Die Entscheidung fällt jetzt!

1. Juli 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Ronald Gehrt  Gleich zu Beginn dieser Woche geht es wieder einmal um eine kurzfristige Trendentscheidung an den Aktienmärkten. Schon wieder … aber irgendwie gewöhnt man sich daran…

In den letzten Jahren, in denen die Dominanz der großen Adressen immer prägender wurde und das Tempo der Kursbewegungen ebenso wie ihre Abkoppelung von fundamentalen Aspekten aufgrund des zunehmenden Anteils computergesteuerter Handelsprogramme an den Umsätzen immer weiter stieg, sind Termine wie Verfalltermine den Terminbörsen, Monats- und Quartalsultimo und Phasen mit Quartalsbilanzen immer wichtiger geworden.

Nicht zu vergessen dabei die regelmäßigen Sitzungen der Notenbanken in Japan, den USA und Europa. Man handelt sich von einem Termin zum anderen – aber im Zeitalter von Facebook, sms und Smartphones kommt den meisten das auch völlig normal vor. Und immerhin: Saure-Gurken-Phasen fallen dadurch an den Börsen flach. Für aktive Trader hat das Ganze also durchaus gewisse Vorteile.

Allerdings ist es schon etwas unangenehm, wenn man nicht damit rechnen kann, dass ein Trend auch mal ein paar Wochen oder Monate anhält, sofern man noch zu der Klientel normaler Investoren gehört, die gerne auch mal auf etwas mittel- oder längerfristige Sicht agieren möchten. Ein typisches Beispiel dafür, wie unstet Tendenzen insbesondere an den Aktienmärkten geworden sind, erleben wir seit einigen Monaten. Die Verfalltermine an den Terminbörsen für die Aktienmärkte bedeuteten seit Februar jedes Mal einen Richtungswechsel. Nachdem der große Verfalltermin im Juni mittlerweile gut eine Woche vorüber ist, stellt sich jetzt die Frage: diesmal auch? Denn das würde bedeuten, dass nach all dem Katzenjammer der vergangenen Wochen wieder steigende Kurse anstehen würden.

Noch ist das nicht entschieden. Denn in kurzen Abständen wird der Staffelstab an andere Gruppen weitergereicht. Und deren Verhalten trägt entscheidend dazu bei, welche Richtung die großen Spieler an den Terminbörsen bis zum nächsten Verfalltermin am 19. Juli einzuschlagen versuchen.

Grundsätzlich versucht man dort natürlich schon, die Kurse dorthin zu treiben, wo sie die Mehrheit der Marktteilnehmer im Vorfeld nicht erwartet. Warum das so ist, hatte ich in früheren Marktkommentaren schon ausführlicher dargelegt. Aber das muss nicht immer funktionieren. Im Augenblick sieht es folgendermaßen aus:

Nach diesem Verfalltermin im Juni folgte gleich die letzte Handelswoche des Quartals. Dementsprechend stand das Window Dressing der Fonds und Hedge Funds auf dem Programm. Wobei auffiel, dass diese keineswegs dieselben Interessen verfolgten. Dass vor allem die Hedge Funds in den letzten zwei bis drei Handelstagen eine große Rolle spielten, zeigt zum einen der erneute Kursrutsch bei den Edelmetallen, wo man pünktlich zum Quartalsende eine gewinnbringende Baisse bis zum Exzess ausreizte. Zum anderen, dass es eine erstaunlich enge Korrelation zwischen den US-Index-Futures und dem Goldpreis gab, was auf computergesteuerte Handelsprogramme und damit entweder auf Banken im Eigenhandel oder Hedge Funds hindeutete.

Jetzt, zu Beginn des neuen Quartals, ist die nächste Gruppe am Zug. Denn neben den großen Akteuren an den Terminbörsen sowie den Fonds und Hedge Funds im Zuge des Windows Dressing gibt es auch noch die institutionellen Investoren an sich. Diese Gruppen können sich überschneiden, müssen es aber nicht… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Die Entscheidung fällt jetzt!"

  1. samy sagt:

    N’Abend,

    die guten (?)US-Arbeitsmarktdaten beflügeln die Zinsen für US-Anleihen. Um die 10%. Tja, nur wohin führt das?

    http://pigbonds.info/

    Grüße

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