heizungen) und es gibt noch mehr und schlimmere Beispiele, das Abschreckendste sollten eigentliche die Banken sein.

    „Gerade die Krisen, für die das Fiat-Geld zwangsläufig sorgt, überführen die Gesellschaft so Stück für Stück in ein kollektivistisch-sozialistisches Gemeinwesen.“
    K-s Gemeinwesen, klingt schon mal besser als dieses geteilte, aufeinander gehetzte Völkchen das wir jetzt haben. Also würde die Weiterentwicklung zum Sozialismus diesmal ohne (Bürger-) Krieg ablaufen, nur durch das Fiat-Geld!?

    „…ökonomischen und ethischen Prinzipien der Marktwirtschaft steht.“
    Ökonomisch verstehe ich noch, aber ethische Prinzipien der MW. Welche ethischen Prinzipien hat den eine freie Marktwirtschaft? Werden dann die Rüstungsbetriebe geschlossen, das profitmaximierende Gift im Essen weggelassen, kommt der Bevölkerung etwas von der gestiegenen Produktivität zu Gute, ich denke wohl eher es geht in Richtung INSM, dazu braucht man nichts mehr sagen.

    Dem Rest des Artikels stimme ich zu.
    Aber das Bild Hr. Meyer, muss auf dem Schein nicht stehen „Muster“ sonst ist es doch rechtlich eher zweifelhaft wie hier mit einer alternativlosen Währung umgegangen wird, außerdem der Treibhauseffekt nein, so was kann man auch kompostieren.

  2. John Doe sagt:

    Sehr geehrter Herr Polleit,

    auch Sie sind auf dem Trip, dass der Sozialismus um die Ecke wabert! Es ist einfach unglaublich, wozu der Kampfbegriff des kalten Krieges „Sozialismus droht“ heute mal wieder so her halten muß. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Prof. Polleit den Kommunismus und Sozialismus nur in dieser simplen Form kennt.

    Er will mit dem Kampfbegriff wohl klar machen, dass der Sozialismus vor rund 32 Jahren gescheitert ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm entgangen ist, dass gerade der von ihm so geschätzte „Kapitalismus“ gerade eben krachend gegen die Wand fährt! Da ja der „Sozialismus“ erst kommt, kann er in der Vergangenheit keinen Einfluß auf das heutige grandiose Scheitern des Geschäftsmodells „Finanzialisierung“ haben. Da steht schon die Logik entgegen, außer sie wird aus fadenscheinigen Gründen außer Kraft gesetzt.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass Herrn Polleit entgangen ist, dass der private Sektor (Haushalte, Unternehmen, Versicherungen, Banken, Nicht-Banken) mit 12,5 Billionen € verschuldet ist, der Staat nur mit rund 3 Billionen €. Nachdem der Staat aus Gründen des „sozialen Friedens“ die privaten Schulden übernommen hat, hat sich das Verhältnis umgekehrt. Spanien hatte eine Staatsverschuldung vor der Finanzmarktkrise von rund 40 %. Neueste Meldung: Spanische Banken brauchen nochmals 60 Mrd. €, die durch Tricks vom Staat übernommen werden sollen. Nachdem der Staat die Bankenschulden/-forderungen übernommen hat ist er jetzt pleite. Daraus jetzt ein originäres Staatsverschulden konstruieren zu wollen, grenzt schon an Geschichtsklitterung und soll wohl dazu dienen den Finanzmarkt rein zu waschen. Möglich erscheint mir auch, dass hier erreicht werden soll: Class warfare is being waged in this country (Bernie Sanders, Huffingtonpost, 29.08.12)

    EINSCHUB: IN DEN NIEDERLAND KOLLABIERT GERADE DER IMMOBILIEN“MARKT“! Ei der Daus, Herr Polleit, die Nummer 8 in der EU fällt um, mir kommt die Sache äußerst bekannt vor, Ihnen nicht auch? Wann kommt die Meldung: Der niederländische Staat ist pleite, weil er die Finanzmarktschulden übernommen hat?

    Herr Polleit, welches, auch von Ihnen heute wieder propagierte, aber uneingelöste Versprechen ist denn 2008 geplatzt, als die internationale Kreditpyramide plötzlich einstürzte?

    Wäre nicht die gerechte Strafe für die Exzesse eines deregulierten Finanzsektors eine neue Wirtschaftskrise mindestens vom Kaliber der Großen Depression der dreißiger Jahre gewesen?

    Wieso mussten Staaten zur Sicherung des sozialen Friedens einen erheblichen Teil der neuen Schulden übernehmen, die ursprünglich im privaten Sektor entstanden waren?

    Dazu Bernie Sanders: „There are two major economic and budgetary issues which Congress must address in the lame-duck session or soon afterward. First, how do we reverse the decline of the middle class and create the jobs that unemployed and underemployed workers desperately need? Second, how do we address the $1 trillion deficit and $16 trillion national debt in a way that is fair and not on the backs of the elderly, the children, the sick or the poor?“

    Herr Polleit, so lange Sie nicht die Problemlage eindeutig adressieren, besonders, wenn Sie nicht „are prepared to take on the greed of Wall Street and big-money interests who want more and more for themselves at the expense of all Americans“, werden Sie immer wieder in die selbst gestellte Falle „Sozialismus“ tappen und gutgläubige Dritte mit rein ziehen.

    Den Polleitschen Kampfbegriff „Sozialismus“ nochmals mit Bernie Sanders adressiert: „Both of these issues must be addressed in the context of understanding that in America today we have the most unequal distribution of income and wealth of any major country on earth and that the gap between the very rich and everyone else is growing wider. Today, the top 1 percent earns more income than the bottom 50 percent of Americans. In 2010, 93 percent of all new income went to just the top 1 percent. In terms of wealth, the top 1 percent owns 42 percent of the wealth in America while the bottom 60 percent owns just 2.3 percent.“ Mir kommt die Aussage bekannt vor, Ihnen auch Herr Polleit?

    Herr Polleit, wieso werden jetzt an den Exzessen völlig unbeteiligte Dritte, Arbeitnehmer, deren Familien, deren Kinder, Rentner mit Vermögensentzug zur Kasse gebeten, damit die Exzesse=Gewinne eines deregulierten Finanzsektors à la Prof. Polleit erhalten bleiben?

    • Stuelpner sagt:

      @John Doe
      Ja der Kampfbegriff wird derzeit weltfremd von vielen Schreibern verwendet. Es ist einer von vielen geschaffenen Unworten auf die denkunfähige Lebensformen mit der antrainierten Reaktion reagieren, im Mainstream ist das normal, aber….
      Der Hr. Gburek kennt sich auch mit dem Sozialismus aus, nimmt ihn als Überschrift für einen Artikel bei dem man sich fragt – was hat der mit der Überschrift zu tun und umgekehrt.
      Danke JD,(kleiner Zahlendreher 32=23 und gescheitert worden ist)

    • Gandalf sagt:

      @ John Doe und Stülpner

      Das spiel heist nicht „ich mach mir die Welt, wei sie mir gefällt, sondern, wie stelle ich fest in was für einem System wir leben!

      Das gegenwärtige Geldsystem hat alle Merkmale, die für einen Sozialismums typisch sind:

      – Annahmezwang (Verträge sind nur in Euro justiziabel und Steuern dürfen nur in einer bestimmten Währung bezahlt werden)
      – Planwirtschaftliche Zins- und Geldmengenregulierung (was in einem kapitalistischen System völliger Humbug wäre und ist)
      – Sozialisierung der Haftung (die Banken die vor der Pleite gerettet werden mussten, waren regelmäßig staatliche Landesbanken, bzw. mit Ausichtsräten vorweigend aus der Politik besetzt)

      Das alles ist typisch für einen Sozialismus – und vollkommen atypisch für einen Kapitalismus, der auf Eigenverantwortung beruht.

      (siehe auch Peter Krieg, „Krankes Geld“: http://www.wissensnavigator.com/documents/KriegKrankesGeld.pdf )

      Die (funtkionierende) Realwirtschaft ist (noch) vorwiegend kapitalistisch organsiert, obwohl man sich bei den durchwegs staatlich subventionierten Großkonzernen auch nicht mehr sicher sein kann. Wäre interessant zu erleben, wenn die Monopole, die nur durch staatliche Einwirkungen an einem freien Markt entstehen können, mangels Staatsknete und staatliche Schutzgesetzen fallen werden.

      Und es zeigt sich ja immer wieder, das es eine ’natürliche Allianz‘ zwischen Hochfinaz und Sozialisten gibt. Letztere geben fregebig das Geld anderer Leute aus, die Hochfinanz verdient kräftig an der Finanzierung den sozialistschen (Zwangs-)Vereinigungsprojekten und der Enteignung der Bürger. Das war unter den braunen Sozialisten genau so, wie unter den Roten. Das serienweise Gesetze „für den guten Zweck“ gebrochen werden ist ebenfalls typisch für einen Sozialismus der sich immer weiter ausbreitet.

      Die Sprache verrät es außerdem. Wir werden nicht mehr von ‚Volksvertretern‘ in den Parlamenten vertreten, die eigentlich für Regelgerechtigkeit sorgen sollten, sondenr von (Polit-)Kommsissaren, Kommsisionen und „Direktoren“ die mittel Ermächtigungsgesetzen herrschen. Hinzu kommt die immer offen werdendere Unterdrückung von Systemkritik zu Gunstern der „Alternativlosigkeit“.

      Zum Abschluss noch ein Zitat von einem Marktwirtschaftler, dem wir in weiten Teilen unseren Wohlstand nach dem Krieg verdanken.

      Friedrich von Hayek fragte Ludwig Erhard einmal nach seinem Konzept:
      „Ich hoffe, Sie missverstehen mich nicht, wenn ich von der sozialen Marktwirtschaft spreche. Ich meine, dass der Markt an sich sozial ist, nicht dass er sozial gemacht werden muss.“

      Im Kapitalismus heiligt kein Zweck den Zwang!
      –> http://www.voluntarist.de/

      • 4fairconomy sagt:

        Demnach wären in den letzten Jahrzehnten alle Staaten sozialistische Staaten gewesen, inkl. USA und GB und der Kapitalismus hat es also noch nie gegeben…

        Der Markt ist an sich sozial… schön zu sehen beim Bodeneigentum. Die Preise fürs Wohnen, für Unternehmer und für Landwirte sind wahrhaft sehr sozial… Ebenfalls schön zu sehen an den Lebensmittelpreisen…

        Es ist einfach nicht zu glauben, dass es Ökonomen gibt, welche nicht sehen könne oder wollen, dass es auch das Gesetz des (ökonomisch) Stärkeren gibt, wenn die Rahmenbedingungen dem nich Einhalt gebieten. Wasser, Boden – allg. Ressourcen – und eben auch Geld – damit lassen sich bei genügender Marktmacht hohe leistungslose Erträg erwirtschaften.

        Vielleicht ist mit Staatsinterventionismus-freier Marktwirtschaft gemeint, dass der Staat auch kein Eigentum schützen soll. Gut, dann gibt’s Privatarmeen dafür. Dann haben wir definitiv das Gesetz des Stärkeren.

        Oder habe ich was falsch verstanden?

        • Stuelpner sagt:

          @4fairconomy
          Sehr schöne Antwort!!!

          „Demnach wären in den letzten Jahrzehnten alle Staaten sozialistische Staaten gewesen, inkl. USA und GB und der Kapitalismus hat es also noch nie gegeben…“
          So würde ich das auch lesen, da haben wir aber nochmal Glück gehabt, sonst würden wir jetzt in einer Systemkrise stecken.

          „Oder habe ich was falsch verstanden?“
          Nöö, glaub ich nicht.

          Das klingt gefährlich:
          „Sozialismus der sich immer weiter ausbreitet.“
          ich glaub ich werde verfolgt, ich hab Angst…

          Da können die Genossen Pispers und Schramm aber noch viel lernen.

        • Gandalf sagt:

          @4fairconomy
          Zitat: „Hab ich was falsch verstanden?“

          Ja, offenbar alles. Lies einfach nochmal nach!

          Ich habe nicht von „sozialistischen Staaten“ gesprochen, sondern vom sozialistischen Geldsystem der Zentralbanken, das unsere freiheitliche Gesellschaft immer mehr vereinnahmt, so das es auf allen Ebenen immer mehr in Richtung „DDR 2.0“ geht

          Die Wirtschaftspolitik Ludwig Ehrhards, die auf kapitalistischen, ordoliberalen Prinzipien aufgebaut war und die derzeit durch einen überbordenden Etatismus immer weiter zurückgedrängt wird, hat schließlich zu größtem Wohlstand in der Bundesrepublik geführt und nicht etwa zur „Herrschaft der Stärkeren“, wie bei „Marx und Murx“.

          Denn von was reden wird denn? Wer zerstört denn gegenwärtig den Mittelstand? Der Kapitalismus oder die staatliche Interventionspolitik in Zusammenarbeit mit den Banken, des geldsozilistischen Systems!

          (BTW. auch der „rote“ Peer Steinbrück entstammt einer Bänkerfamilie, die die Deutsche Bank mitgegründet hat – was für ein „Zufall“)

          In einer Demokratie sollte der Staat allein für die Einhaltung der ‚Regelgerechtigkeit‘ sorgen und nicht nach Maßgaben kollektivistischer Ideologien (füw die wir Deutschen offenbar besonders anfällig sind) umverteilen, um angeblich für „Gemeinwohl statt Eigennutz“ zu sorgen: http://de.wikipedia.org/wiki/25-Punkte-Programm.

          In den (noch) kapitalistischen USA ist sowohl die Eigenverantwrotlichekeit, als auch Sebstbewusstsein und HILFSBEREITSCHAFT um ein vielfaches höher ausgeprägt. Was z.B. dort auf freiwilliger Basis für Behinderte geleistet wird, davon können sich die „Gutmenschen“ hier was abschneiden, die bei jeder Gelegenheit nach dem Staat rufen und das Sozialsystem nur durch weiteren Zwang vor dem Bankrott bewahren können.

          Es gbit 3 Möglichkeiten von anderen Menschen was haben zu wollen:

          – ihn zu Bestehlen
          – ihn zu Bitten
          – ihn einem Tausch anzubieten

          Warum kommen Sozialisten stets nur auf Möglichkeit 1), wenn sie sich zu fein (oder genauer: hinterfotzig)sind, andere zu fragen oderselbst Leistung anzubieten? Woran liegt das – und was richtet das bei den Menschen an?

          • 4fairconomy sagt:

            @ Gandalf

            Habe mich nun ca. 2 Stunden u.a. durch die Seite http://www.voluntarist.de/ gelesen. Ich denke, die dortigen Aussagen decken sich mit dem, was Du hier vertrittst.
            Die Hauptkritik dazu ist (wie schon einige Kommentatoren auf der Seite in der Richtung Kritik ausgeübt haben):

            Das Problem des Eigentums und der mit Eigentum an Boden, Ressourcen und Geld ausübbaren (Markt-)Macht lässt sich nicht mit einem laisser-fair Kapitalismus lösen in dem man den Markt sich selbst überlässt. Sorry, aber da irren sich die Ökonmen der österreichischen Schule gewaltig.

            Eigentum soll alles sein, was von Menschenhand beliebig vermehrt werden kann. Dazu gehören insbesondere nicht: Boden und Geld (verstanden als Bezugsrecht an das in seiner Menge begrenzten Sozialprodukt)!

            Eigentum an Boden bedeutet, andere Menschen von dessen Nutzung ausschliessen zu können oder eben für dessen Nutzung eine private Steuer, welche ein leistungsloses Einkommen darstellt, erheben zu können.

            Das gleich gilt für das Geld: eine ungleiche Verteilung ermöglicht es den Geldbesitzern für die Ausleihe des Geldes, welches sie nicht benötigen, zu hohe Zinsen zu verlangen. Weil erstens die Menschen vom Umlauf der Tauschmittel abhängig sind, da davon ihre Einkommen abhängen und zweitens die Geldbesitzer von einem Mindestpreis von 0% profitieren für’s Geldhorten. Im Falle einer Deflation steigt sogar der Wert ihres Eigentums ohne eine Leistung zu erbringen und ohne das Geld der Wirtschaft zur Nutzung zur Verfügung zu stellen.

            So lange insbesondere beim Geld und Boden die Rahmenbedingungen eine massive leistungslose (!) Umverteilung von den Besitzlosen zu den Besitzenden verursacht – insbesondere und wohl noch verstärkt in einer Wirtschaftsform, wie sie die Ökonomen der österreichischen Schule vertreten – so lange werden hohe soziale Schäden entstehen, welche zu entsprechenden staatlichen Interventionen verleiten im Sinne einer Symptombekämpfung.

            Der Staatsinterventionismus welcher zur Zeit ausartet ist nichts anderes, als der Versuch, die sozialen Schäden für sehr viele Menschen, welche die Umverteilung nach oben nach sich zieht, zu kompensieren bzw. auszugleichen. Dies geschieht u.a. mit Staatsausgaben auf Pump, und wenn das nicht mehr geht, muss die Notenpresse her.

            Wir reden hier von enormen Summen, welche leistungslos durch das Bodeneigentum und wegen des heutigen Geldsystems von unten nach oben umverteilt werden – so Grössenordnung 20-40% des Sozialproduktes. Genau desswegen muss der Staat immer mehr eingreifen, weil sonst relativ rasch sehr viele Menschen unverschuldet (!) verarmen würden und obdachlos und ohne Einkommen wären : Opfer der unsichtbaren Gewalt durch das heutige Boden(un)recht und des heutigen Geldsystems.

            Deshalb verlangt die Freiwirtschaft eine Geldreform, so, dass sich mit zunehmender Sättigung der Märkte immer weniger Geld mit Geld verdienen lässt. Und zwar durh herstellung eines marktwirtschaftlichen Gleichgwichtspreises, welcher das Verhältnis zwischen Sparen und Investieren stets abbildet. D.h. die Zinsen, welche sozialverträglich nur bei wachsender Wirtschaft finanzierbar sind, müssen entsprechend dem Wachstum (= geringerer Investitionsbedarf) sinken können, ggf. im Schnitt bis auf null oder sogar darunter (netto, d.h. abzüglich Bearbeitungs- und Risikogebühr). Je nach dem Verhältnis von Sparen und Investieren.

            Deshalb verlangt die Freiwirtschaft eine Bodenreform, in dem Boden Eigentum der Allgemeinheit bleibt und im Nutzungsrecht abgegeben wird. Dabei wird der Boden in öffentlichem Bietsverfahren dem zweit-Meistbietenden zur Nutzung gegebgen. Zweit-Meistbietenden, weil so das Bietsverfahren nicht manipuliert werden kann und am meisten Chancen bestehen, dass der Bodennutzer die monatliche Nutzungsgebühr bezahlen kann. Somit wird zugunsten der Allgemeinheit die Boden-Knappheitsrente abgeschöpft. Damit wird das Problem der Allmende gelöst: alle partizipieren finanziell an der Nutzung der Allmende, des Bodens, welcher allen Erdenbüger gehört. Mit der Geburt hat sozusagen jeder Mensch die gleichen Rechte an der Nutzung der Ressourcen. Da diese nicht auf jeden gleich verteilt werden können und sollen, sollen alle finanziell am Gewinn durch die Nutzung der Ressourcen partizipieren. Sozusagen in Form eines „Grundeinkommen“ im zweifachen Sinne des Wortes. Andere Steuern und Sozialausgaben sollten soweit möglich abgeschafft werden. D.h. durchaus, dass viel mehr auf Eigenintitiative beruhen sollte als heute.

            Auch der Freiwirtschaft schwebt ein auf ein Minimum reduzierter Staatsinterventionismus vor mit maximal möglicher Freiheit der Menschen. Gerade desswegen sollen die Menschen nicht den Gesetzen des ökonomisch stärkeren überlassen werden, in dem insbesondere mit knappen, von Menschenhand nicht vermehrbaren, lebensnotwendigen Gütern Macht ausgeübt werden kann wobei in bedeutendem Ausmass leistungslose Einkommen erpresst werden können.

            Ebenfalls reformbedürftig ist das Patentwesen, in dem es Investitionen bis zu deren Amortisation schützt, aber nicht die Entwicklung von horrenden Vermögen bzw Marktmacht.

            Es brauht eine wohl differenziertere Betrachtung der ökonomischen Verwerfungen und der Lösungsansätze, als es die österreichische Schule, welche praktisch bedingungslos die Marktgesetze auf fast allen Gebieten des menschlichen Zusammenlebens verherrlicht und ebenso radikal jeder staatliche Eingriff ablehnt, zu bieten vermag.

          • Gandalf sagt:

            Hallo @4fairconomy

            Die „Eigentumsfrage“ ist tatsächlich höchst kontrovers diskutierbares Thema.

            Auch und gerade bei den „Libertären“, da ihnen durchaus bewusst ist, das Ressourcen begrenzt sind. Ganz im Gegensatz zu sozialistischen Ideologen, die stets ‚ein Tischlein-Dekc-Dich‘ irgendwo voraussetzen, das man ihnen böswilliger weise vorentahlten will.

            So gibt es z.B. sicher gute Gründe sowohl für 0% Erbschaftssteuer, als auch für 100%. Auch Gesellsche Vorstellungen (der ja auch eine libertäre Ader hatte) sind nicht von der Hand zu weisen, sondern zu berücksichtigen

            Daher ist „Voluntarismus“ auch keine Ideologie, sondern – soweit ich das selbst überblicken kann – einfach nur ein Versuch in einer prinzipiell „unperfekte Welt“ Möglichkeiten herauszufinden, wie man einvernehmlich und individuell miteinander zu Lösungen kommt. Das es nicht die „eine“ Lösung geben kann, sondern verschiedene, zu verschiedenen Zeiten, die immer wieder hinterfragt werden müssen ist selbstverständlich. Die Prämissen sind lediglich, das Veränderungen stets ohne initiierende Gewalt und Zwang zu erfolgen haben, da dies nur Gegengewalt auslöst, die in einer Gewaltspirale endet und „kollektivistische Heilsbringer“ anlockt die dem Individuum den „Weg in die Knechtschaft“ bereiten.

            (ich hab mich mal bei der „freiwilligfrei-community“ angemeldet, da mir selbst noch einiges unklar ist und ich erst vor kurzem erfahren habe, das ich wohl schon immer „Voluntarist“ war )

      • Stuelpner sagt:

        @Gandalf
        Danke für diesen lustigen Beitrag, so ein wenig Spass muss schon sein.

        „Das spiel heist nicht “ich mach mir die Welt, wei sie mir gefällt,…“
        Das Spiel heißt nicht „ich mach mir die Welt wie sie mir seit über 60Jahren von den Systemmedien ins Gehirn gesch… wurden.“

        „Das gegenwärtige Geldsystem hat alle Merkmale, die für einen Sozialismums typisch sind:

        – Annahmezwang (Verträge sind nur in Euro justiziabel und Steuern dürfen nur in einer bestimmten Währung bezahlt werden)
        –>Ich bin mir sicher, hätten die Arbeitskraftgeber im Osten Steuern zahlen müssen, wäre das auch in DM gegangen, nicht nur in Euro (Euro grübel) Die soz. Staaten hatten eher so was wie Regionalgeld da es nicht frei konvertierbar war und die Auswirkung auf die Weltwirtschaft doch eher sehr sehr begrenzt.

        – Planwirtschaftliche Zins- und Geldmengenregulierung (was in einem kapitalistischen System völliger Humbug wäre und ist)
        –> Die Parteifunktionär Bernake und Draghi wurden doch niemals Zinsen und die Geldmenge regulieren.

        – Sozialisierung der Haftung (die Banken die vor der Pleite gerettet werden mussten, waren regelmäßig staatliche Landesbanken, bzw. mit Ausichtsräten vorweigend aus der Politik besetzt)
        –> Sozialisierung der Haftung = Sozialismus, ich glaub das war der größte Brüller

        Das alles ist typisch für einen Sozialismus – und vollkommen atypisch für einen Kapitalismus, der auf Eigenverantwortung beruht.
        –> Mich würde mal interessieren wo diese Definition steht.
        Eigenverantwortung das kann ich verstehen, den den Volkszertreter kann man keine Verantwortung übertragen.

        Vielen Dank für diese Satire.

    • Frank Meyer sagt:

      Inhaltlich mag man sich streiten können. Ich finde aber Ihre Art des Kommentierens erbärmlich, vor allem in Ihrer Ansprechhaltung. Bitte tun Sie das woanders oder schreiben bessere Beiträge auf einem besseren und eigenen Blog. Ich (rpt. ich) finde Ihre Art des Kommentierens sogar ekelhaft.

  3. 4fairconomy sagt:

    Wenn die physische Beschaffenheit der Fiat-Währung so problematisch ist, warum konnte damit
    – die Depression der 30er Jahren überwunden werden?
    – die wirtschaftliche Entwicklung in den Industrieländer möglich sein?
    – die Entwicklung in China möglich sein?

    Gut, ökologisch gesehen sind / waren diese Entwicklungen nicht nachhaltig. Ebenso nicht nachhaltig ist /war die Verteilung von Vermögen und Schulden. Aber hat dies alleine mit der physischen Beschaffenheit des Fiat-Geldes zu tun oder doch mit anderen Rahmenbedingungen? Z.B. was ist mit dem Boden als Geldanlagemöglichkeit?

    Was hätte eine Währung gebracht, welche physisch anders beschaffen ist, also z.B. aus Edelmetall bestanden hätte? Wie hätte damit die Depression der 30er Jahren überwunden werden können, geschweige denn der rasche Aufbau in Deutschland und den anderen Industrieländer stattfinden können? Wäre damit die Verteilungsfrage gelöst, wären damit Schulden und Vermögen heute gleichmässiger, d.h. nachhaltiger verteilt?

    Wenn unser Wirtschaftssystem an die Wand fährt, hat das wirklich damit zu tun, dass das Geld nicht aus EM besteht? Ist die Geldschöpfung von zuviel Geld aus dem Nichts die treibende Kraft oder die Folge einer Krankheit, nämlich nur Mittel zum Zweck der Alimentierung eines globalen Schneeballsystems? (Von dem sich die meisten Ökonomen wohl kaum bewusst sind, dass dies die heutige Situation am treffendsten bezeichnet, in der die Gesellschaft in der Klemme sitzt und nun ein Ausweg gefunden werden muss, wobei man dies offenbar nicht wie 2008 dem Markt überlassen will aus Angst vor den Folgen.)

    Es ist schon klar, dass EM-Währungen Exzesse auf den Finanzmärkten früher zu Fall bringen, weil schlicht nicht immer mehr Geld nachgeliefert werden kann zur Alimentierung des Systems. Aber EM-Währungen zwingen der Realwirtschaft ebenfalls ihre Gesetzmässigkeiten auf. Weder das heutige Fiat-Geld noch EM-Währungen sind primär der realwirtschaftlichen Entwicklung dienende Währungen sondern sie bedienen sich der realwirtschaftlichen Entwicklung und prägen diese, um eigenen Zwecke und Gesetzmässigkeiten zu folgen. Not-wendig ist ein primär der realwirtschaftlichen Entwicklung dienendes, verteilungs- und wachstumsneutrales Geldsystem.

  4. John Doe sagt:

    Nachklapp:

    Sehr geehrter Herr Polleit,

    was schlagen Sie vor, damit das mit dem Faktor 208 (Quelle: Polleit, für die USA) durch die Finanzindustrie gehebelte Volumen an „fiat“-money wieder aus der Welt kommt? Was schlagen Sie vor, ausser der Hohepriester Goldman-Sachs ist dagegen, damit sich die Trickserei (Emminger, 1972) nicht wiederholen kann?

    Quelle: BIZ (2011)

    Volumen Realwirtschaft: $ 70 Trillion
    Volumen lizenzierter Finanzbereich: $ 60 Trillion
    Volumen unlizenzierter Finanzbereich: $ 702 Trillion

    Die Frage ist weit interessanter und eher problemlösend als der willkürlich konstruierte Sozialismusquatsch!

    Zum Thema „fiat“-money ein Spiegelbericht aus dem Jahre 1972:
    „Geld aus dem Nichts

    Die Kreditpolitik der Bundesbank wird von Geschäftsbanken mit Tricks immer wieder unterlaufen. Gegen die Folge, eine ungewollte Geldschwemme, soll nun der Gesetzgeber etwas unternehmen.

    Der Zentralbankier klagte über Ohnmacht: „Wir haben keine Effizienz mehr“, bekannte Bundesbank-Vize Otmar Emminger, „wir können die Geld inflation mit den alten Instrumenten nicht mehr stoppen.“ „Denn die Frankfurter Währungshüter haben herausgefunden. daß nicht nur die internationalen Spekulanten ihre Stabilitätspolitik dauernd durchlöchern. Seriöse westdeutsche Banker haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Tricks ausgedacht, um die Frankfurter Kreditbremsen auch ohne Auslandshilfe zu lockern.

    „Es ist bedrückend“ so Emminger, „wie stolz manche Banken, auch öffentliche institute, verkünden, sie hätten ihre Bilanzsumme um 24 Prozent ausgeweitet. Da wird die Inflation geschürt“.

    „Allein die Großbanken haben von Ende Dezember bis Ende Juli über zwölf Milliarden Mark, mehr als in den Jahren zuvor, an Unternehmer oder Konsumenten ausgeliehen, obwohl ihnen während der gleichen Zeit nur 3,7 Milliarden Mark in die Schalterhallen getragen wurden. Von Ende 1965 bis Ende 1970 waren dagegen Ausleihungen und Einlagen fast noch im Gleichschritt gestiegen. Grund der Kreditschwemme: Die Geldhändler sind auf einen Kunstgriff verfallen, Bares aus dem Nichts zu ziehen.“

    (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42842883.html)

  5. 4fairconomy sagt:

    Noch eine Geschichte zur Ethik des Marktes:

    The Cancer Cure That Worked: 50 Years of Suppression

    http://www.amazon.com/The-Cancer-Cure-That-Worked/dp/0919951309

    Eine gut dokumentierte Geschichte eines Forschers, welcher in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts eine Methode erfand, mit der er nachweislich in einer Studie alle 16 Krebspatienten im Endstadium in maximal 6 Wochen heilen konnte. Sein Werk wurde danach zerstört und alle, welche die Methode anzuwenden gedachten, unter massivem Druck gesetzt.
    Öllobby, Finanzlobby und Pharmalobby machen alles platt, was ihre Gewinne in beträchtlichem Masse gefährden könnte.

    Doch noch etwas zur Ethik des Marktes: all die von der Pharmaindustrie nachweislich frei erfundenen, gefälschten oder beeinflussten Studien zweck Ankurbelung der Umsätze – Gesundheit der Menschen nur sekundär. Besonders gut dokumentiert die gefälschten und erfundenen Stutien zur Hormonersatztherapie nach der Menopause, bis eine grosse unabhängige Studie ergab, dass diese Hormonersatzpräparate krebserzeugend waren.

    Bezüglich Forschung in der Medizin, muss diese unabhängig sein. Es sollte der Grundsatz gelten , dass wer produziert keine Forschung betreiben soll (bzw. die Resultate der Forschung nicht patentieren können sollte). Würde in der Medizin die Pharmalobby weniger die Forschung und überhaupt die ganze Medizin beeinflussen, hätte man heute auf einigen Gebieten viel effektivere Therapien zu viel günstigeren Preisen.

    Wie war das auch noch mit der Tabakindustrie, welche Studien finanzierte, die dem Rauchen sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften zusprachen? Geht das auch unter „Ethik des Marktes“?

  6. 4fairconomy sagt:

    Die Ethik des Marktes… (Fortsetzung):

    – siehe Libormanipulation
    – siehe Schwindel bei der Aufnahme von Griechenland in den Euro
    – siehe Skandal in GB um die vielen Anleger, denen von Banken bewusst sinnlose „Versicherungen“ (Finanzprodukte) angedreht wurden, wobei die Kunden z.T. viel Geld nachzahlen mussten.
    – siehe Druck&Manipulation der Genfood-Industrie
    – siehe Mobilfunkindustrie und deren finanzierten Studien zur Harmlosigkeit der Mobilfunkstrahlung (siehe http://www.diagnose-funk.org/ )

    usw.

    Macht korrumpiert. Geld = Macht. Geld (vor allem zuviel Geld und Marktmacht) korrumpiert!

    P.S.: ein umlaufgesichertes Geld ist kaum noch ein Machtfaktor im heutigen Ausmass.

  7. pluesch sagt:

    “Ethik des Marktes”?

    http://www.regenwald.org/aktion

    Schizophrene Welt.
    Alle machen mit, doch keiner war dabei.

  8. John Doe sagt:

    Sehr geehrter Herr Meyer,

    ich finde, beim besten Willen, keine „ekelhaften“ Wendungen in der Replik. Ich habe die große Bitte an Sie, mir zu erläutern, was so „ekelhaft“ an dem Beitrag sein soll. Ich bedanke mich im Voraus für die Erläuterung.

    Herr Meyer, es dürfte wohl allgemeiner Konsens sein, dass das heutige Wirtschaftssystem mit Karacho an die Wand fährt. Es dürfte wohl auch allgemeiner Konsens sein, dass der Ausgangspunkt des grandiosen Scheiterns im Finanzbereich zu finden ist. Polleit hat das Übel gekennzeichnet: Hebel/Leverage von 208! Das Handelsblatt kommt mit der knackigen Analyse: „Es werde Kredit, es werde Geld, es werde Krise!“. Der Spiegel hat schon 1972 (s. oben) das Übel gekennzeichnet. Nichts Neues also, aber doch immer wieder überraschend, isn´t it! Welches Versprechen des heutigen Wirtschaftssystems, seiner Progtanisten, dem Sieger über den „Sozialismus“, stellt sich zum Zeitpunkt 2008, nach über 23 Jahren Herrschaft, als nicht eingelöst dar?

    Schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ließ der Soziologe Werner Sombart in einem Seminar alle damals bekannten Definitionen von Sozialismus ausarbeiten, und kam auf die Zahl von 260. Gibt es mit dem Ausgangsbeitrag die 261-igte Definition? Ich kann mir nicht helfen. Mir drängt sich immer wieder die Frage auf, ob mich die Gandalfsche Definition nicht an die Starftatbestände Betrug, Untreue, Unterschlagung erinnern darf?

    Exkurs: Obama hat die vom Finanzminister Paulson unter Busch II ausgearbeitete Rettung der US-Finanzindustrie ausgeführt. Paulson war vor seiner Zeit als Finanzminister Chef von Goldman-Sachs. Nachtigall, ich hör dir trappsen, oder doch nicht? Paulson, nicht der Staat!, der wird nur, staatsrechtlich gesehen, sein Handeln zugerechnet, hat rund $ 7.2 Trillion tatsächlich ausgezahlte Dollars, STAATSGELDER, locker gemacht. Schwupps, die Staatsverschuldung stieg genau um diesen Betrag, ei der Daus aber noch mal! Plötzlich haben wir die Staatsverschuldung und die Staaten müssen in die Schranken gewiesen werden; es muss bei Löhnen in der Privatwirtschaft, den Rentnern gespart werden, damit die Staatsverschuldung in den Griff zu kriegen ist, aber Holla, wird aber auch Zeit! Was fällt Ihnen auf, was alle schon wissen? Das FED, die private Vereinigung der US-Banken=privatrechtlich organisierte Notenbank der USA seit 1923, hat weitere $ 7.2 Trillion an fiat-money (Def. à la Polleit)locker gemacht, um eigene und ihrer Gläubiger Vermögenswerte zu retten.

    Wenn immer wieder auf Mises, Hayek, letztlich also Ayn Rand Bezug genommen wird, dann nähern wir uns doch den verschiedenen Auslegungen des sozialistischen Anarchismus. Diese Theorie des sozialen Anarchismus lehnt staatliche Strukturen als Herrschaftsinstrumente ab. Der Anarchismus baut auf die freiwillige Verbindung der Individuen in Kollektiven, Räten und Kommunen, um das selbe Ziele, Wohlstand für Alle, zu erreichen. Herr Meyer, darf die österreichische Schule danach als eine Form des sozialistischen Anarchismus bezeichnet werden?

  9. 4fairconomy sagt:

    Hallo Gandalf (@ Gandalf 2. Oktober 2012 at 21:54)

    Deine konsilliante Antwort hat mich gefreut. Ja, es ist wichtig, die Frage des Eigentums zu diskutieren. Letztlich müssen Lösungen von „unten“ kommen, erarbeitet durch eben solche Diskussionen, welche durchaus im Geiste des Voluntarismus geführt werden. Dieser Grundhaltung kann ich sehr viel abgewinnen (nur nicht den übernommenen Ideen der österreichischen Schule, welche bei der Eigentums- bzw. Machtfrage dem Geist des Voluntarismus wohl widersprechen).

    Ich bin auch der Affassung, dass Lösungen in der Gemeinschaft durch Mitwirken an der Diskussion von möglichst vielen gefunden werden müssen. Irgend welche von Aussen aufgestülpte Ideen sind kontraproduktiv. In dem Sinne sehe ich auch die freiwirtschaftlichen Ideen als Diskussionsbeitrag und nicht als pfannenfertiges System, welches nun einer Gemeinschaft übergestülpt werden kann. Das würde nämlich nicht funktionieren. Es wäre absolut nicht zeitgemäss. Und es sind durchaus andere Lösungen der Eigentumsproblematik denkbar, welche einer Gemeinschaft besser angepasst sein können.

    Ideal wäre eine Gemeinschaft, in der sich die Menschen mehr um das Geben kümmern, als um das Nehmen. Also in der die Frage nicht im Zentrum steht, wer bekommt wieviel, sondern wer will und kann was und wieviel geben. Letztlich hätten wohl mit diesem Ansatz alle mehr als genug zum Leben – und alle eine Arbeit, denn es wird immer etwas für andere zu tun geben, sei es konkret Materielles oder immaterielles wie Forschung, Bildung, Kunst, Kultur usw. Und natürlich dürfte das „Geben“ nur auf freiwilliger Basis stattfinden, ohne Zwang. Sozialversicherungen könnte man sich dann auch weitgehend sparen. Womöglich bräuchte es dann kein Geld mehr im heutigen Sinn, welches eben den Aspekt des Nehmens betont. Ohne die Betonung des Nehmens sondern die Organisation der Gemeinschaft um das Geben, enfällt die Problematik des Eigentums praktisch von selbst.

    Verweile gerade in Griechenland. Was hier den Menschen abverlangt wird um den bankrotten Staat zu Gunsten der Gläubiger zu sanieren, ist schon auch eine Form der Gewaltausübung.

    Du schreibst: „Ganz im Gegensatz zu sozialistischen Ideologen, die stets ‘ein Tischlein-Deck-Dich’ irgendwo voraussetzen, das man ihnen böswilliger weise vorentahlten will.“ Interessant ist, dass beide Ideologien, die sozialistische und kapitalistische, leistungslose Einkommen fordern. Beide Ideologien ritzen das Leistungsprinzip auf ihre Art. Kapitalistische Ideologen erachten es als Menschenrecht, dass sich Vermögen durch leistungslose Einkommen vermehren lassen (siehe Klage britischer Investoren, als es um einen geringfügigen Schuldenschnitt für Griechenland ging).

    • Gandalf sagt:

      Hallo @ 4fairconomy

      Zitat:
      „Kapitalistische Ideologen erachten es als Menschenrecht, dass sich Vermögen durch leistungslose Einkommen vermehren lassen (siehe Klage britischer Investoren, als es um einen geringfügigen Schuldenschnitt für Griechenland ging).“

      Ich kann mir hier ehrlich gesagt nicht vorstellen, das es sich hier um „kapitalistische Ideologen“ handelte. Wenn dann ging es allenfalls um ‚Rechtsbrüche‘, also um einseitige Übertretung von Regeln innerhalb einer bestehenden Vertragsbeziehung. Da Staatsinsolvenzen mangels einheitlichem Konkursrecht eher Willküraktionen gleichen, eröffnet das natürlich Tür und Tor für Klagen über verschiedene Rechtsauslegungen (und einseitige Niederschlagung der Klagen durch die „Stärkeren“, was immer die Staaten sind). Das ist halt immer das Risiko, wenn man sich mit dem Staat einlässt.

      Dazu müsste man also mehr die Hintergründe wissen (was aber hier sicherlich zu weit führt)

      ..im übrigen glaube ich nicht das sich die „Praxeologie“ der „österreichischen Nationalökonomie“ mit den gewaltlosen Prinzipien des Voluntarismus widerspricht. Sie gehen einfach nur streng wissenschaftlich deduktiv vor, etwas womit viele Induktivisten, die der bekannteste Wissenschaftsphilosoph des letzten Jahrhunderts – Karl Popper (..ein weitere „Austrarian“) als Pseudowissenschaftler da stehen lässt, – nicht klar kommen.

      Erkenntnisgewinnung auf Grund von Induktion, die man aus empirischen Daten herauszulesen glaubt, führt stets zu Widersprüchen. (So wie bei „Russels Huhn“)

      (aber da werden wir sicherlich auch noch öfters „aneinander“ geraten ;-)) ).

      Viele Grüße

  10. pluesch sagt:

    ..erstmal Dank an alle, für die kontroversen und doch sachlichen Beiträge.
    Das scheint mir doch selten geworden.

    Hallo Gandalf,

    „Sie gehen einfach nur streng wissenschaftlich deduktiv vor, etwas womit viele Induktivisten, die der bekannteste Wissenschaftsphilosoph des letzten Jahrhunderts – Karl Popper (..ein weitere “Austrarian”) als Pseudowissenschaftler da stehen lässt, – nicht klar kommen.

    Erkenntnisgewinnung auf Grund von Induktion, die man aus empirischen Daten herauszulesen glaubt, führt stets zu Widersprüchen. (So wie bei “Russels Huhn”)“

    Im Gegensatz zu den „Exakten Wissenschaften“ gilt in meinen Augen
    in den weichen Wissenschaften das Gesetz der Pippi Langstrumpf.

    Die „Systeme“ haben ihre Vor und Nachteile zu ihrer jeweiligen Zeit.
    Ob wir „dümmer“ sind als Bienen läßt sich nicht belegen.
    Sind sie doch in der Lage sich zu Organisieren und ein auskömmliches Miteinander zu gewährleisten.

    Leopold Kohr identifiziert z.B. die zu große Größe als Problem des Menschen.
    Leopold Kohrs Philosophie betont die Würde und Vernunft des Individuums, befähigt, kreativ zu sein und seinen Willen zu gestalten. Eine Masse aus Individuen aber zerstört die Freiheit und verhält sich nicht wie vernünftige Wesen, sondern wie leblose Teilchen, die statistischen Gesetzen gehorchen. Begibt sich der freie Mensch in die Masse, degeneriert er vom Kulturwesen zum Teil einer physikalischen Gesetzen unterliegenden Einheit.
    aus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Kohr
    oder etwas konkreter
    http://www.leopold-kohr-akademie.at/lka/modules/AMS/article.php?storyid=4
    ob er deshalb richtiger in seinen Betrachtungen liegt wie andere Deuter (Hayek,Marx)des „Mensch seins“, liegt wie immer nach Pippi L. im Auge des Betrachters.

    So lange man die Probleme nur bei „den Anderen“ sieht,
    werden sich diese nicht zufriedenstellend lösen lassen.

    „obwohl wir mehr als genug Haben,
    haben wir Angst zu teilen,
    haben Angst etwas von unserem Wohlstand ab zu geben.“
    wie dieses Mädchen behauptet.
    http://www.youtube.com/watch?v=H1N7XcbmMT8&feature=related

    „und scheinbar wollen wir es nicht besser“
    Zitat(9. min.) von Eugen Drewermann in einem Beitrag beim Philosophicum Lech 2012, aus einer Reportage des BR2 zum selbigen.
    Von der 8.-15. min.Eugen Drewermann
    http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-nachtstudio.shtml
    und ein Interview
    http://www.pressezone.at/14philosophicum/video/detail.php?we_objectID=3552

    Sollte es wahr sein,
    Angst essen Seele(Ethik)auf !?

    Gruß plüsch

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