Die dunklen Seiten von Gold und Silber

27. August 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer 

Man liest so viel heiteren Unsinn über Edelmetalle, nicht nur in Zeitungen. Ich liebe es! Und wenn die Presse etwas darüber schreibt, dann ist das oft ein kopierter Agenturtext. Selbst Analysten aus Banken bekommen dann kaum besseres Futter und brechen dieses dann wieder aus – in die ihnen vorgehaltenen Mikrofone und Kameras. Was für ein Spaß!

Ich würde erschrecken, wenn es anders wäre…

Haben Sie einen Lieblingsanalysten? Ja? Dann ist es vielleicht einer, der mit den höchsten Kurszielen aufwartet. Wer hält den Rekord? Bei großen Zahlen geraten die „Bugs“ schon mal ins Schwärmen und Träumen. Sie sehen dann das Haus ihres Nachbarn für eine Goldunze als ihr Eigen und wünschen sich, dass alles am besten morgen schon alles kaputt geht. Wäre das nicht schön?

Vielleicht kaufen Sie sich dann wirklich für eine Unze noch ein weiteres fremdfinanziertes Nachbarhaus auf. Auf gute Nachbarschaft! Das sind dann Zeiten, in denen es den meisten Leuten schlecht gehen wird. Manche wird es dann sogar aufregen, dass bei Ihnen Licht brennt und bei den anderen nicht … dass Sie dem Bäcker güldene Münzen geben, während die anderen wegen des Geruchs aus der Backstube fast verrückt werden … Oh, das wäre gar nicht lustig. Doch das nur nebenbei.

Zurück zu den Analysten. Herrlich! Die einen sagen Kursziele von 50 US-Dollar pro Unze voraus, andere 150 oder gar 500 US-Dollar. 500 Dollar bringen mehr Aufmerksamkeit als nur 30 Dollar. Richtig? Und dann kommt der Glaube ins Spiel. Viele kennen das aus früheren Börsenzeiten oder direkt aus dem Leben. Garantien sind immer nur so gut wie ihre Garantiegeber. Wozu sich heute große Mühe machen, wenn andere für einen denken? Das ist doch Arbeit! Die Überschriften erledigen das alles auf die Schnelle. Wozu sollte man sich überhaupt die Gegenseite anschauen, also das Risiko und nicht nur die Chance? In Zeiten der Schnelligkeit reicht heute meist das Überfliegen der Überschrift. Ich frage mich manchmal, wie viele der heutigen Gold – und Silberbugs damals bei der Internetblase mit dabei waren. Sorry, ich denke gerade nur laut…

Die bis vor zwei Jahren steigenden Metallnotierungen haben inzwischen eine fast schon unübersichtliche Menge an lauten Experten nach oben gespült. Ich höre mich gerne unter den leisen Tönen um. Auch hst sich die Basis derer erweitert, die sich mit dem Thema Gold und Silber inzwischen beschäftigen – ob erfolgreich oder weniger erfolgreich. Das wird ohnehin die Zukunft zeigen. Wer damals wie ich dachte, der Goldmarkt wäre ehrlicher, der könnte sich jetzt ein paar Jahre später getäuscht fühlen, vor allem im Minensektor. Warum sollte nur der Gold – und Silbermarkt von besseren Menschen besetzt sein? Ich glaube nicht. Die Sprachlosigkeit des Metalls ist wesentlich ehrlicher. Ganz ohne Frage.

Preis und Zeit

Zwei seltsame Komponenten. Die einen scheitern am Preis, die anderen an der Zeit. Und manche an beiden gleichzeitig. Viele sind auf der Preisachse unterwegs, nicht aber auf der Zeitachse. In Zeiten der Schnelligkeit ist Langeweile nervig. Bei Gold – und Silbernotierungen geht es wie bei den Preisen für die anderen Anlageklassen um Wahrscheinlichkeiten. Ab diesem Punkt beginnt das Puzzlespiel und die eigentliche Arbeit in der Analyse und des Nachdenkens, bevor man in die Handlungsebene kommt.

War es früher einfacher? Vielleicht nur billiger. Das waren noch Zeiten, in denen die Nachrichten über Geld, Gold und Silber im Netz nicht so eng gesät waren wie heute. Damals musste man noch Bücher lesen. Und damals traf sich noch unser kleiner Silberstammtisch regelmäßig in Frankfurt. Wir quirlten Gerüchte zusammen, tauschten Neuigkeiten aus, tranken viel Bier und bezahlten in Euro wie heute. Es war harte Arbeit, hinter die Zusammenhänge zu kommen, hinter das große Bild. Bücher lesen, Analysen verstehen, sich mit Geschichte und Geldsystemen zu beschäftigen – und dabei auch noch die Wunschpreise vor der Tür lassen. Für mich waren die Jahre vor dem Sprung der Metallpreise bis an ihre Allzeithochs die spannendste Zeit überhaupt…

In den letzten beiden Jahren hat sich die Welt schnell weiter gedreht – Zeit für die Feinjustierung, des Zurücklehnens – und wohl auch des Beobachtens, welche neuen Experten mit ihren Kurszielen der Edelmetallmarkt an die Oberfläche spült. Der Markt der letzten beiden Jahre lehrte Demut. Er hat sich einiger „Marktteilnehmer“ entledigt. Die Lektionen sind erteilt.

Wer stündlich auf die Preise schaut, macht womöglich etwas falsch. Wer Charts im Minutentakt analysiert, wahrscheinlich auch. Wer mehr tut, als er lässt, könnte ebenfalls einen Fehler machen, nämlich über die Zeitachse zu stolpern. Und wer andere Leute Schafe nennt, könnte selbst eines sein.

Irgendwann sollte man auch mal genug Blech haben – zumindest dann, wenn man zu 100 Prozent darin investiert ist. Die Quote ist aber noch steigerungsfähig, vorausgesetzt die Gier ist groß genug. Mit hohem Hebel direkt gegen die Wand – das war die Lektion aus dem Papiermarkt in den letzten beiden Jahren. Es soll auch Leute geben, die haben 2011 ihre Lebensversicherung in Metall getauscht – natürlich am Hochpunkt der Preise. Schuld sind dann immer die bösen Manipulatoren.

Elektro-Geld

Neulich habe ich den Begriff „Elektrogeld“ in Daniel Eckerts neuem Buch „Alles Gold der Welt“ gelesen. Das trifft es. Mag sein, dass der Euro irgendwann zerfällt, was irgendwie auch vernünftig wäre. Jedoch ist Vernunft in der Politik so präsent wie Steaks auf den Tellern von Vegetariern – vor allem nicht in der europäischen Politik. So stieg die Wahrscheinlichkeit in den letzten Monaten, dass der Euro doch länger überlebt, als es manchen lieb ist. Wie verbeult er jetzt und später umher wandert, entzieht sich unserer Kenntnis. Wahrscheinlich wird er aber schwächer gegenüber Gold, auch wenn er gegenüber dem Dollar steigen sollte. Alles ist möglich. Er sieht dann nur stärker aus, ist es aber nicht, weil er vielleicht nur langsamer als der Dollar fällt. Kein Grund zur Freude! Ja, auch er wird eines Tages scheitern. Bis dahin bekommt man jedoch noch eine Tüte Brötchen dafür – und Benzin. Solange es genug Leute gibt, die ihn als Geld verstehen, bleibt es so wie es ist, auch wenn es sich einige anders wünschen und das Ende mit Schrecken wünschen, was auch vernünftiger wäre. Aber diese Wünsche haben derzeit weder eine Lobby noch eine Mehrheit.

Ach, dann gibt es ja noch die dunklen Mächte aus der finsteren Ecke mit ihren hinterhältigen Schüssen auf die Preistafeln der Metalle an charttechnisch wichtigen Marken. Niemand wird in dieser Angelegenheit für Klarheit sorgen. Das wird der Markt eines Tages selbst erledigen. Bernanke, Draghi & Co. werden sich darum kümmern. Je mehr sie im Geld – und Zinsmarkt herum pfuschen desto lieber habe ich sie gewonnen. Nicht, dass sie mein Vorbild sind, dafür taugen sie wirklich nicht, aber sie sorgen mit all ihrem Tun dafür, Währungen zu schwächen und weicher zu machen und die Metallpreise zu erhöhen. Am Ende werden sie die Währung zerstört haben.

Die obersten Gelddrucker sind aber in Wahrheit die Schutzpatrone der Edelmetalinvestoren, ohne es zu wollen. Sie können mehr tun – der Goldpreis wird grüßen. Sie können weniger tun. Der Goldpreis wird grüßen. Hier kommt die Zeitachse wieder ins Spiel. Geduld ist heute wahrlich keine Tugend. Und wir sind auch nicht bei „Wünsch Dir was!“ Lehnen Sie sich zurück! Das Schauspiel wird großartiger als deren Auswirkungen.

In der Zeit bis zum Tag der Abrechnung gibt es wichtigere Dinge als die zuckenden Preischarts. Wenn sie unter dem Glück leiden, monatlich etwas übrig zu haben, dann gibt es zwei Optionen: Entweder noch mehr Blech zu kaufen oder mit den Überschüssen etwas anderes. Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahl zu haben – und haben etwas mit Freiheit zu tun. Es gibt Leute, die schauen täglich länger auf die Preisentwicklung ihrer Anlagegüter als sie schlafen, während das wirklich Spannende des Lebens, sinnlos an ihnen vorbei rauscht – in einer Zeit, in der das kontextfreie Denken eine vermeintlich intellektuelle Hochkonjunktur feiert.


 

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9 Kommentare auf "Die dunklen Seiten von Gold und Silber"

  1. Bloody Mary sagt:

    Ach ja, Herr Meyer…Was wird heutzutage nicht (gen)manipuliert? Edelmetallpreise, Nachrichten, Giftgasanschläge und Nahrung. Alles nur zu unserem Besten. Edelmetalle und ihre Preise sind ja im Moment nicht so angesagt, im Kommen sind eher Panzer, Raketen und GI’s. Sie haben einfach falsch gelegen. Geben Sie es doch zu! Hätten Sie mal die Zeitungen gelesen, wäre die „Marschroute“ für Ihre Investitionen doch glasklar gewesen. Alle Zeichen stehen auf Krieg, auf ganz großen Krieg. Wie immer, wenn dieses verfluchte Papiergeld Überhand zu nehmen droht. Wer verdammt noch mal hat dieses Mal Schuld? Na klar, alles, was da im nahen Osten so kreucht und fleucht und nicht hören will. Es wird spannend, sehr spannend… und nicht nur für die Edelmetallpreise.

  2. bluestar sagt:

    Na endlich. Endlich wird unsere Besatzungsmacht in Syrien aktiv und
    hat bald wieder einen Krieg – von den europäischen Lakaien fleißig bejubelt. Natürlich hat das syrische Regime Giftgas eingesetzt, ist doch logisch, so kurz vor einem militärischen Sieg der Regierungstruppen über die mit saudischem Geld gesponserten sunnitischen Rebellensöldner.
    Endlich ist nun Schluss mit diesem üblen Gerede über NSA usw. Natürlich haben die Geheimdienste schon längst genaue Beweise – so wie vor vielen Jahren vor dem Irakkrieg.
    Natürlich geht es bei einem Militäreinsatz um Menschenrechte, Demokratie, Freiheit und das Gute prinzipiell. Schließlich wird der Angriffsbefehl von einem Friedensnobelpreisträger erteilt werden…
    Natürlich sehen wir im Fernsehen schon die richtigen Bilder und hören
    die richtigen Informationen und Meinungen von Experten und Politikern. Natürlich sitzen wir im Sessel weitab vom Schuss und sind trotzdem live dabei – natürlich ohne jegliches Risiko. Natürlich wird dieser Eingriff nur ein paar Tage dauern.
    Natürlich ist dies alles wieder ein Angriff auf die menschliche Vernunft…

  3. Torsten sagt:

    „Hier kommt die Zeitachse wieder ins Spiel. Geduld ist heute wahrlich keine Tugend.“

    Ach, die liebe „Geduld“! Sie kann sooo schrecklich langweilig sein..:)

    Mal ehrlich, wer schaut Gold und Silber als Setup im Monatschart an und triggert das Setup im Wochenchart?

    „Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahl zu haben – und haben etwas mit Freiheit zu tun.“

    Eine angenehme Denkweise..Herr Meyer.

  4. stephan sagt:

    “Wahlmöglichkeiten sind besser als keine Wahl zu haben – und haben etwas mit Freiheit zu tun.”

    Dem kann man uneingeschränkt zustimmen.

    Dumm nur, wenn sich die Wahlmöglichkeiten gar nicht als solche herausstellen. Zudem an einer Stelle, wo die zur Auswahl stehenden Möglichkeiten anschließend über die Wählenden bestimmen.

    So demnächst wieder am 22. September bei der Bundestagswahl. Dann wählt das (vom Wohlfahrtsstaat verwöhnte und deshalb der Freiheit in großen Teilen entwöhnte) Wahlvolk wieder zwischen CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke.

    Nach der Wahl regieren diese Wahlmöglichkeiten dann wieder in alter, kuscheliger Vertrautheit als die Sozialistischen Einheitsparteien Deutschlands – CDUSPDFDPGRÜNELINKE. In welcher Konstellation auch immer, am (alternativlosen) Inhalt wird sich im Wesentlichen nichts ändern.

    Die Antwort auf die Frage, inwieweit man bei solchen Wahlmöglichkeiten noch die Wahl hat, und was eine solche Wahl dementsprechend noch mit Freiheit zu tun hat, bleibt jedem selbst überlassen.

  5. MARKT sagt:

    Freiheit, ja das wäre mal was lieber @ Stephan.

    Wie das Kapital und die besitzenden derzeit mit dieser ihr zugestandenen Freiheit umgeht, können wir täglich beobachten.

    Woher kommt den der Zwang, und wer entscheidet darüber in diesem Land?
    Der Wähler?
    Der Staat?

    Wenn ja, wer hat denn den entscheidenden Einfluss auf den Staat/den Wähler?
    Ist es tatsächlich das „vom Wohlfahrtsstaat verwöhnte Wahlvolk“ oder doch der freie Markt und das Kapital, der mittels diesem Zwang seinen Status erhält und ausbaut?

    Wenn Personen von Freiheit reden und nur die Freiheit meinen die ihnen direkt nutzt, sollte man sehr vorsichtig sein.
    Insbesonder wenn diese Freiheit vom Menschen vom Schlage eines @Stephan propagiert wird, die offensichtlich in sehr unflexiblen Denkmodellen um nicht zu sagen Ideologien gefangen sind.

    • stephan sagt:

      Lieber @MARKT,

      wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

      Voraussetzung dafür, lieber @MARKT, wäre aber, erst einmal zu erkennen, dass man selbst im Glashaus sitzt.

      Nebenbei: Meine Ideologie – falls es denn überhaupt eine ist und nicht nur ein Zustand – trägt die Bezeichnung Ihres Forumsnamens: „MARKT“. Damit scheint mir Ihre Ideologie allerdings nicht wirklich viel zu tun haben.

      Und ganz nebenbei: Ich habe gar nichts propagiert. Ich habe nur festgestellt, dass es mit der Wahl der etablierten Parteien immer weniger bis keine Freiheit mehr gibt / geben wird.

      Mir scheint, Sie sind mit dem jetzigen Zustand, der sich nach dem 22. September sicher nicht ändern wird, zufrieden. Da kann ich Sie nur beglückwünschen!

      Im Übrigen sollten Sie vielleicht noch einmal die Begriffe Planwirtschaft und freier Markt mit Blick auf das hiesige System überdenken. Dies könnte zu überraschenden Ergebnissen führen. 😉

      • MARKT sagt:

        Wer Ihre Beiträge als Teile „eines Ganzen“ sieht, weis wovon ich spreche, wenn ich dies als ideologisch bezeichne (stark überzeugt wäre eine positivere Bezeichnung)

        Und wer informiert ist weis auch, was von Ihnen so verehrte PErsönlichkeiten wie Herr Hayek zum Thema Demokratie so geäußert und geschrieben haben.

        Während Personen wie Sie, in unserem heutigen System ausschließlich Planwirtschaft sehen, sehe ich sowohl die Planwirtschaft als auch radikale Marktmechanismen und sehe deshalb auch nicht nur schwarz oder weiß.

        Nehmen Sie bitte einfach einmal zur Kenntnis, das 24,3% prekär beschäftigte in Deutschland Realität sind. Wenn diese teilweise für unter 5,- € produktiv tätig sind, dürfen Sie den betrooffenen gerne den Wohlfahrtstaat erläutern und/oder ihnen Verwöhntheit unterstellen.

        Mein Kommentar war keinesfalls so zu deuten, dass ich mit der Situation zufrieden bin. Doch ich sehe in der Wahl irgendeiner Partei keine Alternative, wenn ich dass herrschende PArteiensystem als Teil des Problems sehe. Parteien so wie diese sich in entwickelt haben und strukturiert sind , halte ich generell sogar für antidemokratisch.

        Die Freiheit meinen Nickname zu nutzten, behalte ich mir weiterhin vor. Die Interpretation gestehe ich Ihnen und jedem anderen allerdings selbstvertändlich auch uneingeschränkt zu.

        • stephan sagt:

          „Während Personen wie Sie, in unserem heutigen System ausschließlich Planwirtschaft sehen, sehe ich sowohl die Planwirtschaft als auch radikale Marktmechanismen und sehe deshalb auch nicht nur schwarz oder weiß.“

          Sie werden staunen: Ich sehe das ganz genauso wie Sie. Ich meine aber zu erkennen, dass die Ursache für diese brutale Fehlentwicklung in der planwirtschaftlichen Lenkung durch die amtierende, korrupte Parteienkaste liegt. Ich bin übigens in dem Bereich tätig, der den (radikalen) Marktmechanismen ausgesetzt ist. Und es ärgert mich massivst, dass sich der planwirtschaftliche, administrative Überbau anmaßt, mir in jedem Lebensbereich vorzuschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe und ich ihn für diese dreiste Drangsalierung auch noch heftig zwangsfinanzieren muss.

          „Nehmen Sie bitte einfach einmal zur Kenntnis, das 24,3% prekär beschäftigte in Deutschland Realität sind. Wenn diese teilweise für unter 5,- € produktiv tätig sind, dürfen Sie den betrooffenen gerne den Wohlfahrtstaat erläutern und/oder ihnen Verwöhntheit unterstellen.“

          Sie müssen mir nicht erzählen, wie viel Prozent prekär Beschäftigte es gibt. Stellen Sie lieber die Frage wie dieser „Lohnwettbewerb nach unten“ entsteht und wer dafür verantwortlich ist. Wer eine unbegrenzte Zuwanderung von Billigarbeitskräften nach D. zulässt, welche auf den Arbeitsmarkt drängen, muss sich nicht wundern, wenn die Löhne ins Bodenlose purzeln. Ist es nicht Aufgabe der Parteien, also der Volksvertreter, solche Entwicklungen zu verhindern? Wenn das Wahlvolk seinerseits allerdings immer wieder die gleichen Leute wählt, welche die Misere verursacht haben – wer ist dann letztlich Schuld?

          „Doch ich sehe in der Wahl irgendeiner Partei keine Alternative, wenn ich dass herrschende PArteiensystem als Teil des Problems sehe. Parteien so wie diese sich in entwickelt haben und strukturiert sind , halte ich generell sogar für antidemokratisch.“

          Selbstverständlich ist das etablierte, korrupte Parteiensystem das Problem. Und kein halbwegs kritischer Mensch kann zu dem Ergebnis kommen, dass das von diesen Parteien betriebene Polit-Schmierentheater demokratisch ist. Und das war genau das, was ich gesagt habe: Bei den zur Wahl stehenden (sozialistischen Einheits-) Parteien können Sie nur noch die unterschiedlichen Logos wählen. Dies ändert aber nichts am im Wesentlichen gleichen Inhalt (selbst, wenn es in den Partei- und Wahlprogrammen (marginale) Unterschiede gibt, in der Praxis ist die Richtung immer die Gleiche). Was hat eine solche Wahl(möglichkeit) dann bitte mit Freiheit zu tun?

  6. Michael sagt:

    Wenn die Notenbanker kein Bock mehr drauf haben die Währung zu stabilisieren. Weiß zwar nicht was ich an sich von dem Artikel zu halten habe …

    http://www.gegenfrage.com/financial-times-warnt-vor-weltweiten-waehrungszusammenbruechen/

    Aber vorstellen kann man sich alles… schauen wir mal wo die Lichter zuerst ausgehen.

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