Die Existenzgründer verschwinden…. hier ist der Grund

22. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Ich habe festgestellt, dass das 21. Jahrhundert bisher ein einziger Flop war. Ich habe mich dabei viel auf die Wirtschaft bezogen, doch genauso gut kann man seinen Fokus da auf Bildung, Gesundheitsversorgung, menschliche Freiheit, Sicherheit, Politik oder Kriege lenken…

In nahezu allen Bereichen scheinen die Dinge menschenunwürdiger zu werden. Wir sind weniger reich, weniger sicher und vermutlich auch weniger klug, als wir es vor 15 Jahren waren…

Der Fluch des Alterns

Manche Dinge sind einfacher zu bemessen, als andere. Beispielsweise ist es schwierig, Wohlbefinden oder Fröhlichkeit zu messen. Verfügbares Einkommen hingegen lässt sich einfach bemessen. Die Menschen in den Vereinigten Staaten haben heute nicht mehr so viel Geld zur Verfügung, das sie ausgeben können, wie noch im vergangenen Jahrhundert.

Und doch, soweit ich weiß, sind die Menschen heute durchschnittlich glücklicher als je zuvor. Ich möchte mich an einer Erklärung des „Warum“ versuchen. Wieso ist das einundzwanzigste Jahrhundert eine solche Enttäuschung? Das weiß niemand genau.

Aber ich schlage eine einfache Hypothese vor: Die Menschen werden älter. Nicht, dass älter werden eine Enttäuschung wäre. Das Gegenteil ist der Fall: die Menschen sind im Regelfall eher enttäuscht, wenn sie nicht in der Lage sind, älter zu werden. Der Tod ist die einzige bekannte Alternative. Und die meisten Menschen versuchen, das zu vermeiden.

Nichtsdestotrotz neigt eine alternde Population dazu, die Wachstumsrate der Wirtschaft zu bremsen. Für viele Leser erscheint es vielleicht geschmacklos, über alte Menschen als Bremse der Weltwirtschaft zu denken. In der Mainstream-Presse fasst diese Idee mehr und mehr Fuß. Erst vor kurzem veröffentlichte das Wallstreet Journal eine Studie des International Monetary Fund. Dieser legt nahe, dass die „alternde Gesellschaft und eine niedrige Produktivitätsrate sich zusammenschließen und die Wachstumserzeugnisse verringern“.

Geschwindigkeitslimits des Wachstums

Am Ende des 20. Jahrhunderts legten Experten und Investoren ihre Hoffnungen darauf, dass neue Technologien, vor allem auf das Internet, diese „Geschwindigkeitsbegrenzungen“ aushebeln würden. Diese neuen Wunderdinge sollten uns dazu befähigen, Wohlstand ebenso zu erschaffen, wie es die Zentralbanken machen: ohne Geld zu sparen oder in Schweiß auszubrechen.

Manche hofften sogar, dass dies uns helfen würde, unsterblich zu werden… wie die Götter. Aber wir sind im Jahr 2015…. und die Begrenzungen sind immer noch da. Tatsächlich haben sie die Wachstumsgeschwindigkeit sogar noch mehr herunter gesetzt.

Laut IWF erlegen alte Menschen der Wirtschaft eine Verlangsamung zwangsweise auf: Eine wirtschaftliche Geschwindigkeitsbegrenzung – auch als potentielles Erzeugniswachstum bezeichnet – schreibt vor, wie zügig die Produktion von Gütern und Dienstleistungen erweitert werden kann, ohne eine wachsende Inflation zu bewirken. Wenn alte Menschen eine Bremse für den Fortschritt sind, dann ist eine Technologie, die es den Menschen erst möglich macht älter zu werden, nicht die richtige Formel für wirtschaftlichen Erfolg.



Die amerikanische Wirtschaft – ein Pflegeheim

von Bill Bonner 

Der Schlüssel des Alters ist, dass es passiert, egal was man denkt. Was bedeutet das? Es bedeutet, die „alten Nationen“ – ihre Wirtschaftsgüter und ihre Institutionen, zumindest diejenigen, die von der Population, Einkommen und Kreditwachstum abhängig sind – sind „gefesselt an ein Tier dem Tod geweiht“ und werden wahrscheinlich nicht in ihrer aktuellen Form überleben.

Heutzutage sind diese Nationen, einschließlich der USA, Opfer der Demographie. Ältere Menschen bekommen mehr Geld vom Staat. Und sie müssen weniger Steuern bezahlen. Und aus offensichtlichen Gründen, verlangsamen sie das BIP: sie steuern keine Produktionsleistung bei, sondern leben von ihnen. Wenn die Menschen altern, dann altert die ganze Gesellschaft – also ihre Institutionen, Gesetze, ihre Bräuche, Wirtschaft und Märkte – gleichermaßen mit.

All dies wird dann so gewohnt, bequem und heruntergekommen, wie ein ausgelatschter Schuh. Eine Wirtschaft ist nie unabhängig von den Menschen, die in ihr leben. Die Wirtschaft altert mit ihnen. Und wenn sie das Rentenalter erreicht haben, bekommt die Wirtschaft Arthritis.

Wirtschaftliche Pflegefälle

Selbst das Congressional Budget Office (CBO) hat nun festgestellt, wie die Staatsschulden das Wachstum hemmen:

„Steigende Schulden der Regierung entziehen auf lange Sicht generell das Geld aus privaten Investitionen in produktives Kapital, weil der Anteil der Ersparnisse der Menschen, den sie nutzen, um Staatsanleihen zu kaufen, nicht mehr ausreicht, um private Investments zu finanzieren.“ (CBO, Juli 2014)

Wieso muss sich die Regierung so viel Geld leihen?

Vor der Erfindung des Wohlfahrtstaates wurden alle größeren Darlehen für Kriege genutzt. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die meisten der Industriestaaten, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten, auf irgendeine Weise große Darlehen aufgenommen, um soziale Programme zu finanzieren. Doch weder Schulden noch Ausgaben tragen zu einer innovativen, dynamischen und wachstumsorientierten Wirtschaft bei. Stattdessen produziert dies eine Wirtschaft, die aussieht, wie die Menschen, die in und von ihr leben – alt, knirschend und dem Bedarf einer Rund-Um-Die-Uhr-Pflege.

Sowie die Menschen älter werden, desto weniger neue Geschäfte entstehen. „Das andere Altern Amerikas: die steigende Dominanz von alten Unternehmen“ lautet der Titel einer großen Studie der Brooking Institution. Darin zeigten Ian Hathaway und Robert Litan, dass die amerikanischen Unternehmen „alt und fett“ werden. Zusammengefasst zeigen diese Daten deutlich einen Privaten Sektor, der seine wirtschaftlichen Aktivitäten stark auf alte Firmen konzentriert. Ein Trend, der sich nahezu universell durchgängig über alle Sektoren, Firmengrößen und Landstriche zieht…

Ist eine Wirtschaft durchzogen mit alten Unternehmen, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese weniger flexibel, weniger produktiv und weniger innovativ arbeiten kann, als eine Wirtschaft mit einem größeren Prozentsatz an neuen und jungen Unternehmen. Junge Menschen versuchen neuen Wohlstand zu schaffen. Alte Menschen versuchen das zu halten, was sie sich als Wohlstand sicher glauben. Sie sind weniger unternehmerisch. Zudem sind sie vermutlich auch eher erpicht darauf, ihre Geschäfte und Gewerbe vor einem Wettbewerb am Markt zu schützen. Was allerdings auch Teil des Grundes dafür ist, dass es weniger Unternehmensgründungen gibt ist, dass es erheblich schwerer geworden ist, in Amerika eine neue Firma in den Markt einzuführen.



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Quelle: Kapitalschutz Akte
Die amerikanische Wirtschaft – ein Pflegeheim (von Bill Bonner)
Die Existenzgründer verschwinden…. hier ist der Grund (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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15 Kommentare auf "Die Existenzgründer verschwinden…. hier ist der Grund"

  1. Helmut Josef Weber sagt:

    Sehr geehrter Herr Bonner,
    Sie sollten bedenken, dass wir alten Leute aber auch dafür sorgen, dass es überhaupt eine Pharmaindustrie in dieser Größe gibt, denn etwa 90 % der Krankheiten, die in einem Menschenleben auftreten, treten nach der Rente auf.
    Was würde die Ärzte ohne die über Fünfundsechzigjährigen machen; sehen Sie sich einmal die Alterspyramide in einem deutschen Wartezimmer eines Arztes an.
    Was würde passieren, wenn morgen alle Menschen über 65 tot umfallen?
    Gut- bei der Rentenversicherung ist dann Party, denn den Rest schaffen die Leute auch noch mit nur noch 10% der heutigen Belegschaft; ebenso bei den Krankenkassen.
    Aber wohin mit den ganzen Beiträgen, arbeitslosen Ärzten, Beschäftigten im Gesundheitssystem, Pharmaindustrie, der Altersheime, Pflegestationen, Krankenhäuser usw.
    Dafür, dass die Kosten für das Gesundheitssystem noch einigermaßen tragbar bleibt, sorgen ja schon die Raucher.
    Ich wohne in Spanien, daher sind die nachfolgenden Zahlen etwas spanienlastig.

    Nichtraucher werden das spanische Sozialversicherungssystem ruinieren.
    Denn–statistisch stirbt ein Raucher etwa 12-20 Jahre eher als ein Nichtraucher.
    Laut der Statistik aus dem Jahre 2008, hat ein Mann in Spanien eine Lebenserwartung von 76,6 Jahre und eine Frau von 83,45 Jahre.
    Somit stirbt ein rauchender Mann mit etwa 56 bis 64 Jahre und eine rauchende Frau mit etwa 63 bis 71 Jahre.
    Bis dahin haben beide fleißig Rentenbeiträge und Krankenkassenbeiträge gezahlt, waren selten krank, denn 90% der Behandlungskosten treten statistisch erst in dem Alter auf, in dem ein Raucher schon längst tot ist.
    Einen lungenkrebskranken Raucher auf den Friedhof zu bekommen ist nicht teuer. Operationen sind meistens nicht mehr möglich und ein paar Chemos kosten nicht viel. Aber 12-20 Jahre mehr Rentenzahlungen, jede Menge Alterskrankheiten, ja sogar der Pflegefall ist möglich; das kostet der Securidad Social jährlich zig Milliarden.
    Die dann wegfallende Tabaksteuer kann dabei noch vernachlässigt werden.
    Es ist aber alles noch „viel schlimmer“, denn in der heutigen statistischen Lebenserwartung sind ja schon die Raucher „mitgerechnet“ oder besser gesagt „heraus gerechnet“.
    Denn würde niemand rauchen, dann wäre die statistische Lebenserwartung noch viel höher. Männer würden dann über 80 Jahre alt und Frauen über 90 Jahre.
    Also mindestens etwa 15 bis 25 Jahre Rente und gesundheitliche Versorgung.

    Und— es gäbe keine Bevölkerungsgruppe, die Ihren Artikel lesen würde.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Ro!and sagt:

      Danke Herr Weber für den Denk-Anstoß. Sobald es Zigaretten auf Kassenrezept gibt, werde ich sofort das nachholen, was ich die letzten 46 Jahre so sträflich vernachlässigt habe. Als Kompensation meines verwirrten Geistes und um für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, werde ich meine Kinder sofort bei erreichen der nötigen Altersgrenze an den Tabak-Genuss heranführen.

      Ich hoffe, dass ich damit meinen Anteil an der Gemeinschaft erbracht habe und eine kleine Wolke im Himmel damit für mich reserviert ist. Gerne können Sie, sobald sie dort eintreffen, ein Handtuch für mich auf meine Wolke legen, damit mein Besitzstand bewahrt bleibt, falls es zu viele NachahmerInnen geben sollte und er Platz dort oben knapp zu werden droht.

  2. Habnix sagt:

    Bei einer Überalternden Gesellschaft lässt nur deswegen die Produktivität nach,weil der ältere Mensch sich nicht mehr jedes Teil was neu auf den Markt kommt kauft und gelernt hat sich mit dem nötigsten zu versorgen und nicht nach mehr und mehr schreit.Er kann unterscheiden was er wirklich braucht zum Leben.Aber wie kam es überhaupt zu eine überalternden Gesellschaft ?
    Das kann ich aus meiner Sicht schon schreiben.Die Geburtenstarken Jahrgänge und ich zähle mich dazu, Jahrgang 1961, 8 Geschwister ,sind aus meiner Sicht nicht erwünscht.

    Nein, so was ist doch „Asozi…“

    Statt Hilfe zur Selbsthilfe für Familien mit vielen Kindern,haben wir Ausgrenzung erfahren.Das prägt.Man erntet was man säet.

    Eine Prophezeiung wird da doch kommen.

    Wir die Geburtenstarken Jahrgänge werden verschwunden sein,dann könnte das wirklich werden .

    Johannes von Jerusalem, Weissagungen, vor ca tausend Jahren

    „Wenn das Millennium einsetzt, das auf das Millenium fogt
    Wird der Mensch mit jeglichem Leben wuchern
    Jegliches Leben wird vom Wucherpreis geschändet:
    Tiere, Pflanzen, selbst Wasser und Luft (!!!)
    Kein Leben wird länger Gabe Gottes sein,
    jegliches Leben wird dem Wucher unterworfen
    sogar der Wert des Menschen selbst
    …………………..

    Wenn das Millennium einsetzt
    Das auf das Millennium folgt
    Macht sich der frevelnde Mensch daran,
    das Antlitz der Erde zu zerstören.
    Als einen Beherrscher und Zwingherrn
    Der Forste und Weiden wird er sich sehen.
    Bald hat er Erde und Firmament durchpflügt,
    hat seinen Pflug durch Ströme und Ozeane gezerrt.
    Aber das Land wird geschändet sein….
    ………………….
    Er brüllt seine Befehle
    Sucht geifernd göttliche Herrschermacht
    Aber er ist maßlos in seinem Wahn
    ………….
    Stürzt zuletzt in die abgrundtiefe Schlucht

  3. Habnix sagt:

    „Alte Menschen versuchen das zu halten, was sie sich als Wohlstand sicher glauben. “

    Altersarmut?

    Wenn ich auf das sehe was wir haben und wir haben Unsichere Verhältnisse und Unsichere Verhältnisse das ist kein Wohlstand der zu erhalten ist.

    Aber ich sehe zurück und erkenne das wir die Arbeitnehmer nur als Sklaven gehalten wurden und zu keiner Zeit je Frei waren.Der Artikel widerspricht sich fällt mir gerade so auf.Auch in Zukunft werden Arbeitnehmer versklavt sein,schon allein deswegen, weil der Arbeitnehemer immer ein möglicher Konkurrent werden kann.Den auszuschalten durch versklavung, ist das beste Mittel.

    Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Kapital erlaubten Freiaum nicht mit Freiheit,denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen sich Unabhängig zu versorgen ist die wahre Freiheit.Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung Lohnabhängig sind,was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.

    Wirtschaft ist Krieg im Frieden.Erst wird der Konkurrent und der mögliche Konkurrent(Arbeitnehmer) bekämpft und falls das Ziel erreicht und es nichts mehr zu gewinnen gibt,folgt der Satz: “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”

    “Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”, lautet ein berühmtes Zitat des preußischen Generals Carl von Clausewitz,der Anfang des 19. Jahrhunderts in den napoleonischen Kriegen eine entscheidende Rolle spielte.

  4. bluestar sagt:

    Jetzt wissen wir endlich, warum Rentner CDU wählen…
    Aber im ernst, Alter allein ist kein Merkmal von bestimmten Denken und Handeln. Es prägt nur im Laufe des Lebens angeeignete Fähigkeiten oder Mängel stark aus.
    Eigenverantwortung, Freiheitsdrang, Denkfähigkeit, Gerechtigkeitssinn, Innovationsfreude und Kreativität lassen sich niemals spezifischen Altersgruppen zuordnen.
    Die gesamte Gesellschaft ist träge, verblödet, unterwürfig und staatsgläubig geworden.
    Vor Betreutem Wohnen wird vom Volke Betreutes Denken gern in Anspruch genommen.
    Die Hauptversorgungslücke befindet sich dann zwischen den Ohren.
    Der sogenannte Sozialstaat tut alles damit das so bleibt – und die Rüstungs-und Finanzmafia weiterhin den Planeten mit Ihren Menschen versklaven können.

  5. holger sagt:

    Nach langer Zeit mal wieder, weil das Thema viel zu spannend ist, und oft belächelt. (Obwohl Sigi das jetzt wohl auch auf der Ampel hat via n-tv PK gerade)

    Tja, dieses Altern, die Demographie. Obwohl die USA mE doch gar nicht so betroffen ist. Am deutlichsten sieht man das wohl an Deutschland mit der Baby-Boomer Welle. Ich frag mich ernsthaft, wie das so alles funktionieren soll in Zukunft. Es gehen ab jetzt, jedes Jahr 350.000 bis 500.000 Boomer in Rente. Der Höhepunkt wird erreicht, wenn die Generation 1965 dran ist. Es sind rund 1.300.000 die dann in den „Ruhestand“ wechseln werden. Das wäre dann in 15 Jahren. Demgegenüber stehen aus dem Jahrgang 2010 also die jetzt 5 Jährigen, die dann 20 sind, 600.000 Köpfe. Eine Differenz von 700.000

    Geht man im Schnitt von einer Differenz 400.000/anno aus (es wird ja auch noch gestorben) dann kommen in den nächsten 15 Jahren 6 Millionen „Altersruher/innen“ auf dem Markt. Die wollen auch bedient werden, und hinterlassen eine gewaltige Lücke auf dem Arbeitsmarkt. Wer soll die schließen?

    Das betrifft alle Berufsgruppen. Von der ärztlichen Versorgung, über die Verwaltung, Sicherheitsorgane, Bundeswehr, Gas Wasser Scheixxe Klempner, Lehrer, Rechtsanwälte , Richter… alle alle alle werden betroffen sein, auch die Kirche.

    Ja ja, man lacht noch. Ach das ist ja noch sooo weit weg. Pustekuchen. Es fängt jetzt an. Mit dem Jahrgang 1950 und steigt bis zum Jahrgang 1965 stetig an, um dann rapide steil abzufallen. Innerhalb von nur 7 Jahren (1965 bis 1972) fällt die Geburtenrate auf gerade mal 800.000 Lebendgeburten/anno ab, um im Jahre 2010 bei 660.000 zu liegen.

    Wer ersetzt nun also diese Boomer? Roboter? Chinesen? Gut ausgebildete Leute, die in Indien und Syrien deutsches Verwaltung und Steuer-recht studiert haben?
    Und wer wird die berechtigten Forderungen der Boomer erfüllen können? Neue Hüfte, die dritte Kauleiste? Und die Frechheit ist ja, die wollen alle noch älter werden. Ist so. 😀 Von dem späteren Platzmangel auf Friedhöfen ganz zu schweigen.

    Ich verzichte gerne auf die finanzielle Betrachtung. Mir geht es nur darum, wer soll das alles nur machen und aufrecht erhalten, was so in den letzten Jahren „aufgebaut“ wurde? Wer soll denn die Infrastruktur samt Verwaltung aufrecht erhalten?

    6 Millionen Rentner mehr, was die alleine für einen Verwaltungsaufwand machen. Hier ein Antrag, dort ein Rezept hier ein Rollator. Ach Herr Doktor… 😀

    Ihr lacht noch? Kommt in mein Dorf, auf dem Land ist es doch schön. Hier fällt ein Fachwerkhaus nach dem nächsten bald zusammen. Hier rockt es schon. Man muss nur Geduld haben und abwarten können. Polizei? Ordnungsamt? Was ist das? Wo kein Kläger da kein Richter. Hier wohnen schon 40% Rentner, 50% Boomer, 10% Nachwuchs. Wir haben die Alterspyramide schon gerockt. LOL Für die fitte pfiffige Jugend, die noch hier ist, ist das hier schon zu einen Paradies geworden. Ohne Steuerkarte versteht sich.

    Man muss nur im örtlichen „Netto“ Discounter (ja, haben wir) gucken. Der ist voll auf die Alterspyramide eingestellt und brummt. Die örtliche Grundschule (ja, haben wir auch) die Klassen mit maximal 15 Schöler/innen belegt (aus 5 umliegenden Dörfern angekarrt). Ein Paradies. Wir sind hier so Scheixxe, dass selbst die paar 3-4 „Ausländer“ voll integriert sind. Mehr wollen gar nicht hier her. LOL

    Wir sind so etwas von Langweilig. Selbst Studenten die im nahe liegenden Göttingen (15 km) studieren und dort das 3-4 fache an Miete zahlen, für ein Einzimmerwohnklo, kommen nicht zu uns.

    Was ich eigentlich sagen will: In 15 Jahren werden wir eine ganz andere Gesellschaft haben, mit ganz anderen Anforderungen als jetzt. Man wird sich Aufgrund des mangelnden Nachwuchses auf andere Verhältnisse einstellen müssen. Dass das regional unterschiedlich auftreten wird, gar kein Frage. Aber es wird kommen, und wird alle Bereiche des täglichen Lebens beeinflussen und verändern. Vor 3-4 Jahren habe ich noch dieses Drecks-Kaff verflucht, wollte einfach nur weg. Jetzt, wenn ich mir das so vor Augen führe, was so kommen wird, sage ich: Ich bleibe. Ich kann hier tun und lassen, was ich will. Auf rund 6.000 m² Fläche. Das haben auch meine „Kinder“ (jetzt 18/22) erkannt. Beide studieren ab dem Wintersemester in Göttingen. Der eine dual bei der DLR Luft und Raumfahrttechnik Prototypenbau, der andere Wirtschaftsingenieur. Zukunftsaussichten Doppelplusgut.

    Jeder kann sich eigentlich an dieser Entwicklung orientieren und sich selber einordnen.

    Auf die Jahrgänge ab 1969 kommen rosige Zeiten zu. Denn die müssen das alles wuppen. Wer denn sonst?

    • Skyjumper sagt:

      Sie haben sich zwar um 2 Jahre vertan (wahrscheinlich haben Sie gewohnheitsmässig noch mit Rente ab 65 gerechnet?), aber das schmälert Ihre Analyse nicht wirklich.

      Ja, wer heute noch davon ausgeht mit 63, 65 oder 67 Jahren in Rente gehen zu können wird ein unangenehmes Aufwachen erleben. Wir werden in 15 Jahren, spätestens in 20 Jahren, eine gänzlich andere Gesellschaft haben. Da hat man entweder vermögend zu sein, man bleibt im Hamsterrad bis man tot rausfällt, oder man verfügt über Kenntnisse und Möglichkeiten die es einem erlauben abseits der Steuerkrake mit reduziertem Arbeitsumfang grad so sein Auskommen zu sichern.

      Und das ist die halbwegs optimistische Variante. Möglich, aber m.E.n. recht unwahrscheinlich, ist die ganz optimistische Variante der @KelleOne anhängt: Es finden sich genug Migranten die dumm genug sind unseren Hintern zu retten. Nun glaube ich zwar durchaus dass es genügend Migranten gibt, nur glaube ich nicht daran dass die dumm sind.
      Was mich dann zur pessimistischen Variante bringt. In der gibt es auch viele Migranten, aber die alten und teuren Biodeutschen sind in dieser Gesellschaftsaussicht höchstens noch ein Logistikproblem in der Beseitigung.

      • KelleOne sagt:

        Ich gehe erstmal nicht davon aus, dass alle Migranten dumm sind. Viele die momentan nach Deutschland kommen sind u.a. gut ausgebildete Studenten aus Südeuropa, die sich u.a. der deutschen Sprache bemächtigen und sich bei uns in Deutschland integrieren. D.h. diese Menschen werden hier sicherlich auch mal Kinder bekommen. Man sollte nicht davon ausgehen, dass alle Migranten aus Rumänien oder Syrien kommen, und selbst diese Leute verfügen über Bildung und sind nicht auf den Kopf gefallen. Der Anteil „Sozialfälle“ ist eher kleiner als größer, auch wenn es ihn geben mag. Es gibt unabhängige Studien (Verbände, Banken, Bundesämter etc.), die im Ergebnis davon ausgehen, dass ein Zuwanderungssaldo von rd. 250.000 Menschen p.a. ausreicht um die demografischen Folgen zu minimieren. Dieser Wanderungssaldo ist dabei das positivste Szenario gewesen. Momentan liegt der Wert bei 300.000 – 400.000 Menschen im Jahr. Ob und wie lange es so bleibt ist eine andere Sache. Es gab auch Jahre vor der Finanzkrise mit geringfügiger Abwanderung. Ich denke aber hier liegt momentan eine große Chance für Deutschland die Demografiefalle möglicherweise umschiffen zu können.

        • holger sagt:

          Ist euch es schon mal aufgefallen, dass es einen „Staatsapparat“ gibt, Mit Gesetzen und Verordnungen? Da gehen in den nächsten Jahren Tausende in Pension oder Rente.

          Wer füllt die auf, wenn der „Staat“ in Rente geht? Es geht mir nicht nur um Produktion, sondern auch um die Verwaltung des „Staates“ machen das dann gut ausgebildete Verwaltungsfachangestellt aus der inneren Mongolei aus Syrien aus Libyen aus zentral Afrika?

          Guckt euch doch mal um, wie viel „Staatsdiener“ 55 und älter sind !

          Ich bitte um Antwort. Ich hab keine.

          • Skyjumper sagt:

            Im Jahr 2011 waren ca. 22 %, rund 1,0 Mio., aller Beschäftigten (etwa 4,6 Mio) im öffentlichen Dienst älter als 55 Jahre. (Quelle DBB Beamtenbund)

        • Skyjumper sagt:

          @ KelleOne

          Ich hatte heute Nachmittag einen halben Roman auf Ihren Beitrag geschrieben, aber wohl beim Senden was falsch gemacht …….. schwupps war der Text futsch.

          Daher nun in Ultra-Kurzfassung:
          1) Ich wollte Ihnen keineswegs unterstellen, dass Sie die Migranten für dumm halten. Man könnte mein Posting aber so verstanden haben. Entschuldigen Sie das bitte.

          2) Werfen Sie mal einen Blick in den Migrationsbericht 2013. Sie werden feststellen, dass Ihre Zahlen überholt sind. Der Wanderungssaldo betrug im Jahr 2013 satte 520.000 Menschen. Davon 300.000 aus der EU und 220.000 aus Nicht-EU-Ländern.

          3) Was bedeutet das Abwerben von 300.000 vermutlich gar nicht schlecht ausgebildeten Menschen aus EU-Ländern für deren Heimatstaaten? Und was bedeutet das dann wiederum für Deutschland (so lange es noch eine EU gibt)? Das löst kein Problem, das schafft durch die Hintertür nur andere.

          4) Ich behaupte es geht bei der Migration darum hier Menschen auszunutzen (Lohndumping via Neubürgern die es nicht besser wissen können) und in den „Entsende“staaten Raubbau zu betreiben. Früher wurden Rohstoffressourcen ausgebeutet, heute werden Humanressourcen ausgebeutet. Moderner Kolonialismus. Die oft behauptete win-win Situation kann ich nicht erkennen, eher eine lost-lost Situation.

          5) Alle Studien unterliegen einer vorherigen Zielvorstellung die maßgeblich über die Nutzung von Stellschrauben und Interpretationsräumen bestimmt und damit das Ergebnis der Studie vorwegnimmt. Die Interessenslagen sind klar und nachvollziehbar:
          + Bankenverbände brauchen/wünschen neue Nachschuldner
          + Sozialverbände brauchen/wünschen eine wachsende Klientel
          + Wirtschaftsverbände brauchen/wünschen billige Arbeitskräfte
          + Bundesämter brauchen/wünschen neue Steuerzahler und Einzahler in Sozialkassen
          Eine faktische Unabhängigkeit der Studien ist damit kaum gegeben, sondern besteht allenfalls auf dem Papier.

          • holger sagt:

            Interessant, 4,6 Millionen und davon rund 1,9 Million über 50, habe mal bei Destatis Zahlen rausgesucht. Die Seiten 33-35 und 48-49 Betrachtung ab Ü50 Zahlen gerundet

            https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/OeffentlicherDienst/OeffentlicherDienst.html

            öffentliche Sicherheit Ordnung
            ges. 451.000 ü50 170.000 u25 32.000 (96)
            [ ./. 74.000] minus 17%
            Davon Polizei
            ges. 310.000 ü50 110.000 u25 25.000 (75)
            [./. 35.000] minus 11%
            Rechtsschutz
            ges. 180.000 ü50 68.000 u25 7.600 (23)
            [./. 45.000] minus 25%
            Finanzverwaltung
            ges. 189.000 ü50 85.000 u25 14.000 (42)
            [./. 43.000] minus 23%
            Soziales
            ges. 750.000 ü50 280.000 u25 45.000 (135)
            [./. 145.000] minus 19%
            Städtebau Raumordnung
            ges. 133.000 ü50 66.000 u25 3.900 (12)
            [./. 54.000] minus 41%
            Energie Wasser Gewerbe
            ges. 150.000 ü50 67.000 u25 7.800 (24)
            [./. 43.000] minus 29%

            Die U25 Gruppe müsste man mal Faktor 3 Rechnen, bei gleichbleibender Anzahl Bewerber. In Klammer rund (). Die nicht besetzbaren stellen in eckig [].

            Ich habe auch nur die Berufsfelder ausgesucht, da mMn relevant.
            Gesamt, wenn eben die Bewerber Anzahl gleich bleibt über 15 Jahre fehlen 439.000 Staatsdiener für „Sicherheit und Leben“

            Insgesamt in allen Bereichen

            4.600.000 ü50 1.900.000 u25 270.000 (810)

            fehlen mindestens 1.090.000 Staatsdiener bis zum Jahre 2030 eine Staatsschrumpfung um die 24 Prozent. Denn ich gehe nicht davon aus, dass die Bewerber Situation gerade im Staatsdienst zunehmen wird, die Bereitschaft tendiert wohl eher in Richtung Mr.Market. Hinzu kommt noch, dass die Geburtenzahlen auf ein Minimum geschrumpft sind.

            Realistisch gesehen fehlen wohl um die 1,35 Millionen. Man kann davon ausgehen, dass es ca. 5 Jahre dauert eine „vollwertige“ Kraft zu sein. Dann müsste man jedes Jahr, von den dienstfähigen Lebendgeburten 100.000 „Azubis“ einstellen. Ohne Bundeswehr.

            http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fe/Mk_Nat%C3%BCrliche_Bev%C3%B6lkerungsentwicklung.png

            Der Anfang wären dann die Jahrgänge 1995 bis 2010 gehen wir von rund 700.000 funktionsfähigen Fachkräften/Anno aus, davon fangen jährlich rund 400.000 an zu studieren. Bleiben also nur noch 300.000 für den allgemeinen Schrott übrig.

            Also 100.000 jährlich ab jetzt nur für den Staatsdienst. Davon 30.000 nur für „Sicherheit und Leben“.

            Dann bleiben für die dummen Berufe gerade einmal 200.000 übrig. Pro Jahr. Dann fehlt es an Müllmännern, Handwerkern, Pflegepersonal, Friseuren, Reinmachefrauen, Trucker Busfahrer, und und und. Also die ganzen niederen Berufe die das Leben so smart machen.

            Die Industrie ab 50 Mitarbeitern, beschäftigt 5,2 Millionen (stagnierend). Bei einer natürlichen Fluktuation von ca. 10% scheiden jährlich rund 520.000 aus. Im Jahre 2009 wurden 640.000 Rentenanträge abschließend bearbeitet, seitdem Tendenz steigend.

            Das bedeutet, dass die beste Zuwanderung dieses nicht ausgleichen kann. Um es ausgleichen zu können, müssten jährlich mindestens 1 Million Zuwanderer Brutto kommen. Die A) für den Staatsdienst tauglich sind, und B) Industrie und Mittelstand befriedigen können und C) auch noch die Putzfrau und Pflegekraft spielen wollen.

            Diese müssten dann auch noch dauerhaft, strukturiert, mental integriert werden. Und das innerhalb kürzester Zeit. Hinzu kommt, wer soll die Ausbilden?

            Diese Zahlen sind nicht auf die Kommastelle genau, aber ich denke doch anzunehmen.

  6. Michael sagt:

    Wer weniger kann braucht mehr Geld, denn er muss mehr tauschen.

  7. KelleOne sagt:

    Was man bei dieser ganzen Diskussion um die demografische Entwicklung nicht vergessen darf, ist eine Betrachtung der jährlichen Zuwanderungssalden. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008/2009 ist dieser Wert auf 300.000-400.000 Menschen p.a. angewachsen, so dass sich die negativen demografischen Effekte in den kommenden Jahren in Grenzen halten dürften. Dies Szenario ist für Deutschland momentan mehr als positiv, auch wenn die Höhe der Zuwanderung in erheblichen Maße auf die Eurokrise zurückzuführen ist. Krise ist bekanntlich aber keine Einbahnstraße, ebenso wie es blühende Landschaften in Deutschland mit geringer Arbeitslosigkeit, steigenden Preisen für Aktien und Immobilien nicht sind. Die Zukunft wird zeigen wie lange dieser Trend/Zustand anhält und ob er sich bei veränderten Rahmenbedingungen für Deutschland ähnlich einem schwingenden Pendel bzw. einem aufgezogenem Gummi oder einer platzenden Blase ins extreme Gegenteil verkehrt – mit den entsprechenden Folgen für Zuwanderung, Arbeitslosigkeit, den Preisen für Aktien & Immobilien u.v.m.

    • holger sagt:

      Moin,
      na klar gibt es auch Zuwanderung. Nur frag ich mich halt, können die wirklich die kommende Lücke schließen, um die BRD so aufrecht zu erhalten, wie sie jetzt ist? mE eben nicht.

      Diese Lücke zu schließen ist ja die eine Sache, die andere Sache ist eben die, die dann älteren Herrschaften möchten unterhalten werden. Die sind ja nicht sofort Tod. Man muss sich ja nur mal die Klagen anhören, jetzt schon, dass von 100% Studenten 30% abbrechen und von den 70% dann noch fast die Hälfte für den kommenden Job fast nicht tauglich sind. Nach dem Motto „Theoretisch kann ich praktisch alles“.

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