Die „Fiskalklippe“: No way out!

19. November 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Ronald Gehrt

Das Jahr 2013 wird für die USA ein ziemlich ruppiges Jahr werden. Aber 2014 könnte noch schlimmer werden. Schuld ist vordergründig diese ominöse „Fiscal Cliff“, oder, in nicht viel besserem Deutsch, die „Fiskalklippe“. In Wahrheit sind all diejenigen schuld, die in den vergangenen knapp 30 Jahren versuchten, Rezessionen mit der Brechstange zu verhindern und so das normale Auf und Ab der Konjunktur zum eigenen Vorteil zu beugen…

Diese Politiker und Notenbanker der Vergangenheit sitzen mittlerweile, sofern noch unter uns, gemütlich im Lehnstuhl. Ausbaden müssen ihre Borniertheit und ihren Leichtsinn die normalen US-Bürger und zweifellos auch die nachfolgenden Generationen. Also irgendwie alles wie in Europa.

Der Grund, weshalb diese „Fiscal Cliff“ ein ebenso ernsthaftes wie unlösbares Problem ist, ist der selbe, der zu ihrer Entstehung geführt hat: Ignoranz gegenüber der Realität. Man hat diese Bedrohung in den vergangenen Monaten, ob an den Börsen oder als Bürger an sich, ebenso erfolgreich verdrängt wie die Konsequenzen aus den Handlungen, die die USA an diesen Punkt geführt haben. Es begann schon in den 80ern damit, dass man auf die scheinbar überaus gewitzte Idee verfiel, Rezessionen entweder im Vorfeld zu verhindern oder wenigstens zu mildern, indem man aktiv an der Zinsschraube drehte und die Steuern reichlich absenkte, sobald das Rückgrat der Wirtschaft, der Konsument, drohte, Konditionsschwäche zu offenbaren.

Zuerst war man dabei noch relativ behutsam, musste aber mit der Zeit immer und immer wieder einen Gang höher schalten. Warum?

Weil niedrige Zinsen und niedrige Steuern bedeuten, dass die Konsumenten in ein Schlaraffenland gesetzt werden. Aber niemand durfte und darf darauf setzen, dass sie dessen Früchte mit Bedacht ernten. Anders formuliert: Das Volk konsumierte, dass die Schwarte kracht – und verschuldete sich dabei fleißig. Weil dieser Konsumrausch – Pool im Garten, Marmor-Arbeitsplatten in der Küche und der Drittwagen für den Weg zum Briefkasten – sich so lange selbst trug, wie es immer neue Innovationen gab, die es zu kaufen galt, von Computern über Mobiltelefone, Autos und zuletzt jedem sein eigen Häuschen, funktionierte das Spielchen.

Rezessionen waren milde, weil immer rechtzeitig die Zinsen gesenkt wurden, und die Schulden der Privathaushalte ebenso wie die des Staates stiegen zwar, aber solange man sich das nötige Geld über Bonds bei den Bürgern zurückholen konnte, glaubte man, das perpetuum mobile erschaffen zu haben. Aber dann …

… übertrieb man es. Es kamen keine wirklich innovativen Dinge mehr auf. Und alleine damit, alle sechs Monate eine neue Spielekonsole und ein neues Handy zu kaufen, konnte man den Moloch US-Konjunktur nicht hinreichend füttern. Zunächst sprangen noch die aufstrebenden BRIC-Staaten wie China und Indien in die Bresche. Denen konnte man zunächst schlicht alles verkaufen … aber nach und nach nahm der Bedarf ab, umso mehr, je autarker diese stark wachsenden Volkswirtschaften wurden. Zuletzt musste man versuchen, Wachstum dadurch zu erzeugen, indem man Menschen Dinge verkaufte, die sie sich nicht leisten konnten – vor allem Eigenheime. Und ab diesem Zeitpunkt brach das Kartenhaus zusammen, die Subprime-Krise begann.

Als erstmal jeder, der wollte, im (vermeintlich) eigenen Häuschen saß und China und Indien großenteils bequem alleine zurecht kamen, alle ihre Pools und Drittwagen hatten und keine neue Branche aus dem Hut gezaubert werden konnte, die den Konsum noch einmal hätte beleben können, war Sense. Das Wachstum versiegte. Zügig senkte man die Zinsen auf Null – aber das half nichts mehr. Die Bürger waren eh überschuldet, vielen wurden die nicht mehr bezahlbaren Häuser weggenommen und niemand hatte noch wirklich Bedarf nach „noch mehr“. Und da die Banken gerade zusahen, wie zahllose Kredite auf einmal uneinbringlich wurden, weil man sie Menschen gab, die sie sich gar nicht hatten leisten können, wurde die Kreditvergabe deutlich restriktiver. Kredit bekam, wer nachweisen konnte, dass er ihn eigentlich nicht nötig hat, während die Banken ihre Gewinne aus den Börsen zogen, da sie das Geld immer noch billig genug von den Notenbanken bekamen – und noch bekommen – um selbst an den jämmerlichsten Anleiherenditen noch zu verdienen.

Tja, hätte man nicht gedacht, schlau zu sein und der Konjunktur ihre Natur gelassen, sprich Rezessionen als reinigende Gewitter erkannt und zugelassen, wir stünden in den alten Industrienationen jetzt nicht vor einer unlösbaren Aufgabe. Ob Europa, Japan oder USA: Die Zinsen sind nahezu bei Null, Staaten und Privathaushalte per saldo überschuldet – und Wachstum kann man nicht durch wildes rudern mit den Armen erzwingen. Denn wie gesagt: Woher soll es kommen? Jetzt befinden sich die großen Wirtschaftsräume in einer Abwärtsspirale

Kein Wachstum = keine steigenden Löhne und immense Sockel-Arbeitslosigkeit = noch weniger Wachstum = noch mehr Arbeitslose, damit noch weniger Konsum = noch weniger Wachstum und so fort. Und nebenher läuft Spirale Nummer 2: Hohe Arbeitslosigkeit bedeutet weniger Steuereinnahmen bei zugleich steigenden Staatsaugaben für den Sozialbereich. Sprich: Die Staatsschulden steigen, das Wachstum ist futsch, die Pulverkammern der Notenbanken leer. Und das, was sie an Geschützen aufgefahren haben, zieht nicht die Bohne. Denn…

Die Zinsen künstlich niedrig zu halten, fördert Investitionen nicht, wenn die Unternehmen nicht sehen, wofür sie investieren sollten – die Umsätze steigen ja nicht mehr. Und die Basis dafür fehlt, da die Kaufkraft der Bürger stagniert bzw. meist sogar zügig sinkt. Und jetzt ist es schon so weit, dass die Staaten sich zwar so billig wie nie über Niedrigzinsanleihen refinanzieren können … aber die Verschuldung steigt trotzdem immer weiter!

So, und jetzt kommt die Schlumpfparade der US-Politiker an und löst das ganze mal eben bis Weihnachten. Behaupten sie zumindest. Vielleicht – ich würde mich nicht wundern – haben diese Damen und Herren vorstehende Problematik noch nicht verstanden? Aber irgendwas müssen sie tun, denn… 

Als man vor einem Jahr wieder einmal einen faulen Kompromiss schloss und die gesetzlich festgelegte Schuldenobergrenze der USA einfach anhob, um im Vorwahlkampf ja nicht zu sehr in Problemen zu wühlen, von denen die meisten Konsumbürger nichts ahnten, erließ man – wie konsequent! – aber zugleich Gesetze, die eine erneute Anhebung der Schuldengrenze verboten. Bis 1. Januar 2013 muss jetzt ein Konzept zum Schuldenabbau her, sonst enden seit Jahren geltende Steuererleichterungen und Konjunkturförderungen und treten zugleich Budgetkürzungen in Kraft, die einen Umfang von insgesamt gut 600 Milliarden Dollar hätten. Käme es so weit, würden die USA sofort mitten in der Rezession stehen. Dass sie es momentan nicht tun, ist zwar vor allem das Ergebnis kreativer Statistik, aber das sei mal außen vor. Also … und Obacht, jetzt wird’s lustig:

Wenn sich Demokraten und Republikaner bis Jahresende nicht einigen, wird die US-Wirtschaft abgewürgt. Dabei muss das Ganze über ein gemeinsames Handeln laufen, denn die Demokraten dominieren den Senat, die Republikaner aber das Repräsentantenhaus – und beide Kammern müssen die Maßnahmen absegnen. Aber wenn sie sich einigen, landen die USA auch in der Rezession! Warum? Na, ganz einfach:

Schaut euch Europa an, die machen es doch gerade vor. Da können bornierte US-Politiker lange erklären, dass man das viel besser könne – ich habe das Problem oben ja gerade skizziert: Schon jetzt sinken die Staatseinnahmen und die Ausgaben ufern immer weiter aus. Wenn man jetzt die Staatsschulden auch noch abbauen will, bedeutet das höhere Steuern und/oder weniger Ausgaben. Aber das bedeutet ja logischerweise noch weniger Kaufkraft für die Bürger = noch weniger Konsum = noch weniger Wachstum bzw. noch mehr Schrumpfung = noch geringere Staatseinnahmen bei zeitgleichem Anstieg der Sozialausgaben! Spart man, wird es also noch schneller schlimmer als würde man es sein lassen!

Die EU hat es nicht kapiert und sieht jetzt die Konsequenzen. Und die USA stehen vor der selben Wahl, wild entschlossen, die selben Fehler zu machen. Wobei: Wäre es denn besser, zuzulassen, dass die Schulden permanent weiter steigen? Nein, natürlich auch nicht!

Was also ist die Lösung? ES GIBT KEINE! Das ist es doch! Dieses Erbe haben uns die Schlaumeier und Wachstumszauberer der letzten 30 Jahre ins Nest gelegt! Wir bräuchten Wachstum, aber das kann man nicht anschieben, ohne Impulse zu setzen (was Geld kostet), die Zinsen zu senken (die aber schon unten sind) und neue Wachstumsmärkte zu kreieren (die nicht ins Sicht sind). Nur so könnte man die Staatseinnahmen steigern und die Ausgaben senken, weil mehr Menschen in Arbeit kommen und so Steuereinnahmen steigen und Sozialausgaben sinken. Mit sparen jedoch wird der fatale Prozess, den wir jetzt sehen, noch beschleunigt.

Ich habe keine Ahnung, wie das endet. Es gibt keinen Ausweg – no way out. Und aus Sackgassen kommt man nicht so leicht heraus. Aber ich stelle fest, dass die großen Adressen in den USA die Gefahr offenbar schon erkennen, angesichts der dort seit Wochen fallenden Kurse. In Europa ringt man derweil immer noch darum, den unverdient hohen Kursanstieg der dortigen Aktienmärkte ins Jahresende zu retten … aber was wird sein, wenn man dort kapiert, dass wir in Europa den Schirm zuklappen können, wenn die USA den selben Wahnwitz betreiben wie die EU in Spanien, Portugal, Griechenland & Co.? Wenn uns der US-Markt noch mehr wegbricht, dann gute Nacht Eurozone, gute Nacht Euro Stoxx!

Und ich fürchte, die typische „Wir-sind-schlauer-als-alle-anderen“-Haltung der USA führt dazu, dass sie wirklich hingehen und ihre Wirtschaft erdrosseln. Gut, vielleicht ist das der einzige Weg, um in ein paar Jahren hinreichend gesund geschrumpft zu sein, um eine Basis für einen Neuanfang zu bekommen. Irgendwann muss es ja getan werden – und selbst Währungsreformen und Schuldensschnitte bringen nicht mehr viel, denn die träfen erneut die Bürger und damit das Rückgrat jeder Wirtschaft. Aber eines sollte klar sein:

Wenn man erst einmal versteht, wie ausweglos diese momentane Situation ist, wenn die Gewinne der Unternehmen in sich zusammenfallen und die Arbeitslosigkeit rapide steigt, wird der Aktienmarkt kein Hort der Sicherheit, sondern eine Stätte der Panik sein. Dann wäre es höchst hilfreich, selbst nicht zu viele Schulden und ein eigenes Dach über dem Kopf nebst ein wenig Gold unter dem Kopfkissen zu haben. Und wir haben gesehen, dass das Erkennen unangenehmer Wahrheiten zwar sehr lange dauert, aber nie ausbleibt. Sicher, die Börsen können mal wieder blitzartige Freudenrallyes vollziehen, wenn angeblich frohe Kunde aus den US-Verhandlungsräumen dringt. Aber das sind, ebenso wie die Kaufwellen bei Ankündigung und Start der kaum wirksamen neuen Anleihekaufprogramme, kurzfristige Reaktionen. Die Folgen dieser Maßnahmen jedoch werden Jahre wirken, wenn man sie denn beschließen sollte. Und daher sehe ich zumindest für den Moment jede Rallye als Gelegenheit an, bestehende Long-Positionen abzubauen und – wenngleich immer mit der dafür immer dringend erforderlichen Vorsicht – Short zu gehen!

Mit besten Grüßen
Ronald Gehrt
(www.system22.de)


Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , , ,

17 Kommentare auf "Die „Fiskalklippe“: No way out!"

  1. FDominicus sagt:

    „So, und jetzt kommt die Schlumpfparade der US-Politiker an und löst das ganze mal eben bis Weihnachten. Behaupten sie zumindest. Vielleicht – ich würde mich nicht wundern – haben diese Damen und Herren vorstehende Problematik noch nicht verstanden? Aber irgendwas müssen sie tun, denn… “

    Die Schlümpfe werden es natürlich bis Weihnachten lösen (oder vielleicht dauert es auch bis Neujahr). Es ist doch einfach die Verschuldungsgrenze wird angehoben und „gut“ is‘

    Ich meine was war denn beim letzten Mal, großes Tamtam, noch größere Gebärden und dann haben beide Seiten den Schwanz eingeklemmt. Denn man will ja nicht „verantwortlich“ dafür sein, daß sich die beste aller Nationen als zahlungsunfähig „outet“.

    Wieso sollte ich glauben diesmal sei es anders? Ich wette auf irgendein neues Wirtschaftsprogramm, mit noch mehr neuen Schulden. Den schließlich ist man ja nicht Irgendwer sondern die USA.

  2. Edwin Glaser sagt:

    Sicherlich gibt es eine Lösung. Von Volker Pispers. 30% Erbschaftssteuer auf alle Geldvermögen.

    Wir sollten die Entwicklung der letzten 30 Jahre aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Ohne die explodierenden Konsumentenkredite währen die Unternehmen auf der Massenproduktion sitzen geblieben. Bei ausreichend hohem Masseneinkommen hätten die Unternehmen keine Gewinne gemacht.

    Ohne diese uneinbringlichen Schulden könnten wir sowieso keine Geldvermögen vererben. Unsere Generation hat 30 Jahre lang Party gefeiert. Nun ist unser System an seine Grenzen gestoßen. Für die nächste Generation mnüssen wir mit unseren unsinnigen Geldvermögen unsere uneinbringlichen Schulden steichen.

    • FDominicus sagt:

      Wie blind von mir:
      „30% Erbschaftssteuer auf alle Geldvermögen.“

      Diebstahl als Lösung, ich frage mich warum das seit ca 50 Jahren nicht so funktioniert. Warum nicht 50% Steuer. Es muß doch wohl möglich sein die Umverteilerei noch weiter zu treiben, oder?

      • samy sagt:

        Moin,

        warum nicht 91%? Krugmann erinnert an solche Einkommenssteuersätze, da lebte Amerika noch im Wohlstand.

        http://www.nytimes.com/2012/11/19/opinion/krugman-the-twinkie-manifesto.html

        Die Frage ist doch, wie hoch müssten die Steuern sein, damit man die Schulden abbauen kann? Und welche Bevölkerungsschicht müsste noch heran gezogen werden? Sicherlich nicht nur die oberen 10 000 …

        VG

        PS: Wenn das so weiter geht, erleben wir noch den Untergang der Unterschicht (!), dass ist der eigentliche Treibsatz.

        PSS: Es gibt bald keine Twinkie mehr in den USA. Der Untergang einer (Ess-) Kultur. What comes next? Mac Donald’s? Auch das sind Zeitzeichen.

        • FDominicus sagt:

          „Die Frage ist doch, wie hoch müssten die Steuern sein, damit man die Schulden abbauen kann? “

          Also ob dies ein Ziel wäre. Man braucht nur ein abbauen, die ganzen unbezahlbaren Versprechungen. So wie es sich präsentiert geht es aber niemals um „weniger“ ausgeben sondern immer nur um „mehr“ einehmen.

          Stellen Sie sich mal vor jeder Staatsangestellte und Politiker bekäme für jedes % Defizit 5-10 % vom Lohn abgezogen. Wie schnell dürfte es da zu ausgeglichenen Haushalten kommen? Man würde sogar womöglich darüber diskutieren hören was denn social welfare so kostet.

          Derzeit geht es doch wie bei den Grünen als es um die Entscheidungen über Hart IV ging. Dort hieß es, es wurde entschieden nach dem was man hat statt nach dem was benötigt wird….

          Nein mehr Steuern ist nicht die Lösung sondern „weniger ausgeben“. Aber das ist so ungfähr wie Weihwasser für den Teufel. Denkt man es „nur“ an geht es sofort um „kaputtsparen“.

          • Lotus sagt:

            Für Deutschland eine einfache Sache, wenn man denn wirklich bei den Steuern, die heute schon bestehen, genauer hinsehen würde. Eine Reportage dazu gab es erst kürzlich, als ein Beamter in einem Finanzamt berichtete, daß er die Anweisung hätte, Millionäre und Milliardäre nicht genauestens unter die Lupe nehmen zu dürfen. Er meinte, daß Milliarden Steuern verloren gingen, da Kontrollen und Prüfungen nicht erwünscht seien.

            Da frage ich mich ersthaft, wovon im Bundestag eigentlich geredet wird, wenn eine solche Reportage gar keine Konsequenz hat. Wo bleibt die Opposition, die diese Misstände beim Namen nennt und für Abstellung sorgt? Eine Neuverschuldung könnte zumindest verringert, wenn nicht vermieden werden. Genauso sieht es bei den Steuerverschwendungen aus, die jedes Jahr bekanntgegeben werden, jedoch zu keinerlei Konsequenzen führen. Dazufolge kann man dieses Institut abschaffen.

            Aber am schlimmsten sind die ewigen Debatten/Diskussionen von Problemen, die schon Jahre bestehen. Deutschlands zögerliche Beschlußfähigkeit kostet dem Staat am meisten. Die im Bundestag und im Bundesrat Aktiven sind von Feigheit und Mutlosigkeit nicht zu überbieten, was sich auf Unternehmen und Bürgerschaft überträgt. Je lahmer Politiker, desto lahmer die Wirtschaft und deren Bürger. Frau Merkel als Kanzlerin ist das Spiegelbild des Bundestages/Parteien, die ihre Verantwortung an andere abschiebt und wartet, bis der Druck und der Schaden eintrifft. Insofern hat Frau Höhler recht. Diese Frau lähmt insgesamt die Zukunft Deutschlands, da Ziele völlig willkürlich und nichts sagend formuliert werden. Diese Worthülsen hat sich der gesamte Bundestag angenommen, denn verantwortlich ist niemand mehr. Den Schaden der Überschuldung wird demzufolge die Allgemeinheit übernehmen müssen. Denn wer nichts sagt, kann nicht den Kopf/Posten verlieren.

            Lieben Gruß

          • FDominicus sagt:

            „Wo bleibt die Opposition, die diese Misstände beim Namen nennt und für Abstellung sorgt?“

            Opposition? Die gibt es nicht mehr. Die einzige Partei die tatsächlich gegen diese ganzen Rettungsschirme gestimmt hat, war die Linke. Die sind zwar Opposition, für mich aber nicht wählbar. Und ganz sicher keine Alternative.

            Ich weiß nicht wie Sie es mit Ihrer Steuer handhaben, Ich persönlich kann Ihnen nur sagen, das Steuerecht alles ist nur nicht Recht. Es gibt in diesem Bereich wenig Rechtsicherheit und sehr viele Dinge die in keinem Gesetz stehen sondern in Durchführverordnungen. Hier hat sich das Finanzunwesen einen Bereich eingerichtet, den man nur als willkürlich bezeichnen kann. Wenn Sie meinen gehört zu haben, es soll bei irgendwelchen Leuten nicht so genau hingeschaut werden, hat das genau wieviel mit Recht und wieviel mit Willkür zu tun?

            Und die großen Möglichkeiten zum Sparen liegen nicht in Steuern sondern ganz einfach bei den Subventionen. Also warum werden nicht einfach alle Subventionen abgeschafft?

          • samy sagt:

            Hi

            nö, meine Frage war rhetorisch gemeint. Gehrt sagte in seinem Thread das, was ich seit 2009/2010 meinen Bekannten sage, nämlich das es sein kann, dass es keine Lösung mehr gibt. Todsparen oder Superverschuldung, beides sinnlos. Das Auto ist eingeparkt.

            Krugmann kann nicht einfach die Steuersätze der 50’er auf heutige Verhältnisse übertragen. Das ist schon im Ansatz sinnlos.

            VG

            @Fdomenicus

            Die Antwort gehört etwas weiter nach oben, zu Deiner/Ihrer Antwort.

          • FDominicus sagt:

            @Samy, Ich verstehe was Sie meinen. Hab es aber bei Ihrem vorherigen Eintrage anders verstanden.

            Es gibt nur kein Todsparen und jeder Verschuldung wird auf die eine oder andere Weise eliminiert.

            Rein hypothetisch. Stellen Sie sich vor die Staaten hätten sich an die Gesetze gehalten und nicht auch noch Persilscheine für „systemrelevante“ Banken ausgestellt. Was passiert mit den „Schulden“ einer Bank? Nun die Gläubiger müssen diese Schuld abschreiben.

            Perfide an unserem Banksystem ist aber, daß die Guthaben der Bank eben auch verliehen werden. Die Bank ist zwar verpflichtet diese Guthaben flüssig zu haben, der Gesetztgeber hat das aber aufgeweicht und im Extremfall geht es soweit, daß Banken weiter Ihre Forderungen eintreiben dürfen, Guthabenhalter aber nicht an Ihr Geld kommen.

            Somit sollte zumindest eines klar gestellt werden. Banken die Sichtguthaben ohne Rücksprache mit dem Kunden ausleihen sind als Betrüger zu behandeln.

            Es wäre auch vernünftig das größte Betrugskartell zu zerschlagen. Und das sind nun einmal Zentralbanken, Mindestreserve und Geld als Kredit wird immer eskalieren. Kann ja nicht anders sein, wegen ungedeckter Versprechungen. Ich kann Ihnen versprechen meine Idee wird Sie „reich“ machen, das müssen Sie mir aber nicht glauben.

            Somit wird es immer eine Lösung geben. Diese wird nur mehr oder weniger schlimme für all aussehen. Man kann weitermachen bis die gesamte Währung zerbricht (dann gilt wirklich. Zurück auf Start) oder man könnte anfangen die Kreditpyramiden abzubauen. Da das aber offenbar nicht gemacht wird, sondern im Gegenteil ein neue gehebelter Kredittopf (der ESM) aufgemacht wir, sieht man es soll nicht gelöst werden, es soll Zeit gewonnen werden, damit das „Wunder“ geschehe.

            Mit Wundern rechnen scheint mir eine ziemlich schlechte Idee zu sein…

      • MARKT sagt:

        Diebstahl als Lösung ist nie legitim.

        Denen Dieben aber einen Teil der Beute wieder abzunehmen daf angedacht werden.

        Versuchen Sie es einmal nicht nur aus dem Eigenen, offensichtlich doch sehr engen Blickwinkel zu sehen, und Sie würden den Weg der großen Umverteilung erkennen.

        Ob die Erbschaftssteuer allein der richtige Weg ist, age ich zu bezweifeln. Aber Vermögen ab 100 Millionen zeitlich begrenzt zwischen 2 und 8% progressiv (8% ab einem Vermögen größer 1Mrd.) zu belasten, würde die Haltbarkeit des Systems menschenwürdiger verlängern als der derzeit eingeschlagenen Weg der Umverteilung von fleißig auf reich über den Umweg der KApitalmärkte. Rettungspakete gleich zinsgarantien für Superreiche und Banken auf selbst geschaffenens KApital.

        Es sollte nicht der belastet werden, der sich 100.000,- € zusammengespart hat. Auch nicht der, der sich durch Engagement und Investitionen (Risiko) überschaubare Millionensummen zusammenge-(spart/rafft) hat. Es muss die treffen, die nur (selbst geschaffenes) Geld verleihen. Die ein System mit allen Mitteln erhalten, dass eine Vielzahl Ihrer Gläubiger in Bedrängnis bringt und dann dafür sorgt das eine Mehrzahl der Bürger (überwiegende Mehrheit) aufgrund von Unwissenheit und fehlender Handlungsmöglichkeit in Not gebracht wird.

        Oder wir schalten einfach unser Gehirn ein und machen uns vom Konsumwahnsinn weitgehend unabhängig. (Wahrscheinlichkeit kleiner 1%) da mit aller Macht daran gearbeitet wird möglichst viele von Bildung fern zu halten. Dabei profilieren sich die staatlichen Bildungseinrichtungen Jahr für JAhr aufs Neue.

  3. Adam Smith sagt:

    Der Konsument findet nichts, um „richtig“ Geld auszugeben, der Unternehmer findet keine sinnvolle Investitionschance. Immer das selbe in stagnierenden Gesellschaften: zu viele Anwälte mehr als genügend Kaufleute und ein Mangel an Techniker. Es will ja auch keiner einen Fleck auf dem Labormantel!

    Das Übergewicht und die Dominanz der Anwälte hat der damalige SONY Vorsitzende schon in den 80er Jahren mit Blick auf die stagnierende US-Economy festgestellt. Seither ist viel Wasser die Donau hinuntergeflossen. Und in den USA wurden über 20 Jahre nur Chimären produziert. Große Sprüche und eine Ökonomie die auf Betrug an den den gutgläubigen (Bank)Kunden ausgerichtet ist. Die Felder, in denen die USA wirklich fortschrittlich ist, sind kleiner geworden, die ebenfalls kleinen modernen städtischen Regionen auch. Was sich ausgeweitet hat, sind innerstädtische Wildwestregionen: Der Rückstand der Infrastruktur ist gigantisch und ist in einem 3.Welt-Land nicht oft zu finden.

    Wer ist auf dem Weg zum Hauptstadtflughafen JFK in Brooklyn an der Ampelkreuzung in ein Schlagloch gefahren, so tief, daß der Reifen verschwand und die Achse auf dem Pflaster aufschlug: ich! Wer wurde zum Scheibenwaschen an einer großen Kreuzung in Queens gezwungen durch Nachdruck mit einem Steinewerfer am Straßenrand: ich in 2011! Wer war überwältigt von der technischen Rückständigkeit in der Fläche: ich in 2011! Ein technscher Stand der Infrastruktur wie bei uns gibt es wirklich nur in ganz kleinen Leuchtturmgebieten, aber auch da nicht wirklich überzeugend und schon gar nicht besser.

    Amerika, du hast es besser: vor allem mehr Luft nach oben und Investitionsmöglichkeiten!

    Smith Adam

  4. Lickneeson sagt:

    Meiner Meinung nach gibt es nur einen vernünftigen Weg zu einer stabilen Wirtschaft. Deglobalisierung und Entschleunigung.Klar, scheint praktisch unmöglich zu sein, wo wir doch alle so schön vernetzt sind.

    Aber welche Lebensqualität hat man in den letzten 20 Jahren denn hinzugewonnen?Plasma TV für jeden zu einem Spottpreis?Selbst auf einem Plumsklo in Alaska via Smartphone 24 h erreichbar zu sein?Im tiefsten Winter um 22 Uhr in der shopping Mall Südfrüchte + Kugelfische kaufen?Sprechende Autos?
    Oder die freie Wahl des Arbeitsplatzes in der EU?Hmmm…

    Die einzigen Gewinner sind die Weltkonzerne, die ihre Produkte weltweit zu einem Vielfachen ihrer Produktionskosten an uns dumme Schweine verticken.Adidasschuhe aus Indien, Apple IPhones dank taiwanesischer Sklavenmanufaktur,Fisch aus dem Victoriasee.Toll.
    Durch die neuen Sklaven werden alte Industriestaaten gezwungen in ihren natinalen Restfilialen Dumpinglöhne und Leiharbeit zum neuen Standard zu erheben.Jaja, der Wettbewerb.

    Den Märkten war das alles bislang egal.Nachfrage-Absatz-Gewinn.Punkt.

    Eine neue Ordnung würde zwangsläufig zu einem drastischen Einbruch der Nachfrage fast sämtlicher, aber vor allem sinnloser Luxusartikel führen.Na und?Das jetzige Casinosystem nutzt wem?
    Alles blickt auf China + Co., Wahnsinn, diese Wachstumsraten und die rasante Entwicklung.Wo denn? Ausser riesigen Glas/Stahlmetropolen und Milliardengewinne einiger Parteiheinis + Konzerne dümpeln über 80 % der Bevölkerung im Dreck herum und verkaufen ihre Arbeitskraft und Gesundheit, damit bei uns ein Hartz 4 Empfänger eine „Stoned Washed Jeans“ für 6 Euro kaufen kann.Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man sich totlachen.

    In der Ernährungsbranche(vor allem Vieh) gibt es auch nur wenige Gewinner.Globale Fleischkonzerne bedienen die neuen „Reichen“ in den Emerging Markets, verarbeitet wird das Fleisch von Subunternehmern innerhalb der Konzerne, die oft wieder eigene Subunternehmer haben, die noch weniger verdienen.Und Willi und Michel sind happy, das ihr Schnitzel genauso billig ist wie 1970, während Benzin um einige 100 % teurer wurde.

    Wie dem auch sei, egal von welcher Klippe wir abschmieren, es kann
    für den Grossteil der Bevölkerung nur besser werden, wenn man den Konsumirrsinn nicht mitmacht.Vorerst werden sie weiterdrucken, aber da ja bekanntlich kein Problem dadurch gelöst wird, dürfen wir alle weiterfeiern, Schulden machen, überteuerten Schrott kaufen und uns ganz der globalen Bedarfserweckungsindustrie hingeben.Amen.

    Diogenes

    • FDominicus sagt:

      „Meiner Meinung nach gibt es nur einen vernünftigen Weg zu einer stabilen Wirtschaft. Deglobalisierung und Entschleunigung.“

      Das bekäme man sofort hin, mit einem Geld als Wert und Investionen die durch Gespartes statt Gedrucktes finanziert worden wären. Aber genau das wollen die Poliker ja nicht. Die möchten „mehr“ Druck, damit sie mehr davon für sich ableiten und arbeiten lassen können.

      Konsumirrsinn? Von wem der Irrsinn von Bedarf vs. dem wa man hat, hat doch alle Problem gebracht. Der Staat wirkt überall preistreibend, und die Leute müssen immer mehr leisten nur um die „Staatsdiener“ zu unterhalten. Sie arbeiten doch inzwischen nicht mehr für sich sondern für den Apparat. Schauen Sie sich doch die Abgabenquote in Deutschland einfach mal an.

      • Lickneeson sagt:

        „Wie dem auch sei, egal von welcher Klippe wir abschmieren, es kann
        für den Grossteil der Bevölkerung nur besser werden, wenn man den Konsumirrsinn nicht mitmacht.“

        Die Verbesserung der Lebenssituation entsteht eben durch den Verzicht auf den sinnlosen Konsum.Hätten wir mehr Geld, würden wir noch mehr Dreck kaufen, nur eben nicht auf Pump.

        Die gesamte Weltschuldensituation locker aus der Hüfte dem Beamtentum zuzuschieben ist so einfach wie falsch.

        Das System MUSS kollabieren,denn die Politiker werden sich(in ihrer Amtszeit) niemals selbst ins Knie schiessen.Sie kürzen ja auch nicht ihre Diäten.Auch Nebeneinkünfte im einstelligen Millionenbereich sind erlaubt.Ganz im Ernst, wieviele Lichtjahre sind diese Gestalten denn bitte von ihren Bürgern entfernt? Mich wunderts, das immer noch Lemminge zur Wahl gehen.

        Eigentlich dürfen wir alle entspannt bei dem Welttheater zusehen, bis irgendwann sonntags unsere Bankguthaben nur noch 30-50 % ihres Wertes aufweisen und die ganze Sosse von vorne beginnt.

        Grüsse

        • FDominicus sagt:

          „Eigentlich dürfen wir alle entspannt bei dem Welttheater zusehen, bis irgendwann sonntags unsere Bankguthaben nur noch 30-50 % ihres Wertes aufweisen und die ganze Sosse von vorne beginnt.“

          Es hört sich lahm an aber wenn Sie Ihr Geld in der Form von Euros auf Konten in Deutschland lassen, werden Sie sicherlich so überrascht werden. Noch können Sie aber ohne Reichsfluchtsteuer Geld tauschen, weltweit anlegen und/oder auch in etwas stecken von dem Sie glaube/wissen, es behält seinen Wert.

          Ja die Fundamente für den nächsten Zusammenbruch sind gelegt und der Weg vor dem Zusammenbruch nämlich statt Kreditgeld ein Geld mit Wert wird nicht gegangen und damit kommt von Mises zum tragen:
          „Es gibt keine Möglichkeit, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu verhindern, der durch Kreditexpansion erzeugt wurde. Die einzige Alternative lautet: Entweder die Krise entsteht früher durch die freiwillige Beendigung einer Kreditexpansion – oder sie entsteht später als finale und totale Katastrophe für das betreffende Währungssystem. “

          Der Fastkollaps hinein nach WWK I hat die Zentralbank mit einem Druckprogramm ohne gleichen (für diese Zeit gestartet) zwischen 1913 – 192x wurde die Geldmenge um 2/3 aufgebläht. Die Leute waren damals noch nicht auf eine derartige Inflation eingestellt, was eben Riesenfehlinvestionen nach sich zog. Die dann Roosevelt mit Anhebung von diversen Preisen noch mal so richtig durchrührte. Danach implodierte die Wirtschaft und hat eine Deflation hingelegt, die auch beispiellos war.

          Heute sind wir „etwas“ abgebrühter was die Paperzwangszahlungsmitteldruckerei angeht. Was aber nicht heißt wir kommen um den Offenbarungseid herum. Ich persönlich glaube eher an mehr als eine Werthalbierung. Ich denke in kurzer Zeit wird der Geldwert um mehr als 2/3 bis 3/4 zusammenfallen. Leider weiß ich nicht wann es soweit sein wird…

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.